SK Rapid Wien vs. SKN St. Pölten – die Spielvorschau

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Bereits 8 Punkte beträgt der Rückstand von Rapid Wien auf St. Pölten. Der Rekordmeister ist zum Siegen verdammt! Schlägt Didi Kühbauer in seiner alten Heimat zu? Wagt Goran Djuricin abermals die Totalrotation? Kann Rapid aus der bisherigen Bilanz Hoffnung schöpfen?

 

Ausgangssituation:

Rapid Wien gegen SKN St. Pölten. Das Duell Siebenter gegen Dritter in der Tabelle. Nach der Seuchensaison 2017/18 hätte man in St. Pölten nach 8 Runden vermutlich auch Rang 7 mit Handkuss genommen, aber unter Trainer Didi Kühbauer läuft es sogar deutlich besser. Mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 1 Niederlage dürfen die niederösterreichischen Landeshauptstädter Richtung Meisterplayoff schielen, hat man doch bereits 8 Punkte Vorsprung auf Platz 7. Der 32jährige Ex-Rapidler René Gartler steuerte in der Meisterschaft bereits 5 Treffer bei.

Auf dem angesprochenen 7. Rang steht der Rekordmeister und muss allmählich eine Siegesserie starten. Auch wenn Rapid Wien in der 2. Cuprunde in Mattersburg den Kopf gerade noch aus der Schlinge ziehen konnte, das Theater um eine vermeintliche Geste von Trainer Goran Djuricin erhitzt die Gemüter weiter.

 

Rotiert Rapid nach den Cupstrapazen?

So heftig wie in Salzburg wird die Rotation hoffentlich nicht ausfallen. Zumal das nächste Bewerbsspiel erst 5 Tage später in Glasgow stattfindet.

Mario Sonnleitner hat in den letzten Spielen sehr viele Einsatzminuten gesammelt, als Ersatz stünden Maximilian Hofmann, Mert Müldür und – erfreulicherweise – auch wieder Christopher Dibon parat. Mateo Barac sollte möglichst weiter Spielpraxis sammeln.

Kapitän Stefan Schwab würde eine Pause vermutlich auch gut tun. In 14 von 15 Saisonspielen wurde er eingesetzt und mit 1.243 Einsatzminuten führt er das Ranking an. Philipp Malicsek wäre für das Heimspiel die logische Alternative.

Als Wechselspieler konnte Andrija Pavlovic bislang nicht aufzeigen, bei seinem einzigen Beginn in der Startelf scheiterte er in Salzburg unglücklich an Aluminium.

 

SKN St. Pölten 2017/18: Stockletzter, aber mit Don Didi gerade noch die Kurve gekratzt:

Die Saison begann – zum weiteren Verlauf passend – mit einer Niederlage im Cup bei Austria Klagenfurt. In der ersten Meisterschaftsrunde lag St. Pölten in Graz mit 0:2 in Führung, musste jedoch in der 90. Minute den Treffer zum 3:2 hinnehmen. Von da an ging´s bergab. Nach 7 Runden und nur einem Punkt wurde Trainer Jochen Fallmann von seinen Aufgaben entbunden.

Mit Oliver Lederer wurde ein ebenfalls junger, aufstrebender Trainer installiert, der zuvor bei Admira Wacker durchaus respektabel gearbeitet hat und zumindest in der Gerüchteküche auch als Kandidat für den Posten als Cheftrainer bei Rapid Wien gehandelt wurde. Mit dem Engagement in St. Pölten hat er sich diesbezüglich keinen großen Gefallen getan, denn in seinen 21 Spielen als Betreuer gab es bloß 2 Siege, 3 Remis, dafür aber gleich 16 Niederlagen und mit 0,43 Punkten pro Spiel eine desaströse Bilanz. Mittlerweile versucht er in der Regionalliga Ost beim FCM(öllerdorf) Profibox Traiskirchen neu durchzustarten und empfängt heute Abend Rapid Wien II.

Nicht als Scherz aber dennoch am 01. April 2018 wurde mit Dietmar Kühbauer eine grün-weiße Legende als Trainer verpflichtet. Wie sollte es anders sein – natürlich durfte er sein Debüt ausgerechnet im Weststadion feiern, wo der Block West wegen einer Sperre geschlossen bleiben musste. Trotz einer schnellen Führung setzte sich Rapid nur knapp mit 2:1 durch. Nach bloß einem Punkt aus den ersten 5 Spielen durfte Didis Mannschaft in Altach erstmals voll anschreiben. Eine Initialzündung.

Insgesamt 12 Spiele in Serie blieb St. Pölten unter Didi Kühbauer ungeschlagen und sicherte sich nicht nur souverän den Klassenerhalt in der Relegation gegen Wiener Neustadt, sondern auch den tollen Start in die aktuelle Spielzeit. Erst daheim gegen Ligakrösus Salzburg musste man nach zwischenzeitlicher Führung als Verlierer vom Platz gehen. Einen nachhaltigen Knacks dürfte diese Niederlage nicht verursacht haben, wie das 3:0 gegen Hartberg und der Kantersieg im Cup in Saalfelden gezeigt haben.

 

Die Transferzeit in St. Pölten: Aufräumarbeiten nach dem Beinahedesaster:

Nach 2 Jahren des sinnlosen Kommen und Gehens und der vorigen Katastrophensaison fand diesen Sommer ein großer Umbruch statt.

Insgesamt 7 Spieler wurden abgegeben, 2 verliehen und 6 ausgeliehene Spieler kehrten zu ihren Stammvereinen zurück.

Leihspieler Luan wurde von Sturm Graz fix verpflichtet und der 19jährige Luca Meisl von Salzburg ausgeliehen. Die Neuzugänge René Gartler, Roko Mislov, Daniel Drescher, Manuel Haas und Taxiarchis Fountas avancierten schnell zu Stammspielern, Patrick Puchegger, Osarenren Okungbowa und Issiaka Ouédraogo runden Kader ab.

 

Bilanz:

Aufgrund der Neugründung des SKN St. Pölten im Jahr 2000 hat das Duell offiziell erst 8mal stattgefunden. Mit 6 Siegen – zuletzt 5 am Stück – und 2 Unentschieden ist die Bilanz für Rapid Wien klar positiv. Zählt man den Vorgängerverein VSE St. Pölten dazu, kommt man auf 30 Spiele – 16 Rapidsiege, 9 Remis und 5 Niederlagen.

In der letzten Spielzeit fuhr Rapid über St. Pölten auswärts mit 4:1 und 5:0 drüber, daheim reichte es nur zu 2 knappen Siegen. Joelinton war der Torschütze beim 1:0-Erfolg, beim 2:1 brachten Giorgi Kvilitaia und Stefan Schwab Rapid durch 2 Elfmeter in Führung, ehe Aleksandar Vucenovic das Spiel mit dem Anschlusstreffer noch spannend machte.

 

Didi Kühbauer – ein Rapidler startet durch:

Von den Rapidfans wurde Didi Kühbauer 1999 in das „Team des Jahrhunderts“ gewählt und dementsprechend genießt er auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert. Als Spieler hat er in 148 Meisterschaftsspielen 33 Tore erzielt, wurde mit Rapid 1995 Cupsieger, 1996 Meister und stand im selben Jahr im Europacupfinale gegen Paris St. Germain.

Als Spieler war er – wie man in Wien so schön sagt – ein Häferl. Die Auseinandersetzungen mit Andreas Ogris und diverse Interviews sind legendär.

Als Trainer führte der mittlerweile 47jährige Admira Wacker nicht nur in die Bundesliga, sondern auch gleich auf Platz 3 und somit in den Europacup. Es wäre aber eben nicht die Admira, wenn man nach einer erfolgreichen Saison nicht sofort einen großen Aderlass hinnehmen müsste.

Im September 2013 übernahm er das Zepter beim WAC und erreichte im zweiten Jahr die Qualifikation für den Europacup. Nach 2 Siegen gegen den weißrussischen Vertreter Soligorsk war gegen Borussia Dortmund – im Heimspiel im ausverkauften Wörtherseestadion vor mehr als 30.000 Fans – nichts zu holen. Der Rest der Saison verlief wenig berauschend und nach der 15. Runde und insgesamt 95 Spielen als WAC-Trainer war für Dietmar Kühbauer Schluss.

Trotz seiner Erfolge hat er es in Österreich nicht leicht, da er nicht der neuen Generation der Konzepttrainer zugeordnet wird, sondern als Motivationstrainer gilt. Ob ihm das gerecht wird, dürfen andere entscheiden. Sein aktueller Erfolg mit St. Pölten sollte jedoch den Experten zu denken geben.

 

Mögliche Aufstellungen:

 

Rapid gegen Sankt Pölten, Aufstellungen
Vanderals

 

Meine Einschätzung:

Und weiter geht es mit den Entscheidungsspielen für Rapid Wien. Im Weststadion ist ein Sieg gegen die heuer auswärts noch unbesiegten St. Pöltner Pflicht. Nicht nur um die Position von Trainer Goran Djuricin zu stärken, sondern vor allem in Hinblick auf die Qualifikation für das Meisterplayoff. Es wäre erfreulich, wenn man als Rapidfan nach einem Spiel einzig und allein über eine positive Mannschaftsleistung und ein überzeugendes Ergebnis diskutieren könnte und die aktuellen Störgeräusche zumindest für ein paar Tage ausgeblendet würden.

St. Pölten ist die Überraschungsmannschaft. Beinahe alle Transfers haben eingeschlagen und ein Ende des Höhenflugs ist nicht abzusehen. Und selbst wenn, wird man in der niederösterreichischen Landeshauptstadt die Nerven nicht gleich wegschmeißen.

Karten wird es noch genug geben, im Hinblick auf die triste Meistschaftssituation und das schwere Auswärtsspiel am Donnerstag in Glasgow braucht die Mannschaft die Unterstützung aller Rapidlerinnen und Rapidler! Nicht nur vor dem TV-Gerät, sondern am besten im Weststadion!