SKN St. Pölten vs. Rapid Wien – die Spielvorschau

Rapid Wien zu Gast in der NV Arena! Können die Hütteldorfer den Angriff auf das Meisterplayoff fortsetzen? Welche Spieler fehlen? Gibt die Bilanz Anlass zur Hoffnung?

 

Ausgangssituation:

André Ramalho hat den Vogel abgeschossen – oder ihn vielmehr Schiedsrichter Robert Schörgenhofer gezeigt. Der humorlose Unparteiische fand die Aktion nur bedingt lustig und hat den Brasilianer des Platzes verwiesen. Darüber, ob der SK Rapid Wien auch ohne diese glückliche Fügung gewonnen hätte, lässt sich bloß spekulieren. Mit Veton Berisha und Stefan Schwab haben noch dazu 2 Spieler getroffen, die in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade in Bestform agiert und vor Selbstvertrauen gestrotzt haben.

TSV Hartberg, Sturm Graz, Austria Wien und der WAC mussten ihn ihren Spielern Federn oder – noch wichtiger – Punkte lassen, weswegen die Tabelle aus grün-weißer Sicht schon ein kleinwenig freundlicher aussieht. Selbstverständlich darf dieser Sieg keine Eintagsfliege gewesen sein und muss in St. Pölten bestätigt werden. Kein leichtes Unterfangen, gastieren die Hütteldorfer doch beim aktuellen Überraschungsdritten der Saison.

Das letzte Aufeinandertreffen sollte gleich 2 Trainerkarrieren bei ihren Vereinen beenden. Die von Gogo Djuricin, der nach der 0:2-Heimniederlage seinen Hut nehmen musste und die von Erfolgstrainer Didi Kühbauer, der als sein Nachfolger verpflichtet wurde.

 

Der Gastgeber ist mit der herben 0:6-Cuppleite beim LASK schlecht in die Frühjahrssaison gestartet. Allerdings ist es im Cup egal, ob man mit einem oder sechs Toren Differenz ausscheidet. In der Meisterschaft konnten die Wölfe einen wichtigen Zähler aus Hartberg mitnehmen. Die Steirer hatten zwar eine klar bessere Torschussbilanz, jedoch das Visier schlecht eingestellt. Mit einem Heimsieg gegen den Rekordmeister ist das Meisterplayoff schon fast fix. Mit einem Remis hält man die Hütteldorfer auf Distanz und ist für sie nicht mehr einzuholen. Selbst bei einer Niederlage müssen die Niederösterreicher nicht Trübsal blasen. Mit einem Sieg aus den zwei ausstehenden Begegnungen in der Südstadt oder daheim gegen die Burgenländer aus Mattersburg ist die Meisterrunde aus eigener Kraft zu schaffen.

 

Personalsituation:

Mit Kapitän und Torschützen Stefan Schwab und Manuel Martic sind 2 Spieler aufgrund ihrer jeweils 5. Gelben Karte gesperrt. Tamás Szántó und Christopher Dibon fallen verletzt aus, der Plan, Ivan Mocinic zu verleihen, hat bislang nicht funktioniert. Ob das an seinem Knie oder fehlenden Interessenten liegt, ist unbekannt. Der letztens erkrankte Marvin Potzmann dürfte rechtzeitig gesunden. Dank des Österreichertopfes wird ein Legionär auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Boli Bolingoli, Srdjan Grahovac aufgrund der Gelbsperren im Mittelfeld, Veton Berisha nach seinem wichtigen Treffer gegen die Salzburger, Andrei Ivan, Andrija Pavlovic und Aliou Badji scheinen die besseren Karten zu haben, wodurch die Chancen für Mateo Barac schlecht stehen. Falls nicht noch einer der genannten Spieler ausfällt. Sofern Trainer Didi Kühbauer keine überraschende Rotation plant, duellieren sich voraussichtlich Deni Alar und Manuel Thurnwald um den letzten Platz im Matchkader.

In der niederösterreichischen Landeshauptstadt verlief das Wintertransferfenster wegen einer Transfersperre unspektakulär. Wobei der dritte Platz in der Meisterschaft wenig Anlass zu großen Personalveränderungen gegeben hat. George Davies ist von seiner Leihe aus Lettland zurückgekehrt. Verlassen haben den Verein mit Osarenren Okungbowa und Stephan Palla 2 Spieler mit Rapidvergangenheit. Zudem haben noch Damir Mehmedovic und Patrick Puchegger neue Herausforderungen gesucht.

Der 28jährige Mittelfeldspieler Dominik Hofbauer fällt verletzt aus.

 

St. Pölten unter Ranko Popovic:

Der 51jährige Serbe musste in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Didi Kühbauer treten. Der Burgenländer hatte den Verein nicht nur in der Liga gehalten, sondern auf Platz 2 in der Tabelle geführt. Seit 11 Spielen schwingt nun Trainer Ranko Popovic das Szepter, richtig angekommen ist er in St. Pölten noch nicht. Mit 3 Siegen, 3 Unentschieden und 5 Niederlagen ist die Bilanz durchwachsen, wobei man dem Trainer zugutehalten muss, dass 8 Spiele auf fremdem Terrain stattgefunden haben. In den 3 Heimspielen blieb sein Team ungeschlagen und holte 7 Punkte.

Torhüter Christoph Riegler und Verteidiger Luan sind über die volle Distanz gegangen, Sechser Roko Mislov und Stürmer René Gartler wurden in allen 11 Begegnungen eingesetzt. Daniel Drescher, Kwang-Ryong Pak, Taxiarchis Fountas und Superjoker Husein Balic haben je ein Spiel verpasst.

 

Bilanz:

9 Meisterschaftsspiele haben bislang gegeneinander stattgefunden – 6 konnten die Hütteldorfer gewinnen, in 2 Begegnungen wurden die Punkte geteilt und im Herbst 2018 setzte es die erste Niederlage. 17:7 lautet das Torverhältnis. Beim einzigen Aufeinandertreffen im Cup behielten die Rapidler die Oberhand. Die beiden Meisterschaftsauswärtsspiele und die Cupbegegnung in St. Pölten brachten 3 klare Siege für die Wiener.

 

Stimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer: „Wichtig ist, dass wir dort weitermachen, wo wir gegen Salzburg aufgehört haben. Wir wissen, dass wir sehr viel Ballbesitz haben werden, aber ich glaube, dass wir uns im Spiel nach vorne verbessert haben. Jeder Spieler weiß, dass uns nur ein Sieg helfen kann. Es geht darum, dass die Mannschaft mit dem selben Engagement und mit der selben Leidenschaft das Spiel macht.”

Maximilian Hofmann: „Es wird ein komplett anderes Spiel als gegen Salzburg oder Inter. Wir werden sicher viel den Ball haben. Wir dürfen aber auf unsere Absicherung nicht vergessen. Wir müssen Kontrolle über das Spiel haben und dürfen nicht ungeduldig werden. Ich bin guter Dinge, dass wir in St. Pölten gut arbeiten.”

 

Ausblick:

5.200 Tickets wurden bereits abgesetzt und der Gästesektor ist ausverkauft. Um die etwas über 300 Karten, die noch auf den besten Saisonbesuch fehlen, muss man sich keine Sorgen machen.

Der Sieg gegen RB Salzburg hat Rapids Chance auf das Meisterplayoff am Leben gehalten und war für das Selbstvertrauen wichtig. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und die Spiele miteinander vergleichen. Während die Salzburger auch in Wien volles Offensivrisiko genommen und dadurch den Hütteldorfern Räume zum Bespielen eröffnet haben, werden die Niederösterreicher Beton anrühren und auf Konter spielen. Je länger die Wiener auf den Führungstreffer warten müssen, desto nervöser und fehleranfälliger könnten sie im Verlaufe des Spiels werden. Auf der anderen Seite kennt Didi Kühbauer sein Ex-Team in- und auswendig. Mit einem schnellen Tor und dem fanatischen Rapidanhang im Rücken könnten die Weichen auf Sieg gestellt werden.

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