Salzburg – Rapid Wien: Vorschau und Infos zum Bundesliga Restart

Der Bundesliga Restart rückt näher! Beinahe drei Monate hat die Unterbrechung der österreichischen Bundesliga gedauert – nun hat das Warten ein Ende und es geht mit dem Meister- und Abstiegsplayoff endlich los. Fans sind leider nicht zugelassen und müssen daheim vor den Fernsehgeräten mitfiebern. Während der Stadtrivale aus Favoriten gegen den Abstieg kämpft, misst sich der SK Rapid Wien im Meisterplayoff mit FC Salzburg, LASK, WAC, Sturm Graz und TSV Hartberg um den Meistertitel und die internationalen Startplätze. In zehn Runden wissen wir mehr.
 
Für den Rekordmeister geht es gleich zünftig los – am Mittwoch, 03. Juni 2020 um 20:30 Uhr in Salzburg. Neben Sky wird das Schlagerspiel auch vom ORF übertragen. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit der Vorschau und den wichtigsten Informationen zum Spiel.
 

Die Ausgangslage

Dank des LASK Urteils haben die Salzburger die Tabellenspitze übernommen und liegen mit 24 Punkten vier Zähler vor dem Rekordmeister. Das Torverhältnis (+48) kann man gegenüber Rapid Wien (+21) getrost als Extrapunkt bezeichnen. Möchten die Hütteldorfer noch um den Meistertitel mitspielen, heißt es in Salzburg verlieren verboten. Mit einem Auswärtssieg würde gleich zu Beginn mächtig Spannung im Titelrennen aufkommen und die Karten neu gemischt werden. Bei einer Pleite und einem gleichzeitigen Erfolg der Wolfsberger in Graz verlieren die Rapidler den dritten Tabellenplatz, der – dank des Cupsiegs der Salzburger – einen fixen Startplatz in der kommenden Europa League Gruppenphase bedeuten würde.
 

FC Salzburg: Zum Cupsieg spaziert

Das Duell zwischen dem Ligakrösus und Austria Lustenau verlief wie erwartet einseitig. Besonders der Ersatztorhüter des Zweitligisten musste seiner Unerfahrenheit Tribut zollen. Dominik Szoboszlai per Freistoß und ein Eigentor von Dominik Stumberger legten bereits nach 20 Minuten den Grundstein für den insgesamt siebenten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte. Winterrekordeinkauf Noah Okafor, Majeed Ashimeru und Sekou Koita schraubten nach dem Seitenwechsel das Endergebnis auf 5:0 hoch.
 
Somit hat Trainer Jesse Marsch seinen ersten Titel mit den Salzburgern feiern können und nun soll auch noch das Double folgen. Auch wenn die Vorarlberger kein wirklicher Gradmesser waren, nimmt der Cuptitel Druck vor dem Restart von der Mannschaft und zeigt, dass die Salzburger als Topfavorit in die ausstehenden zehn Spiele gehen.
 

Bundesliga Restart Salzburg Rapid Wien Vorschau Infos
In Salzburg leider ohne Rapidfans Christian Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

Rapid Wien: Für den Restart gerüstet?

Die Hütteldorfer haben ihr Testspiel vor dem Restart ebenfalls gegen einen Zweitligisten ausgetragen. SV Horn war im Weststadion zu Gast. Vor Torhüter Richard Strebinger bildeten Filip Stojkovic, Mario Sonnleitner, Christopher Dibon und Maximilian Ullmann die Viererkette. Im Mittelfeld zogen Dejan Ljubicic, Kapitän Stefan Schwab, Thomas Murg, Christoph Knasmüllner und Kelvin Arase die Fäden. Taxi Fountas gab zunächst die Solospitze.
 
Der Grieche zeichnete auch nach 18 Minuten für den ersten Treffer verantwortlich. Thomas Murg erzielte acht Minuten später das 2:0. Zur Pause kam Leo Greiml für Mario Sonnleitner. Nach 58 Minuten war der Arbeitstag für Taxi Fountas, Dejan Ljubicic und Thomas Murg beendet – Koya Kitagawa, Dejan Petrovic und Thorsten Schick durften ihr Können zeigen. 19 Minuten vor dem Ende gingen – bis auf Torhüter Richard Strebinger – auch die verbliebenen Startelfspieler duschen und Stephan Auer, Paul Gobara, Dragoljub Savic, Marko Bozic, Srdjan Grahovac und Ercan Kara betraten das Spielfeld. Dem Winterneuzugang war es auch vorbehalten, seinen ehemaligen Teamkollegen den dritten Treffer einzuschenken.
 
SV Horn ist für das schwierige Auswärtsspiel kein Gradmesser gewesen, aber es war das erste Match nach der langen Zwangspause und somit ein wertvoller Test. Rapid Wien hat sich besser als im letzten Test gegen die Niederösterreicher (1:1) geschlagen und muss nun in Salzburg bestehen.
 

Bilanz

Wenn man Austria Salzburg in die Bilanz integriert, sieht es für die Hütteldorfer gut aus. Seitdem der Brausekonzern Millionen in das Team reinbuttert, weniger. Von den jüngsten 18 Duellen hat der Rekordmeister nur ein einziges gewonnen. Ein voller Erfolg in Salzburg wäre somit längst überfällig.
 
FC Salzburg (inklusive Austria Salzburg)Rapid Wien: 67S/46U/80N
Die Bilanz seit 2005 (Einstieg des Brausekonzerns): 31S/15U/13N
 

Personalsituation

Bei den Salzburgern haben im Cupfinale verletzungsbedingt Rasmus Kristensen und Masaya Okugawa gefehlt.
 
Rapid Wien hat folgenden 30-Mann Kader für das Meisterplayoff bekannt gegeben:

Richard Strebinger
Mateo Barac
Mario Sonnleitner
Stefan Schwab
Taxi Fountas
Thomas Murg
Thorsten Schick
Srdjan Grahovac
Dejan Petrovic
Christopher Dibon
Maximilian Hofmann
Tobias Knoflach
Filip Stojkovic
Stephan Auer
Paul Gartler
Christoph Knasmüllner
Ercan Kara
Leo Greiml
Maximilian Ullmann
Koya Kitagawa
Kelvin Arase
Adrian Hajdari
Dejan Ljubicic
Melih Ibrahimoglu
Dragoljub Savic
Marko Bozic
Niklas Hedl
Paul Gobara
Dalibor Velimirovic
Yusuf Demir

 
Verletzungsbedingt nicht dabei sind Philipp Schobesberger, Lion Schuster, Tamas Szanto und Nicholas Wunsch. Mateo Barac wurde im Testspiel geschont.
 

Stimmen

Jesse Marsch nach dem Cupsieg gegen Austria Lustenau: „Das erste Tor von Szobo war sehr wichtig für uns. Danach hatten wir alles im Griff. Der Triumph ist ein gutes Gefühl für uns. Unsere Burschen haben während des Lockdowns so viel investiert. Ich bin sehr stolz auf sie. Diesen Abend und den Titel dürfen wir genießen. Dann geht es zur Liga, die wir natürlich auch gewinnen wollen.“
 
Didi Kühbauer hat sich nach dem Geistertestspiel gegen SV Horn wie folgt geäußert: „Speziell in der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und hätten Möglichkeiten auf eine höhere Führung gehabt. Die Abläufe waren sehr gut und wir haben den Ball gut laufen lassen. In der zweiten Hälfte haben die Wechsel den Rhythmus etwas gestört, aber ich bin zufrieden. Man hat gesehen, dass wir gute Bälle spielen und jeder in der Mannschaft sein möchte. Es war ein guter Test.“
 

Statistik

Die Salzburger haben das letzte Meisterschaftsspiel vor der Zwangspause gegen Sturm Graz gewonnen. Davor hatte das Team von Trainer Jesse Marsch eine Schwächephase erlitten. Rund um das deutliche Aus im Europacup gegen Eintracht Frankfurt gewannen die Mozartstädter vier Spiele in Serie nicht (0S/2U/2N). Die Salzburger sind mit 74 Treffern die Torfabrik der Liga und haben in sämtlichen 22 Bundesligaspielen mindestens einmal getroffen. Erling Braut Haaland hat in 14 Einsätzen 16mal jubeln dürfen, ist aber nach Dortmund abhanden gekommen. Patson Daka braucht sich aber mit 17 Treffern in 21 Spielen auch nicht verstecken.
 
Rapid Wien hat 47 Schüsse im gegnerischen Gehäuse versenkt. Taxi Fountas durfte in 19 Matches 14mal zum Torjubel abdrehen. Christoph Knasmüllner ist mit elf Assists der Topvorlagengeber der Hütteldorfer.
 
FC Salzburg hat mit 28 Punkten die beste Heimbilanz der Bundesliga und nur je einmal remisiert und verloren. Rapid Wien ist mit sieben Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage das zweitbeste Auswärtsteam. Die einzige Pleite bezogen die Grün-Weißen in Salzburg.
 

Ausblick

Es wird für die Rapidler in Salzburg kein einfaches Unterfangen. Nur ein voller Erfolg in den 18 letzten Duellen und auch in dieser Saison gingen alle drei Begegnungen verloren. 0:2 zum Auftakt im Weststadion. 1:2 in der Verlängerung im Cup. Und dank eines Treffers in letzter Sekunde 2:3 in Salzburg. Zweimal hat der amtierende Meister die entscheidenden Tore in der Nachspielzeit erzielt.
 
Aber nach der langen Zwangspause werden auch die Salzburger noch nicht ihren Rhythmus gefunden haben. Eine Chance, die sich der Rekordmeister nicht entgehen lassen sollte. Auch wenn der lautstarke Support der Rapidfans schmerzlich fehlen wird.