TSV Hartberg – Rapid Wien: Vorschau und Infos

Hartberg

Das Meisterplayoff der Saison 2019/20 ist bereits vier Spiele alt und wir nähern uns der Halbzeit. Nach drei Siegen in Folge geht es für den SK Rapid zum – dem Namen nach – leichtesten Gegner. Doch die Mannschaft von Trainer Markus Schopp hat dem Rekordmeister seit dem Aufstieg öfters Paroli geboten und überrascht. Beim letzten Gastspiel in der Oststeiermark gelang der Ausgleich zum 2:2 erst in der Nachspielzeit. Die Hartberger haben auch nichts zu verlieren und können dementsprechend frei aufspielen. Die Hütteldorfer mit einem vollen Erfolg den zweiten Tabellenplatz einzementieren.
 
Im Lavanttal findet der Schlager der Runde statt. Der im Weststadion ebenbürtig spielende WAC hat Ligakrösus FC Salzburg zu Gast und möchte den Erfolgslauf der Mozartstädter bremsen. Der LASK kommt aus der Krise nicht raus und hält nach dem Restart bei einem Unentschieden und bereits drei Niederlagen. Gelingt auch im Heimspiel gegen Sturm Graz keine Trendwende, ist sogar ein internationaler Startplatz gefährdet. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit den letzten Infos und der Vorschau auf das Spiel.
 

Die Ausgangslage

Viel hat TSV Hartberg auf einen Derbysieg gegen Sturm Graz nicht gefehlt. Mit einem Heimsieg hätten sich die Oststeirer sogar vor den LASK geschoben und wären punktegleich mit den drittplatzierten Wolfsbergern gewesen. Wer die Mannschaft von Markus Schopp kennt, weiß, dass sie nicht lange Trübsal blasen und gegen den Rekordmeister wieder an ihre Grenzen gehen wird. Denn ein internationaler Startplatz ist im Bereich des Möglichen.
 
Mit sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenführer und sechs Zählern Vorsprung auf den Drittplatzierten hat sich die Tabelle aus Sicht des SK Rapid Wien auseinandergezogen. Sowohl der 1:0 Erfolg beim LASK als auch das 2:1 gegen den WAC waren keine Augenweide, sondern von Trainer Didi Kühbauer extrem defensiv angelegt. In beiden Begegnungen wäre ein Unentschieden das gerechtere Resultat gewesen, die Minute 87 avancierte allerdings zum Glücksmoment. Mit einem Erfolg in Hartberg würden die Hütteldorfer einen riesengroßen Schritt in Richtung Europa machen. Und somit auch in Richtung Vertragsverlängerung des Kapitäns Stefan Schwab, der seine Sperre abgesessen hat und wieder teilnehmen darf.
 

Rapid Wien: Stabile Defensive

Statt offensivem Fußball hat Trainer Didi Kühbauer in drei der vier Begegnungen seit dem Bundesliga Restart auf eine massierte Defensive gesetzt. In Pasching und gegen den WAC wurden sieben nominelle Defensivspieler und bloß drei offensive Akteure aufgeboten. Vor einer Dreierabwehrkette noch eine Viererkette. Dafür sollen die schnellen und agilen Spieler wie Taxi Fountas, Koya Kitagawa oder Kelvin Arase die gegnerischen Defensivreihen durcheinanderwirbeln und in die freien Räume vorstoßen. Wenn es – wie beim 1:0 gegen den WAC – wirklich schnell geht, ein probates Mittel. Der Ballbesitzfußball vergangener Tage scheint – einstweilen – ad acta gelegt zu sein.
 

Hartberg: Die Wundertüte der Bundesliga

Die Steirer lassen sich tatsächlich schwer einschätzen. Auf den 2:1 Überraschungserfolg beim LASK folgte ein 0:6 Debakel gegen den FC Salzburg. In Wolfsberg lagen die Hartberger bereits mit 0:2 zurück und gewannen noch mit 4:2. Die 1:0 Führung im Heimspiel gegen Sturm Graz wurde noch aus der Hand gegeben. Vor allem in der heimischen Profertil Arena lief es zuletzt unrund.
 
Tobias Kainz hatte die Gastgeber im Derby gegen die Landeshauptstädter bereits früh in Führung gebracht. Der starke Rajko Rep hätte kurz darauf nachlegen können, scheiterte allerdings an Aluminium. Kiril Despodov überspielte zwar alleine vor Rene Swete den Torhüter, brachte den Ball jedoch nicht im leeren Tor unter. Nach dem Pausentee präsentierten sich die Gäste aus Graz wesentlich stärker und kamen dem Ausgleich ein ums andere Mal näher. Aber auch Jodel Dossou hätte im Konter den zweiten Treffer für die Gastgeber erzielen müssen. In der 85. Minute führte ein unhaltbarer Freistoß von Kiril Despodov doch noch zum Ausgleich. Drei Minuten später versenkte der Bulgare einen weiteren – dieses Mal nicht unhaltbar erscheinenden – Freistoß im Tor der Hartberger. Ein später, allerdings aufgrund der deutlich stärkeren zweiten Halbzeit der Grazer nicht unverdienter Auswärtserfolg.
 

Bilanz

Insgesamt acht Duelle hat es bislang gegeben, davon sechs in der Meisterschaft. Diese Bilanz ist aus Sicht des Rekordmeisters sehr dürftig, wurde doch nur eines davon gewonnen. Auswärts vor etwas mehr als einem Jahr im Abstiegsplayoff. Die letzten beiden Begegnungen endeten ohne Sieger.
 

Personalsituation

Bei den Gastgebern wird Trainer Markus Schopp wohl auf Stefan Rakowitz und Michael John Lema verzichten müssen. Gelbgefährdet sind Bakary Nimaga, Michael Huber, Tobias Kainz und Lukas Ried.
 
Die Liste an Ausfällen wird bei den Hütteldorfern nicht kürzer. Christopher Dibon, Thomas Murg, Mario Sonnleitner und Richard Strebinger fehlen weiterhin verletzungsbedingt. Mateo Barac ist zwar wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz wird aber wohl noch zu früh kommen. Dejan Ljubicic sitzt seine Gelbsperre ab. Taxi Fountas, Maximilian Hofmann und Maximilian Ullmann sind gefährdet.
 

Stimmen

Hartberg Trainer Markus Schopp: “Wir sind mit der Absicht in die Meistergruppe gegangen, dass wir zeigen, zurecht dabei zu sein, und das ist uns über weite Strecken gelungen.”
 
Didi Kühbauer: “Die Defensive ist im Fußball generell sehr wichtig, aber es ist ja nicht so, dass wir offensiv nicht erscheinen. Wir haben im letzten Jahr viel mehr Tore geschossen und defensiv lassen wir weit weniger zu. Dabei hatten wir dieses Jahr brutal viele Verletzte. Das spricht für die Mannschaft. Wir haben eine gute Entwicklung genommen. Hartberg macht es sehr gut und hat sehr wenig zu verlieren. Sie sind in diesem Jahr die Überraschung und spielen guten Fußball. Wir haben uns immer schwer getan, weil sie gegen uns immer extra motiviert sind. Das vergessen viele Leute. Rapid ist ein Club, der immer Erfolg braucht. Wir haben aber erkannt, dass es auch mit Eigenbauspielern funktionieren kann. Der Weg, den wir eingeschlagen haben, kann und wird der richtige sein.”
 

Statistik

Bei Spielen der Hartberger wird es nicht langweilig. In ihren jüngsten 13 Matches sind immer zumindest drei Tore gefallen. Zudem haben die Oststeirer seit fünf Heimspielen nicht mehr gewonnen, die letzten drei gar verloren. Dario Tadic ist mit 13 Toren der Topstürmer, Rajko Rep und Christian Klem haben je sechs Treffer vorbereitet.
 
Die Hütteldorfer haben zuletzt dreimal gewonnen und von den letzten 13 Spielen nur eines verloren. Taxi Fountas hat in dieser Saison bereits 16 Tore erzielt, Christoph Knasmüllner elf vorbereitet. Das letzte Duell fand ebenfalls in Hartberg statt. Felix Luckeneder traf nach 40 Minuten ins eigene Gehäuse und brachte die Rapidler in Führung. Rajko Rep glich knapp vor der Pause aus. Felix Luckeneder schloss nach 74 Minuten zum 2:1 für die Gastgeber ab. In letzter Sekunde glückte dem eingewechselten Winterneuzugang Ercan Kara doch noch der Ausgleich.
 

Ausblick

Didi Kühbauer scheint Gefallen an einer defensiveren Ausrichtung gefunden zu haben und formiert vor einer Dreierabwehrkette nochmals vier Mann. Dieses Mal muss allerdings Dejan Ljubicic ersetzt werden. Sofern nicht Mateo Barac nach seiner Verletzung wieder fit sein sollte, müsste der Trainer somit improvisieren. Mit einem vollen Erfolg in der Profertil Arena würden die Hütteldorfer den zweiten Platz festigen und könnten sich entspannt die anderen Ergebnisse ansehen.
 
Doch auch die Hartberger haben noch gute Chancen auf einen internationalen Startplatz und werden dem Rekordmeister – wie auch schon in der Vergangenheit – nichts schenken wollen.