Rapid Wien vs. Admira Wacker – die Spielvorschau

admira rapid

Rapid Wien schlittert von Debakel zu Debakel! Wie kommt die Mannschaft da raus? Hilft uns ein Blick auf die Statistik? Beachtet unsere Matchanalyse vom Sieg gegen Admira Wacker in der ersten Runde (http://gruenaufweiss.at/fc-admira-wacker-moedling-gg-sk-rapid-wien-matchanalyse/)!

 

Ausgangssituation:

0:3 und 0:5 lautet die desaströse Bilanz der letzten beiden Pflichtspiele. Auf die Blamage in Hartberg folgte das Debakel in Villarreal. War Rapid Wien unter Gogo Djuricin in der Offensive schwach, dafür defensiv einigermaßen stabil, ist der Rekordmeister nun offensiv weiterhin nicht vorhanden, dafür defensiv gelebtes Chaos. Das wird wohl nicht die Intention des neuen Rapidtrainers Didi Kühbauer gewesen sein.

Es ist nicht zu über sehen, dass die Verunsicherung unter den Rapidspielern immer weiter Platz greift. Selbst die spärlich vorhandenen Leistungsträger dieser Saison lassen sich von der Situation anstecken und können ihr Niveau nicht halten.

Wie kann diese Abwärtsspirale gestoppt werden? Im Endeffekt nur durch Erfolg. Die Mannschaft von Villarreal wurde nach 15 Minuten von den eigenen Fans ausgepfiffen. Und hat sich dank der grün-weißen Hilfe in einen Rausch gespielt. Erster Heimsieg und gleich 5 Tore erzielt. Im Fußball können oft Kleinigkeiten entscheiden. Diese müssen aber von den Spielern auch erzwungen werden.

Admira Wacker ist nach der Cupblamage in Neusiedl mit einem deutlichen 0:3 gegen Rapid und 2 Niederlagen im Europacup gegen ZSKA Sofia in die Saison gestartet. In Hartberg konnten dafür gleich 3 Punkte entführt werden. Seither verläuft die Saison durchwachsen. Daheim warten die Fans auf die ersten 3 Punkte, auswärts konnte auch beim FC Wacker Innsbruck voll angeschrieben und im Derby beim SKN St. Pölten zumindest ein torloses Remis erreicht werden. Vor dem Gastspiel im Weststadion ist die Admira Tabellenschlusslicht.

 

Was macht Trainer Didi Kühbauer?

Eine schwierige Frage. In der Pressekonferenz nach Villarreal hat der Trainer zwar gefasst, aber sehr erbost gewirkt. Eh klar. Wie er innert 3 Tage den Umschwung schaffen möchte, bleibt abzuwarten. Große Überraschungen in der Aufstellung und im Matchkader wären zwar ein Zeichen, sind aber nicht sonderlich realistisch. Von Rapid II wird eher keine Hilfe zu erwarten sein, da die Mannschaft in der Regionalliga Ost selbst stagniert.

 

Admira Wacker:

Den traditionellen Aderlass in der Transferzeit haben die Verantwortlichen nicht verhindern können. Dennoch ist man bei den folgenden Rückschlägen sehr ruhig geblieben und hat die Nerven nicht verloren. Trainer Ernst Baumeister ist nun schon seit Anfang Juli 2015 bei Admira Wacker in unterschiedlichen Positionen tätig und profitiert von der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit in der Südstadt. Nicht auszudenken, wie sich die Südstädter entwickeln könnte, wenn mit den aufstrebenden Nachwuchsspielern langfristige Verträge abgeschlossen und dementsprechende Transfersummen lukriert werden könnten.

Dass Admira Wacker aktuell das Tabellenende ziert, sollte nicht überbewertet werden, da die Abstände in der Tabelle sehr knapp sind. Mit einem Sieg in Hütteldorf fehlen lediglich 3 Punkte auf das Meisterplayoff.

 

Die Transferzeit in Maria Enzersdorf:

Das jährliche Dilemma konnte auch diesen Sommer nicht aufgehalten werden. Mit Maximilian Sax und Thomas Ebner (nach Wien, Favoriten), Markus Lackner und Lukas Grozurek (Sturm Graz), Markus Wostry (LASK), Alexander Merkel (Heracles Almelo) haben 6 Stammspieler Admira Wacker verlassen. Einzig für Lukas Grozurek soll eine Transfersumme geflossen sein. Die Dienste von Ione Cabrera, Manuel Miranda, Dennis Verwüster, Philipp Posch, Marcel Holzmann und Macky Bagnack wurden nicht weiter benötigt.

Gekommen sind die beiden Innenverteidiger Bjarne Thoelke (HSV) und Sebastian Bauer (ASK Ebreichsdorf), Ersatzworwart Martin Kraus vom Wiener Sportclub, die Mittelfeldspieler Pyry Soiri (Shakhtjor Soligorsk, Weißrussland), Seth Paintsil (FF Jaro, 2. finnische Liga), Morten Hjulmand (U19 FC Kopenhagen) und Marco Sahanek (FAC), sowie für den Sturm der in Deutschland geborene Türke Sinan Bakis (Bursaspor).

 

Bilanz:

Seit der Saison 1911/12 haben 247 Meisterschaftsspiele zwischen Rapid Wien und Admira Wacker stattgefunden. 135 Rapidsiegen stehen 53 Unentschieden und 59 Niederlagen gegenüber. Dennoch haben sich die Südstädter vor allem in den letzten Jahren als äußerst zäher Gegner erwiesen. Zumindest daheim hat sich Admira Wacker in den letzten beiden Saisonen als zumeist schlagbarer Gegner präsentiert.

2018/19:

Admira Wacker – Rapid Wien: 0:3 (Murg, Ivan, Bolingoli)

2017/18:

Admira Wacker – Rapid Wien: 3:1 (Jakolis, Starkl zweimal; Joelinton)

Rapid Wien – Admira Wacker: 1:0 (Schaub)

Admira Wacker – Rapid Wien: 2:1 (Hausjell, Pavelic [Eigentor]; Schobesberger)

Rapid Wien – Admira Wacker: 4:1 (Murg zweimal, Thurnwald, Schwab; Hausjell)

2016/17:

Rapid Wien – Admira Wacker: 4:0 (Schaub, Schwab je zweimal)

Admira Wacker – Rapid Wien: 1:2 (Knasmüllner; Szántó, Murg)

Rapid Wien – Admira Wacker: 0:0

Admira Wacker – Rapid Wien: 3:2 (Sax, Knasmüllner, Monschein; Szántó, Joelinton)

 

Meine Einschätzung:

Viel schlimmer hätte diese Woche für Rapid und die Fans kaum laufen können. 2 Spiele, 2 Niederlagen, kein Tor geschossen und 8 erhalten.

Nüchtern betrachtet, kann man dagegen halten: Viel ist nicht passiert. Mit einem Heimsieg gegen den FC Villarreal ist in der Europa League alles wieder offen und durch einen klaren Heimsieg gegen Admira Wacker würde Rapid Wien nicht nur auf Platz 6 rutschen, sondern hätte auch bloß 3 Punkte Rückstand auf Platz 4.

Allerdings sind all diese Spekulationen Makulatur, wenn die Spieler nicht endlich aufwachen und ihr vorhandenes Leistungspotential abrufen. Trotz aller negativer Erlebnisse und Ergebnisse der letzten Zeit – der Kader ist spielerisch stark genug für diese Liga. Abgerufen wird es allerdings nicht. Wieso? Dem werden wir weiter nachgehen.