Villarreal Club de Fútbol vs. Rapid Wien – die Spielvorschau

Villarreal Rapid

Rapid Wien zu Gast in Villarreal! Auf welche Spieler muss Rapid aufpassen? Wo liegen die Schwächen der Mannschaft? Wie kann Rapid Wien die Defensive knacken?

 

Ausgangssituation:

Die erste Halbzeit in Glasgow war zumindest von der kämpferischen Leistung her in Ordnung, verloren hat Rapid trotzdem. Das 1:0 gegen SV Mattersburg hat Hoffnungen auf einen Umschwung bei den Rapidfans geweckt, die jedoch durch das Debakel in Hartberg ein jähes Ende fanden.

Nun folgt in der Gruppenphase der Europa League das richtungsweisende Doppel gegen Villarreal, beginnend mit dem schweren Auswärtsspiel in Spanien.

Der spanische Tabellenfünfte der letzten Spielzeit hat sich direkt für die Europa League qualifiziert. Daheim gegen die Glasgow Rangers kam Villarreal trotz zweimaliger Führung über ein 2:2 nicht hinaus, bei Spartak Moskau gab es in einer spektakulären Partie ein 3:3.

In der Tabelle ist derzeit alles offen: Nach 2 Spielen liegt Rapid Wien mit 3 Punkten einen Zähler hinter den Glasgow Rangers und einen vor dem FC Villarreal. Spartak Moskau ziert mit einem Punkt das Tabellenende.

Die „Yellow Submarines“ konnten in der spanischen Meisterschaft mit Platz 16 den eigenen Ansprüchen bislang nicht genügen – vor allem daheim im Estadio de la Cerámica, ehemals El Madrigal, gelingt nicht viel. 2 Remis gegen FC Valencia und Atletico Madrid stehen gleich 3 Niederlagen gegen Real Sociedad, FC Girona und Real Valladolid gegenüber – alle drei keine übermächtigen Gegner.

Auswärts gab es nach einem respektablen Unentschieden beim FC Sevilla 2 wichtige Siege bei CD Leganés und Athletic Bilbao. Bei Espanyol Barcelona dafür eine Niederlage. Am Sonntag wartet das schwere Auswärtsspiel beim aktuellen Überraschungszweiten Deportivo Alavés.

 

Trainer Javier Calleja:

Der 40jährige Ex-Profi des FC Villarreal hat sich über die Nachwuchsmannschaften hochgedient und im Sommer 2017 das Cheftraineramt übernommen. Und einen tollen fünften Platz erreicht. In der aktuellen Meisterschaft stottert der Motor allerdings bedenklich.

In 54 Spielen mit Villarreal holte er 22 Siege, 13 Remis und musste 19 Niederlagen erleiden. Der Punkteschnitt liegt bei 1,46 pro Spiel.

 

Der Kader des FC Villarreal:

Tor:

Sergio Asenjo (29 Jahre alt): Der 1,89 m große spanische Torhüter wurde 2014 von Atletico Madrid verpflichtet. 2016 durfte er in einem Freundschaftsspiel gegen Bosnien sein Können bei der Nationalmannschaft zeigen. In der Meisterschaft ist er die Nummer 1, in der Europa League lässt er sich von Andrés Fernández vertreten. In seinen 9 Einsätzen musste er 8 Gegentreffer hinnehmen, viermal hielt er seinen Kasten sauber.

Andrés Fernández (31): Um 4 Zentimeter kleiner als sein Konkurrent. Er wurde im Sommer 2016 vom FC Porto ausgeliehen und im Vorjahr fix verpflichtet. Durfte heuer in der Europa League ran und hat in 2 Spielen 5 Tore kassiert.

Mariano Barbosa (34): Im Vorjahr war der 1,88 m große Argentinier aufgrund der Verletzungen seiner Konkurrenten noch regelmäßig im Einsatz. Heuer fristet er sein Dasein auf der Tribüne.

Innenverteidigung:

Víctor Ruiz (29): Der Spanier wechselte im Sommer 2015 vom FC Valencia nach Villarreal und stand heuer in 9 von 11 Spielen in der Startelf. Beim Heimspiel gegen Atletico Madrid fehlte er allerdings verletzt und wird vermutlich auch gegen Rapid ausfallen.

Álvaro Gonzáles (28): Trägt das gelbe Dress seit Ende August 2016 und ist in der Innenverteidigung gesetzt. Zumindest in der Meisterschaft, denn in der Europa League durfte er in beiden Spielen nicht ran.

Ramiro Funes Mori (27): Argentinischer Teamspieler, der Anfang Juli 2018 vom FC Everton für 9 Millionen Euro verpflichtet wurde. Der gelernte Innenverteidiger wurde in 6 seiner 8 Einsätze im defensiven Mittelfeld aufgestellt.

Daniele Bonera (37): Der Routinier kam 2015 vom AC Milan und bildet in der Europa League mit Víctor Ruiz das Innenverteidigerpaar. In der Meisterschaft durfte er zuletzt erstmals auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Außenverteidigung:

Mario Gaspar (27): Auf 3 Einsätze und 2 Tore für die spanische Nationalmannschaft hat es der rechte Außenverteidiger in seiner Karriere gebracht. Der Eigenbauspieler ist Kapitän und hat am Samstag gegen Atletico Madrid seinen ersten Saisontreffer erzielt.

Jaume Costa (30): In der LaLiga ist der nur 1,71m große Spanier gesetzt, im Europa Cup ist er heuer noch ohne Einsatz.

Miguelón (22): Eigenbauspieler, der erst im Sommer hochgezogen wurde. Durfte gegen die Glasgow Rangers und bei der Niederlage gegen Espanyol Barcelona als rechter Außenverteidiger beginnen.

Miguel Layún (30): Neuzugang vom FC Porto. Der 68fache mexikanische Teamspieler und WM-Teilnehmer ist ein Allrounder und kann beide Außenverteidigerpositionen spielen, sowie im rechten oder linken Mittelfeld eingesetzt werden. Bei Spartak Moskau wurde er eingewechselt.

Zentrales Mittelfeld:

Santiago Cáseres (21): 10 Millionen Euro soll Villarreal im letzten Transferfenster für das argentinische Juwel bezahlt haben. Aufgrund einer Knieverletzung konnte der defensive Mittelfeldspieler bloß bei 4 Einsätzen sein Können zeigen.

Manuel Iturra (34): Beim FC Málaga wurde der Vertrag des ehemaligen chilenischen Nationalteamspielers nicht verlängert, Anfang September griff Villarreal zu. Im Heimspiel gegen Atletico Madrid gab er sein Startelfdebüt im defensiven Mittelfeld. Ist zumindest im Herbst für den Europacup nicht spielberechtigt.

Manu Trigueros (27): Der Spanier ist im zentralen Mittelfeld beheimatet und dort gesetzt. In Moskau verbuchte er den Assist zum 0:1.

Santi Cazorla (33): Der Neuzugang von Arsenal London ist nach 7 Jahren zu Villarreal zurückgekehrt. Bringt mit 78 Spielen für Spanien sehr viel Routine mit. Gegen die Glasgow Rangers mit einer Torvorlage und in Moskau hat er in letzter Sekunde einen Elfmeter zum 3:3 verwandelt.

Pablo Fornals (22): Spanischer U21-Teamspieler, der im Vorjahr für 12 Millionen Euro vom FC Málaga verpflichtet wurde. Der Offensivspieler hat in Moskau getroffen. Beim Auswärtssieg gegen Athletic Bilbao hat er ein Tor geschossen und ein weiteres vorbereitet. Er kann auch am Flügel eingesetzt werden.

Manuel Morlanes (19): U19-Teamspieler. Pendelt zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft. Beim Sieg in Leganés bis zur 88. Minute im zentralen Mittelfeld im Einsatz.

Bruno Soriano (34): Torschütze zum 1:0 beim letzten Aufeinandertreffen mit Rapid Wien. Er ist allerdings schon seit mehr als einem Jahr verletzt und wird ausfallen.

Javi Fuego (34): Der Routinier für das defensive Mittelfeld fällt verletzt aus.

Flügelspieler:

Alfonso Pedraza (22): Spanischer U21-Teamspieler und sowohl am linken Flügel als auch als linker Außenverteidiger einsetzbar. Am letzten Samstag hat er die Vorlage zum 1:1 gegeben.

Nicola Sansone (27): Vor 2 Jahren überwies Villarreal 13 Millionen an den italienischen Erstligisten US Sassuolo. Der beim FC Bayern München ausgebildete Rechtsfuß konnte nur in seiner ersten Saison den Erwartungen annähernd gerecht werden. Im Vorjahr verpasste er viele Spiele verletzungsbedingt. Heuer hat es zu einem Kurzeinsatz gegen FC Girona gereicht, dafür durfte er in der Europa League zweimal beginnen.

Daniel Raba (22): Hat im Sommer den Sprung von der zweiten Mannschaft zu den Profis geschafft. Bei CD Leganés stand er zwar in der Startelf, musste sich jedoch nach 45 Minuten umziehen gehen. Ansonsten noch 3 Kurzeinsätze in der La Liga.

Samuel Chukweze (19): Neben 8 Spielen für die zweite Mannschaft von Villarreal wurde er gegen die Glasgow Rangers eingewechselt und durfte gegen Spartak Moskau beginnen.

Sturm:

Gerard Moreno (26): Der spanische Stürmer ist im Nachwuchs von Villarreal groß geworden und wechselte im Sommer 2015 um 1,5 Millionen Euro zu Espanyol Barcelona. Nachdem er dort im Vorjahr 19 Tore erzielt hat, wurde er nun für kolportierte 20 Millionen Euro wieder zurückgekauft. Kein optimales Geschäft.

Karl Toko Ekambi (26): Für 18 Millionen vom französischen Verein SCO Angers verpflichtet. Er erzielte letztes Jahr in der Ligue 1 in 37 Spielen immerhin 17 Tore. Zudem hat er bereits 20 Länderspiele für Kamerun in den Beinen.

Carlos Bacca (32): War 2017/18 vom AC Milan ausgeliehen und ließ die gegnerischen Torhüter insgesamt 18mal hinter sich greifen. Für etwa 7 Millionen fix verpflichtet. Im letzten Match hat er sich jedoch verletzt und musste nur 12 Minuten nach seiner Einwechslung das Spielfeld wieder verlassen. Wird vermutlich in beiden Spielen gegen Rapid Wien ausfallen.

 

Stärken und Schwächen:

Wenn Sergio Asenjo gegen Rapid Wien spielt, bietet Villarreal einen ausgezeichneten Torwart auf. Vor allem auf der Linie wirkt er sehr souverän. Sein bisheriger Ersatz in den beiden Spielen der Europa League hat schon 5 Bummerl kassiert.

Sergio Asenjo ist top, Andrés Fernández muss sich erst beweisen.

Aufgrund der Verletzung von Innenverteidiger Víctor Ruiz ist der Trainer zum Handeln gezwungen. Beginnt neben Àlvaro González Routinier Daniele Bonera – wie in den ersten beiden Europacupmatches auch – oder kehrt der Argentinier Ramires Funes Mori wieder auf seine angestammte Position zurück? Fällt damit aber als Option für das defensive Mittelfeld aus.

Als rechter Außenverteidiger ist Kapitän Mario Gaspar gesetzt. Links gibt es die defensivere Variante mit Jaume Costa oder den offensiv deutlich aktiveren Alfonso Pedraza.

Die Viererkette ist definitiv nicht das Prunkstück der Spanier und ist immer wieder für Fehler gut. Langsam in der Rückwärtsbewegung, die Innenverteidiger öffnen durch schlechtes Stellungsspiel immer wieder Räume und die Lufthoheit ist überhaupt nicht gegeben. Boli Bolingoli sollte Kapitän Mario Gaspar unter Druck setzen und versuchen, die Räume hinter ihm zu bespielen. Und vor allem die eklatante Kopfballschwäche muss Rapid nützen.

Die Besetzung des Mittelfeldes ist vorab schwer zu erahnen und bietet mannigfaltige Möglichkeiten. Und hängt vor allem davon ab, ob Trainer Javier Calleja mit einem oder zwei Stürmern beginnt. Im defensiven Mittelfeld fallen drei Spieler definitiv aus und der vierte war verletzt. Mit Manu Trigueros, Pablo Fornals und vor allem Santi Cazorla bieten sich zentral mehrere Möglichkeiten an. Am Flügel können die beiden letztgenannten auch spielen, zudem bereichern den Kader Miguel Layún, der wie Santi Cazorla sehr gefährliche Standards schießt, Alfonso Pedraza, Nicola Sansone und Daniel Raba. Oder der erst 19jährige Samuel Chukweze.

Vor allem im zentralen Mittelfeld hat Villarreal enorm viel Qualität. Pablo Fornals verfügt über eine sehr gute Technik, Manu Trigueros ist ein ausgezeichneter Fußballer und vor allem der nach einer sehr langen Verletzung genesene Santi Cazorla bringt einen Hauch von Weltklasse nach Villarreal.

Durch die Verletzung von Carlos Bacca gibt es im Sturm eine Alternative weniger. Gerard Moreno und Karl Toko Ekambi können auch zu zweit stürmen.

Carlos Bacca war bereits im Vorjahr ausgeliehen und sehr erfolgreich. Seine Verletzung bedeutet einen Rückschlag für das Heimteam. Gerard Moreno hat sehr stark begonnen. Er zieht gerne von rechts in die Mitte und schließt dann ab. Beide Treffer landeten im kurzen Eck. In den letzten Spielen hat er sich jedoch zum Chancentod entwickelt und versemmelt die besten Gelegenheiten. Ähnlich sieht es bei Karl Toko Ekambi aus. Auch er hat eine feine Technik, aber seinen Torriecher scheint er in Frankreich vergessen zu haben.

 

Meine Einschätzung:

Beide Teams stehen enorm unter Druck. Vor allem für Trainer Javier Calleja geht es um seinen Job. Er muss nicht nur gegen Rapid Wien, sondern auch am Sonntag bei Deportivo Alavés unbedingt gewinnen. Auch keine einfache Herausforderung.

Bislang hat er in der Europa League Ersatzspielern eine Chance gegeben. Es bleibt abzuwarten, ob er das auch gegen die Hütteldorfer riskiert.

Didi Kühbauer muss die Schmach von Hartberg aus den Köpfen seiner Spieler bekommen. So eine matte Leistung darf es kein zweites Mal geben. Die spanische Liga ist selbstverständlich höher einzuschätzen, aber Furcht ist nicht angebracht.

Wenn der große Staff von Rapid den Gegner analysiert hat, müssen die erwähnten Schwächen und noch mehr aufgefallen sein. Dieses Mängel gilt es auszunutzen. Einsatz und Leidenschaft sollte man vorab nicht extra erwähnen müssen.

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