Transfernews aus Hütteldorf! Der SK Rapid Wien holt einen altbekannten Spieler zurück!

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Nein, wer sich jetzt die Verpflichtung von Robert Beric erwartet hätte, wird vermutlich enttäuscht sein. Auch wenn der Vertrag des slowenischen Teamstürmers im Sommer ausläuft und sein aktueller Arbeitgeber AS Saint-Étienne nur noch in diesem Transferfenster mit einem Verkauf Geld erwirtschaften kann, ist eine Rückkehr komplett unrealistisch. Rapid Wien hat im Sommer Galvao an die zweite deutsche Bundesliga verloren, weil er bei FC Ingolstadt 04 so viel mehr verdienen kann – da werden sich die Wiener wohl kaum einen Ligue 1-Kicker leisten können.

 

Der ehemalige bosnische Teamspieler Srdjan Grahovac kehrt nach Stationen beim kasachischen FC Astana und dem kroatischen HNK Rijeka nach Hütteldorf zurück!

 

Die Karriere:

Der heute 26-jährige trug bereits von Juli 2014 bis März 2017 den grün-weißen Zwirn und wusste in mehreren Spielen im defensiven Mittelfeld zu gefallen.

Wien:

Als der in Banja Luka geborene technisch versierte Fußballer als damals 21-jähriger im Sommer 2014 – im selben Transferfenster wurden Kapitän Stefan Schwab, Robert Beric, Florian Kainz, Stefan Stangl, Christopher Dibon und Philipp Schobesberger engagiert – verpflichtet wurde, war er den meisten Rapidfans wohl weniger bekannt, galt aber in seiner Heimat als großes Talent und hatte als Referenz den bosnischen U21-Teamkapitän vorzuweisen.

In Wien hat es einige Zeit gedauert, bis er sich an das höhere Tempo in der österreichischen Bundesliga gewöhnt hat und somit kam er in seiner Debütsaison in der Meisterschaft auf bloß 13 Einsätze. Allerdings hat Rapid Wien mit ihm 12 Spiele gewonnen und einmal remisiert – eine mehr als beachtliche Bilanz.

In der Saison 2015/16 hat es bereits zu 26 Einsätzen gereicht. 20mal stand der Bosnier dabei in der Startelf und die Bilanz ist mit 12 Siegen, 3 Remis und 5 Niederlagen klar positiv. Dabei sind ihm auch 2 Tore gelungen. Internationales Highlight war der 3:2-Sieg in Amsterdam im Rahmen der Champions League-Qualifikation. Auch in der Europa League-Gruppenphase durfte er in 5 Spielen mitwirken, ehe gegen FC Valencia das deutliche Aus kam. Im Frühjahr 2016 wurde er ins bosnische Nationalteam einberufen und brachte es auf 3 Einsätze.

Unter dem neuen Trainer Mike Büskens war er im Spieljahr 2016/17 anfangs gesetzt und durfte auch erst in der Qualifikation für die Europa League und anschließend in der Gruppenphase regelmäßig mitwirken. Nach dem Rausschmiss des Deutschen hat Damir Canadi den Rapidstil deutlich verändert und war künftig weniger auf Ballbesitz fokussiert. Das hat auch das Anforderungsprofil für einen Sechser geändert und dafür war Srdjan Grahovac zu wenig geeignet oder zu unflexibel. Der Wechsel zu FC Astana im März 2017 kam zwar überraschend, war aber durchaus nachvollziehbar.

Kasachstan:

In der kasachischen Liga – wo die Meisterschaft im Kalenderjahr ausgetragen wird – konnte der defensive Mittelfeldspieler reüssieren und hat insgesamt 8 Tore und 2 Assists zum Meistertitel beigetragen. Für den Einzug in die Champions League hat es zwar nicht gereicht, dafür wurden aber in der Gruppenphase der Europa League 10 Punkte geholt.

Kroatien:

Im Feber 2018 folgte dann die Leihe in die kroatische Liga zu HNK Rijeka, wo er bis zum Saisonende in 14 von 15 Spielen in der Startelf stand und mit 2 Torvorlagen seinen Anteil am Vizemeistertitel hatte.

Dem doch überraschenden Ausscheiden gegen den norwegischen Verein Sarpsborg 08 FF folgte ein Herbst, wo er allmählich seinen Stammplatz verloren hat, weswegen sein Vertrag auch nicht verlängert wurde. Obwohl er beim kasachischen Spitzenverein noch bis 31.12.2019 unter Vertrag gestanden wäre, konnte ihn der österreichische Rekordmeister nun verpflichten und mit einem Vertrag bis Sommer 2022 ausstatten.

 

Was heißt das für Rapid Wien?

Im zentralen Mittelfeld ist durchaus Handlungsbedarf gegeben.

Kapitän Stefan Schwab kann heuer nicht einmal ansatzweise an die starken Leistungen des Vorjahres anschließen und scheint an der Kapitänsbürde zu verzweifeln. Mit 28 Jahren werden sich nicht mehr viele Möglichkeiten für einen Auslandstransfer ergeben. Sein Vertrag bei Rapid Wien endet im Sommer 2020.

Auch Dejan Ljubicic ist weiter von der Form seiner Rookie-Saison entfernt. Allerdings gilt er im Sommer als heiße Transferaktie und könnte dem Verein eine hübsche Transfersumme bringen. Zumal sein Vertrag noch bis 2021 läuft.

Dass Ivan Mocinic überhaupt wieder dem Ball nachjagen kann, gilt schon als Wunder. Bis zum Sommer wird er jedoch weiter keine Option für die Kampfmannschaft sein und eine Leihe könnte ihm die nötige Spielpraxis verschaffen.

Philipp Malicsek hat noch bis Ende Juni Vertrag, spielt aber in den Überlegungen des neuen Trainerteams keine Rolle. Ein vorzeitiger Abgang im Winter wäre keine Überraschung.

Manuel Martic wurde anfangs belächelt und hatte große Probleme mit dem höheren Tempo, hat sich aber stark verbessert und überzeugt mit seinen Qualitäten als Passgeber.

 

Der Österreicher-Topf:

Auswirkungen hat die Verpflichtung jedenfalls auf den Österreicher-Topf, dem sich der SK Rapid weiter verpflichtet fühlt. Mit dem Engagement von Srdjan Grahovac stehen 10 Nicht-Österreicher im Kader. Der türkische Teamspieler Mert Müldür ist aufgrund seines Alters noch kein Problem, die verletzten oder rekonvaleszenten Tamás Szántó und Ivan Mocinic sind im Frühjahr kein Thema und der Schweizer Jérémy Guillemenot soll vor dem Absprung stehen. Bleiben mit Mateo Barac, Andrei Ivan, Veton Berisha, Boli Bolingoli, Andrija Pavlovic und eben Srdjan Grahovac die bereits maximal 6 einsetzbaren Legionäre. Allerdings soll ja noch der erhoffte Knipser für den im Herbst lahmen Rapidsturm an Land gezogen werden. Eine österreichische Lösung wäre eine Überraschung.

 

Fazit:

In den ersten zweieinhalb Jahren beim SK Rapid Wien hat Srdjan Grahovac zwar öfters – und vor allem gegen stärkere Gegner – seine Klasse und sein Potential aufblitzen lassen, der Durchbruch ist ihm allerdings nicht geglückt. Sonst wäre – bei aller Wertschätzung – seine nächste Station nicht in Kasachstan gewesen.

Bei Rapid Wien wurde ihm vorgeworfen, zu oft den Sicherheitspass zu spielen und zu wenig Risiko zu nehmen. Mit 4 Toren – davon 2 Freistoßtreffer – in 86 Spielen und keinem einzigen Assist ist er vor allem offensiv unter den Erwartungen geblieben.

Fraglich ist, auf welcher Position ihn Trainer Didi Kühbauer einsetzen möchte, denn aufgrund seiner Klasse wäre er nicht nur als klassischer Sechser, sondern vor allem auch als Achter denkbar.

Das Meisterplayoff ist – so ehrlich muss man sein – äußerst unrealistisch und mit den Salzburgern wartet gleich in der ersten Frühjahrsrunde der stärkstmögliche Gegner. Dejan Ljubicic ist gesperrt, Srdjan Grahovac kennt die österreichische Liga und könnte von der ersten Runde weg helfen. Sein Potential hat er bereits angedeutet, es ist ihm und natürlich auch allen Rapidlern zu wünschen, dass er den Durchbruch schafft.

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