SK Slovan Bratislava aus der Slowakei – ein Vereinsportrait

Slovan Bratislava Vereinsportrait

In der dritten Qualifikationsrunde zur Europa Legaue trifft der SK Rapid Wien am 09. und 16. August auf den Sieger der Begegnung Balzan FC gegen Slovan Bratislava.

 

Geschichte des SK Slovan Bratislava:

Der in hellblauen Trikots antretende slowakische Rekordmeister und Rekordcupsieger wurde 1919 gegründet und vollzog seither einige Namensänderungen. Auf der Visitenkarte stehen insgesamt 8 slowakische Meistertitel (dazu noch 4 Amateurmeistertitel und 4 Meistertitel während der Zeit des Slowakischen Staates zwischen 1939 und 1945), 15 slowakische Pokalsiege, 8 tschechoslowakische Meistertitel, 5 tschechoslowakische Pokalsiege und 4 slowakische Supercuptitel. Der größte internationale Erfolg gelang 1969 mit dem Gewinn des Pokal der Pokalsieger.

 

Liga:

Eine eigenständige slowakische Liga existierte von 1939 an für volle 5 Spielzeiten und seit 1993 nach der Auflösung der Tschechoslowakei. Seither konnte Slovan Bratislava 8 Meistertitel (zuletzt 2014) erringen, dicht gefolgt von MSK Zilina mit 7 Titel. Aktueller Meister ist Spartak Trnava. In der UEFA-5jahreswertung befindet sich die slowakische Liga auf Platz 32 von 55 Verbänden.

Das Ligaformat ist ähnlich wie das nun neue in Österreich – in einer Zwölferliga spielen nach 22 Runden die besten 6 Teams in der Meisterrunde und die restlichen Mannschaften in der Abstiegsrunde weiter. Zu einer Halbierung der Punkte nach 22 Runden kommt es allerdings nicht.

 

Europacup:

Am 21. Mai 1969 konnte im Finale des Europacups der Pokalsieger in Basel der FC Barcelona mit 3:2 besiegt werden.

Letztmalig international reüssieren konnte man in der Europacupsaison 2011/12 als nach einem Aufstieg gegen AS Roma die Europa League erreicht wurde. Daheim gegen Paris St. Germain konnte ein 0:0 gehalten werden, ansonsten setzte es allerdings 5 Niederlagen.

In der ersten Runde der Europa League Qualifikation wurde der moldauische Vertreter Milsami Orhei mit einem Gesamtscore von 9:2 besiegt.

 

Kader:

Im Kader von Slovan Bratislava befinden sich aktuell 24 Spieler, wovon 6 aus der Slowakei stammen, 4 aus den Niederlanden, 3 aus Serbien, 2 aus Slowenien und Montenegro und je 1 Spieler aus Bulgarien, Ukraine, Tschechien, Spanien, Ungarn, Nigeria und Marokko. Insgesamt 3 aktuelle Teamspieler kommen zum Einsatz.

 

Besondere Spieler:

Star der Mannschaft ist der 24jährige Andraz Sporar. In der slowenischen Liga schoss er für Olimpija Ljubljana in 108 Spielen 50 Tore, war weiland auch bei Sturm Graz im Gespräch, wechselte letztendlich aber Anfang 2016 um kolportierte 3,8 Mio zum FC Basel, wo ihm jedoch der Durchbruch versagt blieb. Auch eine Leihe in die zweite deutsche Bundesliga zu Arminia Bielefeld brachte keinen Erfolg. Anfang 2018 wurde er um einen Bruchteil der einstigen Ablösesumme zu Slovan Bratislava transferiert, wo er nun seinen Torriecher wieder gefunden zu haben scheint. In der laufenden Saison hat er in der Meisterschaft in den ersten beiden Spielen 3 Treffer erzielt, im Europacup gelangen ihm 3 Tore und 2 Assists.

Ebenso Anfang 2018 ist aus der ukrainischen Liga der Marokkaner Mohammed Rharsalla Khadfi kurz Moha nach Bratislava gewechselt. In 2 Meisterschafts- und 3 Europacupspielen hat der Linksaußen auf seinem Scorerkonto bereits 4 Tore und 6 Vorlagen stehen.

34 Jahre alt ist der Slowake Filip Holosko. Der 65fache slowakische Teamspieler erzielte für Besiktas Istanbul in 187 Pflichtspielen 53 Tore, ist aber mittlerweile nur noch Ersatzspieler.

 

Trainer:

Der 42jährige Slowake Martin Sevela begann seine Trainerkarriere als Co-Trainer beim AS Trencin.  2013 stieg er zum Cheftrainer auf. Am 30.10.2017 wurde er neuer Coach von Slovan Bratislava und hat seither in 27 Pflichtspielen 17 Spiele gewonnen, 4 mal remisiert und 6 Matches verloren. Zumeist tritt seine Mannschaft in einem 4-3-3 auf. 2016 und 2018 wurde er slowakischer Cupsieger.  Rapiderfahrung hat er auch – in der Qualifikation zur Europa League 2016/17 verlor er zuerst mit dem AS Trencin daheim mit 0:4, im Rückspiel gelang mit einem 2:0 ein Achtungserfolg und bedeutete unsere erste Niederlage im neuen Stadion.

 

Stadion:

Das Stadion Pasienky bietet 11.591 Zuschauern Platz und war früher die Heimstätte von Inter Bratislava.

Das neue Stadion Tehelné Pole befindet sich aktuell in Bau, wird 22.500 Plätze haben und soll Ende 2018 eröffnet werden. Wie bei der WEB-Arena von CSKA Moskau soll in einem Eck ein Hotelturm entstehen.

 

Fans:

Zu den Ligaheimspielen der letzten Saison pilgerten durchschnittlich 1.680 Zuschauer und auch zum Saisonauftakt verirrten sich bloß 1.220 Fans ins Pasienky Stadion.

Die organisierte Fanszene, die in der Vergangenheit immer wieder durch rechtsextreme Vorfälle aufgefallen ist, hegt eine Fanfreundschaft zu unserem Rivalen aus Favoriten.

 

Saison 2018/19:

Nach dem Vizemeistertitel und dem Pokalsieg ist Slovan Bratislava in die neue Meisterschaft furios gestartet. Auf ein 4:1 auswärts in der ersten Runde bei Zlate Moravce folgte im ersten Heimspiel der Saison ein überzeugender 3:0 Erfolg gegen Podbrezova. Mit einem Ballbesitz von 75% dominierte Slovan Bratislava den Gegner ähnlich wie Rapid Wien letzten Sonntag Admira Wacker.

 

Rapid und Slovan Bratislava:

Im Europapokal ist Rapid bislang einmal auf Slovan Bratislava getroffen. Im Rahmen des UI Cups der Saison 2007/08 folgte auf einen 3:1 Heimerfolg (2 Tore von Steffen Hofmann und 1 Tor von Mario Bazina) eine 0:1 Auswärtsniederlage.

 

Das Hinspiel und meine Einschätzung:

Gegen den Außenseiter Balzan FC gab es im Hinspiel eine 1:2 Niederlage. Dank des Auswärtstreffers von Vukan Savicevic besteht allerdings noch Hoffnung auf den Aufstieg.

 

Die größere Klasse hat Slovan Bratislava sicherlich, die Malteser werden vermutlich auf Konter lauern und waren damit schon im Heimspiel erfolgreich. Ich gehe davon aus, dass sich Slovan Bratislava durchsetzen wird. 60:40.

 

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