Rapid Wien vs. Sturm Graz – die Matchanalyse

Rapid gegen Sturm die Analyse

Triste Nullnummer in Hütteldorf! Wie haben die beiden Trainer aufgestellt? Wie war der Spielverlauf? Wie ist die Ausgangssituation vor dem Derby?

 

Rapid Wien – Sturm Graz – die Aufstellungen:

 

Rapid gegen Sturm - Aufstellungen© Markus Felkel

Rapid-Ersatz: Knoflach, Barac, Berisha, Thurnwald, Alar, Ljubicic, Ivan.

Sturm-Ersatz: Schützenauer, Grozurek, Pink, Huspek, Ferreira, Obermair, Lema.

 

Rapid Wien im 4-23-1:

Maximilian Hofmann verdrängt Mateo Barac aus der Startelf. Der angeschlagene Marvin Potzmann wird durch Stephan Auer ersetzt. Im linken Mittelfeld darf abermals Boli Bolingoli auflaufen und im Sturm beginnt Philipp Schobesberger.

 

Roman Mählich setzt auf ein 5-4-1.

Durch die günstigen Ergebnisse in Hartberg und Favoriten lastet auf die Gäste nur wenig Druck und die Devise lautet: „Nicht verlieren“. Dementsprechend defensiv gehen die Grazer in das Spiel. Der zuletzt gesperrt gewesene Peter Zulj nimmt im zentralen Mittelfeld den Platz von Markus Lackner ein. Hinten steht eine Fünferkette, davor formiert sich eine Viererkette, wobei die beiden Flügel etwas offensiver agieren. Emeka Eze soll als Solospitze die Rapidverteidigung beschäftigen.

 

Das Spiel:

Rapid Wien beginnt mit viel Elan und versucht hoch zu stehen. Sturm Graz verzichtet auf ein Pressing und verteidigt teilweise mit 11 Spielern in der eigenen Hälfte. Einzig die Solospitze und die beiden Flügelspieler versuchen zeitweise Druck auf die gegnerische Rapidverteidigung auszuüben – allerdings ohne großen Nachdruck. Dahinter stehen die Grazer sehr kompakt und versuchen den Hütteldorfern möglichst wenig Raum zu geben.

Ein erster Torschuss nach 20 Minuten von Thomas Murg geht am Tor vorbei.

Nach 29 Minuten muss schon wieder ein Rapidspieler verletzt raus – Mario Sonnleitner kann nicht mehr weiterspielen und wird durch Mateo Barac ersetzt. Immer wieder verletzen sich bei Rapid Wien während des Spiels Verteidiger. Das ist ungewöhnlich.

Rapid probiert viel durch die Mitte, scheitert aber an der massierten Grazer Defensive durch technische Fehler und zu wenig Tempo in den Aktionen. Wenn ein Ball erobert werden kann und die Gäste etwas unsortiert wirken, wird das Spiel verschleppt. Auch das kennen wir schon.

Nach dem Seitenwechsel ändert sich wenig. Sturm Graz wird etwas mutiger und hätte sich beinahe in der 63. Spielminute für die destruktive Spielweise noch belohnt – Rapid darf sich bei Aluminium und dem Rücken von Stephan Auer bedanken.

Rapid agiert weiterhin zu kompliziert und Weitschussversuche verfehlen das Ziel. Die Flügelspieler Boli Bolingoli und Thomas Murg tauschen die Seite, aber auch das bringt die Grazer Defensive nicht in Verlegenheit.

Das Flügelspiel lahmt bei Rapid weiter, wobei die beiden Außenverteidiger Mert Müldür und Stephan Auer bemüht sind, aber ihre Stärken nicht unbedingt im Offensivspiel haben.

Nach einem Freistoß kommt auch Rapid Wien zu einer Torchance durch Mert Müldür.

Nachdem bei Stürmer Philipp Schobesberger Krämpfe einsetzen, wird er kurz nach Beginn der Rapidviertelstunde durch Deni Alar ersetzt. Andrei Ivan kommt für Boli Bolingoli.

Viel ändert sich am unattraktiven Spiel nicht mehr, beide Teams verzichten auf eine großangelegte Schlussoffensive, wodurch das Spiel torlos endet. Die Grazer feiern den Punkt nach dem Spiel. Die Rapidler nicht.

 

Die wichtigsten Szenen des Spiels:

 

63. Minute: Stangenschuss Sturm :

Sturm Graz spielt einen gelungenen Konter über die linke Seite. Otar Kiteishvili passt auf den Flügel zum aufgerückten Ex-Rapidler Thomas Schrammel. Die Rapidhintermannschaft ist komplett unsortiert und Maximilian Hofmann lässt sich auf den Flügel rauslocken. In seinem Rücken positioniert sich jedoch ein weiterer Ex-Rapidler – Peter Zulj. Nach dem Zuspiel zieht er mit dem linken Fuß sofort ab, trifft aber nur die Stange, von wo der Ball zu Stefan Hierländer abprallt. Sein überhasteter Abschlussversuch wird von Stephan Auer geblockt.

 

72. Minute: Chance Rapid:

Freistoß von Thomas Murg von der halblinken Seite. Seine Flanke geht in den Strafraum und wird von Stefan Schwab per Kopf auf Mert Müldür zurückgelegt. Der Youngster stoppt sich den Ball mit der Brust und zieht mit dem rechten Fuß Richtung langes Eck ab. Torhüter Jörg Siebenhandl ist bereits geschlagen, aber Stefan Hierländer kann den Ball noch vor der Torlinie abwehren.

 

Was war gut?

Beim Stangenschuss hatten die Grazer Pech. Ob Rapid einen Rückstand gedreht hätte, darf zumindest bezweifelt werden. Somit muss man mit dem einen Zähler sogar zufrieden sein.

Ansonsten wurde von der Defensive nicht viel zugelassen.

 

Was war nicht gut?

Das holprige Geläuf, einst auch als Rasen bekannt, ist eine Frechheit. Das schmerzt beim Hinschauen. Seitdem das Stadion eröffnet wurde, kämpft der SK Rapid Wien immer wieder mit dem unzureichenden Untergrund.

Wenn in einem Spiel wenig geht, dann können Standardsituationen ein probates Mittel sein. Besonders die Eckbälle von Christoph Knasmüllner sind eine gefährliche Waffe. Und die beste Torchance ist aus einem Freistoß entstanden.

Gegen Sturm Graz hatte Rapid Wien aber keinen einzigen Eckball. Das ist schon sehr dürftig. Und unterstreicht die ausgezeichnete Defensivarbeit der Gäste.

8 Torschüsse und davon ein einziger auf das gegnerische Tor – von Außenverteidiger Mert Müldür. Beim letzten Spiel Andrei Ivan, dieses Mal Philipp Schobesberger – wer auch immer im Sturm aufgestellt wird, es ändert nichts an der Torarmut. Wobei nicht einmal die schlechte Chancenauswertung bekrittelt werden kann, denn Rapid Wien erarbeitet sich schlicht kaum Torchancen.

 

Fazit und Ausblick?

Aufgrund des Remis in Hartberg und der Niederlage der zweiten Wiener Mannschaft in Mattersburg konnte Trainer Roman Mählich Beton anrühren und auf das X spielen.

Rapid hatte zwar mehr Ballbesitz und war optisch überlegen, letztendlich hatten beide Teams in 90 Minuten bloß eine einzige Torchance. Somit ist das Unentschieden auch leistungsgerecht.

Nach dem Entscheidungsspiel gegen die Glasgow Rangers wartet vor der Winterpause noch das Auswärtsderby. Selbst bei einem Kantersieg ist nicht zu erwarten, dass Rapid Wien noch den Sprung auf Platz 6 schafft. Sturm Graz empfängt daheim den Tabellenletzten Admira Wacker und TSV Hartberg gastiert beim Vorletzten SCR Altach. Wenn es übel läuft, wächst der Rückstand sogar auf 6 Punkte an. Das wäre in den ausstehenden 4 Frühjahrsrunden wohl kaum mehr aufzuholen.

 

Spielerbewertung:

Ob der Ereignislosigkeit in diesen 90 Minuten verzichten wir auf eine Spielerbewertung.

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