Rapid Wien und seine Stürmer – eine Spurensuche. Teil 3

Rapid Wien Stürmer, Teil 3

Mit Aliou Badji hat Geschäftsführer Sport Fredy Bickel am letzten Drücker doch noch einen Stürmer verpflichten können. Der 21jährige ist der erste Rapidlegionär aus dem Senegal und soll endlich die Torflaute beenden. Wir haben ihn vorgestern bereits näher begutachtet: Herzlich Willkommen, Aliou Badji.

Mit Teil 3 der Serie: „Der SK Rapid Wien und seine Stürmer. Eine Spurensuche“ schließen wir diese Reihe nun ab und fassen die Erkenntnisse noch einmal kurz zusammen.

Im ersten Teil: Rapid und seine Stürmer – eine Spurensuche. Teil 1 haben wir die aus dem eigenen Nachwuchs und der ersten und zweiten österreichischen Bundesliga verpflichteten Stürmer unter die Lupe genommen. Im zweiten Teil: Rapid und seine Stürmer – eine Spurensuche. Teil 2 die Transfers aus dem Ausland.

Insgesamt 27 aktuelle und ehemalige Rapidstürmer und deren Leistungen haben wir näher beleuchtet.

Wir haben die  Spieler – rein subjektiv – in die Kategorien:

1) Top

2) Durchschnitt

3) Schwach

eingeteilt.

 

Rapid und seine Stürmer Tabelle

 

 

Top:

Robert Beric mit sensationellen Scorerwerten, Guido Burgstaller mit seinem unermüdlichen Einsatz, Jimmy Hoffer mit seiner Schnelligkeit und Hamdi Salihi mit seinen Knipserqualitäten wurden von Vereinen aus der österreichischen Bundesliga verpflichtet und kannten somit das heimische Niveau und die Gegebenheiten. Nikica Jelavic darf man fast dazu zählen, da er erst geliehen wurde und hinter Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer ein Jahr reifen konnte. Stefan Maierhofer hat mit seinen Toren und vor allem seiner Mentalität das letzte Quäntchen zum Meistertitel 2008 beigetragen. Terrence Boyd hat sich mit seinem Einsatz und seiner „Scheiß-mir-nix“-Einstellung gleich in die Herzen der Rapidfans gespielt. Der introvertiertere Giorgi Kvilitaia hatte mit seinen Verletzungen Pech und wurde etwas unterschätzt. Was er drauf hat, konnte man im Frühjahr 2018 sehen. Sollte er wirklich einmal über einen längeren Zeitraum unverletzt bleiben, wird er auch in Belgien seinen Weg machen.

Es gab auch wenig sprachliche Differenzen mit den neuen Rapidkollegen. Eine gewisse Anlaufzeit hat es teilweise trotzdem gebraucht.

Nicht ganz € 3 Millionen sollen in die Verpflichtung dieser – zum Teil noch – sehr jungen Spieler geflossen sein. Der Output kann sich mit € 25,5 Millionen Euro sehen lassen. In zusammen 645 Pflichtspielen für den SK Rapid Wien haben diese 8 Spieler 297 Tore geschossen und 116 aufgelegt. Top!

 

Durchschnitt:

Um über Andrei Ivan und Andrija Pavlovic ein endgültiges Urteil abzugeben, ist es noch zu früh. Dafür sind sie zu kurz in Hütteldorf. Ihr Potential ist freilich vorhanden, liegt aber noch brach. Das muss sich langsam ändern.

Deni Alar zu beurteilen, ist auch nicht einfach. In den ersten beiden Saisonen war er stets der beste Rapidtorschütze und hat auch wichtige Tore für die Wiener geschossen. Vor seinem Transfer nach Graz und seit seiner Rückkehr gelingt ihm jedoch nicht viel. Dafür hat der Stürmer sogar zweimal Ablöse gekostet.

Veton Berisha soll fast das Doppelte von Rapidflop Matej Jelic gekostet haben und hat in gleich vielen Spielen sogar einen Scorerpunkt weniger auf der Habenseite. Allerdings wurde er zumeist am Flügel eingesetzt und nicht als Mittelstürmer. Insgesamt ist sein Output zu dürftig und mit 24 Jahren ist der Norweger auch kein Talent mehr. Großes Entwicklungspotential ist nicht zu sehen und wenn sein Vertrag im Sommer 2020 ausläuft, wird ein fettes Minus in der Bilanz stehen. Mit einem Verkauf im Sommer könnte Rapid den Verlust zumindest verringern.

Dass Joelinton zurück in Hoffenheim durchstartet, ist erfreulich. Für Rapid Wien hat dieses Konstrukt – eine Leihe ohne ernsthafte Möglichkeit einer fixen Verpflichtung – wenig Sinn gemacht. Der Brasilianer verfügt zweifelsfrei über großes Talent. Mehr, als ein freundlicher Schulterklopfer aus Hoffenheim für die tolle Entwicklung, bleibt nicht.

Mate Bilic scheint in Wien nicht froh geworden zu sein, in der spanischen Provinz wurde er es.

Bei Atdhe Nuhiu hat der Anspruch zwischen Wollen und Können nicht gepasst. Viel musste Rapid Wien nicht investieren und er hat seine Tore geschossen. Bei Sheffield Wednesday hält er sich hartnäckig und hat sich schon einen gewissen Kultstatus erarbeitet.

Für Lukas Grozurek, Roman Kienast, Philipp Prosenik und Dominik Starkl war der Sprung von Rapid II zu den Profis zu groß. Umso wichtiger wäre es, die zweite Mannschaft von der Regionalliga in die zweithöchste Leistungsstufe zu hieven.

Mario Konrad und Tomi wurden als Ergänzungsspieler geholt und das haben sie gut erfüllt.

 

Schwach:

Matej Jelic konnte an den großen Fußstapfen von Robert Beric nur scheitern. Da hat einfach zu wenig gepasst. Dafür ist seine Quote aber gar nicht so schlecht gewesen. Insgesamt aber ein teures Missverständnis.

Jan Vennegoor of Hesselink war hoffentlich der letzte Beweis, dass Stars im Spätherbst ihrer Karriere keine Option sein sollten.

Der Brasilianer Fabiano war einfach nicht mehr als ein Zweitligakicker.

Bei Jérémy Guillemenot fehlt noch viel zum Erwachsenenfußball, wie auch bei Maximilian Entrup und Alex Sobczyk.

 

In welche Kategorie Aliou Badji letztendlich fällt, wird die Zukunft weisen. Dass er nicht dem Ruf des Geldes in die chinesische Super League gefolgt ist und er sich in Europa durchsetzen möchte, spricht für ihn. Seine Deutschkenntnisse vermutlich noch nicht, die Kommunikation erfolgt in englischer Sprache. Dafür sollte der Niveausprung von der schwedischen in die österreichische Liga geringer sein, als von der bulgarischen Parva und der slowenischen Prva Liga.

 

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