Der SK Rapid Wien im Wahlkampf. Ein Kommentar.

Rapid Wien Wahl Roland Schmid oder Martin Bruckner

„Wahlkampf ist eine Zeit fokussierter Unintelligenz“

Jetzt mag es ungewöhnlich sein, einen Beitrag in unserem Grün auf Weiß Rapid Blog ausgerechnet mit einem Zitat von jemandem zu eröffnen, der offensichtlich keine Ahnung von Fußball haben kann. Allerdings hat der ehemalige Wiener Bürgermeister mit dieser Aussage Wahlkämpfe treffend analysiert. Und da zumindest seine Gattin Rapidmitglied ist, wird man uns das hoffentlich nachsehen. Zudem hat auch unser scheidender Präsident Michael Krammer zuletzt auf dieses Zitat zurückgegriffen.
 

Rapid Wien im Wahlkampf

Am 25. November 2019 wählen die Rapidmitglieder einen neuen Präsidenten und ein neues Präsidium. Erstmals in der so ruhmreichen Geschichte des österreichischen Rekordmeisters wurden vom sechsköpfigen Wahlkomitee zwei Listen zugelassen. Nachdem ursprünglich sogar drei Kandidaten ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht hatten. Zwei haben mittlerweile fusioniert. Hinter „Agenda 2019 – 2022“ mit dem Motto Evolution statt Revolution steht die „Liste Leitbild“, das Team von Präsidentschaftskandidat Martin Bruckner. Präsidentschaftskandidat Roland Schmid hat sein Konzept unter dem Titel „Grün-weiße Weichenstellung JETZT!“ veröffentlicht und möchte mit seinem “TEAM GRÜN WEISS” unter dem Motto Alles für den Sport reüssieren.
 

Medialer Hype

Die mediale Aufmerksamkeit ist enorm. Während wohl 90% der lila Fans den Namen des eigenen Präsidenten nicht kennen und dessen Bestellung nicht einmal der regionalen Ausgabe der Bezirkszeitung eine Meldung wert war, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo Neuigkeiten über den Hütteldorfer Präsidentschaftswahlkampf zu erfahren sind. Von den Kandidaten, den Teams, Fangruppen, Legenden, Ex-Präsidenten, etc. Selbst Fernsehduelle hat es bereits gegeben. Rapid Wien zieht die Menschen in seinen Bann. Mehr denn je.
 

Demokratie will gelernt sein

So positiv ein demokratischer Prozess mit zwei Listen und Konzepten auch sein mag – er birgt auch Gefahren. Denn wir brauchen keinen Riss, der durch die Rapidfamilie geht. Bislang ging es bis auf ein paar kleinere Scharmützel gesittet zu. Von einem Wahlkampf, wie ihn der geübte und oft betrübte Österreicher nur allzu gut kennt, sind wir ein großes Stück entfernt geblieben. Auch wenn es das ein oder andere Periodikum zwecks Auflagensteigerung gerne anders gehabt hätte.
 

Rapid Blog Grün auf Weiß mit einer Wahlempfehlung

Nachdem sich nun schon mehrere Gruppen und Personen geoutet und ihre Wahlempfehlungen – gefragt oder ungefragt – abgegeben haben, möchte auch das Team des Rapid Blogs Grün auf Weiß nicht nachstehen.
 
Liebe Rapidlerinnen und liebe Rapidler,
lest euch die beiden interessanten Konzepte der Kandidaten Martin Bruckner und Roland Schmid selbst durch und bildet euch eure eigene Meinung. Es gibt ausreichend Informationen zu beiden Listen, Kandidaten und Konzepten. Das haben wir auch gemacht. Wir haben uns beide Konzepte für die Gestaltung einer hoffentlich sportlich erfolgreicheren Zukunft des SK Rapid Wien angesehen. Beide haben Stärken und Schwächen. Es gibt spannende Ansätze. Manches klingt vielleicht utopisch, aber ambitioniert. Fakt bleibt allerdings, dass es beiden Kandidaten mit ihren kompetenten Teams um eine positive Zukunft unseres Vereins geht. Und das sollte man anerkennen. Denn in diesem Wahlkampf geht es nicht ideologisch wie etwa bei Van der Bellen vs. Hofer oder brutal wie bei Simmering gegen Kapfenberg zu. Es geht nicht um Gewinner oder Verlierer, sondern ausschließlich um das Wohl unseres Herzensvereins.
 
Wir empfehlen euch: Informiert euch, entscheidet mit grün-weißem Herz und Verstand und geht am 25. November zur Wahl.
 

Wie geht es nach der Wahl weiter?

Unbedingt versöhnlich. Ohne Wenn und Aber. Wenn die Wahl geschlagen ist und die Mehrheit der Rapidlerinnen und Rapidler ihre Entscheidung getroffen hat, muss von der ersten Minute weg wieder ausschließlich für das Wohl des SK Rapid Wien gearbeitet werden. Die Ersten bei der Wahl haben auf die Zweiten zuzugehen und müssen ihnen die Hand entgegenstrecken. Die Unterlegenen dürfen nicht eingeschnappt oder angefressen sein, sondern müssen sich und ihre Ideen weiter für den SK Rapid Wien einbringen. Denn egal wer den Präsidentschaftswahlkampf gewinnt: Der Zusammenhalt in der Rapidfamilie darf durch diesen Wahlkampf nicht beschädigt sein.
 

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