Vorschau: TSV Hartberg vs. SK Rapid Wien

Hartberg

Rapid Wien ist erstmals in Hartberg zu Gast! Gelingt Didi Kühbauer der nächste Dreier? Setzt der Rapidtrainer abermals auf eine Raute? Wie schlug sich Rapid in den letzten 3 Jahren bei Aufsteigern?

 

Ausgangssituation:

In der elften Bundesligarunde empfängt der Tabellenneunte TSV Hartberg den Tabellensiebenten SK Rapid Wien. Bloß 3 Punkte trennen den Aufsteiger und den Rekordmeister.

Nach seinem erfolgreichen Heimdebüt gegen SV Mattersburg darf Trainer Didi Kühbauer seine Mannschaft erstmals in der Geschichte des SK Rapid Wien zu einem Bewerbsspiel nach Hartberg führen.

Die 3 Punkte gegen Mattersburg sollen nur ein erster Schritt aus der Krise gewesen sein. In Hartberg müssen Didis Mannen nachlegen und einen Sieg einfahren.

Der letzte Spieltag ist für Rapid sehr günstig verlaufen und die Grün-Weißen haben sich dem Meisterplayoff wieder angenähert. Der Rückstand auf Platz 2 ist auf 9 Punkte geschrumpft. Da am 11. Spieltag von den 6 vor uns klassierten Teams bloß unser Wiener Lokalrivale und Sturm Graz einander die Punkte wegnehmen können, muss Rapid unbedingt punkten.

Turbulent ist es im Sommer in Hartberg zugegangen. Erst in letzter Instanz wurde den Steirern die Lizenz vom Ständig Neutralen Schiedsgericht für die höchste Spielklasse erteilt. Wichtige infrastrukturelle Maßnahmen wurden bereits vorab erledigt, aber der Kader für die neue Saison konnte erst sehr spät in Angriff genommen werden. Zudem waren mit Erfolgstrainer Christian Ilzer bereits auch einige Stammspieler der Aufstiegssaison von Konkurrenten erfolgreich abgeworben worden.

Gleich in der ersten Meisterschaftsrunde hätte Hartberg beinahe im steirischen Derby in der Landeshauptstadt angeschrieben. Der Siegtreffer zum 3:2 für Sturm Graz fiel erst in Minute 82. Nach einer Heimpleite gegen Admira Wacker wurde der SV Mattersburg ebenfalls in der heimischen Profertil Arena mit 4:2 bezwungen.

Hartberg hat in der letzten Runde auswärts beim WAC ausgerechnet beim Ex-Trainer überraschend 3 Punkte einfahren können und gleich 4 Tore erzielt. Trotzdem beträgt der Vorsprung der Oststeier auf den Tabellenletzten Admira Wacker bloß ein Zähler.

 

Setzt Didi abermals auf eine Raute?

Nicht weniger als 7 Spiele in 23 Tagen warten auf die Rapidmannschaft. Durch die schlechten Erfahrungen mit den Rotationsideen seines Vorgängers Goran Djuricin und vermeintliche konditionelle Mängel muss Didi Kühbauer einen Plan entwickeln, wie er sein Team erfolgreich und kräfteschonend bis zur nächsten Länderspielpause im November bringt.

Mit einer Mittelfeldraute und 2 Stürmern hat die Rapidlegende gegen Mattersburg eine Abkehr vom zuvor einzementierten 4-2-3-1 gewagt. Und gewonnen. Vor allem die Torflaute muss der Burgenländer in den Griff bekommen – 10 Tore in 10 Meisterschaftsspielen sind einer Rapid unwürdig.

Andrei Ivan kehrt nach seiner Sperre in den Matchkader zurück und bietet Didi Kühbauer eine weitere Option für die Offensive.

Sperre:/

Verletzt oder rekonvaleszent: Maximilian Hofmann, Paul Gartler, Philipp Schobesberger, und Tamás Szantó. Ivan Mocinic und Manuel Thurnwald durften zwar im Test gegen Horn spielen, mit einer Einberufung in den Matchkader ist wohl nicht zu rechnen.

 

TSV Hartberg: Unter Trainer Markus Schopp: Hopp oder Dropp:

Der 44jährige Grazer beendete seine aktive Spielerkarriere Ende 2007 bei den New York Red Bulls und wechselte danach in den Betreuerstab. Neben seiner Co-Trainertätigkeit bei der österreichischen U21-Nationalmmanschaft unter Andreas Herzog, diente er sich bei den Nachwuchsmannschaften von Sturm Graz hoch. 142 Spiele fungierte er als Trainer der zweiten Mannschaft von Sturm Graz, sein Versuch als Interimstrainer bei den Profis ging mit 5 Niederlagen in 6 Spielen daneben. In der Spielzeit 2017/18 war er unter Oliver Lederer und Dietmar Kühbauer Co-Trainer in St. Pölten, seit 01. Juli 2018 ist er Cheftrainer bei TSV Hartberg. Vermutlich lässt Trainer Markus Schopp sein Team in einem 4-4-2 auflaufen, ein 4-2-3-1 wäre auch denkbar.

12 Spiele haben die Hartberger in dieser Saison absolviert, 5 Spiele, davon 2 im Cup, konnten gewonnen werden und 7 gingen verloren. Fans von Unentschieden wurden bislang enttäuscht.

Bei den 7 verlorenen Spielen waren viele knappe Niederlagen dabei. Die höchste Saisonniederlage musste man nach einer roten Karte in St. Pölten hinnehmen.

 

Die Transferzeit in Hartberg:

Der Star der Aufstiegsmannschaft – Trainer Christian Ilzer – hat erfolgreich beim WAC angeheuert. Gleich 3 seiner Schützlinge – Sven Spangler, Manfred Gollner und Stefan Gölles – sind ihm ins Lavanttal gefolgt. Mitaufsteiger Wacker Innsbruck schnappte sich Innenverteidiger Stefan Meusburger, Manfred Fischer zog es nach Altach und der zweitbeste Torschütze – Roko Mislov – unterschrieb beim SKN St. Pölten.

Einen sehr begehrten Spieler konnte der Aufsteiger dann doch halten. Mario Tadic, mit 16 Toren und 16 Vorlagen der überragende Mann des letzten Jahres hat seinen Vertrag bis 2020 verlängert.

Den Weg vom WAC nach Hartberg sind Torwart Raphael Sallinger, der jedoch noch auf einen Einsatz bei den Profis wartet, und Florian Flecker, der in 11 von 12 Saisonspielen zum Einsatz gekommen ist, gegangen. Der Burgenländer Michael Huber kam ablösefrei aus St. Pölten und hat bislang erst ein Spiel wegen einer roten Karte verpasst. Aus Kapfenberg stießen Außenverteidiger Tobias Kainz und Offensivspieler Daniel Geissler zu den Hartbergern. Für Rajko Rep vom LASK und Fabian Schubert von Sturm Graz musste in den Geldbeutel gegriffen werden, ansonsten avancierten 3 Leihspieler zu Leistungsträgern. Michael Blauensteiner versucht sich über die Steiermark für die Kollegen vom Verteilerkreis interessant zu machen, Youba Diarra hat in Salzburg noch einen Vertrag bis 2022 und auf U21-Teamspieler Ivan Ljubic hat Sturm Graz eine Option für ein weiteres Jahr.

 

Das Stadion:

Die Profertil Arena Hartberg wurde 1946 eröffnet und bietet 5.061 Zuschauern Platz. Im Rahmen der Adaptierungen für die Bundesliga wurden 2 mobile Tribünen mit 1.400 und 400 überdachten Sitzplätzen aufgestellt. Somit sind ca. 4.000 Plätze überdacht, eine Rasenheizung ist vorhanden. Da in dem Stadion auch Leichtathletikveranstaltungen ausgetragen werden, verfügt es über eine Laufbahn.

Durchschnittlich 2.938 Fans besuchten die 5 Heimspiele. Den besten Besuch gab es gegen Austria Wien mit 3.874 Zuschauern, den schlechtesten gegen SCR Altach mit 2.215. Laut Homepage sind die Spiele gegen Rapid Wien und Sturm Graz bereits ausverkauft.

 

Bilanz:

TSV Hartberg und Rapid Wien sind noch nie in einem Bewerbsspiel aufeinander getroffen. In einem Freundschaftsmatch im Hanappistadion besiegte Rapid die Steirer am 11.11.2011 mit 3:1. Mario Sonnleitner erzielte das 2:1. In der selben Saison traf Hartberg im Cup-Achtelfinale auswärts auf Rapid II und setzte sich mit 0:2 durch.

Rapids Bilanz gegen Aufsteiger in den letzten 3 Saisonen:

2017/18:

LASK – Rapid: 1:2 (Mergim Berisha; Murg, Schwab)

LASK – Rapid: 0:2 (Kvilitaia, Kuen)

2016/17;

St. Pölten – Rapid: 1:1 (Petrovic; Joelinton)

St. Pölten – Rapid: 1:1 (Huber; Joelinton)

2015/16:

Mattersburg – Rapid: 1:6 (Bürger; Kainz und Prosenik je zweimal, Stangl, Jelic)

Mattersburg – Rapid: 0:2 (Pavelic, Prosenik)

 

Mögliche Aufstellungen:

TSV Hartberg:

Sanogo          Tadic

Rep                                      Kröpfl/Flecker

Sittsam             Ljubic

Rasswalder     Huber     Siegl    Blauensteiner

Swete

Rapid:

Alar     Pavlovic

Knasmüllner

Schwab                         Murg

Ljubicic

Bolingoli     Dibon     Sonnleitner     Potzmann

Strebinger

 

Meine Einschätzung:

Man muss den Hartbergern Respekt zollen. Sportlich haben sie sich den Aufstieg in die Bundesliga ohnehin verdient, nachzujustieren galt es im Bereich Infrastruktur und bei den Finanzen. Und das hat man hinbekommen. Ob sich Hartberg als Bundesligist etablieren kann oder ein One-Hit-Wonder wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Sportlich brauchen sich die Steirer überhaupt nicht zu verstecken, mit 9 Punkten aus 10 Spielen liegt man im Soll. Dass die Spieler aus der von Markgraf Leopold I. von Steyr gegründeten Stadt die Tradition der sich gleich für den Europacup qualifizierenden Aufsteiger nicht fortsetzen können, war vorab klar. Dennoch fehlen aktuell bloß 4 Punkte auf das Meisterplayoff. Schmerzlich abgehen wird Salzburgleihgabe Youba Diarra, der mit einer Knieverletzung ausfällt.

Für Rapid ist der Auftritt beim Aufsteiger ein Pflichtsieg. Ohne Wenn und Aber. Trainer Didi Kühbauer hat zwar beim Stammtisch betont, dass ihm eine stabile Defensive auch wichtig ist, noch dringlicher ist allerdings die Beendigung der Torflaute. Hier gilt es Lösungen zu finden. Und wenn es spielerisch nicht läuft, müssen eben Standardsituationen herhalten.