Rapid Wien vs. Villarreal Club de Fútbol – die Spielvorschau

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Rapid Wien im Rückspiel gegen Villarreal um Wiedergutmachung bemüht! Wie ist die Personalsituation beim Rekordmeister? Wie ist es den Spaniern seither ergangen? Was sagen Trainer Didi Kühbauer und Innenverteidiger Mario Sonnleitner vor dem Spiel?

 

Ausgangssituation:

Erst 14 Tage ist das Debakel von Villarreal her und schon gibt es ein Wiedersehen.

Rapid Wien ist die Generalprobe beim SC Rheindorf Altach nur zur Hälfte geglückt – in der ersten Hälfte. In der zweiten Halbzeit gab es einen Rückfall in alte Muster und eine letztendlich gerechte Punkteteilung. Durch die vielen Remis in der Gruppe G ist trotz der beiden Auswärtsniederlagen noch nicht viel passiert und Rapids Chancen intakt. Allerdings muss nun gegen Villarreal ein Sieg her. Dann wäre sogar – abhängig vom Ergebnis des Parallelspiels – Platz 1 möglich. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage wäre ein Aufstieg auch noch immer möglich.

Den Verein http://gruenaufweiss.at/villarreal-vereinsportrait/ und die Mannschaft http://gruenaufweiss.at/villarreal-rapid-wien-spielvorschau/ von Villarreal haben wir euch bereits vorgestellt. In der heimischen LaLiga ist der Wurm drinnen. Zehn Punkte aus elf Spielen sind eine magere Ausbeute. Das bedeutet Platz 16 und bloß einen Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. In der Europa League sind die Spanier nach dem fulminanten Sieg im Hinspiel und zwei Unentschieden gegen Glasgow Rangers und Spartak Moskau im Soll.

 

Rapids Personalsituation:

Nach einer Raute im Mittelfeld gegen den SV Mattersburg und dem klassischen 4-2-3-1 beim WAC hat Trainer Didi Kühbauer nun in Altach auf ein 4-4-1-1 mit zwei kompakten Viererketten gesetzt. Das hat in der ersten Halbzeit auch sehr gut funktioniert. Das komplett in die Hose gegangene Experiment mit einer Dreierkette wird im Rückspiel keine Fortsetzung finden.

Tor: Beim ersten Gegentreffer in Altach war Richard Strebinger machtlos, den zweiten hätte er an einem sehr guten Tag halten können. Tobias Knoflach war im Ländle nicht dabei, für ihn saß Christoph Haas auf der Bank.

Innenverteidigung: Mario Sonnleitner durfte bei der gestrigen Pressekonferenz neben Trainer Didi Kühbauer Platz nehmen. Beinahe hätte er in der Cash Point-Arena den zweiten Doppelpack seiner Karriere erzielt. Christopher Dibon hat nach seiner Gehirnerschütterung bereits wieder trainiert und würde wohl auch dringend benötigt werden. Mateo Barac hat seine Unform mit einer sehr schwachen Leistung unterstrichen und wurde nach 60 Minuten durch Youngster Mert Müldür ersetzt. Der allerdings auch nicht sehr sattelfest gewirkt hat. Maximilian Hofmann ist rekonvaleszent.

Außenverteidigung: Boli Bolingoli wird links in der Startelf stehen und hatte in Altach die meisten Ballaktionen. Rechts wird vermutlich Marvin Potzmann gegenüber Mert Müldür den Vorzug erhalten. Stephan Auer befindet sich zwar am Wege der Besserung, fällt aber aus. Auch Manuel Thurnwald stand nach seiner Verletzung noch nicht im Kader.

Zentrales Mittelfeld: Auf der Sechserposition duellieren sich Dejan Ljubicic und Manuel Martic. Stefan Schwab muss sich den ersten Gegentreffer ankreiden lassen, auch sonst ist die Körpersprache zu wenig positiv. Philipp Malicsek hat in Altach 90 Minuten auf der Ersatzbank verbracht, ein ähnliches Schicksal könnte ihm auch gegen Villarreal blühen. Christoph Knasmüllner ist mit zwei Torvorlagen vorstellig geworden und darf mit einem Einsatz in der Startelf rechnen. Ivan Mocinic und der verletzte Tamás Szántó sind keine Option.

Flügel: Boli Bolingoli hat Andrei Ivan sichtlich schmerzlich vermisst, das Zusammenspiel mit Veton Berisha klappt noch nicht so gut. Der Rumäne hat gestern mittrainiert und wäre am linken Flügel gesetzt. Rechts wird Thomas Murg beginnen. Veton Berisha konnte in Altach nicht überzeugen, wäre aber der erste Ersatzmann für beide Seiten. Es ist zwar noch nicht sicher, aber eventuell könnte es schon gegen Villarreal ein Comeback von Philipp Schobesberger geben. Zumindest in den Matchkader könnte er es schaffen, wodurch sich die Chance auf Einsatzzeiten bei Rapid Wien für Aleksandar Kostic weiter verringern würden.

Sturm: Andrija Pavlovic konnte zwar in Altach nicht anschreiben, hat sich aber seinen Stammplatz erkämpft. Deni Alar befindet sich weiter in einem hartnäckigen Formtief. Der Siegtreffer in letzter Sekunde ist ihm nicht geglückt. Jérémy Guillemenot muss auf weitere Chancen warten.

 

Der FC Villarreal seit dem Kantersieg:

Ebenso wie der österreichische Rekordmeister hat auch das gelbe U-Boot in den letzten zwei Wochen drei Pflichtspiele bestritten.

Bei Sensationsteam Deportivo Alavés ging Villarreal zwar, nach Vorlage des U21-Teamspielers Alfonso Pedraza, durch den auch gegen Rapid erfolgreichen Torschützen Gerard Moreno in Führung, in letzter Sekunde gab es dennoch eine Niederlage.

Beim Cup-Hinspiel bei Zweitligist UD Almería durften einige Kaderspieler Einsatzminuten sammeln. Nach torlosen 45 Minuten fielen noch sechs Tore. Santo Cazorla glich das 1:0 der Gastgeber aus, durch ein Eigentor gelang die Führung und durch den 19jährigen Nigerianer Samuel Chukwueze der dritte Treffer – dennoch kam Villarreal über ein 3:3 nicht hinaus. Wiederum mit einem Gegentreffer in der Nachspielzeit.

Im Heimspiel gegen UD Levante lief Villarreal wegen eines Eigentors von Innenverteidiger Ramiro Funes Mori in der Schlussviertelstunde einem Rückstand hinterher. Dieses Mal waren jedoch die „Yellow Submarines“ in der Nachspielzeit erfolgreich – der eingewechselte Nicola Sansone auf den ebenfalls eingewechselten Alfonso Pedraza – und zumindest ein 1:1 ist gerettet. Zu wenig.

Verzichten muss der Trainer auf die Langzeitverletzten Bruno Soriano und Javi Fuego. Carlos Bacca ist auch noch nicht fit und Kapitän Jaume Costa gesperrt. Manuel Iturra ist nicht einsatzberechtigt. Dafür ist im Gegensatz zum Hinspiel Innenverteidiger Víctor Ruiz wieder genesen.

 

Bilanz:

Im einzigen Heimspiel bislang gegen Villarreal gab es 2015 im Rahmen der Europa League einen 2:1-Erfolg. Leo Baptistao, mittlerweile bei Espanyol Barcelona aktiv, brachte die Gäste im Happelstadion in Führung. Stefan Schwab und Steffen Hofmann aus einem Elfmeter wendeten das Blatt.

Rapid ist in Europacupheimspielen seit sechs Matches ungeschlagen. Der slowakische Verein AS Trencin hat uns im neuen Weststadion die bisher einzige Niederlage zugefügt.

Im Vorjahr blieb Villarreal in den Auswärtsspielen der Gruppenphase der Europa League mit zwei Siegen und einem Remis ungeschlagen. Erst bei Olympique Lyon gab es einen Niederlage.

 

Rapidstimmen vor dem Spiel:

Didi Kühbauer:

„Gegen Villarreal haben wir im ersten Spiel nicht das gemacht, was man tun muss. Wir haben jetzt die Möglichkeit, Wiedergutmachung zu betreiben. Wenngleich man weiß, dass Villarreal eine sehr, sehr gute Mannschaft ist. Mit einem ausverkauften Stadion, mit der nötigen Unterstützung und mit dem Willen und dem Glauben kann man Berge versetzen – und das muss unser Ziel sein.“

„Wir haben (in Villarreal, Anm.) die Eigenfehler begangen. Es war nicht so, dass Villarreal uns einen Knopf reingespielt hätte, sondern wir haben da individuelle Fehler gemacht. Aber natürlich ist es so, dass wir schon gesehen haben: Wenn wir ihnen Räume geben und wenn wir nicht wirklich gut pressen bzw. wenn nicht alle mitmachen, haben sie die Qualität, dass sie bei uns ohne Probleme durchspielen. Und wenn sie dann mit Ekambi einen Spieler haben, dem man den Ball durchstecken kann, ist es sehr, sehr schwierig.“

 

Mario Sonnleitner:

„Wir haben gesehen, dass sie eine sehr spielstarke Mannschaft sind. Alle spanischen Mannschaften sind sehr spielstark und wollen den Ball immer haben. Wir müssen natürlich die Räume eng machen. Das haben wir nur eine kurze Phase in Villarreal geschafft und wenn die Räume groß sind, spielen sie die aus. Sie haben auch schnelle Spieler in der Spitze und auf den Seiten. Wir müssen versuchen, ihnen keine Räume zu geben und dann aggressiv zu bekämpfen. Es wird das Wichtigste sein, dass wir alle gut gegen den Ball arbeiten, aber nicht vergessen – wenn wir den Ball erobern – kontrolliert nach vorne zu spielen. Die Spanier sind zwar gute Offensivkünstler, aber in der Defensive haben sie alle ihre Schwächen. Und deswegen müssen wir einen guten Mix zwischen Defensive und Offensive finden. Und wenn uns das gelingt, ist sicher etwas möglich.“

 

Meine Einschätzung:

Rapid Wien ist zwar seit drei Spielen ungeschlagen, das Unentschieden in Altach muss man dennoch als Dämpfer werten. Bei der Abfuhr im Hinspiel haben die Hütteldorfer mutig begonnen, jedoch dem Gegner viel zu große Räume offenbart und mit individuellen Fehlern die Spanier stark gemacht. Dieser Fehler darf nicht noch einmal passieren. Kompakt stehen, aggressiv pressen und schnelles Umschaltspiel könnten der Schlüssel zum Erfolg sein. Nicht zu vergessen die starken Eckbälle von Christoph Knasmüllner.

Villarreal befindet sich in einer schwierigen Situation. Trotz großer Investitionen sind die Spanier in akuter Abstiegsgefahr. Zudem wartet am Sonntag in Madrid bei Aufsteiger Rayo Vallecano ein Pflichtsieg. Gut möglich, dass Trainer Javier Calleja, der um seinen Job bangen muss, eine B-Elf im Weststadion aufbietet. Allerdings haben die Spanier einen großen und starken Kader, wodurch Rapid Wien in der Außenseiterrolle bleibt.

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