Spartak Moskau vs. Rapid Wien – die Spielvorschau

spartak moskau gegen rapid wien

Rapid Wien muss in Moskau bestehen! Wie steht es um die Aufstiegschancen von Rapid? Wer könnte in der Startelf stehen? Was sagt uns die Bilanz gegen russische Teams?

 

Ausgangssituation:

Soll das letzte Gruppenspiel gegen die Glasgow Rangers nicht bloß Show-Charakter für den SK Rapid Wien haben, muss bei Spartak Moskau gepunktet werden.

Verlieren die Hütteldorfer in Moskau, gibt es keine Chance auf ein Weiterkommen. Mit einem Sieg würden die Wiener auf Platz 2 vorstoßen und hätten in der letzten Runde alles selbst in der Hand.

Bei einem Unentschieden wird es kompliziert und das Parallelspiel in Glasgow spannend:

Gewinnen die Glasgow Rangers gegen FC Villarreal, muss Rapid Wien daheim das 1:3 aus dem Auswärtsspiel aufholen, sprich zumindest mit 2:0 gewinnen. Fällt der Sieg knapper aus, kommt Rapid Wien nur durch ein Unentschieden im Parallelspiel in Moskau weiter.

Trennen sich die Schotten und die Spanier auch mit einem Remis, reicht Rapid im Heimspiel ein Sieg.

Gewinnt FC Villarreal, darf anschließend Spartak Moskau das Heimspiel gegen die Spanier nicht gewinnen – sonst hilft Rapid auch ein Heimsieg gegen die Glasgow Rangers nichts.

Informationen zum Verein (Vereinsportrait) und der Mannschaft (Heimspielvorschau) von Spartak Moskau haben wir für euch zusammengestellt, die Matchanalyse vom Rapidheimsieg findet ihr hier: Matchanalyse

 

Rapids Personalsituation:

Bei der Heimniederlage gegen den LASK verletzte sich Stürmer Andrija Pavlovic nach etwa 30 Minuten und in der Pause musste auch Innenverteidiger Christopher Dibon w.o. geben. Die Ersatzspieler konnten nicht an die Leistungen anschließen, besonders Mateo Barac erwischte den nächsten rabenschwarzen Tag. Mit den Langzeitverletzten Ivan Mocinic und Tamás Szántó, Paul Gartler, Maximilian Hofmann und Andrei Ivan ist der Kader in seinen Möglichkeiten etwas beschränkt.

Tor: In der zweiten Halbzeit wurde Richard Strebinger von den Linzern warmgeschossen. Beim Gegentreffer war er machtlos, ansonsten hat er Rapid im Spiel gehalten. Tobias Knoflach wird als Ersatztorhüter auf der Bank Platz nehmen.

Innenverteidigung: Mario Sonnleitner ist in der Innenverteidigung gesetzt. Er fühlt sich allerdings als rechter Innenverteidiger deutlich wohler. Christopher Dibon und Maximilian Hofmann fallen verletzt aus. Mateo Barac war nach seiner Einwechslung gegen den LASK der schwächste Mann am Platz. 10 unerzwungene Abspielfehler in den ersten 20 Minuten haben den Linzern in die Karten gespielt und auch den entscheidenden Gegentreffer hat er durch einen Fehlpass eingeleitet. Als linker Innenverteidiger würde er Mario Sonnleitner allerdings besser zur Geltung kommen lassen. Mert Müldür wäre als rechter Innenverteidiger denkbar, könnte aber auch den defensiv ausgerichteten rechten Außenverteidiger mimen.

Außenverteidigung: Boli Bolingoli hat auf der linken Seite vor allem in den ersten 45 Minuten mit Vordermann Philipp Schobesberger sehr gut harmoniert. Rechts wäre der formschwache Marvin Potzmann die offensivere Variante als Mert Müldür. Stephan Auer stand nach seiner Verletzung zuletzt im Matchkader. Dorthin hatte es Manuel Thurnwald nicht geschafft.

Zentrales Mittelfeld:

Gedenkt Trainer Didi Kühbauer in Moskau Beton anzurühren, würde mich eine Doppel-Sechs nicht überraschen. Manuel Martic würde in der Spieleröffnung als Passgeber fungieren und Dejan Ljubicic die Löcher stopfen. Realistisch wäre dann Kapitän Stefan Schwab davor als Achter und Jung-Papa Christoph Knasmüllner und Philipp Malicsek müssten die Ersatzbank drücken.

Flügel: Durch die Ausfälle der nominellen Flügel Andrei Ivan und Thomas Murg muss improvisiert werden. Aleksandar Kostic wird wohl nicht den Weg in die Startelf finden, links erwarte ich mir Philipp Schobesberger und rechts Veton Berisha.

Sturm: Andrija Pavlovic ist verletzt und Jérémy Guillemenot wird Ersatzspieler sein. Deni Alar war zwar gegen den LASK unterirdisch, wird aber vermutlich beginnen. Wobei es mich nicht überraschen würde, wenn er während des Spiels öfters auf den linken Flügel ausweicht, um mit Philipp Schobesberger die Position zu tauschen und das Konterspiel zu forciert wird.

 

Spartak Moskau seit der Niederlage im Hinspiel:

Seit der Auswärtsniederlage in Wien ist der russische Rekordmeister in der Europa League und im Cup ohne Niederlage geblieben. Dafür setzte es in der Meisterschaft gleich 3 Heimniederlagen. Die zweite Heimpleite – gegen Arsenal Tula – war für die Vereinsverantwortlichen zu viel und Trainer Massimo Carrera wurde vor die Tür gesetzt. Auch sein Co-Trainer konnte das Ruder nicht herumreißen und wurde durch Oleg Kononow ersetzt.

Wettbewerbsübergreifend ist Stürmer Zé Luís mit 8 Treffern der gefährlichste Torschütze. Luiz Adriano und Sofiane Hanni haben je 4 Torvorlagen beigesteuert.

Im Gegensatz zum Hinspiel sind bei Spartak Moskau einige Veränderungen zu erwarten. Routinier Artem Rebrov hat den 20jährigen Aleksandr Maksimenko im Tor abgelöst. Andrey Eshchenko durfte in Wien nicht mitspielen, weil er im Internet ein Schmähvideo gegen den damaligen Trainer geliked hatte. Er ist nun wieder pardoniert und wird als rechter Außenverteidiger Nikolay Rasskazov auf die Bank verbannen. Der im Hinspiel verletzte Ilya Kutepov wird vermutlich den Italiener Salvatore Bocchetti ersetzen. Schon im Hinspiel wäre Linksverteidiger Dmitri Kombarov in der Startelf zu erwarten gewesen. Der starke Roman Zobnin hat sich bei seinem Kurzeinsatz am letzten Sonntag verletzt und fällt aus. Dafür wurde der von den eigenen Fans angefeindete Kapitän Denis Glushakov ebenfalls pardoniert und wird neben Fernando spielen. Schlechte Karten hat somit Eigentorschütze Artem Timofeev auf einen Startelfeinsatz. Besser schaut es am rechten Flügel für Aleksandr Lomovitskiy aus, der auch schon in Wien beginnen durfte, links stehen die Chancen für Pedro Rocha sehr schlecht. Sofiane Hanni ist wohl eher zu erwarten. Im Sturm sind Zé Luíz und Luis Adriano gesetzt.

Verzichten muss der Trainer auf die verletzten Spieler Samuel Gigot, Roman Zobnin und vermutlich Roman Eremenko. Torhüter Aleksandr Selikhov braucht nach seiner Verletzung noch.

 

Bilanz:

In KO – Phasen hat der SK Rapid Wien bereits Spartak Moskau, Lok Moskau, Torpedo Moskau und zweimal Dynamo Moskau aus dem Bewerb geworfen. Auch Rubin Kazan hatte bereits zweimal das Nachsehen, aber dem österreichischen Rekordmeister die einzige Niederlage gegen einen russischen Verein zugefügt. Auch wenn es für sie letztendlich durch das „Wunder von Kazan“ nichts gebracht hat.

Die letzte Heimniederlage in der Europa League musste Spartak Moskau mit einem 1:3 gegen Athletic Bilbao hinnehmen. Luiz Adriano erzielte das Tor zum 1:3.

Rapid Wien hat in der heurigen Europacupsaison bisher alle Auswärtsspiele verloren. Der letzte Auswärtssieg im Europacup ist bereits mehr als 3 Jahre her. Bei Viktoria Pilsen schnürte Philipp Schobesberger nicht nur einen Doppelpack, sondern schoss nach Vorlage von Stefan Schwab sein legendäres Stolpertor.

 

Rapidstimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer:

Spartak ist Favorit dieses Spiels. Wir sind trotzdem hierher gefahren, damit wir etwas mitnehmen. Damit wir auch noch im letzten Spiel eine Möglichkeit haben, in der Gruppenphase zu bleiben, beziehungsweise aufzusteigen.

Ich bin jetzt schon seit bald 2 Monaten Trainer. Natürlich habe ich mir es ein bisschen leichter vorgestellt, aber aufgrund der Mehrfachbelastung ist es schwierig, mit der Mannschaft ein geregeltes Training zu absolvieren. Das kann man jetzt nicht ändern. Wichtig ist, dass wir jetzt in den letzten 4 Spielen gute Leistungen abrufen. Und da sollten wir morgen beginnen.“

Grundsätzlich ist es schon so, dass man die Aufstellung im Kopf hat. Man weiß wirklich nicht, was noch passieren kann, aber wir haben schon eine Idee, wie wir morgen die beste Elf auf den Platz bringen, damit wir eben eine gute Leistung abrufen.“

Stefan Schwab:

Wir wissen, was das Spiel morgen bedeutet. Wir haben jetzt noch 2 Spiele in der Europa League und die Chancen sind nach wie vor da. Wir wissen aber, dass wir dafür Punkte brauchen und wir werden alles reinwerfen, damit wir dort mit einem positiven Ergebnis heimreisen können. Damit wir dann im letzten Spiel noch einmal die Möglichkeit haben anzugreifen und die Chance wollen wir morgen wahren, dass wir dann im letzten Spiel eine große Chance kriegen.“

 

Meine Einschätzung:

Beide Mannschaften haben Probleme im laufenden Meisterschaftsbetrieb. Spartak Moskau hat das Derby gegen Lok Moskau vor sich, Rapid Wien muss bei Wacker Innsbruck unbedingt gewinnen. Aufgrund der bitteren Ausfälle wäre ich nicht überrascht, wenn Trainer Didi Kühbauer auf ein engmaschiges Defensivkonzept setzt und vorne auf den schnellen Philipp Schobesberger hofft. Je länger hinten die Null gehalten werden kann, desto größer werden die Chancen. Gelingt den Russen die schnelle Führung, droht ein Debakel wie in Villarreal.

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