Rapid gegen Slovan – Siegen oder Fliegen

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Siegen oder Fliegen heißt es am 16.08.2018 um 20:30 Uhr im Weststadion für unsere grün-weißen Eurofighter gegen den slowakischen Außenseiter Slovan Bratislava. Gelingt Slovans Trainer Martin Sevela ein ähnlicher taktischer Kniff wie zuletzt Christian Ilzer und dem WAC? Oder hat unser Trainerteam seine Hausaufgaben gemacht und die richtigen Lehren aus dem Hinspiel gezogen?

 

Das Hinspiel im RÜCKSPIEL:

 

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Markus Felkel / Vanderals

 

Rapid beginnt im üblichen 4-2-3-1 gegen den slowakischen Vertreter und dominiert die ersten Minuten. Wie in unserem Blog prognostiziert, hat der Gegner Probleme bei hohen Bällen. Ein von Thomas Murg getretener Eckball landet zentral vor dem Tor bei Stefan Schwab – unser Kapitän stoppt sich elegant den Ball und schiebt ihn überlegt zum 0:1 in die gegnerischen Maschen. Die Führung geht zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, da Rapid wesentlich aktiver agiert.

Aber auch Bratislava ist nach 19 Minuten brandgefährlich. Einen Vorstoß des linken Flügels Moha – immerhin in den Pflichtspielen davor bereits mit 4 Toren und 7 Vorlagen auffällig – in unseren Strafraum kann Kapitän Stefan Schwab erst mit vollem Risiko mittels eines Supertacklings klären.

In der 27. Minute probiert Christoph Knasmüllner aus dem eigenen Mittelkreis den ultimativen Geniestreich – sein Heber landet allerdings an der Oberkante der Latte. Pech verhindert Schönheit – sehr schade.

Nur eine Minute später versucht Bolingoli einen überambitionierten Rückpass per Kopf auf Torhüter Strebinger. Der Erfolg bleibt aus und Slovan Bratislava kommt zu einem geschenkten Eckball. Der Geschenke nicht genug, beschließt Routinier Mario Sonnleitner die Flanke gekonnt zu unterlaufen und der bulgarische Teamspieler Bozhikov köpft mit Unterstützung der Stange zum 1:1.

Statt einer komfortablen 0:2 – Führung der unnötige, selbst verschuldete Ausgleich. So eng kann Fußball sein. Nicht zum letzten Mal an diesem Abend.

Slovan Bratislava nutzt das Momentum allerdings deutlich besser und beginnt allmählich das Kommando zu übernehmen. Wir wissen – Slovan Bratislava hat Probleme in der Defensive, hat aber offensiv seine Qualitäten.

Auch die zweite Halbzeit beginnt standesgemäß – der Ball kommt über Umwege auf den im gegnerischen Strafraum postierten Veton Bersisha und er zieht unwiderstehlich ab – leider ist Torhüter Dominik Greig ausgezeichnet aufgelegt und verhindert die grün-weiße Führung. Und so wie kurz vor dem Ausgleich wird unsere nächste Unkonzentriertheit gnadenlos bestraft. Vukan Savicevic schickt den agilen Aleksandar Cavric Richtung Eckfahne, Boli Bolingoli verliert seinen Gegenspieler komplett aus den Augen, die wuchtige Hereingabe versucht unser Innenverteidiger Mateo Barac wegzugrätschen, sein Versuch landet jedoch unglücklich im eigenen Tor.

Wer sich jetzt eine entsprechende Reaktion von Rapid Wien erhofft, wird leider bitterlich enttäuscht. Wie schon in den vorangegangenen Spielen lassen bei uns mental und körperlich die Kräfte nach und Slovan ist dem dritten Treffer deutlich näher als wir dem Ausgleich.

Doch wie bereits bei unserem Führungstreffer zeigt sich Slovan Bratislava bei hohen Bällen fehleranfällig. Vukan Savicevic attackiert in der 81. Spielminute ungestüm unseren Stürmer Deni Alar ohne Chance auf den Ball, und dem Schiedsrichter bleibt nichts Anderes übrig, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Sehr zum Ärger der heimischen Betreuerbank.

Der sonst sehr sichere Elfmeterschütze Deni Alar lässt sich von Torhüter Dominik Greif leider aus dem Konzept bringen und der 21jährige kann den scharf, aber unplatziert angetragenen Schuss unseres Stürmers parieren. Im Nachschuss kommt Alar per Kopf abermals an das Runde, der Ball wird aber scheinbar vor der Linie vom rechten Außenverteidiger Mitch Apau abgewehrt. Scheinbar, denn die Videobilder belegen, dass der Ball wohl hinter der Torlinie war. Unglücklich.

Bis zum Schlusspfiff müssen wir letztendlich froh sein, dass Slovan Bratislava nicht noch einen Treffer nachlegt. Ein Auswärtstreffer ist Rapid Wien gelungen, ein zweiter wäre möglich gewesen und die beiden Gegentore haben wir uns de facto selbst gemacht – eine wahrlich sehr schwer zu bewertende Partie.

Trotz sehr negativer medialer Berichterstattung und angekündigter Weltuntergangsszenarien lassen sich die Rapidfans nicht abbringen – 20 Busse und somit über 1.000 Fans begleiten den Rekordmeister nach Bratislava.

 

Das Rückspiel im AUSBLICK:

 

Trainer Goran Djuricin hat daheim gegen den WAC kräftig rotiert und ist komplett gescheitert. Slovan Bratislava ist gegen den vormaligen Tabellenletzten FC Nitra auch nur zu einem unerfreulichen 1:1 gekommen, den Ausgleich besorgte Stürmer Andraz Sporar erst in der 88. Spielminute.

Der Trainer von Slovan Bratislava Martin Sevela weiß, wie man den SK Rapid Wien im Weststadion besiegt und hat eine in der Offensive sehr starke Mannschaft aufzubieten.

Rapid Wien befindet sich in einer Negativspirale, die Unterstützung durch die Fans erscheint fraglich, das Spiel wird wohl zur Charakterfrage für Rapid Wien und seine vielen Fans.

Die Stärken und Schwächen von Slovan Bratislava haben wir bereits herausgearbeitet, im Hinspiel wurde die Stärke der Offensive, vor allem der Flügelzange, unterschätzt, das Trainerteam und die Mannschaft müssen nun die richtigen Antworten finden.

 

Slovan Bratislava unter die Lupe genommen.

 

Wenn ihr mehr über Slovan Bratislava erfahren wollt, lest unsere ausführliche Analyse:

 

Slovan im Check