Rapid Taxi holt beim LASK drei Punkte ab

Taxi grün Rapid Wien

Die dritte Runde des Meisterplayoffs brachte gleich drei Auswärtssiege. Der 5:1 Erfolg des FC Salzburg bei Sturm Graz kam wenig überraschend und bescherte dem Tabellenführer den zweiten Kantersieg in der Steiermark binnen weniger Tage. Der WAC sah gegen den TSV Hartberg nach einer 2:0 Führung samt Traumtor von Shon Weissman bereits wie der sichere Sieger aus. Den Oststeirern gelang allerdings ein furioses Comeback. Mit dem 4:2 Triumph im Lavanttal hat die Mannschaft von Markus Schopp den fünften Platz in der Tabelle abgesichert. Nur noch drei Punkte fehlen auf den dritten Rang, der in der kommenden Saison einen Fixplatz in der Gruppenphase der Europa League garantiert.
 
Das – zumindest dem Namen nach – Spitzenspiel ging im Waldstadion in Pasching zwischen dem LASK und SK Rapid Wien über die Bühne. Der gefallene ehemalige Tabellenführer gegen den österreichischen Rekordmeister. Die Oberösterreicher hatten sich mit einem spektakulären 3:3 beim WAC auf diese Begegnung eingestimmt, die Hütteldorfer mit einem 4:0 Kantersieg gegen Sturm Graz. Sollte auf die Fans vor den TV-Geräten ein Leckerbissen mit Zauberfußball warten? GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog wirft einen Blick auf das Spiel und den dritten Spieltag des Meisterplayoffs.
 

Didi Kühbauer rührt Beton an

Der Trainer des SK Rapid hatte bereits vor dem LASK Spiel angekündigt, seine Mannschaft auf die körperbetonte Spielweise der Gastgeber einstellen zu wollen. Zudem hatte der 49-Jährige ein enges Spiel prophezeit, das wohl Kleinigkeiten entscheiden würden. Diese Einschätzung sollte sich bewahrheiten.
 
Didi Kühbauer wusste mit seiner Aufstellung zu überraschen. Der Fußballlehrer schickte sein Team gegen die übliche 3-4-3 Formation der Linzer ebenfalls in einem 3-4-3 oder auch 3-4-2-1 auf das Feld. Während Valerien Ismael seine Elf jedoch durchaus offensiv sehen wollte, lag der Fokus der Wiener auf defensiver Stabilität. Vor Torhüter Tobias Knoflach bildeten Maximilian Hofmann, Dejan Ljubicic und Leo Greiml die Dreierkette. Davor sollte eine Viererkette bestehend aus Maximilian Ullmann, Srdjan Grahovac, Dejan Petrovic und Stephan Auer den Raum verdichten. Kapitän Stefan Schwab über halblinks und Kelvin Arase über halbrechts mögliche freie Räume nützen. Der groß gewachsene Stürmer Ercan Kara sollte bei langen Bällen aus der Abwehr in die Zweikämpfe gehen und die Chance auf zweite Bälle für die nachrückenden Schwab und Arase eröffnen.
 

LASK ist überrascht

Die defensive und sehr körperbetonte Spielweise schien die Gastgeber zu beeindrucken. Somit entwickelte sich eine erste Halbzeit mit viel Kampf, Fehlpässen und ohne große Chancen. Nach 26 Minuten eröffnete sich Gernot Trauner nach einem Einwurf die einzige Torchance der Linzer. Sein Versuch ging jedoch genau auf Torhüter Tobias Knoflach. Knapp vor der Pause dann auch einmal ein schneller Angriff von Rapid. Nach Vorarbeit von Kelvin Arase und Stefan Schwab kam Dejan Petrovic von der Strafraumgrenze aus frei zum Schuss. Der zu zentral angetragene Abschluss wurde jedoch zur Beute von Torwart Alexander Schlager.
 

LASK wird besser, Fountas trifft

Nach dem Seitenwechsel hatten sich die Oberösterreicher auf die destruktive Spielweise der Hütteldorfer besser eingestellt und übernahmen nun vollends das Kommando. Mit Pressing und bedingungslosem Gegenpressing wurden die Wiener eingeschnürt und Entlastung seltener. Zunächst wäre aber gleich nach Wiederbeginn ein Elfmeter möglich gewesen. Maximilian Hofmann erwischte Marko Raguz mit der Hand im Gesicht. Die Nase blieb lädiert zurück, die Pfeife von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer allerdings stumm.
 
Nach einem der berüchtigt gefährlichen Eckbälle von Peter Michorl hätte der 22-Jährige seine kaputte Nase rächen können – sein Kopfball ging jedoch knapp drüber. Bei einem weiteren Schussversuch blieb Tobias Knoflach Sieger. Marko Raguz wurde durch den Toptorschützen Klauss ersetzt und nach rustikalem Einstieg kam der Brasilianer auch zu einem – erfolglosen – Abschluss.
 
Zwei Minuten vor seiner Einwechslung hatte bereits Didi Kühbauer gewechselt und Stephan Auer durch Thorsten Schick und Ercan Kara durch Goalgetter Taxi Fountas ersetzt. Die Einwechslung des Griechen sollte sich nach 87 Minuten bezahlt machen. Der ebenfalls eingetauschte Koya Kitagawa setzte Philipp Wiesinger unter Druck, den Rückpass zu Torhüter Alexander Schlager hatte Rapids Taxi Fountas antizipiert und spitzelte den Ball am heraus eilenden Torwart vorbei in die Maschen. In der Nachspielzeit hätte der 24-Jährige sogar einen Doppelpack schnüren können, scheiterte allerdings knapp am Schlussmann. Nach bereits abgelaufener Nachspielzeit setzte Peter Michorl noch einen Freistoß an die Latte. Danach war das Spiel zu Ende und der Jubel der Hütteldorfer unüberhörbar.
 

Die Linzer gewinnen die Statistik

Die destruktive Ausrichtung schlug sich auch in der Statistik nieder. Der Ballbesitz blieb über die 90 Minuten recht konstant bei 58% zu 42% zugunsten der Linzer. Die Schussstatistik war in den ersten 45 Minuten noch beinahe ausgeglichen (3:2, auf das Tor 1:1). Nach dem Seitenwechsel war der LASK deutlich überlegen (10:2, auf das Tor 3:2). War die grün-weiße Passquote in der ersten Halbzeit schon bei erschreckenden 57%, sank sie nach dem Pausentee sogar noch auf 49%. Die über 90 Minuten gerechneten 67% der Oberösterreicher sind auch kein überragender Wert, zeigen aber nur umso deutlicher, wie zerfahren das Spiel gewesen ist.
 
Zudem haben es die Hütteldorfer ungewohnt häufig mit langen Bällen (28,23% der gespielten Pässe) probiert, während der Wert bei den Linzern bei 19,08% liegt. 196 Pässe (37,40%) spielten die Gastgeber in der gegnerischen Hälfte, bei den Rapidlern waren es gerade einmal 65 (17,15%).
 
Dass der Fußball allerdings nicht nur aus Statistiken besteht, beweist das Endergebnis. Denn während der LASK vor allem in der zweiten Hälfte drückend überlegen war und bei einer nicht geahndeten Aktion im Strafraum Pech hatte, schlugen die Hütteldorfer nach einem Blackout eines Linzers unbarmherzig zu.
 

Rapid Wien gewinnt das Spiel

Der wichtigste Punkt zuerst: Rapid Wien hat in Pasching drei wichtige Punkte geholt und sich somit von der Konkurrenz etwas abgesetzt. Der zweite Tabellenrang, der in der kommenden Europacupsaison zu einem Start in der Qualifikation für die Champions League berechtigt, wurde erobert.
 
Wusste der Rekordmeister im Duell mit Sturm Graz noch durch seine spielerische Linie zu glänzen, ging diese beim Auftritt in Oberösterreich komplett verloren. Das war allerdings vor allem der Ausrichtung mit sieben defensiven Feldspielern geschuldet. Die drei Offensivspieler Ercan Kara, Kelvin Arase und Stefan Schwab sind auch nicht als Zaubermäuse am Ball verschrien. Somit war bereits nach Bekanntgabe der Aufstellung klar, in welche Richtung das Spiel der Rapidler gehen würde.
 
Das Match war insgesamt wenig sehenswert und wurde durch Kampf und Fehlpässe, anstatt durch erhofften Zauberfußball, geprägt. Der Zweck heiligt ja auch bekanntlich die Mittel und am Ende zählen nur die drei Punkte. Der spielerische Anspruch eines SK Rapid Wien sollte dennoch höher und Rumpelfußball dieser Art die Ausnahme und nicht die Regel sein. Dass es der Rekordmeister auch anders kann, hat er in dieser Saison schon mehrmals bewiesen. Am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den WAC muss Rapid Wien wieder Fußball spielen und nicht bloß zerstören wollen. Nicht dabei wird Kapitän Stefan Schwab sein, der in Pasching seine fünfte Gelbe Karte kassiert hat und nun zusehen muss.
 

Wie schlugen sich die anderen Teams im Meisterplayoff?

TSV Hartberg bleibt weiter Favoritenschreck und unberechenbar. In der Lavanttal Arena lagen die Oststeirer beim WAC bereits mit 0:2 zurück und waren bis dahin chancenlos. Ein Konter nach einem Eckball der Wolfsberger brachte die Hartberger noch vor der Pause wieder zurück ins Spiel. Ein Elfmeter samt Ausschluss den Ausgleich. In Überzahl gelang mit zwei weiteren Treffern die Entscheidung und der überraschende Auswärtssieg.
 
Auch Sturm Graz büßte gegen den FC Salzburg drei Akteure ein. Allerdings nicht verletzungsbedingt wie der SK Rapid, sondern durch drei Ausschlüsse. Zunächst hatte sich Trainer Nestor El Maestro gegenüber Schiedsrichter Harald Lechner vollkommen im Ton vergriffen. Etwas hart war der Ausschluss gegen Lukas Spendlhofer. Die Gelb-Rote Karte gegen Isaac Donkor folgerichtig. Die Salzburger hingegen verlegten sich auf das Zaubern und schenkten dem Tabellenletzten des Meisterplayoffs mächtig ein. Für drei der fünf Treffer zeichnete Dominik Szoboszlai verantwortlich, der mit seiner brillanten Technik seinen Marktwert wohl weiter steigern durfte.
 

Wie geht es weiter?

Am kommenden Wochenende empfängt Rapid Wien den WAC, Sturm Graz reist zum TSV Hartberg und der LASK sucht den Weg aus der Ergebniskrise beim FC Salzburg. Für Spannung ist somit gesorgt.