Forza Rapid – Die Hütteldorfer Revue Ausgabe 21

GRÜN AUF WEISS Forza Rapid Interview

Die Freude beim SK Rapid Wien und seinen treuen Fans über das Erreichen des Meisterplayoffs und des dritten Platz nach dem Grunddurchgang währte nur kurz. Als Maximilian Hofmann beim WAC in der Nachspielzeit den vielumjubelten Ausgleich zum 2:2 erzielt hat, war noch nicht abzusehen, dass die Bundesliga danach pausieren würde. Wann es wieder weiter geht, steht derzeit in den Sternen. Der Fußball ist in den Hintergrund gerückt und die Gesundheit der Menschen steht über allem.
 
Wichtig ist, dass alle diszipliniert sind und möglichst daheim bleiben. Eine gute Lektüre ist nun viel wert. Und da kommt die gute Nachricht für alle Rapidfans: Das Fanzine Forza Rapid – Die Hütteldorfer Revue hat dieser Tage Ausgabe 21 veröffentlicht. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog hatte bereits bei Ausgabe 20 die Ehre, einen Artikel beizusteuern. Und auch beim aktuellen Heft durften wir an einem Beitrag mitarbeiten. Kersten Bogner von Forza Rapid stand uns für ein Interview zur Verfügung und versorgt euch mit wichtigen Infos.
 

Forza Rapid – Die Hütteldorfer Revue: Ausgabe 21

GRÜN AUF WEISS: Beginnen wir mit etwas Erfreulichem: Das neue Forza Rapid ist fertig geworden und liegt nun druckfrisch vor. Worauf dürfen sich die Rapidfans freuen?
 
Kersten Bogner: Wie in der Jubiläumsausgabe versprochen, haben wir der Fanabteilung wieder deutlich mehr Platz gegeben. An der größten Geschichte ist GRÜN AUF WEISS ja nicht ganz unbeteiligt – die Interviews im Gardekeller waren jedenfalls legendär. Dementsprechend groß ist die Geschichte über die Alte Garde geworden.
 
Unser Fanszene-Experte Tommaso hat sich überreden lassen, sein Wissen in gleich zwei neu gestarteten Serien zu Papier zu bringen. Darin geht es um die Fanfreundschaften, sowie um berühmt-berüchtigte „Fetzn“ des Block West. Dem traurigen Anlass folgend haben wir ein vor einiger Zeit aufgenommenes Interview mit Fredi Körner erstmals abgedruckt. Einer der ersten Hütteldorfer Hooligans, „Spiegelbrillen Günther“, erzählte uns von der „guten alten Zeit“, um die es sich auch in unserem grün-weißen Geschichtsteil wieder dreht. Last but not least haben wir uns es natürlich nicht nehmen lassen, Andy Marek zu seinem Abschied zu befragen.
 
GRÜN AUF WEISS: Wir haben gemeinsam einen langen Abend im Keller der Alten Garde verbracht. Hast du ihn dir so erwartet? Wie lautet dein Fazit?
 
Kersten Bogner: Eigentlich nicht. Mit dem einen oder anderen Gardisten gab es zwar schon vor dem Abend freundschaftliche Kontakte, aber so eine lockere Atmosphäre hätte ich mir bei den doch respekteinflößenden Gardisten nicht erwartet. Aber ich glaube daran liegts auch, die Herren – und natürlich auch die Damen – dort müssen sich und der Welt nichts mehr beweisen. Jedenfalls wird mir der Abend noch lange in sehr angenehmer Erinnerung bleiben. Ich hoffe es war nicht der letzte dort.
 

Forza Rapid Wien Alte Garde Keller
© Forza Rapid Christian Felkel | GRÜN AUF WEISS

 

Von der Planung bis zum fertigen Heft

GRÜN AUF WEISS: Wie viel Arbeit steckt in einer Ausgabe von Forza Rapid?
 
Kersten Bogner: Beim fertigen Heft hört es ja nicht auf. Von der Lagerung über Stadionverkauf, Versand, Abowesen – dafür gibt’s bei uns kein Budget – wir machen alles selbst. Da Forza Rapid für die gesamte Redaktion nebenberuflich und unentgeltlich läuft, sind die vier Monate, welche wir uns für ein Heft Zeit nehmen, auch mehr als notwendig. In den letzten Jahren hat sich eine gute Mischung im Team gefunden. Jeder weiß was zu tun ist, und so wird es von Ausgabe zu Ausgabe immer einfacher.
 
GRÜN AUF WEISS: Wenn du dann das fertige Heft in deinen Händen hältst: Erfüllt es dich mit stolz?
 
Kersten Bogner: Es ist vielleicht nicht mehr so wie beim ersten Heft, aber natürlich ist es immer ein spannender Moment, wenn man den ersten Karton aufreißt. Aber der Gedanke demnächst mehrere hundert Hefte einzusackeln, Kuverts zu bekleben, et cetera – da lässt die Euphorie bald auch wieder nach. Wenn man dann die ersten Fehler findet, denkt man schon an die nächste Ausgabe, und wie man es da besser machen könnte.
 

Wo bekommen die Rapidfans die neue Ausgabe?

GRÜN AUF WEISS: Normalerweise können die Fans das aktuelle Heft vor den Heimspielen käuflich erwerben. Der Fußball ruht allerdings wohl noch länger. Was heißt das für uns Rapidler?
 
Kersten Bogner: Unser Grafiker Nick hat gerade einen neuen Shop installiert, was die Abobestellung deutlich einfacher gestaltet. Auch der Zeitschriftenhandel wurde beliefert, eine Liste mit den österreichweiten Verkaufsstellen haben wir auf unserem Facebook-Account gepostet. Dass der Stadionverkauf ausfällt, schmerzt natürlich ein wenig. Dafür sind die Abozahlen sprunghaft angestiegen. Also, entweder auf unten stehenden Button klicken oder zum Trafikanten des Vertrauens gehen. Wir danken unserer treuen Leserschaft!
 

Forza Rapid Shop

 
GRÜN AUF WEISS: Was ist das 6er Tragerl?
 
Kersten Bogner: Unser Zweijahresabo mit insgesamt sechs Ausgaben Forza Rapid.
 
GRÜN AUF WEISS: Kann man auch ältere Ausgaben erwerben?
 
Kersten Bogner: Noch sind alle Ausgaben lagernd und können auch im Shop bestellt werden. Wobei wir momentan nicht in unser Lager können und dementsprechend gibt es bei manchen Nummern einen Engpass. Die als Back Issue mit Abstand meistverkauften Ausgaben sind übrigens das Fanspezial 1 und 2. Davon haben wir glücklicherweise mehr drucken lassen und senden wir auch viel nach Deutschland.
 

Rapid Wien und die Corona Krise

GRÜN AUF WEISS: Das Virus hat die Welt fest im Griff und verbreitet unendliches Leid. Unsere Lebensgewohnheiten sind stark eingeschränkt und ein Ende ist nicht in Sicht. Welche Auswirkungen erwartest du dir für den Fußball?
 
Kersten Bogner: Puh, schwer zu sagen. Eigentlich sollte man meinen, dass es nur besser werden könne. Ich befürchte aber, dass die vom eigentlichen Fußballgeschäft unabhängigen Retortenklubs wie Red Bull hier finanziell die Lücke zu den traditionellen Vereinen weiter öffnen werden. Nachdem weder Fifa, Uefa oder Bundesliga ansatzweise den Willen zeigen, für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen, bin ich pessimistisch. Nur wenn die Not ganz groß würde, könnte es zu einem Clash kommen, der ausreicht diese Strukturen zu brechen. Mein Szenario: Hoffenheim, die Dosenvereine und wie sie alle heißen, spielen dann in einer eigenen Superschurken-Liga – und wir haben den Fußball wieder. Neben dem Stadion wird das Rapid-Dorf wieder eröffnet und in Hütteldorf dreht sich alles wieder um den Sport. Wird aber wohl nicht so kommen.
 
GRÜN AUF WEISS: Wird der SK Rapid Wien die Krise unbeschadet überstehen?
 
Kersten Bogner: Das glaube ich schon. Wir haben den größten und treuesten Anhang. Wir werden das schon stemmen. Leider sind die letzten Jahre sportlich nicht so verlaufen, dass man sich einen finanziellen Polster hätte schaffen können.
 
GRÜN AUF WEISS: Wie gehst du mit der aktuellen Situation um?
 
Kersten Bogner: Ich bin mit meiner Familie zu Hause, meine Frau hat mir beim Versand geholfen, mein Dreijähriger wird zum Forza Rapid-Assistenten ausgebildet und ich beginne mit der Arbeit an der nächsten Ausgabe.
 
GRÜN AUF WEISS: Dein Appell an die Rapidfans?
 
Kersten Bogner: Ich glaube nicht, dass jemand auf meinen Appell wartet. Wir Rapidler sind Gottseidank mit überdurchschnittlicher Intelligenz gesegnet und wissen was zu tun ist.
 
Wir danken dir für das Interview, wünschen allen Rapidfans und ihren Angehörigen und Freunden viel Gesundheit und euch allen ein spannendes und informatives Lesevergnügen mit Ausgabe 21 von Forza Rapid – Die Hütteldorfer Revue.
 
Steckbrief Kersten Bogner:
Geboren: 19.05.1971, aufgewachsen in Wien, wohnhaft in Bad Sauerbrunn.
Familienstand: Verheiratet und Vater eines Sohnes.
Beruf: Sportlehrer, Veranstalter.
Erstes Rapid-Spiel im Stadion: 28. März 1981 gegen die Wiener Austria, 5:1.
Das schönste Spiel im Stadion: 25. Mai 1982 gegen Wacker Innsbruck, 5:0 und Meistertitel.