Vorschau und letzte Infos zu LASK – Rapid Wien

LASK Rapid Wien Vorschau Pasching

Mit einem überzeugenden 4:0 Sieg im Heimspiel gegen Sturm Graz hat der SK Rapid Wien die richtige Antwort auf die 0:2 Niederlage in Salzburg gegeben und sich in der Tabelle wieder auf den dritten Rang vorgeschoben. Der zweite Platz wird vom WAC gehalten, der Rückstand des Rekordmeisters ist aber nur minimal. Überholt haben die Hütteldorfer den LASK, der nun den vierten Platz ziert. Was für ein Absturz des Vereins, der in Europa für Furore gesorgt und als Tabellenführer in die Zwangspause gegangen ist.
 
Dem aber nach dem LASK Urteil sechs Zähler abgezogen wurden und der mit einer überraschenden Heimniederlage gegen TSV Hartberg und einem Unentschieden beim WAC in das Meisterplayoff gestartet ist. Sich aktuell wohl keine Gedanken mehr um den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte machen muss. In der Raiffeisen-Arena vulgo Waldstadion in Pasching gastiert der SK Rapid Wien am Mittwoch, den 10. Juni 2020 um 18:30 Uhr. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit der Vorschau und den wichtigsten Infos zum Spiel.
 

Die Ausgangslage

Nach zwei Runden im Meisterplayoff hat sich die Tabelle in drei Gruppen aufgeteilt. Der FC Salzburg hat sich mit zwei Siegen abgesetzt und bereits sieben Punkte Vorsprung. WAC, Rapid Wien und LASK kämpfen um die Plätze zwei bis vier und sind nur durch einen Punkt getrennt. Den beiden steirischen Vereinen TSV Hartberg und Sturm Graz fehlen fünf respektive sechs Zähler auf den vierten Rang und matchen sich aktuell um den Platz für das Europa League Playoff.
 
FC Salzburg ist in der 3. Runde des Meisterplayoffs bei Sturm Graz Favorit. Der WAC daheim gegen TSV Hartberg ebenso. LASKRapid Wien ist das Spitzenspiel der Runde. Der Rekordmeister könnte mit einem Punkt zumindest den dritten Tabellenplatz halten, mit einem Sieg die Kärnter vielleicht sogar überholen.
 

Rapid Wien: Starke Leistungen der jungen Spieler

Beim 4:0 Kantersieg gegen Sturm Graz konnten sich die Hütteldorfer rehabilitieren. Wobei die schwache Leistung der Grazer samt vieler Fehler den Grün-Weißen in die Hände gespielt hat. Taxi Fountas war mit der Beteiligung an allen vier Treffern – zwei Assists, den Elfmeter herausgeholt und das letzte Tor selbst erzielt – der überragende Akteur auf dem Rasen. Aber auch ansonsten war Trainer Didi Kühbauer mit der Mannschaft sehr zufrieden und hat explizit vier junge Eigengewächse gelobt.
 
Dejan Ljubicic (22) scheint seinen geplatzten Wechsel in die MLS überwunden zu haben und war schon in Salzburg einer der wenigen Lichtblicke – auch wenn er den ersten Gegentreffer mit einem Fehlpass eingeleitet hat. Der Sechser hat aber auch gegen Sturm Graz alles abgeräumt und ist wieder zur gewohnten Mannschaftsstütze geworden. Kelvin Arase (21) war im Sommer kurzzeitig nach Ried verliehen, wurde aber wieder zurückgeholt. Mittlerweile ist dem U21 Teamspieler der Durchbruch in Hütteldorf gelungen und nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Vier Tore und drei Vorlagen lautet die Bilanz nach 19 Einsätzen in der Bundesliga.
 
Leo Greiml (18) hat sich mit starken Leistungen bei Rapid II für die Profis empfohlen und gegen Sturm Graz das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Besonders sein gelungenes Tackling gegen Kiril Despodov ist in Erinnerung geblieben. Aber auch ansonsten hat der 18-Jährige ein staubtrockenes Match abgeliefert. Ein Jahr jünger ist Yusuf Demir. Sein achtminütiges Debüt in der Südstadt im Dezember 2019 verlief noch unspektakulär. Nach einer zwischenzeitlichen Verletzung ist das Supertalent nun wieder zurück. Und hat bei seinen Dribblings seine großartige Technik gezeigt. Gekrönt hat der Wiener seine Leistung mit dem Assist zum 4:0 – weiter so!
 

LASK: Spektakuläres Remis in Wolfsberg

Das Duell zwischen WAC und LASK in der Lavanttal-Arena war nichts für schwache Nerven. Die Oberösterreicher sahen schon wie der sichere Sieger, dann wie der sichere Verlierer aus. Um am Ende doch noch einen Punkt aus Kärnten mitzunehmen. Aber der Reihe nach.
 
Dominik Frieser brachte die Gäste nach einem schön herausgespielten Angriff und Querpass von Reinhold Ranftl in Führung. Elf Minuten nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Linzer auf 0:2. Nach einem Eckball hatte zunächst James Holland mit einem Kopfball an die Stange Pech. Den zurückgeprallten Ball versenkte Gernot Trauner gedankenschnell im gegnerischen Netz. Beinahe postwendend gelang den Lavanttalern der Anschlusstreffer. Nach Pass von Roman Schmid zog Cheikhou Dieng ab und Torhüter Alexander Schlager ließ den nicht unhaltbar erscheinenden Schuss passieren. Der 20-jährige Schmid assistierte auch beim Ausgleich durch Michael Liendl.
 
In der 89.Spielminute kopierten die Kärntner den zweiten Treffer der Linzer. Nach einem Eckball landete der Ball abermals bei Michael Liendl. Seine Flanke fand den Kopf von Miguel Vieira. Sein Versuch krachte an die Stange und den Abpraller nützte Michael Novak zur 3:2 Führung. Die Entscheidung in diesem Spiel? Mitnichten. Denn in der Nachspielzeit überlistete Philipp Wiesinger die Kärntner mit einem langen Ball hinter die Abwehr, Samuel Tetteh war perfekt gestartet und glich zum 3:3 aus.
 

Bilanz

Summa summarum 150 Spiele haben zwischen den beiden Vereinen bislang stattgefunden. 85 Siege haben die Wiener davongetragen, 35 Matches die Oberösterreicher. In 30 Begegnungen wurden die Punkte geteilt. Auch auswärts ist die Bilanz der Hütteldorfer positiv: 32 Siege, 19 Unentschieden und 24 Niederlagen.
 

Personalsituation

Bei den Gastgebern fallen Thomas Goiginger, Ex-Rapidler Marvin Potzmann und Markus Wostry verletzt aus. Eine weitere Gelbe Karte braucht aktuell kein Spieler zu fürchten.
 
In Hütteldorf ist die Verletztenliste deutlich länger. Vom 30-Mann Kader für das Meisterplayoff sind Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Thomas Murg aufgrund der Verletzungen vom Match in Salzburg nicht dabei. Zudem fehlen auch Mateo Barac und Richard Strebinger verletzungsbedingt. Gelbgefährdet sind Taxi Fountas, Maximilian Hofmann, Dejan Ljubicic, Stefan Schwab und Maximilian Ullmann.
 

Stimmen

Rapid Wien Trainer Didi Kühbauer: “LASK ist eine Mannschaft, die sehr schwer zu bespielen ist. Die ein sehr gutes Pressing macht und sehr schnell umschalten kann. Sie spielen sehr körperbetont und darauf müssen wir eingestellt sein. Seitdem ich hier Trainer bin, waren es immer sehr enge Spiele. Ich gehe davon aus, dass Kleinigkeiten entscheiden werden, wer als Sieger vom Platz geht.”
 
Innenverteidiger Maximilian Hofmann: “LASK kennen wir schon sehr gut. Wir haben viele enge Spiele gehabt. Es ist schwer in Pasching auf dem kleinen Platz zu spielen. Wir müssen aufpassen, dass wir keine dummen Fehler machen und gut verteidigen. Dann haben wir Chancen – wie das letzte Mal – das Spiel zu gewinnen.”
 
LASK Trainer Valerien Ismael: „Das Duell zwischen dem LASK und Rapid ist mittlerweile zu einem absoluten Topspiel in Österreich geworden. Wir freuen uns auf die Begegnung, gehen dementsprechend hochmotiviert und konzentriert in dieses Spiel rein. Unabhängig vom Ergebnis haben wir vom Match in Wolfsberg viel Positives mitgenommen. So haben wir unsere Tugenden wieder auf den Platz gebracht, waren phasenweise dominant und haben uns sehr gut präsentiert. Das gibt uns natürlich viel Selbstvertrauen für das Spiel gegen Rapid!“
 

Statistik

Während die Linzer mit elf Siegen und einem Remis das beste Auswärtsteam der Bundesliga sind, hapert es daheim ein wenig. Sechs Siegen stehen je drei Punkteteilungen und Pleiten gegenüber. Vor allem die überraschende Heimniederlage gegen TSV Hartberg war ein herber Rückschlag. In den jüngsten acht Meisterschaftsspielen haben die Linzer immer getroffen. Toptorschütze Klauss (10 Tore) saß in Wolfsberg nur auf der Bank. Die von Peter Michorl getretenen Standards sind bei den Gegner gefürchtet.
 
Rapid Wien ist die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga, hat allerdings die drei jüngsten Gastspiele nicht gewinnen können. Der grün-weiße Toptorjäger Taxi Fountas fühlt sich daheim (8 Tore) ebenso wohl wie auswärts (7 Treffer). Beim letzten Aufeinandertreffen in Pasching haben sich neben dem Griechen auch Christoph Knasmüllner, Petar Filipovic (Eigentor) und Aliou Badji (mittlerweile bei al Ahly unter Vertrag) in die Torschützenliste eingetragen.
 

Ausblick

Mit welcher Formation wird es Trainer Didi Kühbauer in Pasching angehen? Beim überraschenden 0:4 Sieg am 01. Dezember letztes Jahres überraschte der 49-Jährige mit einem 3-4-1-2. Ein ähnlicher Versuch ging zuletzt in Salzburg schief. Während beim Kantersieg in Pasching alles zugunsten der Hütteldorfer lief, war dieser Variante – auch aufgrund der vielen Verletzungen – in der Mozartstadt kein Glück beschieden. Oder aber die Mannschaft läuft größtenteils wie beim überzeugenden Heimsieg gegen Sturm Graz im gewohnten 4-2-3-1 auf. Bei den Linzern darf man vom üblichen 3-4-3 ausgehen.
 
Schenken werden sich die beiden Teams schon aufgrund der Tabellensituation nichts. Die Animositäten der vergangenen Monate vor allem von Linz Richtung Hütteldorf bringen zusätzliche Brisanz ins Spiel. Gelingt im dritten Duell der Saison 2019/20 der dritte Auswärtssieg?