Rapid Wien vs. TSV Hartberg – die Spielvorschau

Rapid Wien empfängt Aufsteiger TSV Hartberg im Weststadion! Gelingt der dritte Meisterschaftssieg im Frühjahr? Wie kann der Sprung in das Meisterplayoff noch gelingen? Was sagen die Verantwortlichen vor dem Spiel?

 

Ausgangssituation:

Es war angerichtet. Mit 2 Siegen und 6:0 Toren ist der österreichische Rekordmeister nach Mattersburg gereist, um die längste Siegesserie in dieser Saison – traurig aber wahr – zu prolongieren und die Chance auf das Meisterplayoff nicht nur zu wahren, sondern auch deutlich zu erhöhen.

Da aber auch die Gastgeber noch eine Restchance auf die TOP 6 haben, sind 10.200 Fans nach Mattersburg gepilgert. Um ein noch besser besuchtes Pappelstadion zu finden, muss man bis in das Jahr 2010 zurückblicken. Am 13. November 2010 empfing der Tabellenneunte SV Mattersburg den Siebenten SK Rapid Wien vor 10.700 Fans. Eine Parallele. Atdhe Nuhiu, mittlerweile bei Sheffield Wednesday in der englischen Championship unter Vertrag, schoss die Rapidler in der Nachspielzeit zum Ausgleich. Gegen nur noch 9 Mattersburger.

Selbst die Sonne erschien letzten Sonntag kurz vor Spielbeginn am burgenländischen Firmament und wollte sich die wundersame Frühjahrsauferstehung der Rapidler nicht entgehen lassen. Gewundert wird sie sich am ehesten über das holprige Geläuf haben. Rasenpilz findet man offenbar nicht nur in Hütteldorf.

Unbeeindruckt davon zeigten sich die Hausherren. Und waren nicht gewillt, bei Rapids erhoffter Rückkehr unter die ersten 6 Mannschaften in der Tabelle staunend Spalier zu stehen.

Die Matterburger legten das Spiel körperlich robust (24 Fouls), aber nicht ruppig (2 Gelbe Karten) an und wurden von Trainer Klaus Schmidt optimal auf das für beide Teams wichtige Match vorbereitet und eingestellt. Rapid Wien war zwar in fast allen Statistiken besser, die Burgenländer aber in den entscheidenden Situationen giftiger, wacher, gedankenschneller und entschlossener. Beim ersten Gegentreffer trabte Manuel Martic dem 23jährigen Andreas Gruber aufreizend lässig hinterher – der ehemalige U21-Teamspieler versenkte einen Kunstschuss im Kreuzeck. Ein Gastgeschenk brachte die Hütteldorfer zurück ins Spiel. Wie man als Stürmer eine hundert- eher sogar tausendprozentige Chance vergibt, zeigte Andrija Pavlovic. Wie man sie nützt, Innenverteidiger Thorsten Mahrer. Anstatt in der Tabelle bis auf einen Punkt auf Platz 3 heranzurücken, wackelt die Teilnahme am Meisterplayoff nun gehörig.

TSV Hartberg hat noch eine minimale Chance auf das Meisterplayoff. 3 Punkte fehlen auf ihre Landsleute aus Graz. Allerdings müssten auch 12 Tore aufgeholt werden. Und SV Mattersburg beim SKN St. Pölten nicht gewinnen.

 

Wie schafft Rapid noch den Aufstieg?

 

 

 

 

 

Ein Sieg ist Grundvoraussetzung. So steigt Rapid Wien noch auf:

  • Sturm Graz verliert.
  • Sturm Graz remisiert. Rapid muss das bessere Torverhältnis haben und 5 Tore aufholen.
  • WAC verliert. Rapid muss das bessere Torverhältnis haben und 4 Tore aufholen.
  • SV Mattersburg darf nicht das bessere Torverhältnis haben – derzeit haben sie 6 Tore Rückstand

 

Personalsituation:

Didi Kühbauer kann aus dem Vollen schöpfen. Neben Tamás Szántó und Ivan Mocinic fällt einzig Christopher Dibon weiterhin aus. Paul Gartler war bei Rapid II im – erfolglosen – Einsatz. Der zuletzt erkrankte Marvin Potzmann ist wieder gesund. Aufgrund des Österreichertopfs stehen die Chancen für Mateo Barac weiterhin schlecht.

Marvin Potzmann könnte Stephan Auer als rechter Außenverteidiger aus der Startelf verdrängen.

Der in St. Pölten überragende Srdjan Grahovac durfte in Mattersburg unverständlicherweise nicht mitmachen, könnte aber eine Alternative für den schwachen Manuel Martic sein.

Auch wenn Andrija Pavlovic im Burgenland keinen guten Tag hatte und die größte Chance des Spiels leichtfertig vergeben hat, ist mit ihm in der Startformation zu rechnen. Eine Doppelspitze mit Aliou Badji wäre je nach Spielverlauf eine Alternative.

Trainer Markus Schopp muss mit Mohamed Camara lediglich einen Spieler verletzt vorgeben.

 

TSV Hartberg seit der Cupniederlage im Weststadion:

Vor dem Cupmatch haben wir die Gäste unter die Lupe genommen: Spielvorschau Cupviertelfinale: Rapid vs. Hartberg und danach das Spiel analysiert: Match-Analyse Cupviertelfinale: Rapid vs. Hartberg.

In der 19. Runde empfingen die Steirer den SKN St. Pölten. Trotz drückender Überlegenheit (18:6 Torschüsse) mussten die Hartberger noch den Ausgleich aus einem Elfmeter hinnehmen.

Beim ehemaligen FK Magna agierte der Aufsteiger mehr als eine Halbzeit in Überzahl. Es wurden auch 2 Tore erzielt. Allerdings traf der Gegner doppelt so oft.

Auch im Heimspiel gegen den WAC schwächte sich der Gegner mit einer Ampelkarte. Dieses Mal reichte es für die Hartberger wenigstens noch zu einem Punktgewinn.

 

Bilanz und Statistik:

Am Sonntag trägt der SK Rapid Wien sein erstes Meisterschaftsheimspiel gegen TSV Hartberg aus.

Auswärts setzte es in der 11. Runde eine empfindliche 0:3-Niederlage.

Beide Cupheimspiele konnten klar (2010: 3:0; 2019: 5:2) gewonnen werden.

Die Bilanz von Trainer Markus Schopp ist gegen Rapid Wien mit einem Sieg und 2 Niederlagen negativ.

Mit 33 Volltreffern haben die Steirer die drittmeisten Tore erzielt, mit 43 aber dafür die meisten erhalten.

Bloß 2 Tore wurden per Kopf erzielt.

Bis zum Pausentee ist das Torverhältnis der Gäste mit 13:15 noch fast ausgeglichen. Mit 20:28 Toren ist in der zweiten Halbzeit mit einem Spektakel zu rechnen.

Der 35jährige Schiedsrichter Manuel Schüttengruber leitet sein 26. Rapidspiel. Die Bilanz ist aus Sicht des Rekordmeisters leicht positiv (9 Siege, 8 Remis, 8 Niederlagen). Allerdings konnten die letzten 4 Spiele unter seiner Leitung nicht gewonnen werden. Die letzten beiden Heimspiele gingen gegen SCR Altach und Sturm Graz jeweils mit 1:2 verloren.

 

Stimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer: „Unsere Zielsetzung ist, dass wir das Spiel gewinnen, das ist ja ganz klar. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen und das werden wir tun.“

Fredy Bickel: Wir stehen nicht vor Rechenaufgaben, das sollten wir nicht tun. Wir wollen unsere Hausaufgaben erledigen. Wir haben am letzten Sonntag unsere Aufgabe nicht erfüllt.

Thomas Murg: „Wir waren enttäuscht, aber wir haben diese Woche gut gearbeitet. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das hätten wir letzten Sonntag schaffen können, das ist uns leider nicht gelungen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das letzte Spiel gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen. Wir werden am Sonntag eine Topleistung brauchen.

 

Ausblick:

Was spricht noch für den Sprung unter die ersten 6 der Tabelle?

Wenig.

Rapid muss nicht nur selbst einen Kantersieg gegen die Hartberger einfahren, sondern ist auch von den Ergebnissen in Graz und Wolfsberg abhängig.

Die Fans der Favoritner werden eine Niederlage in Graz verschmerzen können, wenn dadurch der österreichische Rekordmeister blamiert wird. Auch den Kärntnern ist im Heimspiel gegen Admira Wacker ein Punktgewinn zuzutrauen.

Allerdings hat man im 10. Wiener Gemeindebezirk den Trainer ausgetauscht. Möchte Interimstrainer Robert Ibertsberger ein längerfristiges Engagement als Chefchoach, muss er punkten. Auch die Mannschaft wird sich nach der Blamage daheim gegen Altach rehabilitieren wollen.

Als Reaktion auf die klare Heimniederlage gegen den LASK gab es für Sturm Graz ein respektables 0:0 beim Ligakrösus in Salzburg. Mit einem Heimsieg spielen die Steirer fix im Meisterplayoff.

Der WAC ist etwas mau ins Frühjahr gestartet. Auf eine Nullnummer im Lavanttal gegen SCR Altach folgte eine standesgemäße Pleite in Salzburg. Nach dem 1:1 in Hartberg ist gegen Admira Wacker nun verlieren verboten.

Die Südstädter sind hingegen mit 3 Siegen optimal gestartet und strotzen vor Selbstvertrauen. Trainer Reiner Geyer scheint angekommen zu sein und hat seinem Team in der Wintervorbereitung neues Leben eingehaucht.

Realistisch betrachtet, hat Rapid Wien keine Chance mehr auf das Meisterplayoff. Sollte doch wer patzen, müssen die Hütteldorfer ihre Hausaufgaben erledigt haben. Das haben der Sportdirektor und der Trainer auch angekündigt.

 

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