SV Mattersburg vs. Rapid Wien – die Spielvorschau

Rapid Wien
Rapid Wien zu Gast im Pappelstadion! Gelingt der dritte Sieg in Folge? Wer fällt am Sonntag aus? Was können die Gastgeber?

 

Ausgangssituation:

Mit dem zweiten Zu-Null-Sieg hintereinander ist beim SK Rapid Wien neue Euphorie entfacht worden. 7.195 Fans haben das Gastspiel in St. Pölten zu einem Heimspiel gemacht. Beim SV Mattersburg darf man getrost mit einem ähnlichen Fanzulauf rechnen. Der Gästesektor ist längst ausverkauft. War der Erfolg gegen den bis dahin in der Meisterschaft noch ungeschlagenen FC Salzburg überraschend und in der Entstehung etwas glücklich, so war der Sieg in der NV Arena hochverdient und ungefährdet.

Unter Trainer Didi Kühbauer hat die Mannschaft zurück in die Spur gefunden und das Erreichen des Meisterplayoffs erscheint wieder möglich. Dafür müssen die beiden restlichen Spiele gewonnen werden und ein Konkurrent patzen. Auch das Torverhältnis könnte noch ausschlaggebend sein. Sturm Graz hat nur noch einen Punkt Vorsprung und am Sonntag den schweren Gang nach Salzburg vor sich. Aber auch der WAC befindet sich mit 2 Punkten Vorsprung in Reichweite. Beim ebenfalls um das Meisterplayoff kämpfenden TSV Hartberg muss ein Sieg für das Team von Christian Ilzer her.

Bereits zweimal haben der SK Rapid Wien und der SV Mattersburg in dieser Saison die Klingen gekreuzt. Beim Trainerdebüt von Didi Kühbauer gab es im Weststadion einen knappen 1:0-Sieg, in der zweiten Runde des Cups einen Erfolg der Hütteldorfer im Elfmeterschießen.

Auch wenn der SV Mattersburg in der Tabelle bloß auf Rang 9 liegt, sind die Burgenländer wohl ein anderes Kaliber als der SKN St. Pölten. Während die Niederösterreicher allmählich auf das Niveau vor Didi Kühbauer zurückschrumpfen, sind die Mattersburger mit einem Remis daheim gegen Sturm Graz und einem Sieg bei Wacker Innsbruck erfolgreich in das Frühjahr gestartet und dürfen sich noch Chancen auf Platz 6 ausrechnen. In einer sehr guten Partie scheiterte man gleich dreimal an Aluminium und zeigte beim Aufsteiger aber auch eine spielerisch starke Leistung.

 

Personalsituation:

Didi Kühbauer hat die Qual der Wahl. Vom 26 Mann-Kader fallen Christopher Dibon, Tamás Szántó und Ivan Mocinic verletzt oder rekonvaleszent aus. Paul Gartler stand im Tor der erfolgreichen zweiten Mannschaft und Marvin Potzmann ist erkrankt.

Somit bewerben sich 21 Spieler für den Matchkader, wobei ein Legionär für den Österreichertopf geopfert werden wird.

Im Tor ist mit Richard Strebinger keine Überraschung zu erwarten und auch die Viererabwehrkette scheint mit Boli Bolingoli, Maximilian Hofmann, Mario Sonnleitner und Stephan Auer gesetzt.

Im zentralen Mittelfeld kehren die zuletzt gelbgesperrten Stefan Schwab und Manuel Martic zurück, Srdjan Grahovac und Dejan Ljubicic konnten allerdings Werbung in eigener Sache machen. Christoph Knasmüllner wird voraussichtlich die offensive Position einnehmen.

Am Flügel ist der in St. Pölten verletzt ausgeschiedene Thomas Murg wieder fit. Sein überragender Ersatz Philipp Schobesberger hätte sich nach seinen zweieinhalb Assists einen Platz in der Startformation verdient. Aber auch Andrei Ivan und Veton Berisha haben mehr oder weniger Chancen.

Andrija Pavlovic durfte nun auch endlich in der Meisterschaft anschreiben und wird die Nase gegenüber Aliou Badji und Deni Alar vorne haben.

Im Burgenland hat man im Winter 2 Spieler zum SK Vorwärts Steyr in die Zweite Liga abgegeben. Trainer Klaus Schmidt muss auf Mario Grgic, Alois Höller und Nedeljko Malic verzichten.

 

Mattersburg unter Klaus Schmidt:

Nach einem inferioren 0:6-Heimdebakel gegen den WAC in Runde 4 war für Trainer Gerald Baumgartner Schluss und der gebürtige Grazer Klaus Schmidt übernahm das Szepter bei den Burgenländern. Mit 5 Siegen, 4 Unentschieden und 6 Niederlagen ist seine Bilanz in der Meisterschaft leicht negativ, ebenso wie das Torverhältnis (20:21). Sein Punkteschnitt liegt bei 1,27 pro Meisterschaftsspiel.

Der 51jährige setzt in der Defensive auf eine Dreierkette, flankiert von 2 Außenverteidigern. Im Mittelfeld zieht der Spanier Jano die Fäden. Am linken Flügel sorgt der Ex-Grazer Andreas Gruber für gefährliche Vorstöße und Flanken, über rechts kommt Stürmer Martin Pusic. Als Solospitze agiert der im Sommer von Twente Enschede verpflichtete Mario Kvasina. Der 22 jährige ist in dieser Saison mit 6 Meisterschaftstreffern erfolgreichster Torschütze, gefolgt von Martin Pusic und Andreas Gruber, der die meisten Torvorlagen gegeben hat. Gleich 9 Tore wurden per Kopf erzielt.

Dauerbrenner bei Klaus Schmidt sind Torhüter Markus Kuster, Flügelspieler Andreas Gruber, die Mittelfeldspieler Jano und Philipp Erhart, sowie der linke Außenverteidiger Rene Renner, die in allen 16 Spielen zum Einsatz gekommen sind.

Die beiden Ex-Rapidler Philipp Prosenik und der nach seiner letzten schweren Verletzung genesene Andreas Kuen könnten von der Bank kommen.

 

Bilanz:

Neben 5 Cupbegegnungen wurde diese Paarung in der Meisterschaft bereits 53mal ausgetragen. 28 Spiele konnten die Hütteldorfer für sich entscheiden, 14mal wurden die Punkte geteilt und 11 Matches gingen verloren. Torverhältnis: 96:47.

Von den 26 Begegnungen im Pappelstadion konnten 12 gewonnen und 6 remisiert werden. Torverhältnis: 40:23.

Bereits seit 12 Spielen sind die Wiener gegen die Burgenländer ungeschlagen. Bei der letzten Niederlage im August 2015 flog Torhüter Richard Strebinger bereits nach wenigen Minuten vom Platz. Seither gab es 8 Rapidsiege und 4 Punkteteilungen.

Klaus Schmidt hat als Trainer 8 Spiele gegen Rapid bestritten. Sein einziger Sieg gelang ihm mit dem SCR Altach und wurde durch 2 Rote Karten begünstigt. Mit den Vorarlbergern sind dem Grazer auch 2 Unentschieden geglückt, die restlichen 5 Begegnungen gingen verloren.

9 Tore haben die Mattersburger per Kopf erzielt, gleich viel wie der WAC.

Nur 5 Treffer konnten die Burgenländer in den ersten 45 Minuten erzielen, dafür 20 nach dem Pausentee.

Der 30jährige Schiedsrichter Sebastian Gishamer hat bislang 4 Rapidspiele geleitet. In der heurigen Saison beim glatten Cupsieg in Kufstein, aber auch bei der Heimniederlage gegen den LASK. Im Vorjahr beim 5:1-Sieg gegen den WAC und dem 2:2 daheim gegen den SV Mattersburg.

 

Stimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer: „Wir haben in den letzten Wochen gute Spiele abgeliefert. Trotzdem kommt jetzt ein sehr wichtiges Spiel in Mattersburg. Wir wissen, wenn wir irgendetwas Anderes versuchen wollen oder den Fußball anders spielen, dann kann es dort in eine andere Richtung gehen. Deshalb müssen wir genauso fokussiert sein und die Aufgaben ernst nehmen, wie in den letzten Spielen. Ich bin überzeugt, dass die Spieler das tun. Wir haben uns in eine gute Situation gebracht und mit einem weiteren Sieg – mit viel Arbeit natürlich – wird die Ausgangssituation nicht schlechter. Und das muss auch unser Ziel sein.“

Mario Sonnleitner: „Wir haben gewusst, wenn wir Salzburg schlagen, sind die Chancen sehr groß, dann können wir alle Spiele gewinnen. Die Hälfte haben wir geschafft, aber die Hälfte haben wir noch vor uns. Wir haben überhaupt noch nichts erreicht, wir müssen das Spiel am Sonntag gewinnen, um wirklich das Unmögliche möglich zu machen. Wir Spieler sind positiv gestimmt und versuchen das mitzunehmen, was wir in den letzten beiden Spielen gebracht haben.

 

Ausblick:

Die Euphorie muss beim SK Rapid Wien mitgenommen und der dritte Sieg eingefahren werden. Dann darf man auf die parallel stattfindenden Spiele schielen.

Es ist zu erwarten, dass viele Rapidler die Reise in das bloß etwa 70 Kilometer entfernte Mattersburg aufnehmen und das Pappelstadion zum Erbeben bringen wollen.

Die Burgenländer dürfen aber nicht unterschätzt werden und zeigen sich in guter Form. Neben einer körperlich robusten Spielweise steckt viel spielerische Qualität in der Mannschaft. Auch wenn die Mattersburger nur mit einem Sieg ihre minimale Chance auf das Meisterplayoff am Leben erhalten können, ist wohl eher mit einer defensiven Spielanlage zu rechnen. Somit werden die Hütteldorfer voraussichtlich viel Ballbesitz haben, aber wenig Räume vorfinden. Umso wichtiger können da – wie in St. Pölten – Standardsituationen sein. Ob und mit welchem Körperteil Torjäger Mario Sonnleitner am Sonntag trifft?

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