Rapid Wien – Sturm Graz: Vorschau und Infos zur 24. Runde

Rapid Wien gegen Sturm Graz - die Spielvorschau

Die Hoffnungen auf einen Erfolg in Salzburg haben sich für den SK Rapid Wien nicht erfüllt. Im Gegenteil. Nicht nur, dass die Mannschaft bei der 0:2 Niederlage de facto chancenlos war, hat auch der Verletzungsteufel zugeschlagen und mit Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Thomas Murg drei prominente Opfer gefordert, die nun auch gegen Sturm Graz schmerzlich vermisst werden.
 
Zeit zum Trübsal blasen bleibt jedoch nicht, müssen doch nun einfach andere Kaderspieler in die Bresche springen und zeigen, dass sie zurecht den edlen Zwirn des Rekordmeisters tragen dürfen. Das Spiel der zweiten Runde des Meisterplayoffs steigt am Sonntag, 07. Juni 2020 um 19:30 Uhr im leider leeren Weststadion. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit der Vorschau und Infos zum Spiel.
 

Die Ausgangslage

Wie wir in unserem Rückblick auf den Bundesliga Restart bereits geschrieben haben, braucht Rapid Wien nach dem veritablen Fehlstart nun gegen Sturm Graz dringend einen vollen Erfolg. Der Rückstand auf den FC Salzburg ist auf sieben Punkte angewachsen und in dieser Saison wohl nicht mehr aufzuholen. Zumindest nicht mit einer Vorstellung wie am vergangenen Mittwoch.
 
Aber auch Sturm Graz hat sich mit der 1:2 Heimniederlage gegen den WAC einen Fehlstart geleistet. Die Steirer zieren nun im Meisterplayoff das Tabellenende, könnten aber mit einem Sieg im Weststadion bis auf einen Punkt an den Rekordmeister heranrücken.
 

Rapid Wien: Verletzungssorgen

Das Match in Salzburg war keine Freude. Nicht nur, dass die Hütteldorfer in 90 Minuten nur eine einzige echte Torchance herausgespielt und letztendlich vollkommen verdient verloren haben, hat auch der Verletzungsteufel – wieder einmal – unbarmherzig zugeschlagen. Wobei auch einmal die Frage erlaubt sein muss, weswegen gerade der SK Rapid Wien überdurchschnittlich oft von Verletzungen geplagt wird und wieso diese immer schwerwiegend ausfallen. Dass beim Rekordmeister einmal ein Spieler wegen eine Kleinigkeit für ein Match ausfällt, kommt fast nie vor.
 
Der Kader ist allerdings groß genug – nun müssen andere Spieler unter Beweis stellen, dass sie die Lücke schließen können.
 

Sturm Graz: Fehlstart ins Meisterplayoff

Die Grazer haben ihren Auftakt ins Meisterplayoff ebenfalls vermasselt. Dabei ist die Mannschaft von Trainer Nestor El Maestro einer Führung im Heimspiel gegen den WAC nahe gekommen. Erst fand der Georgier Otar Kiteishvili in Goalie Alexander Kofler seinen Meister, dann rettete der Querbalken das 0:0. So war es – wieder einmal – Shon Weissmann vorbehalten, die Gäste mit einem Traumtor in Führung zu bringen. Der Fallrückzieher nach Vorarbeit von Milos Jojic wird wohl in keinem Best Of-Video der Saison 2019/20 fehlen. Wenn er nicht sogar zum Tor des Jahres gewählt wird.
 
Das 0:2 durch Michael Liendl war vielleicht nicht ganz so spektakulär oder unhaltbar, hat aber letztendlich auch gezählt. Der Anschlusstreffer von Thorsten Röcher brachte die Lavanttaler nicht mehr ins Schwitzen und so sind die Wolfsberger nun erster Bullenjäger. Die Grazer zieren hingegen das Tabellenende und dürfen im Weststadion nicht verlieren.
 

Bilanz

Insgesamt hat es 213 Duelle gegeben. 106 davon hat der SK Rapid gewonnen, 54 die Grazer und in 53 Begegnungen gab es keinen Sieger. In Wien werden die Steirer gerne gesehen. 73 Siegen stehen 17 Remis und 17 Pleiten gegenüber. Hans Krankl ist in diesem prestigeträchtigen Aufeinandertreffen der Rekordtorschütze. 17 Treffer hat der Goleador den Grazern eingeschenkt.
 

Personalsituation

Beim SK Rapid Wien wird es im Gegensatz zum Auftritt in Salzburg Umstellungen geben müssen. Für Christopher Dibon ist nicht nur die Saison, sondern aufgrund seiner Kreuzbandverletzung das Jahr 2020 beendet. Mario Sonnleitner fehlt wie Mateo Barac sicher, weswegen die Innenverteidigung eine Baustelle ist. Maximilian Hofmann ist gesetzt, in Salzburg ist Dejan Ljubicic von der Sechserposition nach hinten gerückt und wäre gegen Sturm Graz die logische Variante. Als Alternative stünden auch noch Leo Greiml und Paul Gobara zur Verfügung.
 
Die sehr defensive, asymmetrische Formation aus Salzburg wird Trainer Didi Kühbauer – hoffentlich – nicht noch einmal probieren. Wer etwa in einem 4-2-3-1 die beiden Flügelpositionen einnimmt, ist unklar. Kelvin Arase ist wohl gesetzt. Thomas Murg voraussichtlich verletzungsbedingt kein Thema. Wen wird das Trainerteam aus dem Hut zaubern?
 
Bei Sturm Graz muss Trainer Nestor El Maestro bloß auf den verletzten Jakob Jantscher und den gesperrten Anastasios Avlonitis verzichten. Bei einer weiteren Verwarnung müssten folgende Spieler pausieren: Taxi Fountas, Maximilian Hofmann, Dejan Ljubicic, Stefan Schwab und Maximilian Ullmann; Stefan Hierländer, Emanuel Sakic und Thomas Schrammel.
 

Stimmen

Didi Kühbauer: „Christopher Dibon wird uns als Spieler und Mensch sehr fehlen. Bei den anderen beiden Spielern wird es am Sonntag wohl auch nicht gehen. Ich glaube an die Spieler, die wir haben. Es ist immer noch eine sehr gute Truppe und wir werden jetzt gegen Sturm eine gute Mannschaft auf den Platz bringen und versuchen, einen Dreier einzufahren. Sturm hat eine sehr gute Mannschaft, gute Einzelspieler. Sturm Graz versucht gut zu stehen und ist deswegen eine schwer zu bespielende Mannschaft.“
 
Nestor El Maestro: „Wir fahren nach Hütteldorf um zu gewinnen. Mit Blick auf die Tabelle hilft uns nur ein Sieg. Da es nur direkte Duelle in dieser Gruppe gibt, werden auch nicht alle Gegner immer voll punkten. Mit einem Unentschieden kann ich sicher besser als mit einer Niederlage leben. Aber wir fahren dorthin um zu gewinnen. Es gibt keine einfachen Spiele, alle Spiele werden eng.“
 

Statistik

Auch wenn die Bilanz gegen Sturm Graz positiv ist, lassen die jüngsten Begegnungen im Weststadion wenig Euphorie aufkommen. In den letzten sechs Duellen konnte keine Heimmannschaft einen Sieg bejubeln. Der letzte grün-weiße Heimsieg datiert vom 21. Mai 2017. Für den einzigen Treffer des Spiels zeichnete Tamas Szanto verantwortlich – der mittlerweile 24-Jährige wird aber definitiv fehlen.
 
Rapid Wien hat nach der blamablen 0:1 Heimniederlage gegen SKN St. Pölten in den letzten vier Heimspielen immer getroffen und zwei Siege und zwei Remis geholt. Sturm Graz hat im Grunddurchgang in Auswärtsspielen ebenfalls mehr Punkte als daheim gesammelt und braucht sich vor der Reise nach Wien nicht zu fürchten.
 

Ausblick

Für beide Mannschaften verlief der Auftakt ins Meisterplayoff unerfreulich. Die Niederlage des SK Rapid Wien beim Ligakrösus war vielleicht bis zu einem gewissen Grad zu erwarten, die Art und Weise und die drei verletzten Spieler lassen allerdings Zweifel an einer erfolgreichen Zukunft aufkommen. Aber auch der LASK musste eine unerwartete Pleite einstecken und der WAC ist bloß zwei Punkte entfernt. Mit einem Heimsieg sind die Hütteldorfer wieder voll im Plan.
 
Auch die Grazer mussten in ihrem ersten Spiel Federn lassen, wobei sie bei einem Lattenschuss Pech hatten und der Treffer von Shon Weissman Marke Traumtor war. Gewinnen die Grün-Weißen das Spiel, ist der zweite Platz weiter in Reichweite. Bei einer Heimniederlage könnte es ungemütlich werden und das Saisonziel Europacup gefährdet sein.