SPIELVORSCHAU: SK RAPID WIEN – FC WACKER INNSBRUCK

Rapid Wacker Innsbruck

Rapid Wien empfängt im Weststadion Zweitligameister Wacker Innsbruck. Wie reagiert Trainer Djuricin auf die Fanproteste am Donnerstag? Was haben die Tiroler zu bieten? Wer trägt das Wappen auf den Hütteldorfer Rasen?

 

Ausgangssituation:

Beim SK Rapid Wien geht das Auf und Ab weiter. Im Europacup auf Kurs, aber in der Meisterschaft nach 4 Runden bereits 7 Punkte hinter Salzburg. Teile der organisierten Fans stellen sich ganz offen gegen Trainer Goran Djuricin und gegen das Präsidium. Nur überzeugende Erfolge können dem Trainer mittel- und langfristig den Kopf retten. Schon viel zu lange konnte Rapid keinen Titel mehr gewinnen und die Fans sind der Ausreden überdrüssig. Dass das Timing für den Protest gegen den Trainer während des erfolgreichen Spiels gegen FCSB unterirdisch war, rundet das Gesamtbild weiter ab. Hütteldorf könnte wieder einmal zu einer Schlammschlacht verkommen.

Auch bei den Innsbruckern ist längst nicht alles eitel Wonne. Einem Sieg auswärts bei Altach stehen nach 4 Runden 3 Niederlagen gegenüber – vor allem die beiden Heimniederlagen gegen Sturm Graz und St. Pölten schmerzen. Die Enttäuschung schlägt sich auch in den dürftigen Zuschauerzahlen nieder. Von der Aufstiegseuphorie scheint aktuell nicht mehr viel übrig zu sein.

 

Innsbruck 2017/18: Souveräner Meister:

Mit 3 Punkten Vorsprung auf TSV Hartberg konnte FC Wacker Innsbruck den Meistertitel der zweithöchsten österreichischen Spielklasse einfahren. Beste Heimmannschaft, zweitbestes Auswärtsteam und die beste Defensive waren die Garanten für den Aufstieg.

In Runde 22 konnten die Tiroler erstmals die Tabellenführung übernehmen und verteidigten sie bis zur letzten Runde.

Der mittlerweile 33jährige Slowene Zlatko Dedic war mit 19 Treffern erfolgreichster Torschütze, der Deutsche Daniele Gabriele mit 10 Assists der beste Vorlagengeber.

 

Die Sommertransferzeit:

Mit Florian Jamnig hat eine wichtige Stütze  der Meistersaison (11 Tore, 4 Vorlagen) die Tiroler Richtung Linz verlassen. Auch Imbongo Boele, Ex-Rapidler Pichler und Hamzic trugen ihren Teil zum Aufstieg bei, ihre Verträge wurden jedoch seitens des Vereins nicht verlängert.

Ilkay Durmus wurde von Aufstiegskonkurrent SV Ried verpflichtet und ist im linken Mittelfeld gesetzt, Stefan Meusburger von der TSV Hartberg hat seinen Stammplatz in der Innenverteidigung sicher. Der deutsche Bryan Henning kam von Hansa Rostock und wusste bislang noch nicht zu überzeugen, der Slowene Patrick Eler wurde in Frankreich bei AS Nancy nicht glücklich und hofft in Innsbruck wieder zu alter Stärke zu finden. Cheikhou Deing hatte seine beste Zeit bei St. Pölten, bei Basaksehir in der türkischen Süper Lig konnte er sich nicht durchsetzen und auch die zahlreichen Leihen verliefen wenig zufriedenstellend. Die weiteren Neuzugänge fallen in die Kategorien Kaderverbreiterung und Perspektivspieler.

 

Bilanz gegen Rapid:

Das letzte Aufeinandertreffen in der Meisterschaft war in der Saison 2013/14 – Rapid behielt nach Toren von Sabitzer und Boyd mit 2:0 die Oberhand. In 150 Spielen gegeneinander konnte Rapid 64 Begegnungen für sich entscheiden, 46 Spiele endeten mit einem Remis und 40 Siege gehen auf das Konto der Innsbrucker.

 

Karl Daxbacher – keine Pension in Sicht:

In der letzten Saison feierte der 65jährige seinen dritten Zweitligameistertitel und führte somit Wacker Innsbruck erfolgreich zurück ins Oberhaus. Dieses Kunststück gelang ihm bereits mit St. Pölten und dem LASK, auch ein österreichischer Cuptitel ziert seine Visitenkarte. In der Aufstiegssaison schickte er seine Mannschaft zumeist in einem 4-1-4-1 auf den Platz, in der neuen Spielzeit hat er einige Formationen probiert, mit Neuzugang Dieng steht ihm eine weitere Alternative zur Verfügung.

 

Mögliche Aufstellung FC Wacker Innsbruck:

Dedic

Durmus    Harrer    Dieng

Freitag    Kerschbaum

Vallci  Maak  Meusburger  Schimpelsberger

Knett

 

Rotiert Goran Djuricin abermals?

Rapid in Bestbesetzung weiß international zu überzeugen. In der Meisterschaft folgten auf Rotationen in der Aufstellung enttäuschende Leistungen. Noch haben nicht alle Kaderspieler den Beweis erbracht, dass sie das grün-weiße Trikot zu Recht tragen. Schwab und Murg sind zu wichtig und sollten nicht noch einmal geschont werden und Deni Alar braucht dringend ein Erfolgserlebnis. Mert Müldür, der vergangene Woche offenbar erkrankt war, sollte eine Chance in der Startformation erhalten. Barac könnte eine Pause in Hinblick auf Donnerstag gut tun.

 

Meine Einschätzung:

Bei Rapid Wien ist die sprichwörtliche Kacke bereits nach wenigen Spielen am Dampfen. Schwer einzuschätzen, wie sich das Spiel der Mannschaft entwickeln müsste, damit das Trainerteam das Vertrauen von Teilen der organisierten Fans zurückgewinnen kann. Aktuell scheint jeglicher Kredit verspielt, obwohl die Proteste nur von einem Teil mitgetragen werden.

Gegen den eher bieder in die neue Saison gestarteten Aufsteiger FC Wacker Innsbruck muss nun ein überzeugender Sieg her. Ohne Wenn und Aber. Für Trainer Djurucin kann nun jedes Match ein Endspiel sein, gut möglich, dass bloß Müldür in die Mannschaft reinrotiert wird.

Auch bei den Innsbruckern ist die Unzufriedenheit greifbar. Derzeit ist noch nicht absehbar, wie sich die Tiroler langfristig in der ersten Liga etablieren wollen. Das Innsbrucker Publikum ist für seinen Wankelmut bekannt und die Unterstützung seitens der Tiroler Wirtschaft ist noch ausbaufähig.

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