Spartak Moskau – ein Vereinsportrait

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Geschichte:

Im und nach dem Moskauer Arbeiterviertel Krasnaja Presnja benannt, wurde der Verein 1922 gegründet. Nach mehreren Umbenennungen fiel die Namenswahl 1935 auf Spartak.

Zur Zeiten der Sowjetunion bestand eine große Rivalität zu Dynamo Moskau. Während Spartak der Verein für Künstler und Intellektuelle war, stand Dynamo für den Staatssicherheitsapparat. Der nach Stalins Tod 1953 hingerichtete Chef der Geheimpolizei Lawrenti Beria war neben seiner Beteiligung am Massenmord großer Fußballfan von Dynamo. Nachdem Spartak Moskau bereits das Cupfinale 1938 gewonnen hatte, ließ er das Halbfinale noch einmal wiederholen. Wegen Schiedsrichterfehler. Spartak setzte sich dennoch durch. Vereinsgründer Nikolai Starostin verbrachte insgesamt 11 Jahre seines Lebens in Haft, nach Stalins Tod übernahm er aber wieder Spartak Moskau. Die Verfolgung tat seiner Popularität und der des Vereins keinen Abbruch – ganz im Gegenteil.

Spieler wie Igor Netto und Nikita Simunjan – Rekordtorschütze – prägten die erfolgreichen 1950er-Jahre.

Ab 1989 war Oleg Romanzew der starke Mann bei Spartak und leitete eine erfolgreiche Ära ein. Zeitweise bekleidete er das Amt des Trainers und Vereinspräsidenten gleichzeitig.

Seit 2003 ist Leonid Fedun Präsident des Vereins und der russische Rekordmeister verfügt mit Lukoil über einen sehr potenten Sponsor.

 

Nationale Erfolge:

Zur Zeiten der Sowjetunion konnte Spartak Moskau 12 Meistertitel erringen und liegt damit auf Platz 2 hinter Dynamo Kiew. Dazu kommen noch 10 Pokalsiege.

Nach dem Zusammenbruch dominierte Spartak Moskau die russische Liga bis 2001 nach Belieben und fuhr 9 Meistertitel ein. Auf den 10. Titel mussten die Fans jedoch bis zur Saison 2016/17 warten. 3 russische Pokalsiege und 1 russischer Supercupsieg runden die Erfolgsbilanz des Vereins ab.

 

Europacup:

Im Europapokal der Landesmeister erreichte Spartak Moskau in der Saison 1990/91 das Halbfinale gegen Olympique Marseille, schied aber nach 2 Niederlagen mit einem Gesamtscore von 2:5 aus.

Im Cup der Cupsieger musste man im Spieljahr 1992/93 im Halbfinale das knappe Ausscheiden gegen den belgischen Vertreter Royal Antwerpen hinnehmen.

Im UEFA-Cup erreichte der russische Rekordmeister in der Saison 1997/98 das Halbfinale gegen Inter Mailand – beide Spiele gingen mit 1:2 verloren.

12 Teilnahmen zur Champions League brachten keine überragenden Erfolge.

 

Kader:

Der 27 Mann-Kader umfasst 15 Russen, 3 Brasilianer und je einen Spieler aus Frankreich, Serbien, Georgien, Kap Verde, Italien, Bulgarien, Paraguay, Algerien und Finnland.

4 Spieler werden aktuell zu ihren Nationalmannschaften einberufen, 2 zur U21 und 1 Spieler zur U19.

 

Bekannte Spieler:

Fernando:

Über Shakhtar Donetsk konnte der Brasilianer in Europa Fuß fassen. Nach einer Saison bei Sampdoria Genua übersiedelte er vor 2 Jahren in die russische Premier Liga zu Spartak.

Luiz Adriano:

Ebenfalls für Shakhtar Donetsk war der Brasilianer besonders erfolgreich. In 265 Spielen brachte er es auf 130 Tore und 41 Vorlagen. Beim AC Milan konnte er an seine Erfolge nicht anknüpfen und wurde aufgrund seines großzügig dotierten Vertrages nach Moskau zu Spartak transferiert.

Roman Eremenko:

Der 73fache finnische Internationale mit russischen Wurzeln war bei Dynamo Kiew, Rubin Kazan und ZSKA Moskau ehe er aufgrund Kokainkonsums für 2 Jahre gesperrt wurde. Seit Oktober 2018 darf er auch für Spartak Moskau sein Können unter Beweis stellen.

 

Sommertransfers:

Für den Franzosen Samuel Gigot wurden 8 Millionen Euro an den belgischen Verein KAA Gent überwiesen. Auch für Aleksandr Tashaev vom Stadtrivalen Dynamo wurde eine Ablösesumme fällig. Der bulgarische Teamkapitän Ivelin Popov kehrte von einer Leihe zurück und mit Aleksandr Maksimenko, Nikolay Rasskazov und Aleksandr Lomovitskiy 3 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen.

Der bereits an den FK Rostov verliehene Aleksandr Zuev wurde fix an die Mannschaft aus der Stadt am Don abgegeben und der Vertrag vom ehemaligen deutschen Nationalspieler Serdar Tasci nicht verlängert. 2 Spieler wurden für ein Jahr verliehen und die ausgeliehenen Mario Pasalic vom FC Chelsea und Nikola Maksimovic vom SSC Napoli kehrten zu ihren Vereinen zurück, respektive wurden weiterverliehen.

Mit dem Holländer Quincy Promes musste Spartak am letzten Tag des offenen Transferfensters den teuersten und prominentesten Abgang hinnehmen. 20 Millionen Euro soll der FC Sevilla für die Dienste des Teamspielers hingeblättert haben.

 

Trainer:

Im Hinspiel in Wien coachte noch der Italiener Massimo Carrera sein Team, eine Heimniederlage in der 11. Runde gegen Arsenal Tula wurde ihm zum Verhängnis. Interimistisch durfte der Spanier Raúl Riancho sein Können zeigen. Im russischen Cup gab es einen Sieg und in der Europa League 4 Punkte gegen Glasgow Rangers, in der russischen Meisterschaft war jedoch bloß 1 Punkt aus 3 Spielen zu wenig.

Von Ligakonkurrenten Arsenal Tula konnte für geschätzte 3,2 Millionen Euro Trainer Oleg Kononov abgeworben werden. Dem 52jährigen Russen ist sein Debüt auf der Trainerbank des russischen Rekordmeisters geglückt. Daheim gegen Krylya Sovetov Samara wurde nach einer torlosen ersten Halbzeit, das Spiel in den zweiten 45 Minuten nach zwischenzeitlichem Rückstand erfolgreich gedreht.

Stadion:

Über Jahrzehnte trug Spartak seine Heimspiele im Luschniki-Stadion aus. 2014 wurde die Okrytije-Arena eröffnet und bietet 45.360 Fans Platz. Ihre Baukosten beliefen sich auf stolze 430 Millionen US-Dollar.

 

Fans:

In der letztendlich erfolglosen Champions League-Qualifikation gegen PAOK Saloniki und im Derby gegen Dynamo Moskau kamen noch über 40.000 Fans in die Okrytije-Arena. Aufgrund der schlechten Leistungen war das Stadion in den letzten beiden Heimspielen nur noch zur Hälfte gefüllt. Auch die Europa League kann die Fans nicht für die verpasste Champions League entschädigen. 21.264 gegen FC Villarreal und 22.296 Fans gegen Glasgow Rangers bedeuteten keinen Hexenkessel. Wie leider oft im russischen Fußball kämpft auch Spartak Moskau mit einem Hooligan- und Rassismusproblem.

 

Saison 2018/19:

Das Hinspiel der Champions League-Qualifikation in Saloniki bei PAOK ging trotz einer 0:2-Führung mit 3:2 verloren, wobei Quincy Promes einen Elfmeter verschossen hat.

Das Rückspiel gegen PAOK Saloniki wurde zu einer großen Enttäuschung, da die Russen über ein 0:0 nicht hinauskamen. Die rote Karte wegen einer Tätlichkeit gegen Stürmerstar Luiz Adriano nach 33 Minuten war den Aufstiegsambitionen dabei wenig dienlich.

Nach der Pleite in Wien gab es im Heimspiel gegen FC Villarreal durch den spanischen Ausgleich in letzter Sekunde nur ein 3:3. In Schottland blieb es torlos, dafür sind im Heimspiel beim 4:3 Sieg gegen die Glasgow Rangers in den ersten 59 Minuten gleich 7 Tore gefallen. Wobei 3 Rückstände ausgeglichen werden konnten.

Im russischen Pokal stehen die Hauptstädter nach 2 knappen Erfolgen im Viertelfinale.

Ähnlich wie beim SK Rapid wurde dem Trainer des russischen Rekordmeisters die schwache Performance in der Meisterschaft zum Verhängnis. 22 Punkte aus den ersten 15 Spielen reichen derzeit zu Platz 7 – 12 Punkte hinter Tabellenführer Zenit St. Petersburg.

 

Rapid und Spartak Moskau:

In der Saison 1966/67 trafen die beiden Vereine im Achtelfinale des Pokal der Pokalsieger aufeinander. Im Hinspiel in Moskau sorgte Johnny Bjerregard für die zwischenzeitliche Führung – Endstand 1:1 – und im Rückspiel traf Gustl Starek zum 1:0 Sieg.

Auch ansonsten verbindet Rapid Wien mit russischen Vereinen gute Erinnerungen:

Über Lok Moskau, nach einem späten Tor von Jozef Valachovic, gelang Rapid 2005 der Einzug in die Champions League.

Das „Wunder von Kazan“ haben wir bereits an anderer Stelle erwähnt – nachzulesen: HIER. Zweimal konnte Rapid die Tataren aus einem Bewerb werfen.

Am Weg zu den beiden Europacupfinale 1985 und 1996 kreuzten die Grün-Weißen die Klingen mit Dynamo Moskau – beide Male behielt Rapid die Oberhand.

In der Qualifikation für den Europacup der Cupsieger gelang den Rapidlern nach einer Nullnummer in Wien ein 1:1 auswärts vor 80.000 Zuschauern gegen Torpedo Moskau. Helmut Redl brachte die Wiener in Führung.

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