Rapid Wien: Die Gegner in der 3. Champions League Qualirunde

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SK Rapid Wien hat in der 2. Qualirunde der UEFA Champions League die Hürde NK Lokomotiva Zagreb erfolgreich genommen. Der 1:0 Erfolg mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten war vielleicht kein fußballerischer Leckerbissen, im Endeffekt zählt jedoch nur das Ergebnis. Mit dem verdienten Sieg ist zumindest einmal die Teilnahme an der Europa League Gruppenphase gesichert. Das Startgeld in Höhe von 2,92 Millionen Euro ist ein Segen für den Verein.

 
Doch nun können die Hütteldorfer frei aufspielen. Die Pflicht ist erledigt. Jetzt folgt die Kür. Denn das Match in der 3. Qualirunde ist abermals ein Millionenspiel. Die Auslosung erfolgt am 31. August in Nyon. Spieltermin ist entweder der 15. oder 16. September 2020. Steigt der österreichische Rekordmeister in das Playoff auf, öffnet sich das Füllhorn der UEFA erneut und weitere 5 Millionen Euro werden in den Westen Wiens überwiesen. Im Playoff geht es dann endgültig um die Teilnahme an der Königsklasse. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit den Infos zu den Gegnern in der 3. Qualirunde.

 

Nyon Champions League Auslosung Rapid Wien Gegner
In Nyon erfolgt die Auslosung zur Champions League Christian Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

Benfica Lissabon

Fangen wir gleich mit dem schwerstmöglichen Los an. Der portugiesische Rekordmeister hat die abgelaufene Saison nur auf dem zweiten Rang hinter FC Porto beendet. Dabei haben die Portugiesen 18 der ersten 19 Meisterschaftsspiele gewonnen. Doch die tolle Serie wurde von einer erneuten Niederlage gegen den nunmehrigen Meister unterbrochen und anschließend ließen die Hauptstädter zu viele Punkte liegen.
 
Von Runde 20 bis 29 verspielte der Rekordmeister mit nur zwei Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen die Meisterschaft. In der Europa League Zwischenrunde erfolgte zudem gegen Shakhtar Donetsk das Aus. Das Ende für Trainer Bruno Lage, der von seinen Aufgaben entbunden und nun vom 66-jährigen Jorge Jesus als Cheftrainer beerbt wurde. In die drei Brasilianer Everton, Pedrinho und Gilberto, sowie den deutschen Nationalspieler Luca Waldschmidt, wurde bereits kräftig investiert. Routinier Jan Vertonghen kam ablösefrei von Tottenham Hotspur. Ein Stürmer – Edinson Cavani? – soll noch verpflichtet werden.

 

Dynamo Kiew

Der ukrainische Vizemeister hat ebenfalls einen großen Namen. Immerhin ist der Traditionsverein wie Rapid Wien und Benfica Lissabon Rekordmeister. Etwas ältere Semester werden sich vermutlich an einige Duelle mit dem fünfzehnfachen ukrainischen Meister erinnern. Im Sommer 1996 besiegten die Rapidler inklusive Didi Kühbauer Dynamo Kiew daheim mit 2:0, auswärts mit 4:2 und zogen erstmals in die UEFA Champions League ein.

In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um den Traditionsverein geworden. Shakhtar Donetsk hat den Hauptstädtern den Rang abgelaufen. Während die Ostukrainer mit brasilianischer Fußballkunst brillieren, probiert es Dynamo Kiew mit vielen einheimischen Spielern. Um die Verpflichtung von Trainer Mircea Lucescu hat es Proteste einiger Fangruppierungen gegeben, da der 75-Jährige viele und sehr erfolgreiche Jahre bei Shakhtar Donetsk gearbeitet hat. Doch nun soll der Rumäne doch bleiben und die Lücke zum Rivalen schließen. Der Ghanaer Mohammed Kadiri wechselte im vergangenen Sommer vom Verteilerkreis zu Dynamo Kiew.

 

KAA Gent

Da PAOK Saloniki in der 2. Qualirunde den türkischen Vertreter Besiktas Istanbul aus dem Bewerb geworfen hat, bietet sich nun KAA Gent als drittes gesetztes Team dem österreichischen Rekordmeister als Gegner an. Manche Fans mögen vielleicht auf den ersten Blick Gent mit Genk verwechseln – beide Städte liegen in Belgien. Doch während der SK Rapid Wien bereits vier Spiele gegen KRC Genk absolviert hat, steht ein Duell mit KAA Gent noch aus. Und dennoch gibt es einen Bezug – im Sommer 2018 wechselte der georgische Stürmer Giorgi Kvilitaia um geschätzte 3 Millionen Euro zum einfachen belgischen Meister.

Doch allzu glücklich ist der 26-Jährige noch nicht geworden. Wie schon in Hütteldorf warfen Verletzungen den Mittelstürmer immer wieder zurück. Und auch in der neuen Meisterschaftssaison läuft es weder für den Georgier (noch kein Einsatz), noch für den belgischen Vizemeister rund. Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt wurde Trainer Jess Thorup gefeuert. Doch auch das Debüt von Routinier Laszlo Bölöni ist nicht geglückt, weswegen KAA Gent nach drei Spieltagen punktelos das Tabellenende ziert. Ein Grund für den Fehlstart dürfte im Verkauf des 20-jährigen Kanadiers Jonathan David liegen, der im Sommer für kolportierte 32 Millionen Euro zu LOSC Lille nach Frankreich gewechselt ist. Der Nationalspieler verbuchte in der vergangenen Saison wettbewerbsübergreifend 23 Tore und zehn Vorlagen in 40 Einsätzen. Die Hälfte der eingenommenen Transfersumme wurde zwar wieder reinvestiert, der Erfolg ist jedoch bislang ausgeblieben.

 

Fazit

Rapid Wien hat mit dem 1:0 Erfolg bei NK Lokomotiva Zagreb bereits den wichtigsten Sieg gefeiert, der nun etwas Ruhe in den Verein bei den finanziellen Planungen bringen sollte. Doch mit einem Sieg in der 3. Qualirunde und dem Aufstieg in das Playoff warten noch einmal 5 Millionen. Benfica Lissabon scheint als Gegner außer Reichweite zu sein. Zumal die Portugiesen in ihren Kader kräftig investiert haben und weitere prominente Neuzugänge nicht ausgeschlossen sind. Dynamo Kiew hat etwas an Glanz vergangener Jahre verloren und könnte als Gegner nicht gänzlich unbesiegbar sein. KAA Gent hat den Abgang des wichtigsten Spielers (noch) nicht verkraftet und den Saisonstart komplett vermasselt.

 
Benfica Lissabon wäre zwar ein spektakuläres, aber wohl schwer zu bespielendes Los. Bei Dynamo Kiew und vor allem KAA Gent sollte die Aufstiegschance höher sein – ein Heimspiel würde die Aufgabe zusätzlich erleichtern.