SCR Altach vs. Rapid Wien – die Spielvorschau

rapid Altach

Rapid Wien zu Gast im Ländle! Welche Spieler stehen Didi Kühbauer zur Verfügung? Wie sieht die Bilanz aus den bisherigen Spielen aus? Was sagen die beiden Trainer vor dem Spiel?

 

Ausgangssituation:

Mit dem Heimsieg gegen Schlusslicht Admira Wacker und dem klaren Cuperfolg in Wolfsberg ist bei Rapid Wien nun wieder etwas Ruhe eingekehrt. Am Sonntag geht die Reise ins weit entfernte Altach. Auch nicht unbedingt der beste Boden für die Grün-Weißen. Dennoch ist ein Sieg Pflicht. Fällt er mit zumindest zwei Toren Differenz aus, zieht der Rekordmeister am starken Aufsteiger TSV Hartberg vorbei und ist wieder auf einem Meisterplayoff-Platz. Die Oststeirer haben mit einem Sieg in letzter Sekunde bei Admira Wacker ihre hervorragende Form bestätigt. Im Spitzenspiel der Runde gab es zwischen SKN St. Pölten und dem LASK ein Remis, ebenso zwischen schwächelnden Grazern und Innsbruckern. Eine Punkteteilung wäre auch in der Generali-Arena wünschenswert, RB Salzburg ist gegen SV Mattersburg haushoher Favorit.

Möchte der SCR Altach noch das Meisterplayoff erreichen, zählen einzig Siege. Derzeit müssen die Vorarlberger allerdings eher nach hinten schielen, da sie bloß ein Punkt vom Tabellenende trennt. Der Höhenflug mit vier unbesiegten Meisterschaftsspielen hat mit der Heimniederlage im Cup gegen den LASK einen Dämpfer erhalten. Überhaupt ist die Heimbilanz in den ersten 12 Runden desaströs. Einem Sieg stehen gleich fünf Niederlagen gegenüber.

Vor dem Heimspiel gegen Altach haben wir unseren Gegner bereits unter die Lupe genommen: http://gruenaufweiss.at/rapid-altach-spielvorschau-august-2018/. Und hernach das Spiel analysiert: http://gruenaufweiss.at/rapid-altach-analyse-august-2018/

 

Rapids Personalsituation:

Beim WAC hat Tainer Didi Kühbauer nur 2 Veränderungen vorgenommen und Marvin Potzmann und Manuel Martic durch Mert Müldür und Dejan Ljubicic ersetzt. Mit Experimenten ist wohl auch in Altach nicht zu rechnen, weswegen ein 4-2-3-1 wieder zu erwarten ist.

Tor: In Villarreal hat sich Teamtorhüter Richard Strebinger von der allgemeinen Unsicherheit anstecken lassen, in den beiden letzten Spielen hat er wieder wie gewohnt souverän agiert. Tobias Knoflach wird auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen.

Innenverteidigung: Mario Sonnleitner ist gesetzt. Maximilian Hofmann ist rekonvaleszent und Christopher Dibon hat sich in Kärnten nicht schwerer verletzt, wird aber mit einer Gehirnerschütterung fehlen. Mert Müldür hat seine Aufgabe als rechter Verteidiger recht ordentlich erfüllt, Mateo Barac nach seiner Einwechslung wieder einen derben Patzer hingelegt. Auch wenn er ohne Konsequenz geblieben ist. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Kroate den Vorzug erhält.

Außenverteidigung: Links wird Boli Bolingoli beginnen, die Achse mit Andrei Ivan funktioniert immer besser. Rechts wäre der zuletzt formschwache Marvin Potzmann die offensivere Variante, Mert Müldür der defensiv stärkere Spieler. Allerdings ohne großen Vorwärtsdrang. Manuel Thurnwald war auch angeschlagen, Stephan Auer ist weiter verletzt.

Zentrales Mittelfeld: Dejan Ljubicic musste in Wolfsberg angeschlagen vom Feld, ist aber wieder fit und tritt die Auswärtsreise an. Manuel Martic hat daheim gegen Admira Wacker seine bis dato beste Leistung im grün-weißen Dress gezeigt, allerdings haben die Südstädter komplett auf Pressing verzichtet. Kapitän Stefan Schwab wird auch in Altach beginnen, Philipp Malicsek durfte zwar im Lavanttal ein paar Minuten mitwirken, ist aber wohl keine Option für die Startelf. Christoph Knasmüllner hat im Cup den dritten Treffer schlitzohrig erzielt und wird auch in Vorarlberg beginnen. Ivan Mocinic war am Freitag 54 Minuten beim 4:2-Erfolg gegen den Wiener Sportclub im Einsatz, Tamás Szántó ist weiter verletzt.

Flügel: Andrei Ivan und Boli Bolingoli harmonieren links allmählich besser, der Rumäne hat gute Chancen auf einen Einsatz von Beginn weg. Auf einen Torerfolg müssen er und die Rapidfans seit der ersten Meisterschaftsrunde warten. Rechts hat Thomas Murg mit zweieinhalb Assists seine Position gestärkt. Veton Berisha war zuletzt verletzt, fliegt aber nach Altach mit. Aleksandar Kostic darf sich bestenfalls Chancen auf die Ersatzbank ausrechnen. Philipp Schobesberger könnte nach der nächsten Länderspielpause ein Comeback feiern.

Sturm: Mit viel Vorschusslorbeeren wurde der serbische Stürmer Andrija Pavlovic verpflichtet. In Wolfsberg durfte er nicht nur seinen Premierentreffer feiern, sondern verbuchte auch gleich einen Doppelpack. Deni Alar ist wieder genesen und wird vermutlich Ersatzspieler sein. Jérémy Guillemenot konnte auch nach seiner Einwechslung im Cup nicht überzeugen.

 

Der SC Rheindorf Altach 2018/19:

Werner Grabherr hat keine einfache Saison im Ländle. Die beiden 1:1 im Weststadion und bei Sturm Graz waren zwar ein überraschender Erfolg, in den weiteren sechs Begegnungen der ersten acht Meisterschaftsrunden gab es jedoch ebenso viele Niederlagen. Mit Siegen bei Admira Wacker und unserem violetten Lokalrivalen konnte der 33jährige seine Kritiker etwas besänftigen. Durch zwei weitere 1:1 beim LASK und beim SV Mattersburg sind die Altacher in der Meisterschaft nun schon seit vier Runden ungeschlagen. In der Tabelle bedeutet dies den elften Rang und einen Punkt Vorsprung auf die Südstädter. Auf das Meisterplayoff fehlen aktuell acht Zähler.

In der aktuellen Spielzeit ist Oldboy Hannes Aigner mit vier Toren der Toptorschütze, fällt jedoch verletzt aus. Kristijan Dobras durfte heuer dreimal anschreiben, je zweimal der Internationale aus Sambia Brian Mwila und Ex-Rapidler Stefan Nutz, der mit vier Torvorlagen die Assistliste anführt.

Mit Hannes Aigner, Benedikt Zech und Kapitän Philipp Netzer fallen drei wichtige Stammkräfte aus. Der zuletzt erkrankte Innenverteidiger Jan Zwischenbrugger ist wieder gesund.

 

Bilanz:

Von 29 Begegnungen konnte der österreichische Rekordmeister 12 für sich entscheiden, 10 Siege konnte Altach feiern, siebenmal wurden die Punkte geteilt. 54 Tore hat Rapid geschossen, 36 Altach.

Von den 14 Heimspielen gewann Altach sieben, vier Matches endeten Unentschieden und dreimal konnten die Hütteldorfer reüssieren. Der letzte Auswärtssieg datiert aus der Saison 2014/15, im Vorjahr gab es ein 0:0 und 2:2. Stefan Schwab und in letzter Sekunde Lucas Galvao erzielten die beiden Treffer für Rapid.

Dem SCR Altach sind in dieser Saison bereits neun Tore aus Standardsituationen geglückt, Rapid Wien hat erst drei erhalten. Dafür in den letzten beiden Spielen drei Tore nach Eckbällen erzielt.

 

Trainerstimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer:

„Wir sind sehr positiv gestimmt. Wir wollen dort weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben und versuchen, wieder einen Sieg einzufahren.“

„Ich denke, es wird ein ähnliches Spiel wie gegen den WAC. Es ist eine Mannschaft, die uns alles abverlangen wird, die natürlich auch aggressiv gegen den Mann arbeiten wird. Aber mit dem muss man eigentlich immer zurecht kommen.“

„Wir wollen dorthin fahren, ein gutes Spiel machen und die Punkte aus dem Ländle mitnehmen. Und das ist keine einfache Aufgabe.“

Werner Grabherr:

Wir wollen als Mannschaft wieder funktionieren und erfolgreich Fußball spielen. Rapid ist in den vergangenen Wochen zum Leben erwacht und hat zuletzt einige starke Partien abgeliefert. Die Brust wird jetzt etwas größer sein und sie werden am Sonntag alles reinwerfen. Wir gehen mit einem Punkt ins Spiel, den wollen wir verteidigen und wenn es ein Sieg wird, dann stehen wir in der Tabelle zwei Punkte hinter Rapid.

 

Meine Einschätzung:

Rapid muss den in den letzten beiden Spielen angedeuteten Aufwärtstrend unbedingt fortsetzen. Beide Siege waren zwar kein Fußballleckerbissen, aber Balsam für die geschundene Seele der Rapidfans und verunsicherten Spieler. Erst ein Erfolgslauf wird der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen geben. Andrija Pavlovic sollte durch seine beiden Tore Auftrieb erhalten haben. Auch wenn das Ländle in der Vergangenheit oft kein gutes Pflaster für Rapid gewesen ist, müssen die Hütteldorfer drei Punkte mit nach Wien nehmen. Am Donnerstag wartet dann in der Europa League die Revanche gegen den FC Villarreal. Ein Sieg und die Fans dürfen von einem Überwintern im Europacup träumen.

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