Rapid Wien bei Lokomotiva Zagreb: Vorschau und Infos zur CL Quali

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Bayern München hat sich gerade erst zum Gewinner der UEFA Champions League Saison 2019/20 gekürt – und schon finden wir uns in der Qualifikation für die Spielzeit 2020/21 wieder. Nach einem Jahr Abstinenz hat sich der SK Rapid Wien nicht nur für den Europacup qualifiziert, sondern nimmt gleich an der Qualifikation für die Champions League teil. Der Weg zum großen Geld ist jedoch beschwerlich. Zunächst treten die Hütteldorfer in der 2. Qualirunde bei NK Lokomotiva Zagreb an. Wird der kroatische Vizemeister aus dem Bewerb verabschiedet, warten in der 3. Qualirunde große Kaliber. Setzt sich der österreichische Rekordmeister auch dort durch, geht es im Playoff um das Ticket für die Königsklasse.
 

Der Anpfiff erfolgt am Mittwoch, 26. August 2020 um 19:00 Uhr durch den spanischen Schiedsrichter Juan Martinez Munuera. Austragungsort ist das Stadion Kranjceviceva. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit der Vorschau auf das Spiel und den wichtigsten Infos.
 

Rapid Wien: Aufstieg ist Pflicht

Man kann den Auftritt der Hütteldorfer in der kroatischen Hauptstadt durchaus als Spiel des Jahres bezeichnen. Da der Aufsteiger in nur einem einzigen Match ermittelt wird, müssen die Wiener unbedingt gewinnen. Mit dem Aufstieg in die 3. Qualirunde hätte der SK Rapid Wien zumindest einmal das Ticket für die Europa League Gruppenphase gelöst und könnte mit dem Startgeld in Höhe von 2,92 Millionen Euro budgetieren. Auch etwaige Transfers oder Vertragsverlängerungen wären auf einen Schlag wieder möglich.
 

Aufgrund der Verletzungsmisere und der dennoch starken Meisterrunde haben sich einige Youngster in den Vordergrund gespielt. Kapitän Stefan Schwab ist von Bord gegangen. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Stephan Auer und Torhüter Tobias Knoflach, der in der Meisterrunde Stammtorwart Richard Strebinger mit guten Leistungen ersetzt hat. Richard Strebinger hat seine Rückenprobleme auskuriert und wird in Zagreb beginnen. Ansonsten ist zu erwarten, dass Dejan Ljubicic wieder ins Mittelfeld vorrückt und dort gemeinsam mit Dejan Petrovic die Fäden zieht.
 

Rapid in der Vorbereitung: Vier Spiele, vier Siege

Während sich andere Vereine in der Vorbereitung mit 2:11 abschießen ließen, konnte Rapid Wien seine Testläufe siegreich gestalten. Bei Regionalligist ASV Draßburg wurde ein 0:1 Rückstand in ein 4:1 gedreht, gegen den tschechischen Erstligisten SFC Opava ein 0:3 in ein 5:3 verwandelt. Auf einen 3:0 Erfolg gegen Slovan Liberec folgte ein 7:0 gegen die OÖ Juniors. Das letzte Testmatch gegen die Dependance des LASK fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Von den übrigen drei Testläufen lässt sich festhalten, dass vor allem Ercan Kara mit fünf Treffern in Torlaune ist und auch bei Lokomotiva Zagreb in der Startelf stehen könnte. Thomas Murg hat seine Verletzung überstanden und die von ihm getretenen Standardsituationen haben nichts von ihrer Gefährlichkeit eingebüßt.
 

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Rapid Wien gastiert bei NK Lokomotiva Zagreb Christian Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

NK Lokomotiva Zagreb: Mit Dinamo eng verbunden

Der Club aus der kroatische Hauptstadt konnte in der abgelaufenen Saison etwas überraschend den Vizemeistertitel hinter Dauermeister Dinamo Zagreb erringen. Mit dem kroatischen Rekordmeister ist der Verein von Trainer Goran Tomic auch eng verbunden. Fast 100 Zugänge sind in den letzten zehn Jahren gelistet, wobei mehr als die Hälfte auf Leihbasis stattgefunden hat. Und auch im aktuellen Mannschaftskader finden sich drei Leihspieler des Serienmeisters.
 

Der Überraschungserfolg hat allerdings auch seine Schattenseiten – einige Stammspieler haben den Vizemeister verlassen, dafür aber auch viel Geld in die Vereinskassa gespült. Allen voran Torhüter Ivo Grbic, der für kolportierte 7 Millionen Euro zu Atletico Madrid gewechselt ist. Der Kaderumbruch hat sich gleich beim Saisonauftakt negativ gezeigt, wie die 0:6 Pleite gegen Dinamo Zagreb bewiesen hat. Beim 1:0 Heimsieg in der zweiten Runde gegen HNK Rijeka war es eher dem Unvermögen der Gäste geschuldet, dass Lokomotiva Zagreb durch den einzigen erfolgreichen Angriff im gesamten Spiel mit 1:0 gewonnen hat. Mit Peter Gluhakovic steht auch ein Österreicher im Kader, der in beiden Meisterschaftsspielen zum Einsatz gekommen ist.
 

Internationale Erfolge der Kroaten sucht man vergeblich. Dreimal haben es die Zagreber in der Europa League Qualifikation probiert, dreimal kam das Aus. Dinamo Minsk (A 2:1, H 2:3), PAOK Saloniki (H 2:1, A 0:6) und KRC Genk (H 2:2, A 0:2) erwiesen sich als eine Nummer zu groß.
 

Bilanz gegen kroatische Clubs

Sechs Duelle haben bislang mit kroatischen Teams stattgefunden und die Bilanz ist aus Sicht des SK Rapid Wien mit einem Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen negativ. In der Saison 1971/72 brachten zwei Remis gegen Dinamo Zagreb den österreichischen Rekordmeister in das Viertelfinale des UEFA Cups. Wo allerdings gegen Juventus Turin Endstation war. Der erst kürzlich verstorbene Norbert Hof und Alois Jagodic glichen die zweimalige Führung der Gastgeber aus. Im Hanappi Stadion genügte eine Nullnummer für den Aufstieg.
 

In der ersten UEFA Cup Runde 1977/78 verloren die Rapidler das Hinspiel bei Hajduk Split mit 0:2. Das 2:1 im Rückspiel war zu wenig, um in die nächste Runde aufzusteigen. Johann Krejcirik egalisierte die Führung der Gäste. Dem Dänen Lars Francker gelang eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit der Siegtreffer.
 

Noch schlechter lief es in der 2. Runde des UEFA Cups 2000/01 gegen NK Osijek. Der ehemalige WAC Trainer Nenad Bjelica zeichnete im Hinspiel mit beiden Treffern für den 2:1 Heimsieg der Kroaten verantwortlich. Zeljko Radovic hätte mit seinem Tor für eine dennoch nicht schlechte Ausgangsposition gesorgt. Doch das Rückspiel wurde in Hütteldorf mit einer 0:2 Pleite komplett vergeigt. Nenad Bjelica war abermals erfolgreich, „Il Genio“ Dejan Savicevic vergab vom Elfmeterpunkt.
 

Personalsituation

Vom Probegalopp gegen OÖ Juniors (7:0) sind keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Zu den Langzeitverletzten Philipp Schobesberger und Christopher Dibon gesellte sich zuletzt Dalibor Velimirovic mit einem Kreuzbandriss. Mateo Barac befindet sich im Aufbautraining und stellt keine Option dar. Rückkehrer Deni Alar wurde in den Testmatches eingewechselt, während für Andrija Pavlovic noch ein Abnehmer gesucht wird.
 

Ausblick

Gelingt den Hütteldorfern die Hürde NK Lokomotiva Zagreb, haben die Rapidler zumindest einmal die Europa League Gruppenphase fix in der Tasche und können mit den finanziellen Mitteln planen. In der 3. Qualirunde wäre der österreichische Rekordmeister fix ungesetzt. Es winkt ein Duell mit Benfica Lissabon, Dynamo Kiew oder KAA Gent, sollte Besiktas Istanbul gegen PAOK Saloniki ausscheiden. Es ist nun das erste Pflichtspiel seit dem Abgang von Stefan Schwab, der zweifelsfrei eine Lücke im Spiel hinterlassen wird. Wer an seiner statt die Kapitänsschleife übernimmt, ist noch unbekannt.
 
Die Gastgeber mussten deutlich mehr Abgänge verschmerzen und gehen wohl als Außenseiter in die Begegnung. Zudem wurden zuletzt fünf Spieler positiv auf das grassierende Covid 19 Virus getestet. Rapid Wien wird eine gute und konzentrierte Leistung benötigen, unschlagbar sind die Kroaten gewiss nicht.