Stammtisch 17.10.2018 in der Rekordmeister Bar: Teil 1

stammtisch rapid

Zuerst gibt es einige Infos von Andy Marek:

– Beim Auswärtsspiel in Villarreal sind ca. 500 Rapidfans dabei. 1 Mannschaftsflieger + 2 Reisemöglichkeiten. Beim Tagesflieger gibt es noch Karten.

– Das Heimspiel gegen Villlarreal ist fast ausverkauft. Allerdings haben Rangersfans über 400 2er-Abos gekauft. Die Plätze könnten gegen Villarreal frei bleiben.

– Die Hauptversammlung ist am 26. November 2018 – ab kommenden Montag können Mitglieder dafür Karten (ist natürlich gratis) im Fancorner abholen.

– Moskau auswärts 29. November 2018: Es gibt zwar genügend Karten im Stadion (44.000; 2.200 gehen an Rapid), aber keine weiteren Flieger mehr. Gegen Glasgow gab es einen bulgarischen, rumänischen und slowakischen Flieger. So kurzfristig (Ende August) ist nicht mehr möglich.

– Aktuelle Situation für Moskau: 4 Flieger. Vorkaufsrecht, wer bei 2 von 3 Spielen dabei war (Bukarest, Glasgow, Villarreal). Ab 29. Oktober gibt es auf der Homepage die Angebote, ab 30. Oktober ist das Angebot buchbar. Die Karten kosten im Gästesektor ca. 14€. Die 200 Karten auf der Längsseite über 90€.

– Die Weihnachtsfeier findet am 17. Dezember 2018 um 19.30 Uhr statt: Der Verkauf startet am 01. Dezember.

– Infos zum Cupmatch beim WAC: Der Vorverkauf startet.

– Der neue Fanartikelkatalog erscheint in 14 Tagen.

– Rapid feiert 2019 seinen 120. Geburtstag. Bei der Hauptversammlung wird das Programm vorgestellt. Ein Jubiläumsspiel wird es geben.

Der Stammtisch:

Andy Marek: Moderator.

Gäste:

Christoph Peschek: Geschäftsführer Wirtschaft.

Didi Kühbauer: Rapidtrainer.

Andy Marek: Warum Rapid?

Didi Kühbauer: Ich habe mit 7 Jahren* mein erstes Derby im Praterstadion (07.06.1980, Rapid verliert auswärts nach einer 0:2-Pausenführung noch mit 3:2. *Didi Kühbauer war zu diesem Zeitpunkt schon 9 Jahre alt. Interessante Info: In der Saison 1979/80 wurde nach jedem Unentschieden ein Elfmeterschießen veranstaltet, das allerdings in der Tabelle nicht berücksichtigt wurde) besucht. Ab diesem Zeitpunkt war ich Rapidler.

A.M.: Die damalige Mannschaft bei Rapid: Nicht erfolgreich und Gustl Starek neuer Trainer. Eine Mannschaft ohne Superstars. Wie war das?

D.K.: Das größte Problem war die wirtschaftliche Seite. Grad, dass wir einen Ball gehabt haben. Die Stimmung war extrem schlecht. Unter Trainer Ernst Dokupil gab es eine raketenhafte Entwicklung nach oben.

A.M.: 1993/94 gab es ein Heimspiel im Hanappistadion gegen Wacker Innsbruck vor 1.300 Zuschauern. Was hat Ernst Dokupil so anders gemacht?

D.K.: Er hat das gemacht, was die Mannschaft gebraucht hat. Es waren viele unfertige Spieler und Menschen, aber er hat sie an der langen Leine gehalten und die Spieler haben es ihm mit Leistung vergütet. Die Trainingsarbeit war sehr gut, außerhalb des Platzes haben wir aber sehr viel Blödsinn gemacht. So konnten die Spieler menschlich und als Spieler wachsen.

A.M.: Am 02. November 1995 im Happelstadion: Rapid hat eine Woche zuvor in Lissabon gegen Sporting „nur“ mit 2:0 verloren. Trotzdem waren beim Heimspiel 25.000 Fans. Didi schießt das 1:0 und dann fällt aus dem letzten Angriff das 2:0. Nach der Verlängerung steht es 4:0. Wie wichtig war das für die Mannschaft?

D.K.: Rapid hatte eine gute Truppe. Nach meinem 1:0 (25. Spielminute, Anm.) musste ich verletzt weiterspielen, da mich Carsten Jancker beim Torjubel verletzt hat. Ich musste in der Pause weiterlaufen, damit der Muskel warm bleibt. Sporting war auch im Rückspiel besser, aber die Dramatik war nicht zu überbieten. Allerdings war bei der Mannschaft der Rapidgeist erkennbar und Rapid hatte auch das nötige Glück.

A.M.: Trifon Ivanov. War die Mannschaft von den Typen her anders als die Spieler heute?

D.K.: Ja es war anders. Es gab kein Handy, man hat sich selbst ausleben können. Man hat Fehler machen dürfen, die man in der heutigen Zeit nicht mehr machen kann. Die Spieler heute müssen funktionieren. Fehler sind nicht mehr erlaubt. Am Platz und außerhalb, weil es Profis sind. Zur Frage zurück: Trifon Ivanov hätte nicht bei Rapid spielen müssen, wenn er eine bessere Einstellung gehabt hätte. Selbst Toni Polster war fleißiger als Trifon Ivanov. Trifon war schon nach dem Anziehen seines Trikots müde. Aber er war ein genialer Typ und ein genialer Spieler.

A.M.: Der jetzigen Mannschaft wird oft unterstellt, dass sie am Platz über die Körpersprache mangelndes Selbstbewusstsein zeigt. Bei Didi war das anders. Du warst kein einfacher, oder?

D.K.: Freunde hatte ich am Platz keine. Es ging um das Gewinnen. Ich habe es hin und wieder übertrieben. Aber es ist für mich einfach eine Pflicht gewesen, wenn man am Platz geht, und gleich gegen wen es gegangen ist, dass man einfach etwas leisten muss. Das heißt nicht immer, dass man gewinnt, aber es war mir wichtig, dass ich alles gebe, was ich in meinem Körper drin habe.

A.M.: Nase zu Nase (Andreas Ogris, Anm.): War das eine Show oder knapp dran, dass es überhaupt explodiert?

D.K.: Wären wir alleine gewesen, hätte es eine Fäustlerei gegeben, das gebe ich zu. Das Derby war immer sehr emotional und auch wenn ich den Ogris schätze, er ist mir am Platz immer auf die Nerven gegangen. Und umgekehrt.

A.M.: Didi, du hast bei Rapid alles erreicht – Cupsieg, Meistertitel, Europacupfinale. Rapid steht im Europacupfinale in Brüssel und verliert unglücklich durch einen abgefälschten Schuss. War das für dich ganz schwierig?

D.K.: Es war für alle schwierig. Es war so, dass alle etwas Großes geleistet haben. Wenn man im Finale steht, möchte man das Finale auch gewinnen. PSG hatte aber eine sehr gute Mannschaft. Aber Rapid hat an diesem Tag nicht alles abgerufen, was man braucht. Es hat das letzte gefehlt, was man dann vielleicht für das Siegen braucht. Es war aber dennoch eine tolle Leistung. Imponiert hat mir die Unterstützung der Fans. Trotz der Niederlage. Gerne hätten wir den Fans den Sieg geschenkt.

A.M.: Würdest du als Trainer mit den „Daltons“ – Kühbauer, Marasek, Mandreko und Barisic – umgehen können? Lauter Zauberer, lauter Megakicker, lauter Strizzis!

D.K.: Das würde ich mir wünschen, aber es ist heute nicht mehr machbar.

A.M.: Champions League gegen Manchester United, Juventus Turin und Fenerbahce Istanbul. In der Meisterschaft gab es den zweiten Platz und Didi Kühbauer geht zu Real Sociedad. Warum?

D.K.: Weil ich einfach weg wollte. Ich glaube in Österreich habe ich alles erreicht. Das letzte Jahr hat mich dann schon ein bisschen mitgenommen. Sportlich hatten wir eine Supertruppe und haben es vergeigt. Manche Spieler haben nicht alles abgerufen, weil wir wären wieder Meister geworden. Es war nicht der Grund, weshalb ich weggegangen bin, aber wir haben es verschissen.

A.M.: Warum Real Sociedad? Warum Spanien?

D.K.: Ich hatte genügend Angebote. 3 deutsche Clubs – Köln, Stuttgart und Hertha BSC – Fiorentina, Trabzonspor und Real Sociedad. Spanien wurde es, aber ich hätte Deutschland nehmen sollen.

A.M.: Anfangs noch nicht Herr der Sprache – große Herausforderung oder ist es schnell gegangen?

D.K.: Es wäre leichter gewesen, wenn ich nach Deutschland gegangen wäre. Abgesehen von der Sprache. Auch so hätte ich es leichter gehabt. In Spanien war ich isoliert.

A.M.: 1997 bis 2000 in Spanien und dann geht es nach Wolfsburg. Und später zurück nach Mattersburg. Warum nicht zu Rapid?

D.K.: Ich habe mit Rapid gesprochen, es ist dann von Personen gemeint worden, ich habe eh schon so viel Geld verdient und ich kann jetzt um weniger spielen. Da ist es mir nicht ums Geld, sondern um die Wertigkeit gegangen. In Mattersburg habe ich weniger verdient als bei Rapid. Ich wäre zwar der Anführer geworden und hätte mit Steffen Hofmann einen Spieler gehabt, dem ich noch mehr hätte helfen können, aber dann ging ich zu meinem Stammverein. Es war eine tolle Zeit, aber Rapid wäre die bessere Entscheidung gewesen. Rapid ist eine andere Adresse. Im „hohen“ Alter hätte mich Peter Pacult zurückholen wollen, aber ich wollte nur noch 1 Jahr Fußball spielen.

A.M.: Man hört dann auf, weil man zu alt ist? Weil man den Körper spürt?

D.K.: Ich brauche Freude. Wenn ich keine Freude habe, kann ich nicht das geben, wozu ich imstande bin. In Mattersburg war das nicht mehr so möglich. Es hat Substanz gekostet. Besser dann gehen, wenn man noch etwas leisten kann. Ich wollte nicht als Witzfigur abtreten.

A.M.: Christoph, du warst großer Fan von Didi Kühbauer?

Christoph Peschek: Ja, absolut. Und das eint uns alle im Raum, die den Didi noch als Spieler miterlebt haben. Sie werden sich an einen Spieler zurückerinnern, der eine hervorragende Technik hatte und ein tolles Auge für Spielsituationen. Aber vor allem eine riesige Leidenschaft, einen unbändigen Siegeswillen und das alles sind Attribute, die perfekt zum Didi und zu Rapid gepasst haben. Ich freue mich, dass er zurück zuhause ist.

A.M.: Stichwort „zurück zuhause“: War für dich ganz klar, wen wir jetzt brauchen?

C.P.: Es waren natürlich viele intensive Tage und Stunden und ich bin sehr, sehr froh, dass wir mit Fredy Bickel einen Geschäftsführer Sport haben, der sich mit viel Erfahrung und viel Kompetenz um diese Themen bravourös gekümmert hat. Wir haben uns natürlich abgestimmt, aber es ist ganz klar, dass es seine Kompetenz ist. Trotzdem tauscht man sich aus und für uns war dann sehr klar, dass der Didi absolut der Mann ist, den der SK Rapid benötigt. Der als Spieler schon gezeigt hat, dass er Rapidler ist. Der auch eine tolle Trainerkarriere gegangen ist und mit seiner Erfahrung und mit seinem Wissen, auch um das Gesamtkunstwerk SK Rapid, überzeugt hat, dass wir absolut den richtigen Mann zur richtigen Zeit holen.

A.M.: Didi, du bist Trainer geworden in der Südstadt. Du hast vieles bewegt, mich hat gefreut, dass du Erfolg hast. War für dich klar, dass es nach deiner aktiven Fußballerkarriere eine Trainerkarriere geben wird?

D.K.: Am Ende meiner Spielerkarriere habe ich schon mehr als Trainer gedacht – was würde ich jetzt tun? In Mattersburg hat ein jeder Entscheidungen getroffen. Es war gut, wenn Spieler am Platz selbst Entscheidungen treffen konnten. Für mich war es wichtig, dass ich bei der Admira-Amateurmannschaft lernen durfte, weil man als Jugendtrainer Fehler macht. Als Spieler weiß man alles besser, aber wenn man Trainer ist, muss man viele Entscheidungen treffen und die Spieler besser machen.

A.M.: Erst Trainer der Amateure, dann Kampfmannschaft, es geht dann zum WAC alles sehr erfolgreich. Wenn dir wer am Anfang des Jahres gesagt hätte, dass du St. Pölten vor dem Abstieg rettest, du im September auf Platz 2 bist und dann Rapidtrainer wirst – hättest du das geglaubt?

D.K.: Für mich war wichtig, das ich wieder zurückkomme. Deswegen war St. Pölten eine super Geschichte. Es war sauschwierig, denn die Truppe hat null an sich geglaubt und viele Dinge falsch gemacht. Ich habe nach der erfolgreichen Relegation meinen Kader zusammenstellen können und wir haben in unseren Möglichkeiten sehr gut eingekauft. Das wäre bei Rapid nicht möglich gewesen, da die Angst dagewesen wäre, dass Rapid eine defensive Mannschaft wird. Macht euch aber keine Sorgen, Rapid denkt offensiv.

A.M.: Wie sehr hat dich deine Familie als Mensch verändert?

D.K.: Wenn dich deine Kinder und deine Frau nicht verändern, dann liegt es eh an dir. Ich denke, dass eine Familie enorm wichtig ist, aber das wird für viele so sein, wenn es funktioniert. Bei mir funktioniert das unglaublich gut. Wenn wir verloren haben und die Töchter rennen auf den Platz, dann schauen sie eh blöd drein, so wie ich, aber ich bin kurzfristig abgelenkt. Ich denke mir, ich habe zwar das Spiel verloren, aber die 2 kommen daher und sind trotzdem auf den Papa stolz. Obwohl ich verloren habe. Eigentlich blöd, aber das war in St. Pölten auch so. Im Moment sind sie beeindruckt, was da entsteht, das war beim erstem Spiel eine unglaubliche Geschichte. Auf einmal bist du in einem Stadion, das unglaublich gut ist, vor 18.000 Zuschauern und dann ist der Papa da Trainer und das macht sie stolz. Aber trotzdem ist das eine riesige Verantwortung für mich. Nicht nur für die Familie, sondern für alle, die mitarbeiten und uns helfen, damit wir besser werden.

A.M.: Hast du das schon gehört: Bitte Papa, sei jetzt nicht peinlich?

D.K.: Ich habe es in der Vergangenheit oft geschafft, dass ich peinlich war. Aber da waren sie noch zu klein und da hätte ich nichts falsch machen können, weil da waren immer die anderen schuld. Dabei war ich der, der den Scheiß gemacht hat, auf gut Deutsch gesagt. Jetzt sind sie in einem Alter, wo sie wissen, was ich bin. Dass ich Trainer von Rapid bin. Und ich möchte nicht, dass die Kinder sagen, der Papa ist ein fester Depp, weil er ausgeschlossen wurde. Das möchte ich ihnen ersparen. Man muss sich schon zusammennehmen, ich habe Verantwortung gegenüber meiner Familie, aber auch den Leuten im Stadion gegenüber. Und auch gegenüber meinen Spielern. Wenn ich nur auf der Tribüne wäre, würde ich keinem helfen.

A.M.: Es kommt jetzt der Anruf von Rapid, gibt es sofort eine Zusage, wenn Rapid fragt?

D.K.: Es wäre mir wurscht gewesen, wo Rapid steht und ich glaube, sie hätten ja nicht angerufen, wenn sie auf Platz 1 stehen, das ist ja klar. Aber es ist für mich ein Traum gewesen, ein Ziel und ist für mich eine harte Aufgabe. Es ist ja nicht so, dass wir jedes Jahr um die Meisterschaft mitspielen, aber jeder fordert das ein. Aber wir dürfen nicht glauben, dass wir die Stufe 1 nehmen und danach direkt auf die 12. Stufe gehen. Wir können das nur Step by Step schaffen und das wird noch Zeit brauchen. Die Zeit müsst ihr der Mannschaft und mir geben. Ohne, dass ich vorbauen möchte.

A.M.: Jetzt bist du ein Ehrenmann, ich kenne dich 26 Jahre, du hast zwar sehr viel Emotionen, aber du würdest nicht hergehen und über irgendjemanden aushauen. Das will ich auch gar nicht mit der Frage. Ich möchte trotzdem von dir wissen, was hast du vorgefunden? Wie war der Zustand der Mannschaft? Verunsichert? Wie war dein erster Eindruck?

D.K.: Ich weiß, dass Resultate wichtig sind. Speziell bei Rapid musst du gewinnen und gute Spiele machen. Das war in den letzten Spielen nicht der Fall, sonst wäre ich wiederum nicht hier, da wäre der Gogo noch Trainer. Ich wünsche mir, dass neue Energie entsteht. Dass Spieler wieder an sich glauben und Dinge wieder leichter gehen. Sie haben ja vorher nicht gegen den Trainer gespielt oder absichtlich neben das Tor geschossen. Aber es ist so, dass im Fußball Tore wichtig sind. Wenn du sie nicht erzielst, kommst du in eine Krise und die kann sich bei Rapid anders auswirken als beim WAC oder bei St. Pölten. Der Club fasziniert und interessiert die Leute und die Jungs müssen versuchen, auf ihr Leistungspotential zurückzukommen und das ist meine Aufgabe. Nicht mit Zauberei oder mit Hokuspokus, sondern mit normaler Arbeit. Damit wieder die einfachen Dinge funktionieren und die Spieler lernen, dass Fehler zum Fußball dazu gehören. Viele Spieler haben die Angst vor Verantwortung, wollen keine Fehler machen und dadurch wird es noch schlechter. Ich habe ihnen gesagt: „Jungs, ihr könnt Fehler machen, die sollt ihr aber beim nächsten Mal nicht mehr machen.“ Und das ist entscheidend. Dass sie dieses Selbstbewusstsein entwickeln. Dass sie sagen, Fehler gehören zum Sport dazu.

A.M.: Das war ein bisschen etwas aus dem Leben unseres neuen Trainers. Es kommt viel auf ihn zu, er packt auch sofort an. Eines möchte ich noch wissen. Es heißt immer, ein Trainer braucht eine Vertrauensperson. Du hast eine Vertrauensperson mit dem Manfred Nastl mitgebracht, warum der Manni? Weil ihr schon lange zusammenarbeitet?

D.K.: Der Manni ist, seitdem ich Trainer geworden bin, an meiner Seite und ich habe bei ihm erleben dürfen – abgesehen von seiner fachlichen Kompetenz, dass er auch ein unglaublich guter Mensch ist. Der sehr loyal ist, der dir nicht den Staubzucker reinbläst, der sagt, was ihm nicht gefällt. Aber ich möchte auch nicht die anderen vergessen. Der Staff ist enorm wichtig. Da zählt der Hicke genauso dazu, wie der Helge und die medizinische Betreuung. Die sind ein Teil des Teams. Ich brauche meine Mitarbeiter. Ich stehe zwar vorne, aber nur in Verbindung mit meinen Mitarbeitern. Wenn sie korrekt und fachlich gut sind.

A.M.: Der Fredy hat von Staff gesprochen. Christoph arbeitet rund um die Uhr daran, dass wir demnächst ein Trainingszentrum präsentieren können. Was hast du bei Rapid vorgefunden? Am ersten Tag hast du bei der Pressekonferenz gesagt, dass der Platz im Stadion nicht sehr gut ist und wir uns schwer tun werden, wenn wir auf dem spielen. Wie sieht es mit den Trainingsbedingungen und den Kabinen aus?

D.K.: Das ist wirklich top. Im Happelstadion sind wir von den Möglichkeiten her eingeschränkt, aber noch immer gut. Christoph bemüht sich wirklich. Wenn St. Pölten hier her kommt und Rapid als spielerisch klar bessere Mannschaft auf einer „Teufelswiese“ spielen muss, das hilft dir nicht weiter und macht es schwieriger. Hier sind wir nicht auf dem Niveau, auf dem wir sein müssten, wobei alles andere wunderbar funktioniert. Was mir noch wichtiger ist, man kann nur gut arbeiten, wenn die Plätze einwandfrei sind. Im Happelstadion ist enormes Potential, die Plätze sind aber nicht so, dass die Bälle so springen, wie sie sollen. Eine Mannschaft kann nur besser werden, wenn die Plätze auch dementsprechend gut sind. Das stammt von Arsène Wenger und der war Trainer bei Arsenal und hat Erfolge gehabt. Es müssen auch die Trainingsplätze, nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für den Nachwuchs, besser werden und ich würde mir wünschen, dass wir da in Zukunft auf einen grünen Zweig kommen.

A.M.: Jetzt bin ich bei der letzten Frage an dich – wir spielen nicht defensiv, aber was ist dein Plan mit Rapids Spielstil? Wie soll er sein?

D.K.: Ich war immer offensiv orientiert, wenn ich eine dementsprechende Mannschaft gehabt habe. Wenn ich an Admira denke, wir haben eine gute Mannschaft gehabt und wir haben über 90 Tore geschossen. Es geht immer um die Qualität, die ich zur Verfügung habe und bei Rapid glaube ich wohl, dass wir eine gute Qualität haben. Was ich definitiv verändern werde, wir müssen offensiv denken, aber, Franco Foda hat es heute im Radio angesprochen, Fußball wird auf beiden Enden gespielt. Und das ist auch meine Philosophie. Wenn man Ballbesitz hat und man dominant ist, aber kein Kapital daraus schlägt, dann musst du auch nach hinten arbeiten und das ist der Mannschaft in der letzten Zeit auf den Kopf gefallen. Sie hat guten Fußball gespielt, aber hat gemeint, es wird hinten nichts passieren. Fußball wird gespielt, von einem Tor zum anderen. Und wenn man nicht trifft, muss man die Räume besetzen, um es dem Gegner schwer zu machen. Das ist mein Zugang. Der Offensivgedanke steht an erster Stelle, aber die Defensive gehört genauso dazu.

A.M.: Ein Hinweis an alle, die am Sonntag zwischen 09:00 und 11:00 Uhr Zeit haben, es gibt ein Interview von Barbara Stöckl mit Didi Kühbauer auf Ö3.

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