SK Rapid Wien: Analyse zur unglücklichen Cupniederlage

Rapid Wien Cup Salzburg

Nach der zweiten Runde ist Wien nicht mehr im österreichischen Cupbewerb vertreten. Wann oder ob das schon einmal vorgekommen ist, sollen andere recherchieren – peinlich ist es allemal. Dem FAC oder der Wiener Viktoria darf man keinen Vorwurf machen. Dem in Wien Favoriten in der Nähe des Verteilerkreis beheimateten Rekordcupsieger schon eher. Der Auftritt in Wattens war desaströs. Dem Aufstieg am nächsten gekommen ist der österreichische Rekordmeister Rapid Wien. 120 Minuten – davon lange Zeit in Unterzahl – haben die Hütteldorfer gegen den Salzburger Ligakrösus das Spiel offen gehalten. Viel hat auf das Weiterkommen nicht gefehlt.
 

Ausgeglichene erste Halbzeit

Bereits am ersten Spieltag gab es das Duell zwischen den Rapidlern und den Salzburgern. Bei der 0:2 Niederlage haben die Wiener zwar dagegengehalten, von einem Punktgewinn war man dennoch recht weit entfernt. Für den Cupschlager vor 20.400 Fans hat Didi Kühbauer eine sehr defensive Ausrichtung ausgegeben. Vor der Abwehrdreierkette mit Christopher Dibon, Maximilian Hofmann und Mateo Barac ein zentrales Mittelfeld mit Derbyentdeckung Dalibor Velimirovic, Dejan Ljubicic und Kapitän Stefan Schwab. Flankiert von Maximilian Ullmann und erstmals Filip Stojkovic. Als Stürmer fungierten Koya Kitagawa und Taxiarchis Fountas.
 
Damit hat Rapid Wien den Fokus auf eine stabile Defensive, das Zentrum und in der Offensive schnelle Spieler gerichtet. Ein probater Matchplan, der gegen das mit Brausemillionen finanzierte Salzburg gut funktioniert hat. Immerhin haben die Mozartstädter in zehn Pflichtspielen unglaubliche 49 Tore erzielt. Mit lediglich 36% Ballbesitz, dafür aber vier zu zwei Schüssen auf das Tor, ging es zum Pausentee. Der den Gästen offenbar besser gemundet hat.
 

Spannende zweite Halbzeit

Der Freistoßtreffer von Dominik Szoboszlai war eine Augenweide. Der Premierentreffer von Koya Kitagawa schnell herausgespielt. Letztendlich spielentscheidend die Minute 66. Ein für Torwart Cican Stankovic unhaltbarer Schuss von Dalibor Velimirovic klatscht von der Stange zurück ins Feld und in der Folge begeht Kapitän Stefan Schwab ein vollkommen unnötiges Gelbfoul. Und marschiert als bereits verwarnter Spieler vom Platz. In der Nachspielzeit beendet auch Dalibor Velimirovic mit einem derben Foul seinen Arbeitstag vorzeitig. Die Reaktion auf den zweiten Platzverweis fällt mit Nachwuchsspieler Lion Schuster mutig aus.
 

Rückzugsgefecht und (Fehl?)-Entscheidung in letzter Sekunde

Schiedsrichter Bernhard Eisner kann man vielleicht viel vorwerfen. Eine Bevorzugung des SK Rapid Wien gewiss nicht. Schon die erste Gelbe Karte für Stefan Schwab war umstritten. Vor dem zweiten Gelbfoul von Dalibor Velimirovic gab es ein klares Foul an Maximilian Hofmann. Die Nachspielzeit nach 120 Minuten nur schwer zu rechtfertigen. Und der entscheidende Treffer vielleicht sogar abseits. Denn Masaya Okugawa steht beim 2:1 für die Gäste vor Torhüter Richard Strebinger. Befindet er sich im strafbaren Abseits. Nicht für den Unparteiischen.
 

Screenshot Rapid Wien FC Salzburg abseits
© Screenshot ORF

 

Fazit und wie geht es weiter?

Trübsal blasen, wäre der vollkommen falsche Ansatz. Das Betreuerteam des SK Rapid Wien hat gezeigt, wie man dem Angriffsfurioso der Salzburger beikommen kann. Kleinigkeiten haben letztendlich zu Ungunsten des österreichischen Rekordmeisters entschieden. Das wurde auch von den Fans im Stadion honoriert.
 
Welche die Mannschaft auch nach dem unglücklichen Ausscheiden frenetisch gefeiert haben. Alle Tribünen. Diese Leistung, dieser Einsatz, diese Leidenschaft muss aber auch der Anspruch des SK Rapid Wien sein. Und gleichzeitig die Forderung an jeden Rapidfan. Diese Mannschaft hat sich eure Unterstützung im Weststadion verdient. Dort sehen wir einander hoffentlich alle im Heimspiel gegen TSV Hartberg. Für Rapid Wien. Für unsere Farben!
 

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