Rapid Wien nimmt aus Hartberg drei Punkte und drei Verletzte mit

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Der SK Rapid Wien lässt sich auch beim TSV Hartberg nicht bremsen und fährt drei wichtige Zähler ein. Der Vorsprung auf den dritten Tabellenrang wurde auf sieben Punkte ausgebaut, die auf dem fünften Platz liegenden Hartberger bereits um zwölf Zähler distanziert. Ein internationaler Startplatz rückt immer näher. Nach der Nullnummer zwischen WAC und FC Salzburg ist der Rückstand auf die Tabellenführung sogar geschrumpft.
 
Der knappe, aber vollkommen verdiente Erfolg des österreichischen Rekordmeisters in der Profertil Arena wurde allerdings von drei verletzten Rapidspielern überschattet. Torhüter Tobias Knoflach musste schon vor dem Anpfiff passen. Kelvin Arase und Taxi Fountas vergrößerten das grün-weiße Lazarett im Laufe des Spiels. Wann mit einer Genesung zu rechnen ist, wird sich in den nächsten Tagen weisen. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit seinen Erkenntnissen zum 5. Spieltag der Meisterrunde.
 

Rapid Wien: Didi Kühbauer stellt um

Im Gegensatz zu den beiden schmeichelhaften Erfolgen beim LASK und gegen den WAC lief die Mannschaft wieder in einem 4-2-3-1 auf. Das war auch der Tatsache geschuldet, dass mit Dejan Ljubicic einer der überragenden defensiven Akteure seit dem Bundesliga Restart gelbgesperrt aussetzen musste.
 
Paul Gartler, nominell dritter Torhüter bei Rapid Wien, durfte nach den Ausfällen von Richard Strebinger und Tobias Knoflach mit 23 Jahren sein Bundesliga Debüt feiern. Niklas Hedl, der Sohn des ehemaligen Rapid-Goalies Raimund Hedl, nahm auf der Ersatzbank Platz. Die Viererkette setzte sich aus Maximilian Ullmann, Maximilian Hofmann, Leo Greiml und Filip Stojkovic zusammen. Davor sollten Dejan Petrovic und Kapitän Stefan Schwab das Zentrum dicht halten und die Bälle verteilen. Kelvin Arase und Thorsten Schick betreuten die Flügel. Für offensive Kreativität sollte Christoph Knasmüllner sorgen und im Sturm Taxi Fountas netzen.
 
Beinahe hätte das Match mit einem Treffer für die Oststeirer begonnen. Stefan Schwab rutschte aus, beim Schuss von Lukas Gabbichler rettete aber die Stange. Ein heftiger Zusammenprall mit Tobias Kainz beendete nach 14 Minuten das Spiel für Kelvin Arase und das 4-2-3-1. Der Japaner Koya Kitagawa wurde eingewechselt und die Formation auf ein 3-5-2 umgestellt. Neun Minuten später die Führung für Rapid. Nach schöner Flanke von Dejan Petrovic überraschte Taxi Fountas den gegnerischen Torwart Rene Swete und der nicht allzu scharf geschossene Aufsetzer fand seinen Weg ins lange Eck.
 

Rapid vergisst zu kantern

Nach dem Seitenwechsel hätten die Hütteldorfer den Sack zumachen können. Nein sogar müssen. Chance um Chance wurde beinahe schon stümperhaft vernebelt. Besonders Koya Kitagawa traf mehrmals die falsche Entscheidung. Die Gastgeber wirkten stehend k.o., während die Rapidler nach der Einwechslung von Srdjan Grahovac für Dejan Petrovic und vor allem Yusuf Demir für Christoph Knasmüllner die Hintermannschaft der Hartberger vor große Probleme stellten.
 
In der 68. Minute der nächste Verletzungsschock: Taxi Fountas musste das Spielfeld verlassen und wurde durch Ercan Kara ersetzt. Am Spielgeschehen änderte sich wenig. Die Torchancen wurden weiter verjuxt und die Hartberger im Spiel gelassen. Die Fahrlässigkeit hätte sich in letzter Sekunde noch rächen können, letztendlich hielten die Hütteldorfer aber die drei Punkte fest.
 

Fazit: Rapid Wien mit starker Ersatzbank und flexibel

Die Verletzungsmisere geht munter weiter und die Ausfallsliste wird immer prominenter. Ob die Verletzungen ähnlich schwerwiegend wie nach dem Gastspiel in Salzburg sind, bleibt abzuwarten. Die Hoffnungen auf frühere Genesungen bestehen. Die Verletzungen taten allerdings der Qualität des Spiels nur wenig bis keinen Abbruch. Paul Gartler wurde im Tor zwar kaum geprüft, war aber, wenn es erforderlich wurde, zur Stelle. Leo Greiml wird mit seinen Leistungen Trainer Didi Kühbauer – sofern wieder mehr Innenverteidiger fit sind – Kopfzerbrechen bereiten. Der 18-Jährige gibt eine Talentprobe nach der anderen ab und müsste die interne Konkurrenz nicht scheuen. Kelvin Arase hatte zwar nach 14 Minuten Pech, befindet sich allerdings mit seinen erst 21 Jahren auf einem sehr guten Weg. Yusuf Demir ist überhaupt erst 17 Jahre jung, wird aber von Einsatz zu Einsatz besser und wird auf sein Startelfdebüt wohl nicht mehr lange warten müssen. Seine Ballbehandlung ist eine Augenweide und mit seinen Tempodribblings stellt er die Gegner vor große Probleme.
 
Nach den sehr defensiven Ausrichtungen gegen den LASK und WAC war es erfreulich, dass Didi Kühbauer seinen Fokus wieder mehr auf die Offensive gerichtet hat. Aber auch die verletzungsbedingte Systemumstellung nach 14 Minuten von 4-2-3-1 auf ein 3-5-2 ist problemlos erfolgt und hat die Mannschaft sogar noch stärker gemacht.
 
Als einziges Manko muss man die Chancenauswertung anführen. Der Auftritt von Koya Kitagawa erinnerte an Slapstick und auch Ercan Kara hätte das gegnerische Tornetz mehrmals zum Bauschen bringen können. Aber vielleicht sind die verpassten Tore nur für wichtigere Momente aufgeschoben.
 

Salzburg patzt, LASK siegt

Der Ligakrösus fand in Alexander Kofler, dem Schlussmann der Wolfsberger, seinen Meister und erzielte erstmals in dieser Saison keinen Treffer. Da aber auch die Kärntner in der heimischen Lavanttal Arena offensiv abgemeldet waren, endete das Spiel mit einer Nullnummer. Allzu große Sorgen wird das Remis Salzburg Trainer Jesse Marsch vermutlich nicht bereiten. Die Leistung war in Ordnung und der Vorsprung in der Tabelle ist mit fünf Punkten immer noch beruhigend.
 
Zum Abschluss der Runde wollte der LASK endlich den ersten Sieg im Meisterplayoff feiern und Sturm Graz zeigen, dass der späte Erfolg in Hartberg kein Zufall war. Nach 39 Minuten war das Spiel zugunsten der Linzer entschieden. Peter Michorl, Dominik Frieser und Husein Balic sorgten für eine komfortable 3:0 Führung. In der 92. Minute setzte der Brasilianer Klauss mit dem 4:0 den Schlusspunkt einer einseitigen Partie. Damit haben sich die Linzer wieder auf den dritten Rang geschoben, während die Grazer weiter das Tabellenende des Meisterplayoffs zieren.
 
Am kommenden Sonntag gehen die Rückspiele über die Bühne. Mit den drei Punkten in Hartberg haben die Hütteldorfer den Rückstand auf den Tabellenführer verkürzt und den Vorsprung auf den Tabellendritten ausgebaut. Hier muss Rapid Wien in den nächsten Spielen anschließen und die Erfolgsserie fortsetzen.