Rapid Wien unterliegt dem LASK – Hütteldorfer Zahlenspiele

Rapid Wien LASK Hütteldorf

In letzter Sekunde haben nur noch zehn Rapidler den Punktgewinn daheim gegen Vizemeister LASK vergeigt. 19.400 Fans waren in das Weststadion des SK Rapid Wien gepilgert, um einer spektakulären Choreographie der Lords Rapid beiwohnen zu dürfen und auf den dritten Rapidsieg in Folge zu hoffen. Daraus wurde nichts.

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Null Punkte gegen den Vizemeister. Das Spiel erinnerte mehr an den legendären „Simmering – Kapfenberg“-Sager von Helmut Qualtinger als an ein Fußballmatch zwischen Rekordmeister und Vizemeister.

Null Verständnis kann man auch für die wunderliche Transferpolitik der letzten Woche aufbringen. Mert Müldür wurde teuer verkauft und Marvin Potzmann ohne Not abgegeben. Ausgerechnet an den LASK. Und da der Fußballgott – nein, nicht Steffen – offensichtlich einen Sinn für Humor hat, hat er den beim SK Rapid Wien verschmähten Spieler den Führungstreffer mustergültig vorbereiten lassen. Ein veritables Eigentor der sportlichen Führung.

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Einen einzigen Torschuss auf das Gehäuse des Gästekeepers haben die Rapidspieler abgegeben. Der Rest ging am Tor vorbei oder drüber. Dass dieser Schuss dann auch noch den Ausgleich bedeutete, spricht zwar für Effizienz, ist aber insgesamt einer Rapid nicht würdig.

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Zwei Niederlagen hat der SK Rapid in drei Heimspielen erlitten. Das Weststadion ist auch in der neuen Saison keine Festung. Über die Heimschwäche haben wir bereits berichtet. Vor allem die Zuschauerzahlen lassen zu wünschen übrig. Geht am nächsten Sonntag auch das Derby verloren, wird das darauf folgende Heimspiel gegen Admira Wacker zu einer Art Geisterspiel verkommen.

Zwei Tore hat Gästestürmer Marko Raguz erzielt. Der 21-Jährige war auch ansonsten einer der auffälligsten Spieler und hat fünf Torschüsse abgegeben. Während Aliou Badji eher durch technische Unzulänglichkeiten als durch Torgefahr aufgefallen ist und auch aus dem eigenen Nachwuchs seit Jahren kein brauchbarer Stürmer hochgezogen werden konnte, schafft man das woanders sehr wohl.

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Drei Verletzte hatte der SK Rapid zu beklagen. Damit gehen den Hütteldorfern just vor dem Derby allmählich die Spieler aus. Über dringend notwendige Neuzugänge wird zwar eifrig spekuliert, etwaige Vollzugsmeldungen lassen aber weiter auf sich warten. Die Uhr tickt. Wenn ein Verein händeringend nach einer Verstärkung sucht, macht das normalerweise potentielle Kandidaten nicht günstiger.

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Vier Gegner des vorjährigen Meisterplayoffs haben die Hütteldorfer schon als Gegner gehabt und vier Zähler geholt. Das lässt zumindest hoffen, dass gegen die sogenannten kleineren Vereine Punkte eingefahren werden können. Dafür muss sich die Mannschaft allerdings deutlich steigern.

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Fünf Runden sind erst gespielt und schon beträgt der Rückstand auf den FC Salzburg und den LASK acht beziehungsweise sechs Punkte. Traurig, wie früh sich der Rekordmeister auch dieses Jahr wieder aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet hat.

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Sechs Treffer durften die Rapidfans in den ersten fünf Runden bejubeln. Ein Durchschnitt von 1,2 pro Spiel. Viermal wurden die generischen Torhüter in den ersten 45 Minuten bezwungen. Zweimal unmittelbar nach der Pause. Nach Minute 47 durfte kein Rapidspieler mehr zum Jubeln abdrehen.

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Siebenter gegen Sechster lautet die Ausgangslage am kommenden Sonntag. Was dereinst als großes Wiener Derby ein Spitzenspiel der Bundesliga war, verkommt immer zum Mittelmaß. Sollten – wie beim letzten Match am Verteilerkreis – abermals sieben Treffer fallen, wäre eine andere Torverteilung aus Hütteldorfer Sicht wünschenswert.

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Acht Zähler hatten die Rapidler im Vorjahr nach fünf Spieltagen gesammelt. Bald darauf war Gogo Djuricin Geschichte. Aktuell haben die Grünweißen sogar noch einen Punkt weniger gesammelt.

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Neun von insgesamt 18 Flanken haben die Linzer im Weststadion an den eigenen Mann gebracht und daraus die beiden sieg-bringenden Tore erzielt.

Fazit

Einsatz und viel Kampf kann man der Mannschaft gewiss nicht absprechen. Das wurde auch im Stadion anerkannt. Zudem der erste Auftritt des Japaners Koya Kitagawa frenetisch bejubelt. Spielerisch ist allerdings – hoffentlich – noch sehr viel Luft nach oben. Denn die Rapidspieler vergeben nicht Unmengen an Chancen, wie es in der Vergangenheit häufig war, sondern sie haben kaum Tormöglichkeiten.

Zudem geht die Defensive am Stock. Der von seiner Maske bei Kopfbällen sichtlich beeinträchtigte Christopher Dibon, Manuel Sonnleitner und Maximilian Hofmann sind angeschlagen, im Aufbautraining oder verletzt. Auch Srdjan Grahovac fällt noch aus. Mateo Barac wird von Trainer Didi Kühbauer weiterhin nicht geschätzt. Bleibt noch der junge Leo Greiml. Stephan Auer hat sich zwar bemüht, ist aber zu limitiert und hatte bei seinem Elfmeterfoul Glück. Und Stammtorhüter Richard Strebinger sollte erst einmal gründlich durchgecheckt werden, bevor man an einen weiteren Einsatz überhaupt denkt. Langweilig wird es in Hütteldorf auch weiterhin nicht.

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