Transfer News: Rapid Wien holt Marco Grüll

Transfer News Rapid Wien Marco Grüll

Im zweiten Anlauf hat es nun doch geklappt. Der SK Rapid Wien gab am heutigen Tag die Verpflichtung von Marco Grüll bekannt. Der 22-Jährige wechselt zu Beginn der kommenden Spielzeit von der SV Ried nach Hütteldorf und unterschreibt einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2023/24. Bereits vor zwei Jahren war der Rekordmeister drauf und dran den Offensivspieler zu verpflichten. Der damalige Akteur des TSV St. Johann aus der Regionalliga West absolvierte sogar ein Probetraining und hatte Geschäftsführer Sport Fredy Bickel überzeugt. Da jedoch der damals 20-Jährige nur für Rapid II eingeplant war, entschied sich Marco Grüll für einen Wechsel in die 2. Liga zur SV Ried.
 

Am Aufstieg in die Bundesliga war der Salzburger in der abgelaufenen Saison mit 13 Toren maßgeblich beteiligt. In der laufenden Spielzeit sind es bislang sechs Treffer und zwei Vorlagen. Sein Vertrag im Innkreis läuft im Sommer aus, nun sicherte sich der SK Rapid die Dienste des in der Offensive variabel einsetzbaren Spielers. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog nimmt den zukünftigen Rapidler unter die Lupe.
 

Das ist Marco Grüll

Der Sommerneuzugang wurde am 06. Juli 1998 in Schwarzach im Pongau geboren. Seine Jugend verbrachte er beim UFC Radstadt, der Einstieg in den Erwachsenenfußball gelang 2013/14 beim SC Pfarrwerfen. Für den Klassenerhalt reichten die zwei Treffer zwar nicht, nach einem Jahr 2. Landesliga (elf Tore) gelang jedoch der Sprung in die Regionalliga West zu TSV St. Johann. Acht Treffer waren es in der Debütsaison, ebenso oft brachte der Pongauer in der Spielzeit 2015/16 die gegnerischen Tornetze zum Bauschen. In der Folgesaison wuchs die Zahl bereits auf 15 an. Im Herbst der Spielzeit 2018/19 dann die endgültige Leistungsexplosion mit 19 Treffern – darunter auch ein Fünferpack – in 17 Einsätzen und das daraus resultierende Interesse seitens des SK Rapid – aber auch der SV Ried.
 

Die Innviertler machten tatsächlich das Rennen und statteten Marco Grüll mit einem gültigen Arbeitspapier bis Ende Mai 2021 aus. Der Sprung in den Profifußball ist dem damals 20-Jährigen auf Anhieb geglückt. In allen 15 Einsätzen stand der Salzburger in der Startelf, verbuchte sechs Treffer und neun Assists. Für den Aufstieg in die Bundesliga war das zwar zu wenig, doch in der abgelaufenen Saison war es dann soweit. In 29 von 30 Spielen war Marco Grüll dabei, stand jeweils in der Startelf und steuerte je 13 Tore und Vorlagen bei. In der laufenden Spielzeit hält der künftige Rapidler bei 15 Einsätzen, sechs Treffern und zwei Assists. Je ein Tor und eine Vorlage gingen beim 4:3 Heimsieg gegen den Rekordmeister auf das Konto des 22-Jährigen. Für die österreichische U21 Nationalmannschaft hat er in acht Spielen je zweimal getroffen und assistiert.
 

Spielstil

Der Pongauer hat keine Akademie besucht und sich stattdessen über den Amateurfußball hochgearbeitet. Einen ähnlichen Karriereweg ist Philipp Schobesberger gegangen, der im Juli 2014 von Pasching nach Hütteldorf gewechselt war. Marco Grüll ist ein ähnlicher Wirbelwind, der mit seinen Tempodribblings Eins-gegen-Eins-Situationen und damit den Zug zum Tor sucht. Bei der SV Ried kam der 22-Jährige häufig am linken Flügel zum Einsatz. Ein Seitenwechsel, als Stürmer oder hinter den Spitzen ist ebenfalls möglich.
 

Tore und Vorlagen

Von seinen – wettbewerbsübergreifend – 26 Toren für die Rieder resultierten neun aus Elfmetern (ein Strafstoßversuch wurde gehalten). Aus dem Spiel heraus traf Marco Grüll vierzehnmal mit dem rechten Fuß, dreimal mit links. 30 Torvorlagen konnte er für die Oberösterreicher verbuchen. Ein großer Teil basierte auf Passspiel, aber auch im Strafraum wurde der Blondschopf öfters regelwidrig zu Fall gebracht. Die Genauigkeit bei Flanken ist noch nicht seine große Stärke.

 

SK Rapid Wien: Transfers aus Ried

Marco Grüll ist der achte Spieler, der den Sprung vom Innviertel nach Hütteldorf wagt. Den Anfang machte Andrzej Lesiak, der 1996 für eine Saison zum SK Rapid Wien gewechselt war und es auf 39 Einsätze brachte. Im Champions League Heimspiel gegen Juventus Turin gelang dem heute 54-Jährigen ein Freistoßtor. Markus Hiden kam im Sommer 2001, um für fünf Jahre in Hütteldorf zu bleiben. Drei Tore in 117 Spielen waren dem mittlerweile 42-Jährigen vergönnt. Muhammet Akagündüz wechselte im Juli 2005 zum frischgebackenen Meister, um für ein Jahr zu bleiben und in allen sechs Champions League Spielen zum Einsatz zu kommen. Der nun im Rapidnachwuchs tätige Trainer kam auf 45 Matches im edlen grünweißen Zwirn.
 

Hamdi Salihi war am letzten Tag des Sommertransferfensters 2009 die Antwort auf die Abgänge von Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer. Nach 53 Toren in 90 Spielen ging es weiter in die Major League Soccer. Als 20-Jähriger wechselte Atdhe Nuhiu im Juli 2010 in die Hauptstadt, absolvierte 71 Spiele und erzielte dabei 17 Tore. Der kosovarische Nationalspieler war zuletzt auch bei der SV Ried im Gespräch.
 

Eine Rückkehr stellte die Verpflichtung von Thomas Schrammel dar. Der in Hütteldorf ausgebildete linke Verteidiger wurde nach einer Leihe von den Riedern fix engagiert, um nach einem erfolgreichen Jahr im Sommer 2011 zurückgekauft zu werden. Bis zu seinem Wechsel nach Graz im Januar 2018 kam der mittlerweile 33-Jährige auf 172 Einsätze und drei Treffer. Thomas Murg war vor Marco Grüll der bislang letzte Neuzugang aus Ried. Von Ende Januar 2016 bis Oktober 2020 spielte der Griechenland-Legionär für den Rekordmeister, bereitete in 163 Begegnungen 40 Treffer vor und erzielte 35 selbst.
 

Fazit und Ausblick

Spieler der SV Ried zu verpflichten, hat sich für den SK Rapid Wien in der Vergangenheit zumeist ausgezahlt und als sinnvoll erwiesen. Mit Marco Grüll wird diese Serie nun fortgesetzt und die Chancen stehen gut, dass der 22-Jährige auch beim Rekordmeister einschlägt. Dank seiner Tempodribblings könnte er den Platz am linken Flügel rasch einnehmen und mit Hintermann Maximilian Ullmann ein starkes Duo bilden. Für die laufende Saison klingen sechs Tore und zwei Assists in 15 Einsätzen sehr gut, vier der sechs Treffer resultierten allerdings aus Elfmetern, wovon er selbst zwei herausgeholt hat. Aber auch das ist eine Eigenschaft, die Spiele entscheiden kann. Einer der beiden erfolgreichen Abschlüsse aus dem Spiel heraus gelang ausgerechnet gegen Rapid Wien. Ab der kommenden Saison hoffen wir auf viele Treffer für die Wiener.
 

Viel wurde spekuliert, ob der Vereinswechsel bereits im Winter vollzogen werden könnte. Letztendlich kam es zu keiner Einigung zwischen dem Aufsteiger und dem österreichischen Rekordmeister. Umso besser, dass Geschäftsführer Sport Zoki Barisic nun Nägel mit Köpfen gemacht hat und die Spekulationen beendet sind. Der Spieler passt perfekt in das Beuteschema des SK Rapid und bedeutet den bislang größten Schritt auf der Karriereleiter des 22-Jährigen.

GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog heißt Marco Grüll herzlich willkommen und freut sich auf viele Tore, Vorlagen und gemeinsame Siege.