Slovan Bratislava im ausführlichen Check

Slovan Bratislava Fakten Check

Wir haben unseren heutigen Gegner genau unter die Lupe genommen. Wir haben uns die ersten beiden Bewerbsspiele von Slovan Bratislava angesehen und haben unsere Erkenntnisse in einem ausführlichen Analyse für euch aufbereitet:

 

Ausgangssituation:

 

Slovan Bratislava beendete die Saison 2017/18 auf dem zweiten Tabellenplatz mit 5 Punkten Rückstand auf Meister Spartak Trnava. Zudem konnte mit einem 3:1 Erfolg gegen Ruzomberok der slowakische Pokal geholt werden. In der Meisterschaft rangiert der Hauptstadtclub nach 3 Runden mit dem Punktemaximum auf Platz 1, im Europacup wurde in der ersten Runde der moldauische Verein Milsami Orhei mit 4:2 und 5:0 besiegt, in der darauffolgenden Runde der maltesische Club Balzan FC nach einer 1:2 Auswärtsniederlage daheim mit 3:1 niedergerungen.

 

Taktik und Aufstellung:

 

Es ist wohl davon auszugehen, dass Trainer Martin Sevela sein Team in einer 4-2-3-1 Formation auf das Feld schicken wird.

Tor:

Michal Sulla: Der zweite Torhüter der slowakischen Nationalmannschaft wurde im Winter verpflichtet und hat seither den im erweiterten U21-Teamkader stehenden Dominik Greif abgelöst.

Innenverteidigung:

Vasil Bozhikov: Der 30jährige bulgarische Internationale ist Kapitän und in der Innenverteidigung gesetzt. Ein Kopfballtor ist ihm heuer bereits gelungen, zur Not kann er auch als linker Außenverteidiger aushelfen.

Kenan Bajric: Der ehemalige slowenische U21-Teamspieler wurde im Jänner von Olimpija Ljubljana gekauft und ist in der Verteidigung ebenfalls gesetzt. Kann auch im defensiven Mittelfeld spielen.

Kornel Salata: Der mittlerweile 33jährige Innenverteidiger hat es in seiner Karriere auf 40 Länderspiele gebracht.

Außenverteidigung:

Mitch Apau: Der 28jährige Holländer wurde im Sommer von Olimpija Ljubljana verpflichtet und soll den Abgang von Teamspieler Boris Sekulic kompensieren, der im Sommer zu CSKA Sofia gewechselt ist und erfolgreich gegen Admira Wacker zum Einsatz gekommen ist. Apaus Konkurrenz, der U21-Teamspieler Medvedev, fällt derzeit verletzt aus.

Artem Sukhotsky: Der im Winter verpflichtete Ukrainer war bei seinem Verein Sorja Luhansk als Linksverteidiger gesetzt, auf den Durchbruch bei Slovan Bratislava wartet er noch.

Zentrales Mittelfeld:

Nono: Der aus der Jugendabteilung von Betis Sevilla stammende 25jährige Spanier wurde im Winter aus der ersten ungarischen Liga verpflichtet und ist als defensiver Mittelfeldspieler gesetzt. 2 Assists sind ihm heuer bereits gelungen. Die defensiveren Alternativen wären der Holländer Joeri de Kamps oder Innenverteidiger Bajric.

David Holman: Der im Sommer 2017 aus Debrecen verpflichtete ungarische Mittelfeldspieler war in der letzten Saison im offensiven Mittelfeld gesetzt. Durch die gesteigerte Konkurrenz im Kader könnte er auch etwas defensiver eingesetzt werden.

Vukan Savicevic: Der einfache montenegrinische Nationalspieler spielt bereits seit 2015 bei Slovan Bratislava. Er verfügt über einen ausgezeichneten Schuss und ist immer wieder aus der Distanz gefährlich.

Dejan Drazic: Der 22jährige Serbe hat bereits im Alter von 17 Jahren bei OFK Belgrad in der höchsten serbischen Liga debütiert. Für 1,2 Millionen von Celta de Vigo verpflichtet, hat er sich in Spanien nicht durchsetzen können und versucht nun über den Umweg Bratislava seine Karriere wieder in Gang zu bringen. 4 Assists in den letzten beiden Pflichtspielen sprechen für sich.

Ibrahim Rabiu: Der vierfache ehemalige nigerianische Teamspieler wurde 2017 für die Rekordsumme von 1 Million Euro verpflichtet. Sofern er nicht verletzt sein sollte, dürfte er sich allerdings aufgrund seiner heurigen Leistungen aus dem Kader gespielt haben.

Flügelspieler:

Moha: Der im Winter von Olimpik Donetsk verpflichtete Marokkaner ist am linken Flügel gesetzt. Dem Rechtsfuß sind in der aktuellen Saison bereits 7 Torvorlagen und 4 Tore gelungen. Er besticht durch hohes Tempo und zieht sehr gerne in die Mitte.

Aleksandar Cavric: Der 21fache serbische U21-Teamspieler konnte sich beim belgischen Spitzenclub RC Genk nicht durchsetzen und wechselte bereits 2016 zu Slovan Bratislava. Ein Treffer ist ihm in der aktuellen Europacupsaison geglückt, einen Elfmeter hat er verschossen.

Filip Holosko: Der 65fache slowakische Internationale ist mittlerweile 34 Jahre alt, war aber letzte Saison zumeist noch Stammspieler. Mit seiner Erfahrung kann er ein wertvoller Joker sein.

Sturm:

Andraz Sporar: Der 24jährige slowenische Teamspieler wechselte Anfang 2016 von Olimpija Ljubljana um kolportierte 3,8 Millionen Euro in die Schweiz nach Basel. Auch aufgrund von Verletzungen blieb ihm der Durchbruch verwehrt und eine Leihe in die zweite deutsche Bundesliga zu Arminia Bielefeld blieb ebenso erfolglos. Im Winter 2018 wurde er von Slovan Bratislava verpflichtet und scheint seinen Torriecher nun wieder gefunden zu haben. Mich überrascht, dass er im Jänner 2018 kein Thema bei einem österreichischen Bundesligisten war, er hätte für mich in das Beuteschema von Sturm Graz gepasst, wo er schon Jahre zuvor im Gespräch gewesen sein soll.

Mit 8 Toren, sowie 2 Torvorlagen in 6 Pflichtspielen ist er der stärkste Spieler beim slowakischen Traditionsverein. Alle Tore hat er im gegnerischen Strafraum erzielt, 7 mit dem rechten Fuß und eines per Kopf.

Boris Cmiljanic: Der 1,93m große Montenegriner könnte alternativ den Part als Mittelstürmer übernehmen.

 

Stärken und Schwächen:

 

Die Stärke von Slovan Bratislava liegt definitiv in der Offensive. Der Ball wird schnell und schnörkellos in den gegnerischen Strafraum gespielt und mit Andraz Sporar verfügt man über einen echten Strafraumstürmer. Der flinke Marokkaner Moha zieht als Rechtsfuß am linken Flügel immer wieder in die Mitte und erzeugt somit für weitere Gefahr. Dejan Drazic besticht mit einer sehr guten Übersicht und Vukan Savicevic sorgt mit Weitschüssen für Gefahr. Die Defensive erscheint als das große Manko der Slowaken. Die beiden Außenverteidigerpositionen sind Schwachstellen und sollten von unseren Flügelspielern bearbeitet werden. Zudem ist die Hintermannschaft bei hohen Bällen absolut nicht sattelfest. Durch den kopfballstarken Stefan Schwab, aber auch bei Standardsituationen, könnten wir entscheidende Vorteile haben.

 

Fans:

 

Sehr schwer einzuschätzen. Normalerweise werden die Heimspiele nur sehr spärlich besucht. Mit den Verbindungen der beiden, dem Rechtsextremismus nahestehenden slowakischen, Ultrasgruppierungen zum ehemaligen Fanclub „Unsterblich Wien“ von unserem Wiener Erzrivalen, erhöht dies die Brisanz für dieses Spiel. Dementsprechend nervös sind alle Beteiligten. Im Heimspiel gegen Balzan FC war der Support sehr dürftig, einer Durchsage des Stadionsprechers, dass rassistische Gesänge einzustellen sind, hat es dennoch bedurft.

 

Meine Einschätzung:

 

Wir dürfen Slovan Bratislava auf keinen Fall unterschätzen. Gerade in der Offensive steckt mittlerweile sehr viel Qualität und wenn wir ähnlich arrogant und passiv wie gegen Altach agieren, könnte es ein böses Erwachen geben. Deren Defensive ist der Knackpunkt. Wenn ein Verein aus Malta in 2 Spielen 3 Tore schießt, sollte wir das wohl auch schaffen.

Wenn unser beim Heimspiel gegen Balzan FC anwesender Trainer Goran Djuricin die richtigen Schlüsse gezogen hat, sollte der Gegner kein Problem darstellen. Ohne Einsatz und Leidenschaft wird es jedoch gegen jeden Gegner schwierig. Ich hoffe, dass das von der Mannschaft endlich verstanden und umgesetzt wird.


 

Heimspiel gegen Balzan FC:

 

Nach der 1:2 Pleite im Hinspiel in Malta ist Slovan Bratislava versucht, die Scharte schnell auszuwetzen. Bereits in der 7. Spielminute geht der linke Flügel Moha durch, seine Hereingabe kann der maltesische Torhüter nur kurz zur Seite abwehren und der serbische Rechtsaußen Aleksandar Cavric staubt zum 1:0 für Slovan Bratislava ab.

Bereits 6 Minuten später hätte es jedoch 1:1 stehen können, als der Malteser Lecao seinen Schussversuch an die gegnerische Stange setzt.

Angetrieben von dem 22jährigen Dejan Drazic und dem 27jährigen Marokkaner Moha startet das Heimteam immer wieder schnelle Angriffe und sucht im Abschluss Stürmer Andraz Sporar. Bis zum Pausenpfiff bleibt Slovan Bratislava überlegen, die Vorentscheidung gelingt allerdings nicht.

In der 58. Spielminute hat Cavric die Riesenchance auf seinen zweiten Treffer – nach einem Foul an der Strafraumgrenze gibt der belgische Schiedrichter Elfmeter – jedoch der Torhüter von Balzan FC Steve Sultana reagiert blitzschnell und fischt den Ball aus dem Eck.

Nach 70 Minuten ist es dann allerdings so weit – Drazic spielt einen schnellen Pass auf Sporar, der auf den rechten Flügel ausgewichen ist, er dribbelt ohne großes Tempo ihn den gegnerischen Strafraum, wird dabei jedoch nicht attackiert, deutet einen Haken nach innen an, zieht aber nach außen und vollendet wuchtig halbhoch in das kurze Eck – 2:0.

Nur Sekunden nach Wiederanpfiff spielen die Malteser in der eigenen Hälfte einen schlampigen Querpass, Drazic geht dazwischen, stürmt mit vollem Tempo in den Strafraum, lässt mit einem kurzen Haken einen zurückeilenden Verteidiger aussteigen und spielt uneigennützig auf den mitgelaufenen Sporar, der den Ball unter die Latte hämmert. 3:0 – der Drops scheint nun gelutscht.

Nach einem Fehlpass aus der eigenen Hälfte der Slowaken reagiert Balzan FC in der 76. Minute sehr schnell und versucht, den eingewechselten Effiong in Szene zu setzen, der jedoch knapp außerhalb des Strafraums vom herausgeeilten Torwart Michal Sulla zu Fall gebracht wird. Wahrscheinlich auch zu seiner eigenen Überraschung wird ihm vom Schiedsrichter bloß der gelbe Karton präsentiert. Der Brasilianer Cádu setzt zum Freistoß an und verkürzt herrlich auf 1:3.

Für den Aufstieg benötigt Balzan FC einen weiteren Treffer, Slovan Bratislava versucht nun nur noch das Ergebnis bis zum Schlusspfiff zu halten. Kontermöglichkeiten werden zu schlampig gespielt, defensiv werden aber auch keine Chancen mehr zugelassen. Mit dem Gesamtscore von 4:3 steigt Slovan Bratislava in die nächste Runde auf und ist somit Gegner von Rapid Wien.


 

Auswärtsspiel bei MFK Zemplin Michalovce:

 

Beim Tabellenletzten der slowakischen Fortuna Liga rotiert Trainer Martin Sevela gleich 5 Stammspieler aus der Mannschaft und schont sie für das Gastspiel von Rapid Wien. Torhüter Sulla, Mittelfeldspieler Nono, die Flügelspieler Moha und Cavric, sowie Stürmer Sporar fehlen im Aufgebot.

Bereits in der 6. Spielminute geht Slovan Bratislava in Führung – Dejan Drazic spielt einen perfekten Lochpass auf Routinier Filip Holosko, der den herauslaufenden Torwart elegant überhebt und auf 0:1 stellt.

Bereits eine Minute später hätte es Elfmeter für das Heimteam geben müssen – Außenverteidiger Mitch Apau rempelt den ballführenden Gegenspieler mit beiden Händen ungestüm um, allein der Schiedsrichter ist nicht gewillt, diese Attacke zu ahnden. Nicht der letzte Schnitzer des 28jährigen Holländers im Slovandress.

In der 24. Spielminute erobert Slovan Bratislava den Ball im eigenen Strafraum, der Pass geht auf Drazic, der einen schnellen Konter einleitet. Stürmer Cmiljanic lässt den Ball abprallen und Drazic spielt in den Lauf des Holländers Ricky van Haaren, der von der Strafraumgrenze den Torhüter bezwingt – 0:2.

Bis zur Pause retten Ersatztorhüter Dominik Greif und die Stange die Führung der Hauptstädter.

In den letzten 20 Minuten drücken die Ostslowaken aus Michalovce auf den Anschlusstreffer, schlagen zahlreiche gefährliche Flanken in den Strafraum und offenbaren dabei große Schwächen in der Hintermannschaft des Gegners. Es dauert jedoch bis zur 91. Spielminute bis ein Tor gelingt. Nach einer Flanke von der linken Seite, jagt Stürmer Sulley den Ball an die Latte, den Abpraller kann Mittelfeldspieler Bednar verwerten – 1:2.

Slovan Bratislava bringt das knappe Ergebnis über die Zeit und bleibt mit 9 Punkten aus 3 Spielen Tabellenführer.

 

 

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