Der LASK empfängt den SK Rapid Wien: Die Vorschau

LASK Rapid Wien Vorschau Pasching

Anstatt mit Familie, Adventkranz, Keksen und Punsch den 1. Adventsonntag zu verbringen, zieht es die Rapidfamilie am Sonntag, 01. Dezember 2019 nach Pasching. Ab 17:00 Uhr misst sich der SK Rapid Wien mit dem LASK. Geleitet wird die Begegnung von Schiedsrichter Sebastian Gishamer. Das Waldstadion – offiziell als Raiffeisen Arena tituliert – wird aus allen Nähten platzen, wenn der Rekordmeister vorspielt. Aber auch kein Kunststück, passen doch gerade einmal knapp 6.000 Zuschauer in die Miniarena. Das Team von GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog wird vor Ort dabei sein und hat für euch eine Vorschau auf das Spiel vorbereitet.
 

Ausgangslage

Die Spieler des SK Rapid Wien haben zehn Pflichtspiele weniger als die Kollegen aus Linz in den Beinen. Und dennoch fehlen den Hütteldorfern auf den LASK nach nur 15 Runden bereits 13 Punkte. Während die Linzer den Salzburgen Paroli bieten und ein ernsthafter Meisterschaftskandidat sind, versuchen die Wiener mehr schlecht als recht mit den drittplatzierten Wolfsbergern Schritt zu halten. Müssen aber auch nach hinten schielen, da die sechstplatzierten Hartberger auch nur einen Punkt hinter dem österreichischen Rekordmeister liegen.
 
Zumindest das Meisterplayoff scheint sieben Runden vor dem Ende des Grunddurchgangs mit neun Punkten Vorsprung auf die ehemalige Werkself des Magnakonzerns einigermaßen abgesichert. Allerdings sind neun Punkte seit der Einführung der Dreipunkteregel auch kein Polster mehr und in der nächsten Runde folgt das Heimderby. Welches Rapid Wien seit der Eröffnung des Weststadions bekanntlich noch nicht gewonnen hat.
 

LASK: Im Vorwärtsgang

Ärgerlicherweise haben es die Verantwortlichen des LASK verabsäumt, die Spieler auf die Tücken einer Dreifachbelastung hinzuweisen. 27 Pflichtspiele haben die Linzer bereits in den Beinen. Dennoch ist keine Spur von Ermüdung zu entdecken. Im Sommertransferfenster sind von der letztjährigen Erfolgsmannschaft bloß Joao Victor und Maximilian Ullmann verlustig gegangen. Dafür wurde aber klug in den Kader investiert und die Abgänge kompensiert. Statt des Erfolgstrainers Oliver Glasner schwingt der bis dahin als Trainer mäßig erfolgreiche Valérien Ismaël das Szepter – und hat sein Team noch verbessert.
 
Nach 15 Runden hat der LASK neun Punkte mehr als in der abgelaufenen Saison gesammelt. Und das trotz vier Qualifikationsspielen für die Champions League. In der Europa League wurde der Aufstieg in das Sechzehntelfinale bereits nach fünf Runden fixiert. Und dabei der holländische Spitzenclub PSV Eindhoven mit 4:1 aus dem Stadion geschossen. Zudem überragend: Die Defensive. In der Meisterschaft wurden erst acht Treffer zugelassen. Zusammen mit der drittbesten Offensive ergibt das völlig verdient den zweiten Rang.
 
Möchte man so etwas wie einen Riss im Panzer der Linzer finden, dann ist das die Heimbilanz. Denn auswärts wurden in der Bundesliga alle acht Spiele gewonnen. Im heimischen Waldstadion gab es vier Siege, zwei Punkteteilungen und eine Niederlage gegen den WAC. Das scheint aber auch eher ein Haarriss als eine klaffende Lücke zu sein.
 

Rapid Wien: Nabelschau beendet

Seit Montag hat der SK Rapid Wien einen neuen Präsidenten und ein neues Präsidium. Martin Bruckner hat sich nach monatelangem Wahlkampf knapp gegen Roland Schmid durchgesetzt. Jetzt sollte das Hickhack beendet sein und der Fokus wieder allein auf den Sport gerichtet werden.
 
In den letzten fünf Runden gab es für die Rapidfans nur einen einzigen Sieg zu bejubeln. Im Ländle beim SCR Altach. Womit wir beim großen Dilemma der heurigen Saison sind: Die desaströse Heimbilanz. Nur zwei Siege in acht Versuchen sind einer Rapid unwürdig. Punkt. Dafür dürfen die Auswärtsmeilen sammelnden Rapidfans mit der Ausbeute zufrieden sein.
 
Von den sieben Begegnungen in fremden Stadion wurden gleich fünf gewonnen. Vor allem der 3:1 Derbysieg war ein grünweißer Quell der Freude. Einzig in St. Pölten gab es eine magere Punkteteilung und bei den Dosen eine späte Niederlage nach heroischer Aufholjagd.
 

Bilanz

Die Bilanz spricht für den SK Rapid. Von den 149 Spielen gegen den LASK wurden 84 gewonnen, in 30 Spielen die Punkte geteilt und 35 Niederlagen betrauert. Die letzten drei Bundesligabegegnungen haben die Athletiker mit je einem Tor Differenz gewonnen. Dazwischen liegt der grün-weiße Cuptriumph im Elfmeterschießen in der vergangenen Saison.
 

Personalsituation

Die Gastgeber müssen auf Christian Ramsebner verzichten. Ansonsten kann Trainer Valérien Ismaël aus dem Vollen schöpfen.
 
Ganz im Gegenteil dazu die Situation beim SK Rapid. Neben dem schon seit langer Zeit verletzten Tamás Szánto fehlen Koya Kitagawa, Thorsten Schick, Philipp Schobesberger, Dalibor Velimirovic, Filip Stojkovic und Stephan Auer. Der gegen Sturm Graz verletzt ausgewechselte Mateo Barac ist wieder fit.
 

Stimmen

Didi Kühbauer: „Es waren immer sehr enge, intensive Spiele. Oft mit einem besseren Ende für den LASK. Wir fahren nach Linz, um Punkte mitzunehmen. Das ist durchaus drinnen, aber wir müssen alles abrufen. Es wird ein zweikampfintensives Spiel. Sie sind sehr auf die Defensive bedacht und haben ein sehr gutes Umschaltspiel – aber das haben wir auch. Wir müssen hinten sehr gut stehen und unsere Umschaltmöglichkeiten nützen.“
 
Valérien Ismaël: „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass wir unter Spannung bleiben. Das Momentum ist auf unserer Seite, wir wollen das behalten, wir müssen das behalten. Es wäre fatal für uns, wenn wir jetzt irgendwie nachlassen. Ich habe in der Kabine gemerkt, dass die Jungs sehr schnell fokussiert waren und mit der Regeneration begonnen haben. Da mache ich mir keine Sorgen, dass wir am Sonntag nicht bereit sein werden.”
 

Statistik

In der Meisterschaft sind die Athletiker seit neun Spielen unbesiegt. Die letzten sieben Matches wurden allesamt gewonnen. Torverhältnis: 18:3. Zudem ist die Defensive sattelfest. Die letzten vier Spiele wurden ohne Gegentreffer gewonnen. Die Mannschaft ist auch schwer auszurechnen, da bereits 14 verschiedene Spieler getroffen haben. Thomas Goiginger führt die interne Torschützenliste mit fünf Treffern an. Acht Tore wurden von Peter Michorl vorbereitet. Gefolgt von James Holland mit fünf. Herausragend: Zehn der 31 Treffer wurden von Verteidigern erzielt, 16 in der letzten halben Stunde plus Nachspielzeit. Sechs Volltreffer per Kopf.
 
Der SK Rapid Wien ist leider in keiner Überform. Nur eines der letzten fünf Matches konnte gewonnen werden. Allerdings fallen dem Rekordmeister in der aktuellen Saison Auswärtsspiele deutlich leichter als Heimspiele. Taxi Fountas hat sich mit acht Volltreffern als klarer Toptorschütze herauskristallisiert. Dennoch durften bereits zwölf unterschiedliche Rapidler zum Torjubel abdrehen. Die meisten Torlvorlagen hat Christoph Knasmüllner aus dem Fußgelenk geschüttelt. Sieben an der Zahl, vor Kapitän Stefan Schwab mit fünf. Die geschossenen Tore verteilen sich über die gesamte Spielzeit recht ausgeglichen. Allerdings sind drei Treffer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bemerkenswert. Auch den Rapidspielern sind bereits sechs Kopfballtore geglückt.
 

Ausblick

Wie schon zuletzt nach Salzburg fährt der SK Rapid Wien auch nach Pasching als krasser Außenseiter. Denn der LASK ist in absoluter Topform. In der Bundesliga ernstzunehmender Titelkandidat und international reüssieren die Linzer ebenfalls.
 
Die Hütteldorfer haben sich zwar im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, allerdings von einem sehr bescheidenen Niveau aus. Zudem hat der Verletzungsteufel in den letzten Wochen unbarmherzig zugeschlagen. Es würde nicht überraschen, wenn Trainer Didi Kühbauer – wie im letzten Derby – wieder mit einer personellen Überraschung aufwartet. Zu vielen Torchancen werden die Rapidspieler nicht kommen. Daher bedarf es einer großen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Die Defensive muss stabil und robust agieren. Nur wenn die Hütteldorfer mit einhundertprozentiger Konzentration in das Spiel gehen und die wenigen sich bietenden Chancen nützen, wird es ein erfreulicher 1. Adventsonntag werden.
 

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