Rapid Wien vs. Admira Wacker – die Match-Analyse

Rapid Admira

Rapid Wien bezwingt Admira Wacker mit 2:0! Ist das die Kehrtwende? Wie hat Trainer Didi Kühbauer umgestellt? Wer konnte überzeugen?

 

Rapid Wien – Admira Wacker – die Aufstellungen:

Rapid Aufstellung
Markus Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

Didi Kühbauer stellt an 5 Positionen um und kehrt zu einem 4-2-3-1 zurück:

Nach der Blamage in Hartberg wollte Trainer Didi Kühbauer in Villarreal mit einer neuen Aufstellungsvariante überraschen. Das ist ihm auch gelungen – leider zulasten der eigenen Mannschaft. Mit 5:0 sind die Spanier über das Experiment drübergefahren und hatten nach anfänglichen Schwierigkeiten sichtlich Spaß dabei.

Beim bitter notwendigen Heimsieg gegen die Südstädter wurde wieder auf Altbekanntes gesetzt und die Rückkehr zum 4-2-3-1 sollte dem Rapidteam Selbstvertrauen einimpfen. Im Gegensatz zur Blamage in Villareal hat Didi Kühbauer seine Mannschaft gleich an 5 Positionen verändert. Für Mert Müldür, Mateo Barac, Dejan Ljubicic, Veton Berisha und Deni Alar starten Christopher Dibon, Manuel Martic, Andrei Ivan, Christoph Knasmüllner und Andrija Pavlovic.

 

Ernst Baumeister rührt mit einem 4-5-1 Beton an:

Trainer Ernst Baumeister stellt seine Mannschaft offensiv wenig ambitioniert auf und setzt auf einen starken Abwehrverbund. Andreas Leitner hütet das Tor, Lukas Malicsek, Sebastian Bauer, Bjarne Thoelke und Stephan Zwierschitz bilden die Abwehrviererkette. Wilhelm Vorsager, Morten Hjulmand und Daniel Toth sollen das Zentrum dicht machen, über links kommt Marin Jakolis, über rechts Marco Sahanek. Der Ghanaer Seth Paintsil soll als Solospitze für die nötigen Tore sorgen.

 

Das Spiel:

Rapid Wien beginnt mit einer asymmetrischen defensiven Viererkette. Während Linksverteidiger Boli Bolingoli deutlich höher steht, ist Rechtsverteidiger Marvin Potzmann auf die defensiven Aufgaben fokussiert. Manuel Martic nimmt die Rolle des Sechsers ein und ist sehr viel in den Spielaufbau eingebunden. Somit kann sich Kapitän Stefan Schwab vermehrt in die Offensivaktionen einbringen. Sehr viel wird über die Flügelspieler Andrei Ivan und Thomas Murg gespielt.

Admira Wacker agiert sehr defensiv, aber extrem passiv und ohne jegliches Pressing. Dadurch kann Manuel Martic seine vorhandenen Qualitäten als Passgeber ausspielen. Nach etwa 20 Minuten werden die Südstädter mutiger und versuchen selbst, Offensivakzente zu setzen. Bleiben aber bis auf einen Konter ungefährlich.

Rapid kombiniert recht gefällig bis zum gegnerischen Strafraum, der letzte Pass wird jedoch zu unpräzise gespielt und die Admiraspieler können immer wieder klären.

Aus einem Eckball gelingt Rapid nach 30 Minuten das verdiente und wichtige 1:0 – gibt der Mannschaft aber nicht mehr Sicherheit. Admira ändert wenig am eigenen Spielstil. Die größte Torchance ergibt sich aus einem Konter nach einem unnötigen Ballverlust. Nach dem 2:0 ist die Partie entschieden. Mit dem Finnen Pyry Soiri, Sinan Bakis und Sasa Kalajdzic werden zwar Offensivkräfte eingewechselt, gefährlich werden die Südstädter nicht mehr.

 

Die wichtigsten Szenen des Spiels:

02. Minute: Chance für Rapid:

Torhüter Richard Strebinger leitet mit einem Ball auf den linken Flügel zu Boli Bolingoli einen Angriff ein. Der Ball geht zu Stefan Schwab, seine lange Vorlage zu Andrei Ivan nutzt der Rumäne zu einem geblockten Torabschluss. Das Kunstleder landet exakt bei Außenverteidiger Boli Bolingoli, der jedoch aus kurzer Distanz volley mit links am Kreuzeck vorbei schießt.

30. Minute: TOR für Rapid:

Ein Schussversuch von Andrija Pavlovic wird in das Torout abgewehrt. Den anschließenden Eckball tritt Christoph Knasmüllner und seine Flanke findet zentral im gegnerischen Strafraum den Kopf des serbischen Stürmers. Seine Kopfballvorlage übernimmt der aufgerückte Innenverteidiger Mario Sonnleitner volley mit dem rechten Fuß und bringt den Rekordmeister in Führung.

40. Minute: Chance für Admira Wacker:

Boli Bolingoli vertändelt den Ball in der gegnerischen Hälfte. Marco Sahanek schickt Stürmer Seth Paintsil auf die Reise und der Stürmer kommt auch innerhalb des Strafraums zum Abschluss – sein Versuch geht jedoch am langen Eck vorbei. Der mitgelaufene Marin Jakolis wäre deutlich besser gestanden.

62. Minute: TOR für Rapid:

Innenverteidiger Sebastian Bauer wehrt den Ball vor Andrija Pavlovic zur Ecke ab. Christoph Knasmüllner passt flach zu Thomas Murg, dessen Flanke wird von Manuel Martic verlängert und Mario Sonnletiner darf sich Doppeltorschütze nennen.

70. Minute: Chance für Rapid:

Manuel Martic verlagert den Ball auf die rechte Seite zu Thomas Murg. Nach einem schönen Dribbling spielt unser rechter Flügelspieler in den Strafraum zu Christoph Knasmüllner, der sich das Spielgerät gut mitnimmt, aber aus spitzem Winkel verzieht.

95. Minute: Chance für Rapid:

Thomas Murg setzt den eingewechselten Dejan Ljubicic ein, sein Pass zu Christoph Knasmüllner wird auch sofort weiterverarbeitet, kann aber von Torhüter Andreas Leitner nach vorne geklärt werden. In Abstauber- allerdings auch Abseitsposition befindet sich Jérémy Guillemenot, dessen Versuch am Tor vorbei geht.

 

Was war gut?

Nach 8 Gegentreffern in 2 Spielen hat die Abwehr wieder deutlich stabiler gewirkt. Wenn auch nicht ganz fehlerfrei. Letztendlich hat man daheim gegen den Tabellenletzten eine einzige Torchance zugelassen. Über ein vermeintliches Elfmeterfoul von Andrei Ivan an Stefan Zwierschitz wurde hernach diskutiert. Das ist in Ordnung. Offensiv hat man mit zwei erfolgreichen Standards zwei Tore erzwungen. Wenn es spielerisch nicht läuft, ist das eben ein probates Mittel.

 

Was war nicht gut?

Der letzte Pass kommt bei Rapid nicht einmal ansatzweise an. Es wird zwar sehr viel, vor allem über die Flügel, probiert, aber der Output ist sehr bescheiden. Ohne die beiden Tore nach Standardsituationen wäre der Rekordmeister vermutlich über 90 Minuten blass geblieben. Wichtige Spieler wirken überspielt oder befinden sich in einem hartnäckigen Formtief. Es wartet noch sehr viel Arbeit auf Trainer Didi Kühbauer.

 

Fazit und Ausblick?

Der Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten ist gelungen. Mehr aber auch nicht. Von einem Offensivfurioso kann keine Rede sein. Umso wichtiger, dass wenigstens die Standardsituationen funktioniert haben. Die beide einstudiert gewirkt haben. Bedauerlich, dass Rapid nicht konsequenter auf den dritten Treffer gespielt hat, denn dann wäre der Sprung auf Platz 6 und das Meisterplayoff geglückt.

Mit dem Cupmatch beim WAC, Altach auswärts, Villarreal daheim und abermals WAC auswärts geht es gleich sehr herausfordernd weiter, bevor dann wieder eine Länderspielpause wartet.

 

Spielerbewertung:

Richard Strebinger:

Kaum geprüft. Souverän.

Christopher Dibon:

Kein Vergleich zu dem patscherten Auftritt in Hartberg.

Mario Sonnleitner:

Rapids unumstrittener Abwehrchef. Bei der einzigen Chance der Admira konnte er nicht eingreifen, offensiv hat er sich mit einem Doppelpack belohnt.

Boli Bolingoli:

Er hat die einzige Admirachance mit einem Ballverlust eingeleitet. Offensiv bemüht, aber ohne Wirkung.

Marvin Potzmann:

War deutlich defensiver orientiert als sein Gegenüber. Seine Leistung war in Ordnung, er kann es aber deutlich besser.

Manuel Martic:

Wichtiges Element im Spielaufbau und deutlich verbessert gegenüber seinen ersten Auftritten im grün-weißen Dress. Da wurde zumeist seine Langsamkeit kritisiert. Von den Admiraspielern ist er allerdings kaum unter Druck gesetzt worden, somit hat sich die Tempofrage gar nicht gestellt. Es bleibt abzuwarten, ob er auch gegen pressende Mannschaften bestehen kann. Per Kopf ist ihm der Assist zum 2:0 gelungen .

Stefan Schwab:

Sehr ambitioniert und überall auf dem Platz zu finden. Und immer wieder mit Ballverlusten oder unpräzisen Pässen. Ein Erfolgserlebnis würde ihm gut tun. Oder vielleicht auch einmal eine Pause.

Thomas Murg:

Das Spiel ist an ihm größtenteils vorbei gelaufen. Es läuft bei ihm nicht. Durch die defensivere Ausrichtung von Marvin Potzmann hatte er allerdings auch sehr wenig Unterstützung.

Andrei Ivan:

Konnte sein Offensivpotential wieder nicht abrufen. Es ist aber sehr viel über seine Seite gegangen.

Christoph Knasmüllner:

Beide Treffer eingeleitet und auch an den beiden nicht genutzten Torchancen maßgeblich beteiligt. Trotzdem sehr unauffällig.

Andrija Pavlovic:

Leider wieder eine sehr durchwachsene Leistung des Serben. Zumindest die Torvorlage zum 1:0 hat er geliefert.

Dejan Ljubicic:

Nach 72 Minuten für Stefan Schwab eingewechselt. Hat die letzte Chance des Spiels mit eingeleitet.

Deni Alar:

Für Andrija Pavlovic nach 77 Minuten eingetauscht. Unauffällig.

Jérémy Guillemenot:

Ein Kurzauftritt des Schweizers. Hätte sogar beinahe eine Torchance gehabt, stand aber im Abseits. Und hat den Abpraller vergeben.