Rapid Kantersieg gegen Sturm

Rapid Wien Sieg Bundesliga

Der SK Rapid Wien hat nach der 0:2 Pleite in Salzburg im Heimspiel gegen Sturm Graz die richtige Antwort gefunden und den Bundesliga Verein mit dem zweitbesten Fansupport klar mit 4:0 aus dem Weststadion geschossen. Wobei bedauerlicherweise auch in diesem Spiel keine Fans zugelassen waren. Trainer Didi Kühbauer hat mit seiner Aufstellung mehr Mut bewiesen und nach einem längeren Abtasten hat der erste Treffer nach der ersten Torchance den Hütteldorfern in die Karten gespielt. Und insgesamt souverän gewonnen.
 
16 Tore sind in den drei Begegnungen des Meisterplayoffs der 24. Runde gefallen. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit einem Rückblick auf das Rapidspiel und den wichtigsten Erkenntnissen zum Spieltag.
 

Leo Greiml gibt sein Comeback

Statt des mit Rückenproblemen ausfallenden Torhüters Richard Strebinger durfte Tobias Knoflach seinen sechsten Saisoneinsatz feiern. Thorsten Schick mit dem ersten Startelfeinsatz seit August 2019. Den nach den Verletzungen von Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Mateo Barac vakanten Posten in der Innenverteidigung nahm Leo Greiml ein. Wodurch sich ein Kreis schloss. Der gebürtige Horner gab sein Pflichtspieldebüt für den SK Rapid Wien vor knapp etwas mehr als einem Jahr im Bundesliga Europa League Playoff – gegen Sturm Graz. Und musste dabei Lehrgeld zahlen. Mehr beim verschuldeten Elfmeter, weniger beim Eigentor. Nach einem weiteren Einsatz in St. Pölten wurde es ruhig um den mittlerweile 18-jährigen Innenverteidiger. Nun hat der zweifache Nachwuchsnationalspieler eine erneute Chance erhalten und sie genützt.
 

Rapid Wien Bundesliga Weststadion Block West
Weststadion Christian Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

Rapid Wien: Mit der ersten Chance zum 1:0

24 Minuten ist das Spiel recht ereignisarm dahingeplätschert. Dann patzte Gästetorhüter Jörg Siebenhandl gleich doppelt. Erst ein schlechter Ausschuss und dann gegen Kelvin Arase zu spät – 1:0. Der 21-Jährige erhöhte nur drei Minuten später nach einem Eckball auf 2:0. Christoph Knasmüllner hätte noch vor der Pause die Führung ausbauen können, scheiterte aber am Torhüter und an sich selbst. Tobias Knoflach musste in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Schuss parieren.
 

Vorentscheidung aufgeschoben

Zur Pause ersetzte Koya Kitagawa den angeschlagenen Doppeltorschützen Kelvin Arase. Der Japaner hätte nach wenigen Sekunden und tollem Zuspiel von Taxi Fountas alleine vor Jörg Siebenhandl für die Entscheidung sorgen müssen – scheiterte allerdings am Torhüter. Im Gegenzug musste Leo Greiml mit einem perfekten Tackling gegen Kiril Despodov retten.
 
Danach flaute das Match wieder ab – bis zur 71. Spielminute. Der eingewechselte Dejan Petrovic hatte den Ball erobert und im Strafraum Taxi Fountas bedient. Jörg Siebenhandl berührte zwar den Ball, mehr aber noch den Griechen und Stefan Schwab jagte den daraus resultierenden Strafstoß vor dem verwaisten Block West ins Kreuzeck. Der Kapitän durfte wenig später duschen gehen und an seiner statt Supertalent Yusuf Demir Bundesligaluft schnuppern. Der seit wenigen Tagen 17-Jährige mit dem schönen Pass auf Taxi Fountas und der grün-weiße Goalgetter krönte seine Leistung nach zwei Vorlagen und einem herausgeholten Elfmeter mit dem Treffer zum 4:0. Der allerdings aufgrund einer Abseitsposition des Griechen nicht hätte zählen dürfen.
 

Fazit: Rapid Wien nach dem 1:0 entfesselt

Lange köchelte die Begegnung auf Sparflamme, aber mit dem ersten Treffer ist der Knoten geplatzt. Wobei der Auftritt kein Vergleich zu dem mutlosen Antritt in Salzburg war. Mit mehr Biss in den Zweikämpfen – auch wenn Sturm Graz mehr gewonnen hat. Aggressiv, aber nicht unfair. 25:8 lautet die Foulstatistik aus Sicht der Hütteldorfer, dennoch wurden drei der vier Verwarnungen einem Grazer gezeigt. Die agilen Kelvin Arase und Taxi Fountas stellten die Defensive der Grazer immer wieder vor große Probleme.
 
Tobias Knoflach durfte in der zweiten Halbzeit sogar ein paar – ungefährliche – Schüsse auf sein Tor bändigen. Leo Greiml mit einem geglückten Comeback. Maximilian Ullmann hatte den gefährlichsten Grazer Kiril Despodov fest im Griff. Dejan Ljubicic glänzte mit einer bärenstarken Partie. Kelvin Arase schnürte seinen ersten Doppelpack. Yusuf Demir mit einer Talentprobe und der Man of the Match Taxi Fountas, der an allen vier Treffern maßgeblich beteiligt war. Rapid Wien hat sich mit dieser Leistung für die schwache Performance am Mittwoch rehabilitiert und in der Tabelle den dritten Rang zurückerobert. Der zweitplatzierte WAC hält ebenfalls bei 23 Punkten, weist aber eine minimal bessere Tordifferenz auf.
 

Und die Konkurrenz?

Am späten Nachmittag hatte bereits der FC Salzburg mit TSV Hartberg seine Freude gehabt und gleich in den ersten elf Minuten dreimal genetzt. Drei weitere Tore sollten noch in der übrigen Spielzeit fallen, weswegen die Salzburger nach dem 6:0 Kantersieg als Tabellenführer einsame Kreise ziehen. Im zweiten Duell musste der WAC gegen den LASK einem 0:2 Rückstand hinterherlaufen. Dennoch drehten die Wolfsberger das Match und gingen sogar mit 3:2 in Führung, ehe die Linzer in der Nachspielzeit doch noch einen Punkt retteten. Wie es nach zwei Runden des Meisterplayoffs aussieht, duellieren sich die Rapidler mit den Linzern und Wolfsbergern um den zweiten Platz. Die beiden steirischen Clubs aus Graz und Hartberg zieren das Tabellenende und müssen nun nachlegen.
 
Gegen den Trainingsschummler LASK geht es für den SK Rapid Wien am kommenden Mittwoch in Pasching um 18:30 Uhr weiter. Kann der Rekordmeister den Schwung vom Kantersieg gegen Sturm Graz mitnehmen?