Rapid Wien 2019/20: Die Sommervorbereitung

Keine drei Wochen nach dem Ende der unerfreulichen Saison 2018/19 sind die Hütteldorfer in die Sommervorbereitung gestartet. Dank der Nicht-Qualifikation für den Europacup fällt 2019/20 die Dreifachbelastung weg und dementsprechend galt das Hauptaugenmerk des neuen Geschäftsführer Sport Zoki Barisic der Verkleinerung des Kaders.

Exklusive interner Beförderungen haben bislang Thorsten Schick, Taxiarchis Fountas und – als erster Überraschungscoup von Zoki Barisic – Maximilian Ullmann beim SK Rapid Wien angeheuert. Dejan Ljubicic durfte aufgrund seiner Teilnahme an der U21-EM noch etwas länger urlauben und war danach angeschlagen. Mario Sonnleitner mimt den obligatorisch verletzten Innenverteidiger. Ob und wann Tamás Szántó je wieder Fußball spielen kann, steht in den Sternen. Der Posten des zweiten Stürmers ist noch vakant. Schenkt man den Gerüchten Glauben, könnte der erste Japaner in der 120-jährigen Geschichte Rapids verpflichtet werden.

Das Trainingslager in Bad Zell und die sonstigen Trainingseinheiten dienten – neben dem üblichen Kondition schuften – dem Erlernen eines neuen Systems: 3-5-2. Um das als Mannschaft zu erlernen und zu verinnerlichen, wurden auch sämtliche Testspiele danach ausgerichtet. Durchaus möglich, dass das neue System auch gleich im Schlagerspiel der ersten Runde gegen den FC Salzburg angewendet wird.

Zuvor geht es am 21. Juli noch im Rahmen der ersten Cup-Runde ins steirische Stiefingtal zum USV Allerheiligen. Der Verein aus der Regionalliga Mitte war bereits im September 2012 Gegner der Grünweißen und erwies sich damals als sehr unangenehm zu bespielen. Nach zwischenzeitlicher Führung der Gastgeber konnte Rapid den 4:1-Sieg erst in den letzten Minuten fixieren.

 

Sechs Testspiele

Drei nationale niederklassige Gegner und drei internationale Teams aus Tschechien und Deutschland sollten die Rapidler entsprechend fordern.

 

FC Klosterneuburg – SK Rapid Wien 0:10 (0:5)

Klosterneuburg

Tore: Knasmüllner (4.), Murg (15., 19., 40.) Badji (29), Pavlovic (58.), Wunsch (60), Thurnwald (68), Bolingoli (73., 88.)

SK Rapid:

1. Halbzeit: Knoflach; Velimirovic*, Dibon, Hofmann; Potzmann, Knasmüllner, Martic, Murg, Schick; Badji, Arase

2. Halbzeit: Gartler; Auer, Martic, Barac; Thurnwald, Wunsch, Grahovac, Schwab, Bolingoli; Pavlovic, Schobesberger

*Rapid II

 

SV Leobendorf – SK Rapid 0:3 (0:1)

Leobendorf

Tore: Schobesberger (16., 79.), Arase (61.)

SK Rapid:

1. Halbzeit: Strebinger; Greiml, Dibon, Hofmann; Schick, Knasmüllner, Grahovac, Schwab, Bolingoli* (31. Potzmann); Badji, Schobesberger

2, Halbzeit: Knoflach; Greiml, Barac, Auer; Thurnwald, Wunsch, Martic, Murg, Potzmann; Arase, Schobesberger

*angeschlagen

 

SK Rapid – Bohemians Prag (2:3 (0:1)

Melk

Tore: Schwab (58.), Knasmüllner (88.); Hronek (44., 50.), Necas (80.)

SK Rapid:

Strebinger (46. Knoflach); Hofmann (62. Greiml), Dibon (62. Martic), Barac; Schick (62. Auer), Murg (62. Knasmüllner), Grahovac, Schwab (62. Wunsch), Potzmann (62. Thurnwald); Badji (62. Arase), Pavlovic (62. Schobesberger)

 

SK Rapid – FK Jablonec 2:1 (1:1)

Bad Wimsbach

Tore: Müldür (17.), Murg (80.); Dolezal (13.)

SK Rapid:

Strebinger (46. Knoflach); Greiml, Hofmann* (24. Dibon), Barac; Müldür (60. Auer), Knasmüllner (60. Murg), Grahovac (69. Martic), Schwab (69. Wunsch), Schick (60. Potzmann); Schobesberger (60. Fountas), Badji (78. Arase)

*angeschlagen

 

SK Rapid – 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1)

Weststadion

Tore: Murg (36.), Knasmüllner (80.); Margreitter (16.)

SK Rapid:

Strebinger; Müldür, Dibon, Barac (78. Hofmann); Schick (82. Auer), Murg (46. Knasmüllner), Grahovac, Schwab (78. Wunsch), Potzmann (61. Greiml); Badji (82. Arase), Schobesberger (61. Fountas)

 

SC Pinkafeld – SK Rapid 0:9 (0:3)

Pinkafeld

Tore: Knasmüllner (15., 24., 32.). Fountas (55., 60.), Arase (62.), Murg (67.), Fuchshofer (81., 85.)

SK Rapid:

Knoflach (57. Gartler); Greiml, Hofmann (64. Grahovac), Barac (72. Schick); Savic*, Knasmüllner (46. Murg), Auer (72. Schwab), Wunsch, Moormann* (57. Potzmann); Fountas (64. Fuchshofer*), Arase (72. Schobesberger)

*Rapid II

 

Bilanz:

6 Spiele: 5 Siege, 1 Niederlage

Torverhältnis: 28:5

 

Torschützen:

6 Tore: Knasmüllner, Murg

2 Tore: Arase, Fountas, Fuchshofer*, Schobesberger, Bolingoli**

1 Tor: Badji, Müldür, Schwab, Thurnwald, Wunsch, Pavlovic**

* Rapid II; **Ex-Spieler

 

Einsätze und Einsatzminuten:

Einsätze:
Spieler: Minuten:
6 Spiele: Barac 420
  Grahovac 365
  Schwab 317
  Schick 312
  Schobesberger 302
  Potzmann 290
  Murg 272
  Knasmüllner 268
  Hofmann 252
  Wunsch 241
  Auer 228
  Arase 210
     
5 Spiele: Greiml 327
  Badji 312
  Dibon 308
  Knoflach 237
     
4 Spiele: Strebinger 225
  Martic 184
     
3 Spiele: Fountas 123
  Thurnwald 118
     
2 Spiele: Müldür 150
  Pavlovic 107
  Gartler 78
  Bolingoli 76
     
1 Spiel: Savic* 90
  Moormann* 57
  Velimirovic* 45
  Fuchshofer* 26
     
kursiv Ex-Spieler  
* Rapid II

 

Fazit:

Der Spieler mit den meisten Einsatzminuten in der Testspielen für die neue Saison und somit Gewinner der Vorbereitung heißt – Trommelwirbel – Mateo Barac!

Wer hätte das gedacht? Vermutlich nicht einmal der Kroate selbst. Zu sehr wurde der Verteidiger in der Wintervorbereitung und dem anschließenden Frühjahr von Trainer Didi Kühbauer links liegen gelassen und zumeist auf die Tribüne verbannt. Aber als Linksfuß scheint er einer der großen Gewinner der Systemstellung zu sein. Theorien, wonach der vermeintliche Transferflop über Einsatzzeiten für potentielle Käufer – oder zumindest Ausleiher, wie dieses Sommertransferfenster eine weitere Alternative gezeigt hat – interessant gemacht werden soll, dürften sich nicht bewahrheiten. Zudem fällt er auch aktuell nicht mehr dem Österreichertopf zum Opfer, da mit Andrei Ivan, Boli Bolingoli Ivan Mocinic und Andrija Pavlovic gleich vier Legionäre den Verein verlassen haben.

Winterrückkehrer Srdjan Grahovac folgt mit der zweitmeisten Einsatzzeit. Das überrascht allerdings nicht, da – seine potentiellen Konkurrenten für die Sechser-Position – Dejan Ljubicic später aus dem Urlaub gekommen und seither angeschlagen und auch Manuel Martic verletzt ist.

Youngster Leo Greiml hat einzig das erste und eher bedeutungslose Match in Klosterneuburg verpasst und ist dennoch auf die drittmeisten Einsatzminuten gekommen. Durchaus möglich, dass der seit kurzem 18-Jährige auch im Herbst seine Chancen erhalten wird.

Die beiden besten Torschützen der Vorbereitung – Christoph Knasmüllner und Thomas Murg – sind nur im ersten Spiel miteinander auf dem Platz gestanden. Und das auch nur für 45 Minuten. Aliou Badji ist als einziger nomineller Stürmer im Kader gesetzt, an seiner Torausbeute (ein Treffer im ersten Spiel) muss er noch arbeiten.

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