Wolfsberg zu Gast in Hütteldorf -Spielvorschau

wolfsberg(WAC) gegen rapid wien

Rekordmeister mit Biss? Am Sonntag, den 12. August um 17:00 Uhr empfängt der SK Rapid Wien Wolfsberg. Nach 2 kleinen Rückschlägen ist die grün-weiße Fangemeinde auf einen klaren Heimsieg gegen die runderneuerten Wölfe aus Kärnten eingestellt. Doch mit Christian Ilzer als neuen Leitwolf wollen die Lavanttaler hoch hinaus. 

 

Ausgangssituation:

Der Wolfsberger AC startete im österreichischen Cup mit einem knappen 2:1 Erfolg beim oberösterreichischen Regionalliga Mitte – Verein Union Gurten.

In der ersten Meisterschaftsrunde musste man eine unglückliche Niederlage in St. Pölten einstecken. Der WAC lag bereits nach 30 Minuten 2:0 zurück, glich bis zur Pause aber aus und ging sogar in Führung. Durch ein Elfmetertor 2 Minuten vor dem Ende und durch einen Treffer in der Nachspielzeit ging das Match aber schließlich doch noch verloren.

Im ersten Heimspiel der Saison kam Austria Wien nach Wolfsberg. Nachdem die Violetten in der Anfangsphase einige Topchancen nicht nutzen konnten, stabilisierten sich die Kärntner und Kapitän Sollbauer gelang nach einem Eckball per Kopf der Siegtreffer.

 

Die letzte Saison: Zahnlose Wölfe auf Platz 9

Nach einer Heimniederlage gegen Salzburg in der ersten Runde stand man auf Platz 9 – nach 36 Runden ebenso. Dazwischen kletterte man bis zum 6. Spieltag auf Platz 4, stürzte aber recht bald wieder ab. Trotz eines 0:0 im Heimspiel gegen den SK Rapid Wien fiel man in der 18. Runde auf den 9. Tabellenrang zurück und verblieb dort bis zum Saisonende.

Im Frühjahr leistete man sich 8 Niederlagen am Stück, beendete dazwischen die Zusammenarbeit mit Trainer Heimo Pfeifenberger und setzte interimistisch bis zum Saisonende Robert Ibertsberger ein, der nach anfänglichen Schwierigkeiten in den letzten 6 Runden immerhin 4 Siege und 1 Remis holte.

Toptürschütze war der 22jährige Bernd Gschweidl, der in der 12. Runde seinen bereits 7 Saisontreffer erzielen konnte, damit aber auch offenbar seine Tinte im Füller verbraucht hatte – seit bald 10 Monaten ist ihm kein Tor mehr gelungen.

 

Die Sommertransferzeit:

Nach der erfolglosen Saison wurde im Lavanttal die Devise: „Alles muss neu“ ausgerufen. Robert Ibertsberger wurde verabschiedet und durch Christian Ilzer ersetzt, gleich 15 Spieler verließen den Verein, 10 Spieler wurden verpflichtet und 4 Youngsters aus dem Nachwuchs hochgezogen.

 

Bilanz gegen Rapid:

Wolfsberg gilt als ein Angstgegner von Rapid Wien, wobei mich das Gefühl beschleicht, dass das auf fast alle Gegner zutrifft. In 24 Meisterschaftsspielen holten die Kärntner 8 Siege, 7 Unentschieden und verloren 9 Begegnungen.

Beide Heimspiele der Saison 2017/18 konnte der Rekordmeister klar gewinnen und dabei 9 Tore erzielen, auswärts gab es 2 äußerst blasse Nullnummern.

 

Der Trainer:

Christian Ilzer kann man getrost als Shootingstar der heimischen Trainerszene bezeichnen. Der 40jährige war aufgrund schwerer Verletzungen in jungen Jahren nie Profifußballer, arbeitete sich verbissen als Trainer hoch und sammelte Erfahrungen als Co-Trainer und Konditionstrainer, ehe er im Vorjahr Cheftrainer vom gerade aus der Regionalliga Mitte aufgestiegenen TSV Hartberg wurde und die Mannschaft auf den 2. Platz und somit in die österreichische Bundesliga führte.

Da Hartberg bezüglich der Infrastruktur mit dem sportlichen Erfolg nicht Schritt halten konnte und lange nicht sicher war, ob der Aufstieg auch genehmigt werden würde, entschied sich Christian Ilzer zur Rückkehr ins Lavanttal, wo er bereits als Co-Trainer tätig war.

Zumeist schickt er Wolfsberg in einer 4-4-2 Formation auf das Spielfeld und agiert mit 2 Sechsern.

 

Mögliche Aufstellung von Wolfsberg:

 

WAC - Wolfsberg gegen Rapid

Gegen St. Pölten und die Austria standen jeweils bloß 4 Spieler (Kofler, Sollbauer, Wernitznig, Orgill) der vorigen Saison in der Startaufstellung. Sollte sich kein Spieler verletzen, ist ein Wechsel in der Startformation eher nicht zu erwarten.

 

Rotation bei Rapid Wien?

Nach dem erfolglosen, aber kräfteraubenden Gastspiel in Bratislava halte ich es für realistisch, dass Trainer Djuricin in Hinblick auf das wichtige Rückspiel am Donnerstag dem einen oder anderen Spieler eine Verschnaufpause gönnt.

Sowohl Mateo Barac als auch Mario Sonnleitner haben in Bratislava nicht sattelfest gewirkt und entscheidend gepatzt, Mert Müldür drängt sich für seinen ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison auf.

Unsere Außenverteidiger Marvin Potzmann und Boli Bolingoli wurden von den Flügelspielern Moha und Cavric teilweise schwindlig gespielt – Auer und Thurnwald sind zwar deutlich defensivere Alternativen, ich wäre aber nicht überrascht, wenn zumindest einer seine Chance erhält.

Martic und Malicsek wären die Ersatzkandidaten für Ljubicic und Schwab, bei unserem Kapitän gehe ich allerdings fix von einem Einsatz von Beginn an aus.

Aleksandar Kostic bietet sich als rechter Flügel an, es ist durchaus möglich, dass Thomas Murg geschont wird oder Christoph Knasmüllner im Zentrum ersetzt.

Auch wenn Deni Alar den Elfmeter verschossen hat, Jérémy Guillemenot wird wohl anfangs auf der Ersatzbank Platz nehmen.

 

Meine Einschätzung:

Der runderneuerte WAC könnte sich als harte Nuss erweisen, zumal Trainer Ilzer auch in der österreichischen Bundesliga Erfolge zuzutrauen sind. Der Altersdurchschnitt ist mit 28 Jahren sehr hoch, zeugt aber auch von viel Erfahrung. Goller und Spangler kennt Ilzer aus Hartberg, die beiden Hollandrückkehrer Liendl und Ritzmaier haben Qualität und der deutsche Lukas Schmitz bringt die Erfahrung von 104 Spielen in der ersten und 94 in der zweiten deutschen Bundesliga mit. Schmerböck konnte sich bei Sturm Graz zwar nicht durchsetzen, gut möglich, dass ein Schritt zurück der Karriere neuen Schwung verleihen kann.

Nach unserem furiosen Start in die neue Saison ist nach dem 1:1 gegen Altach und der Niederlage in Bratislava Ernüchterung eingekehrt. Vor allem die 3 schlechten zweiten Halbzeiten und das Gefühl, dass die Gegner mit mehr Laufbereitschaft und Feuer am Platz gestanden sind, lassen bei mir die Alarmglocken schrillen. Auch wenn noch nicht viel passiert ist, eine Reaktion der Mannschaft und des Trainerteams muss her. Am besten mit einem klaren Sieg gegen Wolfsberg.