Rapid Wien vs. SV Mattersburg – Spielvorschau

Rapid gegen Mattersburg

Heimdebüt für Rapidler Didi Kühbauer! Stellt „Don Didi“ auf ein System mit 2 Stürmern um? Spricht die Heimbilanz gegen Mattersburg für den Rekordmeister? Wer fällt bei Rapid aus?

 

Ausgangssituation:

Der SK Rapid Wien hat eine turbulente Woche hinter sich. Direkt nach der Niederlage gegen den SKN St. Pölten musste Goran Djuricin seinen Hut nehmen. Ersetzt wurde er am folgenden Tag durch den Gästetrainer – Rapidlegende Dietmar Kühbauer. Jahrhundertrapidler. Auch wenn es den sportlich Verantwortlichen sicher nicht leicht gefallen ist, musste der Verein auf die Talfahrt der letzten Wochen reagieren. Mit Didi Kühbauer, der Abstiegskandidat St. Pölten nach 9 Meisterschaftsrunden auf Platz 2 der Tabelle geführt hat, schließt sich ein Kreis. Bereits zweimal stand der 47jährige in der engeren Auswahl als neuer Rapidtrainer, geworden ist er es jedoch nicht.

Dieses Mal hat er den Vorzug erhalten und darf seinen Herzensverein zurück an die Spitze coachen.

Bei seinem grün-weißen Trainerdebüt hat es ihn und sein Team im Rahmen der Europa League ins ehrwürdige Ibrox Stadium geführt. In der ersten Halbzeit konnte Rapid erfolgreich Paroli bieten und ging sogar in Führung. Die allerdings nicht einmal 2 Minuten hielt. In der zweiten Halbzeit war von Rapid nichts mehr zu sehen und nach einem Fehler im Spielaufbau gingen die Rangers durch einen Elfmeter mit 2:1 in Führung. Ein weiterer Patzer bedeutete Sekunden vor dem Abpfiff den 3:1-Endstand.

Nur 11 Tage nach dem unglücklichen Ausscheiden im Cup darf sich der SV Mattersburg erneut mit dem Rekordmeister messen. In der Meisterschaft glückten in Graz und daheim gegen die wackeren Tiroler zwei 2:1-Siege und somit konnte man sich in der Tabelle an Rapid vorbei auf Platz 7 schieben.

 

Rotiert auch Didi Kühbauer nach den Europacupstrapazen?

Schwierig zu beurteilen. Das Match im Ibrox Stadium hat zweifelsfrei Kraft gekostet. Und Innenverteidiger Mateo Barac ein blutiges Cut gebracht. Gut möglich, dass Christopher Dibon sein Startelfdebüt geben wird. Boli Bolingoli sollte als linker Außenverteidiger gesetzt sein, Marvin Potzmann auf die rechte Seite statt Mert Müldür zurückkehren. Der Neuzugang aus Graz wird seinen Schnitzer in Glasgow ausmerzen wollen.

Womit wir bei Dejan Ljubicic sind. Der Ballverlust vor dem Elfmeter darf ihm nicht passieren. Trainer Didi Kühbauer kennt Manuel Martic von St. Pölten. Gut möglich, dass er ihm eine Chance gibt. Im Gegensatz zu Philipp Malicsek. Der Wiener spielte bei St. Pölten unter Didi Kühbauer keine Rolle.

Christoph Knasmüllner sollte im Weststadion seine Chance erhalten, Thomas Murg präsentiert sich nun schon seit einigen Wochen formschwach. Durch die Sperre von Andrei Ivan fehlt es jedoch an einer Alternative. Zumal Aleksandar Kostic am Freitag 71 Minuten für Rapid II gespielt hat.

Im Sturm wird es spannend, wie der Trainer die Offensive bei Heimspielen anlegt. Eine Doppelspitze wäre nicht überraschend. Zu Lasten von Christoph Knasmüllner oder dem nominellen 6er? Diese Position könnte auch von Stefan Schwab übernommen werden.

Sperre: Nach seiner gelb-roten Karte gegen St. Pölten fehlt Andrei Ivan.

Verletzt oder rekonvaleszent: Mateo Barac, Maximilian Hofmann, Paul Gartler, Manuel Thurnwald, Ivan Mocinic, Philipp Schobesberger und Tamás Szantó.

Aleksandar Kostic (71 Minuten, 1 Tor) und Jérémy Guillemenot (45 Minuten) haben am Freitag beim 1:1 gegen Leobendorf für Rapid II gespielt.

 

SV Mattersburg: Mit Trainer Klaus Schmidt auf dem richtigen Weg?

Für den 50jährigen Grazer ist der SV Mattersburg die erst dritte Station als Trainer eines österreichischen Bundesligavereins. Für Austria Kärnten waren es bloß 4 Spiele und in Altach wurde sein Vertrag nach der letzten Saison nicht verlängert.

Trotzdem hat sich der Fußballlehrer einen guten Ruf erarbeitet und soll die Burgenländer in der Bundesliga halten – oder vielleicht geht sogar mehr?

Vor allem taktische Variabilität ist ihm wichtig und so ist es durchaus möglich, dass er auch im Weststadion zu überraschen weiß.

 

Die Transferzeit in Mattersburg:

Die Salzburgleihgabe Smail Prevljak – letzte Saison immerhin 18facher Torschütze für die Mattersburger – ist an seine ursprüngliche Wirkungsstätte zurückgekehrt und ist mit 6 Treffern in 9 Einsätzen erfolgreich. Auch wenn er am Isreali Munas Dabbur nicht vorbeikommt.

Der linke Außenverteidiger Michael Novak verdient nun seine Brötchen beim WAC, Stürmer Markus Pink in Graz bei Sturm.

Vor allem im Sturm haben die Mattersburger versucht, die Lücke nach Smail Prevljak zu schließen. Marion Kvasina wurde nach seinem erfolglosen Engagement von Twente Enschede verpflichtet und die vereinslosen Philipp Prosenik und Martin Pusic geholt. Der 30jährige Martin Pusic war in der Saison 2014/15 immerhin dänischer Meister mit dem FC Midtjylland und Torschützenkönig.

 

Bilanz:

Inklusive einem Cupspiel ist der SV Mattersburg seit der Saison 2003/04 in 27 Spielen Gast beim SK Rapid Wien gewesen.

Die Hütteldorfer konnten 16 Begegnungen für sich entscheiden, die letzte im September 2016 deutlich mit 3:0.

Dreimal konnten die Burgenländer 3 Punkte mitnehmen, zuletzt im August 2015 nach einer frühen roten Karte für Torhüter Richard Strebinger.

8 Spiele endeten mit einem Remis, davon gleich die letzten 3 Begegnungen. In der Saison 2017/18 gingen beide Spiele im Weststadion mit 2:2 aus. Im ersten Versuch gab Rapid eine 2:0-Führung nach einer roten Karte für Joelinton noch aus der Hand, in der zweiten Begegnung mussten die Rapidler einen 0:2-Rückstand aufholen.

 

Mögliche Aufstellungen:

Rapid Wien
Vanderals

 

Meine Einschätzung:

Das Trainerdebüt von Didi Kühbauer war trotz einer starken ersten Halbzeit in Glasgow nicht von Erfolg gekrönt.

Im Heimspiel gegen Mattersburg wird „Don Didi“ alles auf eine Karte setzen und einen Sieg erzwingen wollen. Gut möglich, dass er dafür taktisch auf ein 4-4-2 umstellt. Die konditionellen Mängel wird er in so kurzer Zeit nicht beheben können.

Bei hohem Pressing des Gegners hat Rapid unter Goran Djuricin Probleme beim Spielaufbau offenbart – so auch geschehen in Mattersburg. Die Fans dürfen gespannt sein, welche Lösungen der Rapidtrainer dafür parat hat.

Die Mattersburger waren den Hütteldorfern im Cupspiel vor nicht einmal 2 Wochen ebenbürtig und konnten bis zum Elfmeterschießen ein Remis halten. Mit einem Unentschieden könnte Klaus Schmidt am Sonntag vermutlich auch gut leben. Gut möglich, dass er den selben 11 Spielern vom Cup abermals das Vertrauen schenkt.

4 Punkte beträgt der Rückstand auf Platz 6 und das Meisterplayoff. In der Meisterschaft warten die Rapidfans seit 26. August auf einen Sieg. Am Sonntag ist er Pflicht. Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär. Wie eine andere Rapidlegende sagen würde.

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