Rapid Wien in der Krise – eine Spurensuche – Teil 3

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Rapid Wien ist auch bei den Torabschlüssen nur Durchschnitt! Lässt sich über Statistiken die offensive Misere erklären? Wie sieht es im Vergleich mit den anderen Bundesligavereinen aus? Welcher Rapidler sucht den Abschluss am häufigsten?

 

Rapid Wien schießt zu selten auf das gegnerische Tor. Und nicht gut genug:

 

 

185 Torschüsse (inklusive vom Gegner geblockte Schüsse) hat Rapid Wien in 14 Meisterschaftsspielen fabriziert. Klingt viel? Ist es nicht. In einer Torschuss-Tabelle reicht das für Platz 5. Ex aequo mit Sturm Graz. 71 Torschüsse mehr – sprich 256 – hat RB Salzburg abgefeuert. 236 Torschüsse hat der WAC abgegeben, 218 der LASK und 195 TSV Hartberg. SKN St. Pölten liegt in der Tabelle deutlich vor dem Rekordmeister, hat aber bloß 146 Torschüsse abgegeben. Und trotzdem sind 60 Schüsse auf das gegnerische Tor gegangen. Gleich viel wie von Rapid. Das ergibt für die Wiener eine Schussgenauigkeit von lediglich 32,40%. Der WAC, allerdings mit 51 Torschüssen mehr, und Wacker Innsbruck, trotzdem ebenfalls 15 Tore erzielt, haben eine schlechtere Quote.

Durchschnittlich 13 Torschüsse pro Spiel hat der SK Rapid Wien 2018/19 auf das gegnerische Gehäuse abgegeben. Das sind knapp mehr als 4 Schüsse pro Spiel auf das Tor. Hochgerechnet auf 36 Runden wären das 476 Torschüsse, 154 auf das Tor und – aufgerundet – 39 Tore. Allerdings hat die heurige Meisterschaft bloß 32 Runden. Das ist extrem dürftig.

21 Torschüsse hat Rapid im Heimspiel gegen Admira Wacker abgegeben. Gefolgt von den Heimspielen gegen Wacker Innsbruck und SCR Altach (je 18). 16 der 18 Torschüsse gegen die Tiroler erfolgten innerhalb des Strafraums, 9 sind tatsächlich auf das Tor gegangen – die Bestwerte in dieser Saison.

Bei der Niederlage beim WAC gelangen nur 7 Abschlüsse und im Heimspiel gegen die Lavanttaler ging ein einziger Schuss direkt auf das Tor – die schlechtesten Werte in dieser Saison.

Eine Unterscheidung zwischen den abgegebenen Torschüssen innerhalb und außerhalb des gegnerischen Strafraums ist sinnvoll. Die Wahrscheinlichkeit im Strafraum ein Tor zu schießen ist eben höher als von außerhalb. Da liegt Rapid Wien ganz gut.

Deutlich trauriger ist das Verhältnis zwischen Schüsse auf das Tor und erzielte Tore. Bei 60 Torschüssen musste der jeweilige gegnerische Torhüter bloß 15 Mal das Runde aus dem Eckigen holen = 25%. Der WAC führt diese Statistik mit 36,11% vor SCR Altach (35,85%) und RB Salzburg (35,42%) an. Einzig der Rivale aus Favoriten (22,41%) und Sturm Graz (24,62%) unterbieten den sonst so offensivstarken Rekordmeister.

 

Rapid – Jahresvergleich:

 

 

Ausgerechnet in der Seuchensaison 2016/17 haben die Hütteldorfer die meisten Torschüsse verbucht. Und trotzdem nur 52 Tore geschossen. Eine schlechte Schussgenauigkeit und der Anteil Tore pro Schüsse auf das Tor ist mit 28,89% fatal gewesen. Da beide Werte in der aktuellen Saison noch schlechter ausfallen, darf man sich über den Niedergang in der Tabelle nicht wundern.

 

Torschussstatistik der Rapidspieler:

 

 

 

 

 

Den Neuzugängen Christoph Knasmüllner, Andrei Ivan und Deni Alar kann man das Bemühen nicht absprechen – allein die Qualität der Abschlüsse lässt zu wünschen übrig. Munas Dabbur von RB Salzburg führt die Torschützenliste mit 8 Treffern an, hat aber unglaubliche 61 Torschüsse abgegeben. Diese schlechte Quote mag der Grund sein, weshalb er für eine Topliga eher nicht in Frage kommt, aber dies ist nicht das Thema dieser Analyse.

 

Fazit:

 

Wir haben gestern bereits festgestellt, dass der SK Rapid Wien zu wenig Tore schießt. Heute haben wir herausgearbeitet, dass das kein Zufall oder Pech ist, sondern die Quantität und die Qualität der Abschlüsse nicht passt.

29 Tore und 24 Torvorlagen haben letztes Jahr Spieler erzielt, die heuer nicht mehr im Rapidkader stehen. Dazu kommen noch die 5 Tore und 9 Assists von Philipp Schobesberger, der heuer erst 21 Minuten gespielt hat. Stefan Schwab war 2017/18 mit 12 Toren, 8 Torvorlagen und 69 abgegebenen Schüssen der prägendste und herausragendste Rapidler. Heuer agiert er deutlich defensiver und findet nicht zu seiner Form. Auch Thomas Murg war im Vorjahr ein Garant für viele erfolgreiche Spiele und kommt bislang nicht in Fahrt. Von den Neuzugängen weiß offensiv einzig Christoph Knasmüllner zu überzeugen, seine Goalgetterqualitäten sucht er allerdings auch noch. Trotz vieler Versuche.

Möchte Trainer Didi Kühbauer alsbald den Umbruch schaffen und Rapid Wien auf die Erfolgsspur zurückbringen, muss er sich für die Offensive einen Plan, oder besser noch mehrere Pläne einfallen lassen. Dass die Hütteldorfer in den letzten Spielen zumindest aus Eckbällen gefährlicher waren, ist ein gutes Zeichen. Ein Drittel der erzielten Tore wurden von Verteidigern erzielt. Aber wo bleiben die Mittelfeldspieler und Stürmer?

Morgen folgt Teil 4 der Analyse von Grünaufweiß.


Den ersten Teil unserer Analyse findet ihr HIER.


Den zweiten Teil unserer Analyse findet ihr HIER.

 

 

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