SK Rapid Wien vs. Glasgow Rangers – die Spielvorschau

Rapid gegen Rangers - Spielvorschau

Showdown in der Gruppenphase der Europa League! Wie wird Rapid Gruppensieger? Was sagt der Trainer vor dem Spiel? Sind die Rangers in Form?

 

Ausgangssituation:

Extrem spannend gestaltet sich Gruppe G der Europa League vor dem letzten Spieltag. Alle vier Teams dürfen sich noch berechtigte Chancen auf den Aufstieg machen.

Einzig für Spartak Moskau ist der Gruppensieg nicht mehr möglich. Dafür sind die Moskowiter mit einem Sieg in Villarreal fix weiter. Bei einem Remis oder einer Niederlage sind die Russen hingegen ausgeschieden.

Der FC Villarreal ist bei einem Heimsieg gegen Spartak Moskau Gruppensieger. Ein Punkt könnte bereits genügen, wenn es auch in Wien keinen Sieger gibt.

Für die Glasgow Rangers ist die Ausgangslage einfach – einzig ein Sieg bedeutet das Überwintern im Europacup. Gewinnen die Spanier das Parallelspiel nicht, ist man sogar Gruppensieger.

Der österreichische Rekordmeister hat als einiger Verein in dieser Gruppe bereits zwei Spiele gewinnen können und befindet sich mit einem klar negativen Torverhältnis trotzdem auf Platz 2. Bei einer Heimniederlage ist die internationale Saison beendet, bei einem Sieg oder einer Punkteteilung ist die KO – Phase zum zweiten Mal erreicht. Der Gruppensieg ist möglich, wenn der FC Villarreal gegen Spartak Moskau nicht gewinnt, sollten die Russen siegreich sein, würde sogar ein Remis reichen.

Informationen zum Verein (Vereinsportrait) und der Mannschaft (Auswärtsspielvorschau) von den Glasgow Rangers haben wir für euch zusammengestellt, die Matchanalyse von der Auswärtsniederlage findet ihr hier: Matchanalyse.

 

Rapids Personalsituation:

Mit Mario Sonnleitner ist im Heimspiel gegen Sturm Graz der nächste Verteidiger verletzt ausgefallen. Eine Nominierung erscheint fraglich. Bei Philipp Schobesberger dürfte es sich bloß um Krämpfe gehandelt haben, die aber am Donnerstag kein Problem mehr darstellen sollten. Neben den Langzeitverletzten Ivan Mocinic, Paul Gartler und Tamás Szántó ist mit Stürmer Andrija Pavlovic und Verteidiger Christopher Dibon nicht zu rechnen. Auch bei Marvin Potzmann ist ein Einsatz noch ungewiss.

Tor: Richard Strebinger durfte gegen die Grazer einen geruhsamen Nachmittag verbringen. Beim einzigen Schuss auf das Tor hat die Stange gerettet, ansonsten galt es ein paar Flanken und Hereingaben aufzuklauben. Tobias Knoflach wird als Ersatztorhüter auf der Bank Platz nehmen.

Innenverteidigung: Aufgrund der Verletzungen ihrer Konkurrenten wird es vermutlich auf das Innenverteidigerduo Maximilian Hofmann und Mateo Barac hinauslaufen.

Außenverteidigung: Sollte Marvin Potzmann weiter verletzt und Boli Bolingoli im linken Mittelfeld aufgeboten werden, wären Mert Müldür und Stephan Auer gesetzt. Für die beiden spricht auch ihre defensivere Ausrichtung.

Zentrales Mittelfeld: Wie in Moskau darf auch im Heimspiel gegen die Schotten mit einer Doppel-Sechs gerechnet werden. Manuel Martic kommt immer besser in Form und war auch gegen die Grazer die Passschaltzentrale der Hütteldorfer. Dejan Ljubicic musste hingegen 90 Minuten auf der Ersatzbank verweilen, könnte aber mit seiner Kampfkraft punkten. Fraglich ist, ob Trainer Didi Kühbauer abermals Kapitän Stefan Schwab schonen würde oder den spielerisch stärkeren Christoph Knasmüllner opfert. Philipp Malicsek wird wohl keine Option für die Startelf sein.

Flügel: Besonders die linke Seite wird gefordert sein, da mit Kapitän James Tavernier als rechter Außenverteidiger ein sehr gefährlicher Spieler wartet. Da könnte Boli Bolingoli tatsächlich der gesuchte Mann sein. Alternativ stehen Andrei Ivan, Philipp Schobesberger und für die rechte Seite Andreas Murg und Veton Berisha parat. Aleksandar Kostic sieht auch unter dem neuen Trainer kein Land.

Sturm: Andrija Pavlovic ist verletzt und Jérémy Guillemenot hat es gegen Sturm Graz nicht einmal auf das Spielblankett geschafft. Andrei Ivan war in Innsbruck überfordert und Philipp Schobesberger gegen extrem tief stehende Grazer eine Fehlbesetzung. Da die Schotten allerdings auf Sieg spielen müssen, wäre der schnelle Linzer eine Option. Deni Alar bleibt weiterhin das Sorgenkind und kommt aus seiner Krise nicht heraus.

 

Glasgow Rangers seit dem Hinspiel:

Nach dem Heimsieg gegen Rapid gab es in der Europa League daheim zwei Nullnummern und eine spektakuläre 4:3-Niederlage in Moskau.

Im Halbfinale des Scottish League Cup musste man sich dem Aberdeen FC geschlagen geben und auch in der Meisterschaft hat man zuletzt eine unliebsame Erfahrung mit dem vierfachen schottischen Meister gemacht.

Nach sechs Siegen und einem Remis setzte es eine 0:1-Heimniederlage. Das 1:1 beim Tabellenletzten Dundee FC, bei dem ausgerechnet der 38jährige Kenny Miller für die zwischenzeitliche Führung gesorgt hat, war ein weiterer Dämpfer im Kampf um die schottische Meisterschaft.

Nimmt man alle Bewerbe zusammen ist Alfredo Morelos mit 17 Toren und 10 Assists der gefährlichste Spieler. Der 22jährige ist aber auch ein Heißsporn und hat bislang eine rote und zwei gelb-rote Karten kassiert. Der bereits erwähnte James Tavernier hat 9 Tore und 13 Vorlagen beigesteuert.

Im Gegensatz zum Hinspiel wird es vermutlich nur wenig Änderungen geben. Der rechte Flügelspieler Daniel Candeias ist nach seiner gelb-roten Karte gesperrt und Ryan Kent hat erst eine Oberschenkelverletzung auskuriert. Als Alternativen bieten sich der Albaner Eros Grezda und der Schotte Glenn Middleton an.

Verletzt fehlen Jamie Murphy und Graham Dorrans.

 

Bilanz:

Nach drei Niederlagen gegen die Glasgow Rangers wäre es ein sehr guter Zeitpunkt, um zumindest einmal einen Punkt zu holen.

In der Gruppenphase der Europa League gab es 2009 zwei Spiele gegen den ewigen Rivalen Celtic Glasgow. Nach einem 1:1 im Celtic Park hat den Hütteldorfern im Heimspiel eine 3:0-Führung nicht zum Sieg gereicht. In der Nachspielzeit gelang den Schotten noch das 3:3.

Seit der 0:2-Heimniederlage gegen AS Trencin am 25. August 2016 ist Rapid im Europacup daheim ungeschlagen. Von den folgenden sieben Spielen konnten vier gewonnen und drei Remis erreicht werden. Torverhältnis: 14:5.

Der letzte Auswärtssieg im Europacup ist den Glasgow Rangers im Rahmen der Qualifikation beim NK Osijek geglückt. Nach einer Vorlage von – eh klar – James Tavernier hat – eh klar – Alfredo Morelos getroffen.

 

Rapidstimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer:

„Das Stadion ist erstmals restlos ausverkauft. Wir haben die Möglichkeit weiterzukommen, was uns nach der Auslosung keiner zugetraut hätte. Wir haben es in der Hand, das ist umso schöner. Es gibt für die Trainer und die Spieler nichts Schöneres, als sich auf so ein Spiel vorzubereiten und das Ziel zu erreichen.“

„Wir wissen, dass die Rangers eine sehr gute Mannschaft sind. Sie spielen nicht den typischen Stil, der früher gespielt worden ist. Sie können auch mit langen Bällen operieren, aber grundsätzlich wollen sie schon Fußball spielen. Sie sind physisch stark, es wird ein intensives Spiel. Bei uns ist es so, dass wir sehr gute Fußballer in den Reihen haben. Auch wir können Tore schießen, vielleicht ist uns das in der Meisterschaft nicht so gelungen, aber ich glaube doch, dass die Rangers mehr Druck haben als wir, indem sie gewinnen müssen. Je länger die Null stehen würde, umso mehr Räume werden wir kriegen und die müssen wir dann auch nützen.“

Stefan Schwab:

„Wir haben es in der Hand, das ist eine wunderbare Geschichte für uns. Genau für solche Herausforderungen trainiert man. Es ist eine Herausforderung und genau dafür trainiert man. Das habe ich schon vor dem Sturm-Match bereits betont, dass man die letzten drei Spiele als geile Herausforderung sehen muss und mit viel Spaß an die Sache herangeht. Weil es ist nicht alltäglich, solche Spiele zu kriegen und natürlich wollen wir die Chance nützen. Wenn man nach 5 Spielen mit 7 Punkten dasteht und man ist Zweiter, dann ist es klar, dass man den Aufstieg erreichen will. Die Rangers sind eine ganz andere Mannschaft als wir, das haben wir im Ibrox erleben können und deshalb gibt es für uns nur den Plan, den uns der Trainer mitgibt, umzusetzen. Die Rangers müssen natürlich gewinnen, deshalb erwarten wir eine offensive Rangers-Mannschaft.“

„Die Mannschaft ist in einer guten körperlichen Verfassung, das ist sicher nicht unser Problem, das haben wir in den letzten Wochen gesehen. Im Ibrox haben sie uns zum Schluss überrannt. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie das Stadion genützt haben und wirklich noch einmal eine zweite Luft gekriegt haben und über ihre Grenzen hinausgegangen sind. Da haben wir uns nicht mehr so wehren können, wie in der ersten Halbzeit. Genau da müssen wir morgen den Heben ansetzen, dass wir dieses volle Stadion mit unseren Fans für uns nützen und dann kann passieren, was im Ibrox passiert ist. Nur eben für unsere Seite. „

 

Meine Einschätzung:

Rapid Wien erwartet ein sehr intensives Spiel. Der schottische Traditionsclub verfügt vielleicht nicht über die spielerische Qualität vergangener Zeiten, hat aber die Hütteldorfer im Hinspiel niedergekämpft. Mit Tugenden, für die Rapid selbst stehen möchte. Im ausverkauften Weststadion wird das nicht anders sein und die Gäste werden um jeden Zentimeter fighten. Dass Rapid bereits ein Unentschieden reicht, verbessert zwar die Ausgangssituation, trotzdem muss die Mannschaft das Letzte aus sich herausholen.

Für das Trainerteam wird es keine leichte Entscheidung. Setzt man eher auf defensivere und kampfkräftigere Spieler oder wird eine spielerische Lösung forciert. Ich rechne eher mit ersterer Variante. Der holprige Rasen würde auch dafür sprechen. Trotzdem darf Rapid nicht bloß defensiv denken und auf ein Remis hoffen, sondern selbst aktiv sein und das Spiel gestalten.

Wenn es ein magischer Europacupabend werden soll, muss auch der Funke auf das Stadion überspringen. Die schottischen Fans werden laut sein und der Block West wird dagegenhalten. Aber auch die anderen Tribünen sind gefordert.

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