SPIELVORSCHAU: SK Rapid Wien – SC Fotbal Club FCSB SA

Rapid Steaua Bukarest

Wieder in Bestbesetzung – vermag Rapid nach der schwachen Leistung gegen den LASK sein Leistungspotential auszuschöpfen? Was ist von Bukarest zu erwarten? 2 Mannschaften mit einer ähnlichen Taktik – wer wird sich durchsetzen?

Ausgangssituation:

Auf das 4:0 gegen Slovan Bratislava folgte für Rapid ein 1:2 in Pasching gegen den LASK. Erneut wurde ersichtlich, dass der zweite Anzug unserer Mannschaft nicht sitzt. Das sollte zwar gegen FCSB kein Problem sein, da wohl die stärkste Formation beginnen wird, weckt jedoch wenig Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf. Rotiert Rapid so weiter, verabschieden wir uns von sämtlichen Saisonzielen.

Der einstmals als Steaua Bukarest bekannte FCSB wurde in der letzten Saison mit bloß einem Punkt Rückstand auf Meister CFR Cluj Zweiter.

In der aktuellen Meisterschaft wurden in 5 Runden 10 Punkte geholt und man liegt wiederum mit einem Punkt Rückstand hinter CFR Cluj auf Platz 2.

In der 2. Runde zur Europa League Qualifikation wurde der slowenische Vertreter Rudar Velenje mit einem Gesamtscore von 6:0 aus dem Bewerb verabschiedet. In der 3. Runde wartete mit Hajduk Split ein deutlich schwierigeres Kaliber. Nach einem 0:0 auswärts konnte der rumänische Rekordmeister dank des Siegtreffers in der 93. Spielminute den kroatischen Vertreter mit 2:1 besiegen.

Nicolae Dica:

Der 38jährige ehemalige rumänische Fußballer des Jahres begann seine Trainerkarriere 2014 als Co-Trainer bei Steaua Bukarest. Im Sommer 2017 kehrte er nach Bukarest zurück und wurde Cheftrainer von FCSB. In seinen bisherigen 60 Spielen coachte er die Mannschaft zu 35 Siegen, 15 Unentschieden und 10 Niederlagen.

Taktik und Aufstellung:

Zumeist setzt Trainer Dica auf ein 4-2-3-1. Im ersten Meisterschaftsspiel der heurigen Saison wurde bei Astra Giurgiu ein 4-3-3 probiert, das prompt mit 0:1 verloren ging. Auch wenn Rapid gegen den WAC und LASK bei einer pressenden gegnerischen Dreierspitze Probleme im Spielaufbau hatte, ist wohl nicht davon auszugehen, dass der rumänische Ex-Internationale abermals so ein Risiko eingeht.

Tor:

Cristian Balgradean: Erst im Winter von Concordia Chiajna verpflichtet. Seither die unumstrittene Nummer 1. Auf der Linie wirkt er souverän, bei hohen Flanken dürfte er Schwächen in der Strafraumbeherrschung haben.

Innenverteidigung:

Bogdan Planic: 1,91m großer Serbe. Wurde letzten Sommer von Vojvodina Novi Sad verpflichtet. Er ist fix gesetzt.

Mihai Balasa: Der 23jährige zweifache rumänische Teamspieler wechselte bereits in jungen Jahren zu AS Roma, konnte sich aber nicht durchsetzen. Im Winter 2017 fix verpflichtet.

Außenverteidigung:

Romario Benzar: 11facher rumänischer Teamspieler. Der 26jährige wurde vor einem Jahr geholt und ist als rechter Außenverteidiger gesetzt. Er schlägt präzise Flanken und hat in der heurigen Europacupqualifikation bereits 2 Assists beigesteuert.

Antonio Jakolis: Der Bruder des Admira Wacker-Spielers Marin ist der Ersatz für die rechte Außenverteidigerposition. Er ist zwar gelernter rechter Mittelfeldspieler, da bei FCSB die Außenverteidiger aber sehr stark in das Offensivspiel involviert sind, ist das kein Problem.

Junior Morais: Im Sommer 2017 von Astra Giurgiu verpflichtet. Mit 32 Jahren bringt er viel Erfahrung auf die linke Außenverteidigerposition. Im Hinspiel gegen Rapid Wien jedoch wegen seiner dritten gelben Karte im laufenden Bewerb gesperrt.

Marko Momcilovic: 31jähriger Serbe, der sich mit dem Brasilianer Morais um einen Stammplatz duelliert. In Split nach der ersten Halbzeit ausgetauscht, seither nicht mehr im Matchkader. Gut möglich, dass er verletzt ist.

Alexandru Stan: Erst vor ein paar Tagen geholt. Ein weiteres Indiz, dass Momcilovic verletzt ist oder vor einem Verkauf steht. Der 29jährige linke Außenverteidiger spielte diese Position bei Astra Giurgiu heuer bereits mehrere Male und war Kapitän seiner Mannschaft.

Zentrales Mittelfeld:

Mihai Pintilii: 42 Länderspiele hat der 33jährige für Rumänien bestritten und ist im defensiven Mittelfeld gesetzt.

Lucian Filip: Wäre an der Seite von Pintilii gesetzt, allerdings wurde er daheim gegen Hajduk Split bereits nach 15 Minuten verletzungsbedingt ausgetauscht und stand auch im letzten Meisterschaftsspiel nicht im Kader. Falls er verletzt ausfällt, wäre es bitter für die Rumänen.

Dragos Nedelcu: 17facher U21-Teamspieler Rumäniens. Wurde im letzten Sommer verpflichtet und war lange Zeit Stammspieler. Erst gegen Ende der Saison hat er sein Fixleiberl verloren und wird unregelmäßig eingesetzt.

Ovidiu Popescu: Sollte Lucian Filip verletzt sein, ist er wohl sein Ersatz im zentralen Mittelfeld. Mehr 8er als 6er.

Kamer Qaka: Albanischer Teamspieler, der erst im Sommer verpflichtet wurde. Mit Außenseiterchancen auf einen Platz in der Startelf.

Florin Tanase: Rumänischer Nationalspieler und Star von FCSB. 3 Torvorlagen in der Meisterschaft und 1 Tor im Europacup sind seine aktuelle Ausbeute. Der Kapitän fällt im Hinspiel in Wien aufgrund einer Gelbsperre aus.

Olimpiu Morutan: 19 Jahre jung und erst im Sommer um kolportierte 700.000€ vom FC Botosani verpflichtet. Gegen Rudar Velenje als linker Flügelspieler mit einem Traumtor nach einem Superdribbling, in der Runde darauf gegen Politehnika Iasi eine Torvorlage mit einem perfekten Außenristlochpass. Heuer bereits 5 Scorerpunkte. Ein Riesentalent. Solche Spieler sollte Rapid Wien rechtzeitig verpflichten.

Flügelspieler:

Dennis Man: Das nächste große Talent. Auch erst 19 Jahre alt und am rechten Flügel gesetzt. Harmoniert mit Außenverteidiger Romario Benzar ausgezeichnet.

Mihai Roman: 33jähriger ehemaliger Teamspieler, der erst vor wenigen Tagen vom FC Botosani verpflichtet wurde, wo er Kapitän war.

Florinel Coman: 20jähriges Riesentalent bei FCSB. Im vorigen Sommer für 3 Mio verpflichtet. Rechtsfuß, spielt aber am liebsten als Linksaußen. Auch bei Standards brandgefährlich und schlitzohrig. Im Derby gegen Dinamo Bukarest mit einem direkt verwandelten Eckball.

Filipe Teixeira: Alternative zu Coman. Mittlerweile 37 Jahre alt, zählt aber immer noch nicht zum alten Eisen und kam in der aktuellen Saison bislang auf regelmäßige Einsätze.

Sturm:

Harlem Gnohéré: Franzose mit ivorischen Wurzeln, der hauptsächlich in Belgien gespielt hat. Ein wuchtiger, kopfballstarker Spieler, der dort hingeht, wo es weh tut. Diese Saison in 8 Spielen mit 7 Toren. Beim 4:0 Heimsieg gegen Politehnika Iasi mit einem feinen Heber über den heraus eilenden Torhüter.

Raul Rusescu: 2013 vom FC Sevilla verpflichtet, konnte sich der ehemalige rumänische Teamspieler dort nicht durchsetzen. Als 30jähriger nun nach Bukarest zurückgekehrt.

Stärken und Schwächen:

Ähnlich wie bei Slovan Bratislava stellt die Offensive das Prunkstück des FCSB dar. Die Mittelfeldspieler Tanase, Morutan, Coman und Man sind jung und technisch hochveranlagt, die Außenverteidiger Morais und vor allem Benzar schlagen extrem gefährliche Flanken in den gegnerischen Strafraum und mit Stürmer Gnohéré hat man einen kopfballstarken Stürmer im Strafraum, der keinen Zweikampf scheut.

Bei Eckbällen oder Flanken von der Grundlinie haben die Rumänen Schwächen offenbart. Da die Außenverteidiger teilweise sehr in das Offensivspiel eingebunden sind, könnten sich nach schnellem Umschalten Möglichkeiten für Rapid ergeben.

Meine Einschätzung:

Mit Tanase und Morais fallen zwar aufgrund von Sperren zwei wichtige Spieler aus, der rumänische Kader scheint jedoch dennoch stark genug zu sein. Beide Trainer setzen auf ein 4-2-3-1 und wollen Ballbesitz.

Extremes Pressing ist von FCSB eher nicht zu erwarten, die von Rapid zuletzt gezeigten Schwächen im Spielaufbau sollten daher weniger ausschlaggebend sein.

Ich erwarte mir ein Geduldspiel, wo sich Rapid in der Defensive keine Fehler erlauben darf und der Gegner möglichst weit vom eigenen Strafraum weggehalten werden sollte. Auch die gefährlichen Flanken von der rechten Seite der Rumänen auf Stürmer Gnohéré sollten möglichst schon im Ansatz unterbunden werden.

Die Defensive der Rumänen ist schwer einzuschätzen, da es bislang kaum gegen stärkere Teams ging. Gegen Dinamo kassierte FCSB im Derby gleich 3 Gegentreffer.

Im Heimspiel gegen Slovan Bratislava hat Rapid gezeigt, wie es gehen könnte. Balleroberung, schnelles Umschalten und den Abschluss suchen.

Rapid Wien hat einen Kader, der genügend Qualität hätte, um sich gegen die Rumänen durchzusetzen. Das wird allerdings nur funktionieren, wenn jeder Spieler an seine Leistungsgrenze und darüber hinaus geht. Ja, Trainer Goran Djuricin – heute verlangen wir einen Sieg!

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