LASK gegen SK Rapid Wien

LASK Rapid Wien Vorschau Pasching

Euphorie statt Frust und Drama statt Sensation! Rapid besiegt Slovan klar, dem LASK fehlen wenige Minuten zum Aufstieg. Für Wunden lecken bleibt dem LASK keine Zeit. Mit dem Rekordmeister kommt nur 3 Tage später das nächste große Kaliber in die Stahlstadt. Kann Rapid den Schwung von Donnerstag mitnehmen? Folgt für die Fans auf himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt? Oder ist bei Knasmüllner, Berisha und Co der Knoten endgültig geplatzt? Die Antworten ab 17:00 Uhr in Pasching.

Ausgangssituation:

 

Arschknapp – um es präsidial auszudrücken – ist der LASK an der großen Sensation gescheitert. Erst in der 90. Spielminute gelang dem haushohen Favoriten Besiktas Istanbul der erlösende Auswärtstreffer und die Linzer wurden in das Tal der Tränen geschickt. Umso bedauerlicher, denn mit Partizan Belgrad hätte im Playoff keine unüberwindbare Hürde gewartet.

Neben dem souveränen Cupsieg bei Hertha Wels und den tollen Europacupauftritten gegen Lilleström und nun Besiktas sind die Linzer in die Meisterschaft stotternd gestartet. Die Niederlage in Salzburg war zu erwarten, das 0:0 daheim gegen St. Pölten, wo ein Elfmeter durch Ullmann vergeben wurde, schon weniger und in der Südstadt fiel der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit durch den Ex-Admiraner Markus Wostry.

Das 0:0 gegen den WAC war eine herbe Enttäuschung für alle Rapidfans. Zu Recht gab es nach dem Spiel “Gogo raus”-Rufe. Nun scheint aber ein Ruck durch die Mannschaft gegangen zu sein, denn gegen Slovan Bratislava zeigte Rapid von der ersten Minute an den nötigen Biss und die richtige Einstellung. Wenn es schon spielerisch nicht läuft, wollen die Fans ihr Team zumindest kämpfen sehen!

Die letzte Saison: Als Aufsteiger auf Platz 4

 

Beinahe mühelos qualifizierte sich der Aufsteiger für den Europacup. Nach sieben Siegen in Folge gab es erst in den letzten 4 Runden mit ebenso vielen Niederlagen eine Schwächephase. Ein möglicher dritter Platz wurde vergeben.

Drittbeste Heimmannschaft, viertbestes Auswärtsteam, mit 41 die zweitwenigsten Gegentreffer erhalten, dafür aber auch nur 49 Tore geschossen.

Mittelfeldspieler Michorl avancierte mit 9 Toren und 5 Vorlagen zum torgefährlichsten Spieler, Rechtsaußen Goiginger kam auf 7 Treffer und 7 Assists, Linksaußen Joao Victor auf ebenfalls 7 Tore und 2 Vorlagen. Der im Winter aus Salzburg geliehene Mittelstürmer Tetteh brachte es noch auf 5 Treffer und 6 Assists, der ebenfalls aus Salzburg geliehene Mergim Berisha kam auf insgesamt 10 Scorerpunkte, fehlte aber verletzt beinahe das gesamte Frühjahr. Besonders bei Standardsituationen zeigten sich die Linzer gefährlich.

 

Die Sommertransferzeit beim LASK:

 

Auch wenn sich einige Linzer durch ihre starken Leistungen in den Fokus größerer Vereine gespielt haben, ist es in der Transferzeit überraschend ruhig geblieben. Dass man mit dem sportlichen Berater Jürgen Werner einen Spielervermittler an seiner Seite hat, dessen Agentur Stars&Friends gleich 14 aktuelle LASK-Spieler berät, mag dabei kein Nachteil sein.

Einzig Stammtorhüter Pavao Pervan konnte dem Lockruf aus der deutschen Bundesliga nicht widerstehen und wechselte nach Wolfsburg. Sein Ersatz ist jedoch niemand geringerer als der aktuelle österreichische U21-Teamtorhüter Alexander Schlager, der bereits im Sommer 2017 aus Liefering in die Landeshauptstadt geholt wurde. Als sein Backup wurde das Rieder Urgestein Thomas Gebauer verpflichtet. Leihspieler Berisha kehrte in die Mozartstadt zurück und wurde an den 1. FC Magdeburg weiterverliehen.

Ansonsten wurde mit Wostry (Admira), Frieser (WAC), Jamnig (Wacker Innsbruck), Benko (Bayern München) und Otubanjo (MSK Zilina) in die Breite des Kaders investiert.

 

Bilanz gegen Rapid:

 

Der SK Rapid Wien blieb im Vorjahr in allen vier Spielen erfolgreich. Daheim gewann der Rekordmeister beide Spiele mit 2:0. Auswärts setzte er sich knapp mit 2:1 (Tore: Murg, Schwab; Mergim Berisha) und 2:0 (Kvilitaia, Kuen) durch.

 

Der Trainer:

 

Nach Christian Ilzer wartet mit Oliver Glasner gleich der nächste Trainerfuchs auf Rapid Wien. Nach seinem Karriereende als Spieler wechselte er in die Trainerschmiede von RB Salzburg und war Co-Trainer unter Roger Schmidt. Sein erstes Engagement als Cheftrainer bekam er bei seinem „Herzensclub“ SV Ried. Die Innviertler verließ er jedoch – zu ihrem großen Ärger – bereits nach einer Saison wieder. Er heuerte beim LASK an, den er erfolgreich in die Bundesliga und in den Europacup führte.

Glasner lässt sein Team in einem 5-2-3 spielen, das in der Vorwärtsbewegung zu einem 3-4-3 wird. Er gilt als akribischer Arbeiter, der penibel an seinem System feilt und die Spieler perfekt auf die Herausforderungen einstellt.

 

Mögliche Aufstellung:

 

lask linz
Markus Felkel / Vanderals

Rotation und wer ersetzt Schwab?

 

Bei Admira Wacker hat Trainer Glasner sein Team gegenüber den beiden Besiktas-Spielen gleich an sieben Positionen verändert. Nachdem die Linzer aus dem Europacup ausgeschieden sind, wird so eine Extremrotation wohl nicht notwendig sein.

Trainer Djuricins Umstellungen gegen den WAC waren nicht von Erfolg gekrönt. Jedoch wartet am Donnerstag bereits das nächste schwere Europacup-Spiel. Gut möglich, dass Mert Müldür abermals in der Innenverteidigung ran darf und Andrei Ivan als Solospitze statt Deni Alar beginnt.

Entscheidender wird aber wohl sein, wie Rapid auf den anzunehmenden Ausfall von Kapitän Stefan Schwab reagiert. In den letzten beiden Saisonen konnten längere Verletzungspausen unserer Nummer 8 nicht kompensiert werden. Manuel Martic konnte gegen den WAC nicht überzeugen, Stephan Auer ist auch nur eine Notlösung und Philipp Malicsek wird zwar viel Talent beschieden, ausschöpfen konnte er es bei Rapid bislang leider nicht.

 

Meine Einschätzung:

 

Jahrelang hatte sich der LASK damit zufrieden gegeben, hinter der SV Ried die Nummer 2 in Oberösterreich zu sein. Es spricht sehr viel dafür, dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören. Visionen haben den Provinzialismus ersetzt.

Durch das neue Stadion sollen ab 2022 neue Maßstäbe gesetzt werden und die TGW-Arena (ehemals Waldstadion) in Pasching und die ungeliebte Linzer Gugl Geschichte sein. Mit dem FC Juniors OÖ wurde die – de facto – zweite Mannschaft des LASK in die neue 2. Liga gehievt und verspricht einen soliden Unterbau für den Nachwuchs. Sofern die Sechzehnerliga auch funktioniert.

Ich hätte den Linzern den Aufstieg gegen Besiktas gegönnt und vielleicht wäre sogar der Einzug in die Gruppenphase geglückt. Der Kader der Linzer ist vor allem in der Offensive recht knapp bemessen und wäre durch zusätzliche Mittel noch aufzustocken gewesen. Viele Ausfälle darf sich der LASK nicht leisten, da anzunehmen ist, dass die Qualität der Mannschaft recht rasch leiden könnte.

Rapid hat mit dem 4:0 gegen Slovan Bratislava (vorerst?) den Kopf aus der Schlinge gezogen. Das Resultat liest sich erfreulicher, als es der Spielverlauf gewesen ist. Zwar hätte Rapid mehr Tore schießen können, jedoch waren auch die Slowaken einige Male dem Torerfolg sehr nahe. Dem in Topform agierenden Richard Strebinger ist es zu verdanken, dass das Match zu keiner Zitterpartie wurde. Und natürlich auch dem groß aufspielenden Christoph Knasmüllner. 3 Tore, 1 Assist und 1 Schuss an die Latte – eine famose Leistung!

Positiv aufgefallen ist mir der taktische Kniff unseres Trainers mit der asymmetrischen Viererkette. Ein extrem hoch stehender Linksverteidiger Bolingoli, der viel Druck auf seine Gegenspieler ausgeübt hat und Rechtsverteidiger Marvin Potzmann, der den marokkanischen Flügelspieler Moha größtenteils aus dem Spiel genommen hat, zeigt die Lernfähigkeit unseres Trainerteams. Es bleibt zu hoffen, dass der SK Rapid Wien auch gegen den LASK ähnlich gut vorbereitet in das Spiel geht.