Rapids Chancen auf das Meister-Playoff

Rapid Wien

18 von 22 Runden sind gespielt und der österreichische Rekordmeister Rapid Wien dümpelt auf Rang 8 der Liga. Auf Platz 6 fehlen bereits 6 Punkte und auch das Torverhältnis ist deutlich schlechter.

Gelingt der Sprung über den Strich nicht, ist das nicht nur eine sportliche Blamage, sondern auch ein finanzielles Desaster.

Statt hochklassiger Spiele gegen RB Salzburg, LASK, Sturm Graz oder das Wiener Derby, biedere Hausmannskost gegen Admira Wacker, Wacker Innsbruck oder SV Mattersburg. Statt Europacupqualifikation, Abstiegskampf.

Vom geplanten Zuschauerschnitt 20.000+ ist Rapid Wien jetzt schon weit entfernt, fünf Heimspiele im Abstiegs-Playoff werden wohl eher trostlos.

Wie kann Rapid Wien noch den Sprung in das Meister-Playoff schaffen? Wer sind die realistischen Gegner? GRÜN AUF WEISS wagt eine Prognose:

Die Marschrichtung für den österreichischen Rekordmeister ist klar. In den 4 ausstehenden Begegnungen (FC Salzburg daheim, dann SKN St. Pölten und SV Mattersburg auswärts und abschließend TSV Hartberg im Weststadion) müssen 4 Siege eingefahren und somit 12 Punkte geholt werden. Gelingt das nicht, erübrigen sich weitere Spekulationen.

 

Aktuelle Tabelle:

                                                        Spiele    S      U     N      Tore        Diff       Punkte   

1 FC Salzburg 18 15 3 0 46:16 30 48
2 LASK 19 10 7 2 33:18 15 37
3 SKN St. Pölten 18 8 5 5 23:20 3 29
4 WAC 18 7 6 5 29:25 4 27
5 FK Austria Wien 19 8 3 8 24:22 2 27
6 SK Sturm Graz 18 6 8 4 24:19 5 26
7 TSV Hartberg 18 7 2 9 29:37 -8 23
8 SK Rapid Wien 18 5 5 8 17:25 -8 20
9 SV Mattersburg 18 5 4 9 23:34 -11 19
10 FC Wacker Innsbruck 18 4 5 9 17:26 -9 17
11 SCR Altach 18 3 5 10 26:28 -2 14
12 FC Admira 18 2 5 11 17:38 -21 11

 

Die Unerreichbaren:

RB Salzburg und der LASK sind außer Reichweite.

Die Salzburger Filiale des Brausekonzerns müsste sich trotz Punkteteilung schon mehrere Umfaller leisten, um noch ernsthaft im Kampf um den Meistertitel gefährdet werden zu können.

In Linz wird hervorragend gearbeitet und Platz 2 ist der verdiente Lohn. Einiges wurde aus Salzburg abgekupfert, eine Mannschaft nicht nur aufgebaut, sondern auch zusammengehalten und jetzt erntet man in der Stahltstadt die Früchte des Erfolgs. Mit dem 21jährigen Brasilianer Klauss konnte man die Qualität in der Offensive noch weiter stärken.

 

Die Unrealistischen:

SKN St. Pölten:

 

Restliches Programm:

TSV Hartberg (a)

Rapid Wien (h)

Admira Wacker (a)

SV Mattersburg (h)

 

Zugänge:

George Davies: FC Riga (Leih-Ende)

Abgänge:

Osarenren Okungbowa: FAC

Stephan Palla: Burinam United

Damir Mehmedovic: SV Lafnitz

Patrick Puchegger: SKU Amstetten (Leihe)

 

Testspiele:

SKN St. Pölten – SKU Amstetten 4:2 (3:2)

SKN-Tore: Fountas (2), Ambichl, Schütz.

SKN St. Pölten – FC Blau-Weiß Linz 3:0 (1:0)

SKN-Tore: Hofbauer, Ouedraogo, Feiertag.

SKN St. Pölten – SV Guntamatic Ried 2:1 (0:1)

SKN-Tore: Schütz, Vucenovic.

SKN St. Pölten – KF Shkendija Tetovo (MKD) 2:2 (2:2)

SKN-Tore: R. Ljubicic, Bajrami.

SKN St. Pölten – FC Hammarby (SWE) 0:1 (0:0)

SKN St. Pölten – NK Olimpija Ljubljana (SLO) 2:0 (0:0)

SKN-Tore: Gartler (2).

 

Einschätzung und Prognose:

Der SKN St. Pölten ist die größte Überraschung der aktuellen Spielzeit. In der letzten Saison dem Abstieg gerade noch von der Schippe gesprungen, zieren die niederösterreichischen Landeshauptstädter nun Platz 3 der Tabelle.

Trainer Didi Kühbauer folgte im Herbst dem Ruf seines Herzensvereins, sein Nachfolger Ranko Popovic scheint nicht unumstritten zu sein. Im Kader gab es nur geringfügige Veränderungen. Nach vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage in der Vorbereitung setzte es im Cup-Viertelfinale eine 0:6-Abfuhr beim LASK.

9 Punkte und ein um 11 Treffer schlechteres Torverhältnis müssten die Hütteldorfer aufholen. Es gibt zwar noch ein direktes Duell, aber bei den drei restlichen noch auszutragenden Begegnungen, in Hartberg, der Südstadt und daheim gegen die Mattersburger, werden die Wölfe die nötigen vier Punkte wohl holen. Auch wenn das Debakel im Cup-Viertelfinale am Selbstvertrauen nagen mag.

 

WAC:

 

Restliches Programm:

SCR Altach (h)

RB Salzburg (a)

TSV Hartberg (a)

Admira Wacker (h)

 

Zugänge:

Sekou Koita: FC Liefering (Leihe)

Romano Schmid: Werder Bremen (Leihe)

Kevin Friesenbichler: Austria Wien (Leihe)

Abgänge:

Dever Orgill: MKE Ankaragücü

 

Testspiele:

WAC – RB Leipzig 0:1 (0:1)

WAC – SV Kapfenberg 5:3 (4:3)

WAC-Tore: Koita (2), Steiger, Ritzmaier, Hodzic

WAC – SV Ried 0:1 (0:0)

WAC – FC Liefering 0:0

WAC – BATE Borisov (BLR) 2:1 (0:1)

WAC-Tore: Steiger, Kigbu.

WAC – Akhmat Grosny (RUS) 1:2 (1:2)

WAC-Tor: Friesenbichler.

WAC – NK Krsko (SLO) 0:2

WAC – NK Celje (SLO) 4:1 (1:0)

WAC-Tore: Liendl (2), Friesenbichler, Schmid.

 

Einschätzung und Prognose:

Der WAC hat einen sensationellen Herbst gespielt und darf sich berechtigte Hoffnungen auf den Europa Cup machen. Mit Trainer Christian Ilzer sitzt ein weiterer Pluspunkt auf der Bank. Der Abgang von Dever Orgill mag zwar schmerzen, mit den hochtalentierten Youngsters Sekou Koita und Romano Schmid, sowie dem erfahrenen Kevin Friesenbichler ist die Offensice sogar noch stärker einzuschätzen. 3 Siege, 1 Remis und 4 Niederlagen in der Vorbereitung sind keine tolle Bilanz, Sorgen braucht man sich im Lavanttal vermutlich keine machen.

7 Punkte und 12 Tore beträgt Rapids Rückstand auf den WAC. Auch wenn in Salzburg Punkte unrealistisch sind, verspricht das Restprogramm 7 Punkte und somit werden die Kärntner kaum einzuholen sein.

 

Austria Wien:

 

Restliches Programm:

TSV Hartberg (h)

SCR Altach (h)

Sturm Graz (a)

 

Zugänge:

Sterling Yatéké: Turun Palluseura (FIN)

Abgänge:

Lucas Venuto: Vancouver Whitecaps

Kevin Friesenbichler: WAC (Leihe)

 

Testspiele:

Austria Wien – SC Wiener Neustadt 0:1 (0:0)

Austria Wien – SV Guntamatic Ried 3:2 (1:1)

Austria-Tore: Ewandro, Igor, Hahn.

Austria Wien – Dinamo Zagreb (CRO) 2:0 (0:0)

Austria-Tore: Sarkaria, Yakété.

Austria Wien – Roter Stern Belgrad (SRB) 0:3 (0:1)

Austria Wien – AS Trencin (SVK) 2:2 (1:2)

Austria-Tore: Ewandro, Edomwonyi.

Austria Wien – FCM Traiskirchen 9:0 (3:0)

Austria-Tore: Monschein (3), Grünwald (2), Hahn, Sarkaria, Turgeman, Fitz.

 

Einschätzung und Prognose:

Mit Platz 5 und bereits 10 Punkten Rückstand auf Rang 2 und gar 21 auf die Salzburger kann man am Verteilerkreis nicht zufrieden sein. Auch wenn der Kantersieg im Derby einiges zuzudecken vermochte. Der Abgang von Lucas Venuto mag zu verschmerzen sein, die Leihe von Kevin Friesenbichler an einen direkten Konkurrenten im Kampf um einen internationalen Startplatz irritiert. Mit dem jungen Sterling Yatéké wurde ein interessanter Perspektivspieler geholt.

7 Punkte und 10 Toren fehlen den Hütteldorfern auf die Favoritner. Im Cupbewerb hat man sich beim GAK blamiert und bei der 0:2-Niederlage in Pasching beim LASK in 90 Minunten keinen einzigen Schuss auf das Tor abgegeben. Es brennt lichterloh am Verteilerkreis. Mit den Hartbergern und Altachern warten im heimischen Stadion nun schlagbare Gegner, wo 6 Punkte eingeplant sind. Gelingt das nicht, muss in der letzten Runde in Graz gepunktet werden.

 

Die Möglichen:

Sturm Graz:

 

Restliches Programm:

SV Mattersburg (a)

LASK (h)

RB Salzburg (a)

Austria Wien (h)

 

Zugänge:

Arnel Jakupovic: FC Empoli (Leihe)

Gideon Mensah: FC Liefering (Leihe)

Ivan Ljubic: TSV Hartberg (Leih-Ende)

Juan Domínguez: FC Reus Deportiu

Abgänge:

Peter Zulj: RSC Anderlecht

Filipe Ferreira: CD Nacional (Leihe)

Gabriele Piras: SV Lafnitz

 

Testspiele:

SK Sturm Graz – Vorwärts Steyr 2:2 (1:1)

Sturm-Tore: Lovric, Zettl.

SK Sturm Graz – SC Weiz 9:0 (3:0)

Sturm-Tore: Jakupovic (3), Hosiner (2), Spendlhofer, Kiteishvili, Jantscher, Lema.

SK Sturm Graz – Dunajska Streda (SVK) 3:1 (2:0)

Sturm-Tore: Jakupovic (3)

SK Sturm Graz – Lech Posen (POL) 2:1 (1:0)

Sturm-Tore: Schrammel, Ljubic.

SK Sturm Graz – AC Horsens (DEN) 1:1 (0:0)

Sturm-Tor: Hosiner.

SK Sturm Graz – FC Randers (DEN) 2:3 (1:2)

Sturm-Tore: Jantscher, Lema.

SK Sturm Graz – Austria Klagenfurt 2:1 (0:0)

Sturm-Tore: Maresic, Lema.

SK Sturm Graz – SKU Amstetten 4:3 (1:0)

Sturm-Tore: Hosiner (3), Lema.

SK Sturm Graz – NK Domzale (SLO) 1:1 (1:0)

Sturm-Tor: Maresic.

 

Einschätzung und Prognose:

Als Vizemeister und Cupsieger haben die Grazer die letzte Saison beendet. Umso ärgerlicher verliefen dann der Sommer und der Herbst. Die beiden Wiener Clubs haben am erfolgreichen Kader genascht und der Europacup war mit 4 Niederlagen in 4 Spielen ernüchternd. Nach schwachen Ergebnissen in der Meisterschaft musste im November auch Cheftrainer Heiko Vogel seinen Hut nehmen. Unter Roman Mählich ist der Erfolg in die steirische Landeshauptstadt zurückgekehrt. Mit 10 Punkten aus 4 Spielen und keinem einzigen Gegentreffer nimmt man nun Platz 6 ein und wäre für das Meister-Playoff qualifiziert. Die Winterabgänge von Gabriele Piras (bei den Amateuren im Einsatz) und Felipe Ferreira sind verkraftbar. Peter Zulj war zwar in der Meisterschaft der Toptorschütze und zweitbeste Vorlagengeber, mit den lukrierten Einnahmen können die Grazer weiter in die Mannschaft investieren. Der U21-Teamspieler Arnel Jakupovic hat in der Vorbereitung aufzeigen können. Der erfahrene Juan Domínguez und Shootingstar Ivan Ljubic sollen die Lücke im Mittelfeld schließen. Von den 9 Testspielen konnten 5 gewonnen werden und nur ein einziges Match ging verloren.

Auf die Steirer fehlen den Wienern 6 Punkte und das Torverhältnis ist sogar um 13 schlechter. Die Grazer haben eine schwierige Auslosung. Mit dem SV Mattersburg wartet gleich zum Auftakt der vermeintlich leichteste Gegner. Allerdings im Pappelstadion. Gelingen keine 3 Punkte steigt der Druck. Mit dem LASK, RB Salzburg und Austria Wien warten danach unangenehme Gegner.

 

TSV Hartberg:

 

Restliches Programm:

SKN St. Pölten (h)

Austria Wien (a)

WAC (h)

Rapid Wien (a)

 

Zugänge:

Reuben Acquah: FC Juniors Oberösterreich (Leihe)

Peter Tschernegg: FC St. Gallen

Mohamed Camara: FC Liefering (Leihe)

David Cancola: Young Violets

Meris Skenderovic: TSG Hoffenheim II (Leihe)

Abgänge:

Ivan Ljubic: Sturm Graz (Leih-Ende)

Youba Diarra: : FC Liefering (Leih-Ende)

Marcel Holzer: SKU Amstetten

 

Testspiele:

TSV Hartberg – SC Fürstenfeld 6:1 (3:1)

Hartberg-Tore: Tadic (2), Schubert, Sanogo, Flecker, Kovacevic.

TSV Hartberg – FC Gleisdorf 7:2 (3:1)

Hartberg-Tore: Rep (2), Tadic (2), Kröpfl, Flecker, Camara.

TSV Hartberg – SC Wiener Neustadt 3:3 (2:3)

Hartberg-Tore: Flecker, Heil, Sanogo.

TSV Hartberg – SV Lafnitz 1:2 (0:1)

Hartberg-Tor: Kröpfl.

TSV Hartberg – Kapfenberger SV 3:2 (0:2)

Hartberg-Tore: Heil, Sittsam, Kovacevic.

TSV Hartberg – AFC Eskilstuna (SWE) 1:3 (0:2)

Hartberg-Tor: Tadic.

TSV Hartberg – Spartak Trnava (SVK) 1:1 (0:1)

Hartberg-Tor: Tadic.

TSV Hartberg – Lyngby BK (DAN) 1:2 (0:1)

Hartberg-Tor: Rasswalder.

 

Einschätzung und Prognose:

Was war das nicht für ein turbulenter Sommer und Herbst in der steirischen Kleinstadt. Die Lizenz für die österreichische Bundesliga wurde erst in letzter Instanz erteilt, da hatten der Erfolgstrainer und wichtige Stützen bereits bei anderen Vereinen unterschrieben. So musste innerhalb kürzester Zeit mit den bescheidenen vorhandenen finanziellen Mitteln ein schlagkräftiges Team für den neuen Chefcoach Markus Schopp auf die Beine gestellt werden. Das hat funktioniert. Entgegen aller Expertenmeinungen. Zwischenzeitlich sogar auf Rang 5 gelegen, kämpfen die Oststeirer statt gegen den Abstieg um die Teilnahme am Meister-Playoff. Der Leihvertrag mit Youba Diarra musste aufgrund seiner schweren Verletzung aufgelöst werden und der starke Ivan Ljubic wurde zurück nach Graz beordert. Dafür hat man aber interessanten Ersatz geholt. Sie müssen sich aber erst beweisen. Die Vorbereitungsspiele verliefen mit 3 Siegen, 2 Unentschieden und 3 Pleiten durchwachsen. Die 20 Gegentreffer in den letzten 5 Pflichtspielen muss die Schopp-Elf in den Griff bekommen.

3 Punkte Rückstand müssen aufgeholt werden. Bei einem gleich schlechten Torverhältnis und noch einem Heimspiel im Weststadtion sollte Rapid Wien am Aufsteiger vorbeiziehen können.

 

Fazit:

Der SK Rapid muss nicht nur gleich zum Auftakt die in der Meisterschaft bislang ungeschlagenen Salzburger besiegen, sondern darf sich auch in den weiteren 3 Begegnungen keine Blöße geben. Zudem muss auch am deutlich negativen Torverhältnis gearbeitet werden. Erst wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt sind, darf man überhaupt zu spekulieren beginnen.

RB Salzburg und der LASK sind bereits uneinholbar.

SKN St.Pölten, WAC und Austria Wien müssten kräftig patzen, damit sie noch in Reichweite kommen können.

Die Hoffnungen ruhen auf den beiden steirischen Clubs.

Gelingen den Hütteldorfern die 12 Punkte, sollten zumindest die Hartberger überholt werden können.

Sturm Graz darf, wenn überhaupt, maximal 6 Punkte machen. Und das würde vermutlich schon reichen, sollten die Hütteldorfer nicht 4 Kantersiege einfahren.

Nach dem verpatzten Auftakt ist auch der Rivale aus Favoriten noch nicht durch. Es warten zwar nun vermeintlich leichte Heimspiele, weitere Patzer kann sich Trainer Thomas Letsch nicht mehr leisten.

Die Chance für den SK Rapid auf das Meister-Playoff ist gering. Selbst wenn die restlichen 4 Matches gewonnen werden. Trotzdem müssen die Mannschaft, die Fans und die Verantwortlichen an das schier Unmöglich glauben. Wer, wenn nicht Rapid, sollte das noch schaffen?

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