Testmatch Rapid Wien vs. NK Triglav Kranj

Rapid Triglav

Letzter Test vor dem Sechzehntelfinalhinspiel der Europa League am Donnerstag gegen Inter Mailand. Am Sonntag folgt daheim das Cupviertelfinale gegen TSV Hartberg, dann das Rückspiel in Mailand und als letzten Febertermin empfangen die Hütteldorfer RB Salzburg. Ein dichtes und intensives Programm, weswegen dem heutigen Test eine gewisse Bedeutung zukommt. Auch wenn der slowenische Verein vermutlich etwas schwächer als Inter Mailand einzuschätzen ist…

Nach den beiden Testspielsiegen gegen den SV Horn (5:0) und den FAC (1:0) gab es im Trainingslager in Belek unterschiedliche Ergebnisse. Der FC Aarau wurde mit 5:2 besiegt , gegen Odense BK setzte es eine herbe 2:5-Pleite (Spielbericht: Rapid Wien vs. Odense BK) und abschließend remisierte der SK Rapid Wien gegen den AC Horsens (Spielbericht: Rapid Wien vs. AC Horsens).

Der Nogometni klub Triglav Kranj stammt aus der Stadt Kranj, immerhin die viertgrößte Stadt Sloweniens. Der 1920 gegründete Verein kann keine nennenswerten Erfolge vorweisen, am ehesten noch der Zweitligameistertitel in der Saison 2016/17 und der damit verbundene Aufstieg von der Druga Liga in die Prva Liga.

Große Namen sucht man in der Mannschaft vergeblich und in der heimischen Meisterschaft ziert der Verein den vorletzten Platz und befindet sich im Abstiegskampf.

Allerdings hat der NK Triglav Kranj einige Nachwuchsteamspieler in seinen Reihen. Drei Spieler von der slowenischen U21, zwei von der albanischen U21 und ein Spieler aus dem Kosovo.

 

Aufstellung Rapid:

 

Berisha

     Ivan             Knasmüllner    Thurnwald

Grahovac          Schwab

Bolingoli     Hofmann     Dibon      Müldür

   Strebinger

Ersatz: Knoflach, Sonnleitner, Barac, Potzmann, Auer, Martic, Ljubicic, Schobesberger. Murg, Alar, Pavlovic.

 

Das Spiel:

Auch im letzten Test setzt Rapidtrainer Didi Kühbauer auf ein 4-2-3-1. Etwas überraschend gibt der Norweger Veton Berisha den Solostürmer. Die Slowenen beginnen in einem 4-4-2.

Die Sturm und Drang-Phase der Slowenen währt nur kurz, die Hütteldorfer übernehmen sehr schnell das Kommando. Erste mögliche Chancen von Manuel Thurnwald und Stefan Schwab können gerade noch geblockt werden.

In der 10. Spielminute spielen die Grün-Weißen einen Freistoß schnell ab und erwischen die Abwehr auf dem falschen Fuß. Der gegnerische Torhüter bringt Veton Berisha regelwidrig zu Fall und der Schiedsrichter entscheidet folgerichtig auf Elfmeter. Kapitän Schwab tritt an und erzielt mit links ins rechte Eck das 1:0!

In der 21. Spielminute nähern sich auch die Gäste dem Rapidgehäuse gefährlich an. Ein Kopfball nach einer präzisen Freistoßflanke geht knapp am langen Eck vorbei.

Nur eine Minute später zeichnet sich Torhüter Richard Strebinger in einer 1:1-Situation aus. Auch das hätte ins Auge gehen können.

In der 26. Minute ist es dann so weit. Statt eines schnellen Konters, verliert Mert Müldür leichtfertig den Ball. Nach schönem Pass und schlechtem Attackieren von Maximilian Hofmann steht Stürmer Luka Majcen alleine vor dem Tor und schließt überlegt an Richard Strebinger vorbei ab – 1:1.

Nach 32 Minuten vergibt Christoph Knasmüllner freistehend von der Höhe des Elfmeterpunkts nach Vorarbeit von Stefan Schwab und Andrei Ivan eher kläglich – sein Schuss geht am Tor vorbei.

Gegen Ende der ersten Halbeit ersetzt Marvin Potzmann den angeschlagenen Manuel Thurnwald im rechten Mittelfeld.

 

Pausenfazit:

Gegen ein junges, bissiges Team ist die Mannschaft des SK Rapid Wien in den ersten Minuten überlegen und geht nach 10 Minuten durch einen Elfmeter in Führung. Danach geht allerdings der Faden verloren und die Slowenen sind ab Minute 20 besser. Nach einem bösen Schnitzer von Mert Müldür fällt der verdiente Ausgleich. Bis zum Pausenpfiff sind Chancen Mangelware.

Schnelles Umschalten funktioniert überhaupt nicht, lange Pässe hinter die gegnerische Abwehr sind zu lang und viele Abspielfehler prägen das Rapidspiel.

 

Stefan Schwab und Srdjan Grahovac bleiben zur Pause in der Kabine und werden durch Dejan Ljubicic und Manuel Martic ersetzt. Auch für Mert Müldür ist das Spiel vorbei. Der türkische Nationalspieler wird durch Thomas Murg ersetzt, der mit Marvin Potzmann die Position tauscht. Neuer Kapitän ist nun Christopher Dibon.

 

Knapp 5 Minuten ist die zweite Halbzeit alt, da tankt sich Andrei Ivan über die linke Seite durch und seine Rückgabe zur Strafraumgrenze verarbeitet Thomas Murg perfekt ins lange Eck – 2:1!

Nach 53 Minuten wird Linksverteidiger Boli Bolingoli im Strafraum zu Fall gebracht. Zum zweiten Elfmeter im Spiel tritt Christoph Knasmüllner an. Den ersten Versuch kann der slowenische Torhüter noch bändigen, gegen den Nachschuss ist er jedoch machtlos – 3:1!

Nur 2 Minuten später sind die Slowenen wieder im Spiel. Nach einer schönen Flanke von rechts, steigt Zan Kumer höher als Christopher Dibon und verkürzt auf 3:2!

Knapp 30 Minuten vor dem Ende ist das Spiel für Veton Berisha beendet und Andrija Pavlovic kommt an seiner statt.

In der 70. Minute ersetzen Mario Sonnleitner und Philipp Schobesberger, Maximilian Hofmann und Christoph Knasmüllner.

2 Minuten später zeigt dieser Wechsel Wirkung – unsere Nummer 7 zirkelt einen Eckball exakt auf das Haupt des Innenverteidigers – 4:2!

Kurz darauf ersetzt Stephan Auer den linken Außenverteidiger Boli Bolingoli.

In der Rapidviertelstunde darf der auffällige Andrei Ivan duschen gehen und wird gegen Deni Alar ausgetauscht.

In der letzten Aktion des Spiels läuft ein schöner Konter auf Philipp Schobesberger, Andrija Pavlovic nimmt sich den Ball im Strafraum mit und wird zurückgehalten – der dritte Elfmeter für Rapid. Mit dem linken Fuß nach links setzt der gefoulte Serbe den Schlusspunkt – 5:2!

Neuzugang Aliou Badji wärmt zwar auf, für seine ersten Einsatzminuten reicht es nicht mehr.

 

Fazit:

Die ersten 45 Minuten waren kein Leckerbissen. Nach der Führung hat die Mannschaft das Match leichtfertig aus der Hand gegeben und die Slowenen zurück ins Spiel gebracht. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit und hochverdient.

Mit den Einwechslungen im Laufe der zweiten Halbheit ist Rapid deutlich stärker geworden und hat die Generalprobe für Donnerstag letztendlich verdient für sich entschieden.

Wer am Donnerstag als Solospitze aufgestellt werden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unklar. Dass Andrija Pavlovic und Deni Alar erst mit Fortdauer des Spiels gekommen sind, spricht nicht gerade für sie. Andrei Ivan war sehr spielfreudig, hat aber auch klar gezeigt, dass er am Flügel besser aufgehoben ist.

Das Innenverteidigerduo Christopher Dibon und Maximilian Hofmann haben einige Schwächen gezeigt. Vor allem die Lufthoheit hatten sie nicht. Auch der Spielaufbau war fehlerhaft.

Trainer Didi Kühbauer hat in den Testspielen viel probiert, eine Einsermannschaft ist noch nicht erkennbar. Für den Frühjahrsauftakt scheint noch viel Arbeit auf das Trainerteam zu warten. Zudem sollte auch noch Stürmer Aliou Badji schnellstmöglich integriert werden.

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