FC Admira Wacker Mödling gg. SK Rapid Wien – Match-Analyse

Admira gegen Rapid Wien

Wir haben unseren Grün-Weißen genau auf die Beine gesehen. Hier unsere Spielanalyse vom Auftaktsieg in der Südstadt:

 

Aufstellung:

Alar

Ivan Knasmüllner Murg

Ljubicic Schwab

Bolingoli Barac Hofmann Potzmann

Strebinger

Ersatz:

Sonnleitner

Berisha

Martic

Malicsek

Auer

Kostic

Haas

 

Taktik:

Trainer Goran Djuricin hat unsere Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf den Platz geschickt. Gegenüber dem letzten Match gegen die Admira (31. Spieltag: 4:1 Heimsieg für Rapid, Anm.) ist unser Team an 5 Stellen verändert – statt der abgewanderten Spieler Kvilitaia, Schaub, Galvao, Ersatzspieler Berisha und dem dieses Mal im Kader nicht berücksichtigen Thurnwald stehen die Neuzugänge Alar, Knasmüllner, Barac, Ivan und Potzmann (oben kursiv) auf dem Platz.

Gegen die ersatzgeschwächten Admiraner steht Rapid extrem hoch – die beiden Innenverteidiger Barac und Hofmann rücken bis zur Mittellinie auf, die beiden Außenverteidiger Bolingoli und Potzmann sogar bis tief in die gegnerische Hälfte und fungieren beinahe schon als Flügelstürmer, wobei Bolingoli seine Rolle noch offensiver interpretiert. Bolingoli und Potzmann bleiben zumeist auf den Außenbahnen und machen das Spiel dadurch sehr breit, während die nominellen Flügelspieler Ivan und Murg aus dem Halbfeld kommen und mit Sprints in den Strafraum immer wieder für Gefahr sorgen.

Auffällig ist die hohe Fluidität im zentralen Offensivspiel Rapids. Wie schon in Kufstein werden die Positionen von den Spielern nicht strikt eingehalten, sondern es wird häufig rochiert. Durch die hohe Passqualität wird die Defensive der Admira immer wieder gehörig durcheinandergewirbelt.

 

Die Tore:

0:1

Außenverteidiger Marvin Potzmann steht am rechten Flügel extrem hoch und bindet damit den linken Flügelspieler der Admira Dominik Starkl. Unser Stürmer Deni Alar befindet sich knapp außerhalb des gegnerischen Strafraums und wird vom rechten Innenverteidiger Aiwu und dem rechten Außenverteidiger Zwierschitz gedeckt. Thomas Murg kommt aus dem rechten Halbfeld und wird dabei vom linken Außenverteidiger Milos Spasic attackiert. Murg spielt einen Pass in die Mitte auf Christoph Knasmüllner, auf den der defensive Mittelfeldspieler Wilhelm Vorsager keinen Druck ausübt, wodurch sich Knasmüllner den Ball kurz stoppen und gleich wieder in den Lauf von Murg spielen kann. Den fehlenden Druck von Vorsager auf Knasmüllner versucht Admiras linker Innenverteidiger Jonathan Scherzer durch ein ungestümes Herausrücken zu kompensieren, macht dadurch jedoch entscheidenden Raum für Thomas Murg auf. Murg, der Spasic im Sprint etwas abgehängt hat, läuft in den Strafraum und zieht mit rechts ab. Vorsager, der mittlerweile zurückgelaufen ist um Murg noch zu stören, fälscht den Ball dabei unhaltbar für Torwart Leitner ab.

0:2

Dem zweiten Treffer geht ein Doppelpass zwischen dem linken Außenverteidiger Bolingoli und dem linken Mittelfeldspieler Ivan voraus, wodurch Bolingoli in die Mitte ziehen kann und Ivan auf den Flügel ausweicht. Stürmer Alar und Mittelfeldspieler Schwab binden währenddessen die linke Abwehrseite der Admira. Nun folgt ein Pass auf den verkehrt zum gegnerischen Tor stehenden Knasmüllner, in dessen Nähe zwar 6 Admiraner stehen, jedoch keiner richtigen Druck ausübt. Einzig der 17jährige rechte Innenverteidiger Aiwu versucht Knasmüllner zu attackieren, entblößt dadurch jedoch die rechte Abwehrseite und schafft somit Raum für den mitlaufenden Ivan. Ein perfekter direkter Pass von Knasmüllner auf Ivan bringt ihn alleine vor den gegnerischen Torwart und Ivan vollendet mit etwas Glück durch die Beine von Leitner.

0:3

Eine Flanke von Stefan Schwab aus dem linken Halbfeld versucht Innenverteidiger Aiwu zu klären, der Versuch misslingt jedoch komplett und der Ball wird optimal für Bolingoli aufgelegt, der keine Mühe hat, Torwart Leitner zu bezwingen.

 

Leistungsbewertung:

Positiv:

Nach dem 5:0 im Cup gegen Kufstein hat Rapid auch im ersten Bundesligaspiel überzeugt und verdient mit 3:0 gewonnen. So wie Kufstein wird die Admira in ihrer derzeitigen Verfassung wohl kein Gradmesser sein, dennoch müssen auch solche Spiele erst einmal überzeugend gewonnen werden. Obwohl mit 5 Neuerwerbungen angetreten, hat kein Spieler wie ein Fremdkörper gewirkt – am ehesten noch Mateo Barac, aber auch nur, weil er kaum gefordert wurde.

Gerade gegen vermeintlich kleinere Gegner haben wir uns in der Vergangenheit oft schwer getan und unnötig Punkte verschenkt. Sowohl in Kufstein als auch in der Südstadt war ein Matchplan erkennbar, der enorm viel Druck auf den Gegner aufbaut. Dazu kommt noch die individuelle Klasse, die in schwierigen Situationen den Unterschied ausmachen kann.

Positiv fällt mir auch auf, dass wir in beiden Spielen schon in den ersten 15 Minuten getroffen haben. Das ist in der letzten Saison kaum passiert. Bloß 5 von 68 Toren wurden in der ersten Viertelstunde geschossen. Möchte die Mannschaft mehr erreichen, muss von der ersten Minute weg gekämpft und der Torabschluss gesucht werden.

Negativ:

Wenig Aussagekraft haben die beiden Spiele bezüglich der Qualität unserer Defensive, da sie bislang kaum gefordert wurde. Mit Galvao haben wir einen Schlüsselspieler verloren, ob Barac ein würdiger Ersatz ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen. In beiden Spielen ist ihm je ein Fehler unterlaufen, der von besseren Mannschaften bestraft werden kann.

Der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit war eklatant. Möchte man Salzburg Paroli bieten, müssen gute Leistungen über 90 Minuten erbracht werden.

Das hohe Positionsspiel unserer Außenverteidiger ist auf Bolingoli und Potzmann zugeschnitten. Weder Auer noch Thurnwald bringen auch nur annähernd so viel Qualität auf den Platz. Sollten wir Bolingoli doch noch verkaufen, ist dieser Vorteil dahin.

Ausblick:

Mit den beiden Heimspielen gegen Altach und den WAC folgen nun 2 Spiele gegen Teams, wo man auf 6 Punkte durchaus spekulieren darf. Auch im Europacup scheint der Sieger aus Slovan Bratislava und Balzan FC nicht unüberwindbar. Die Rapidfans sind leidensfähig, aber der Enthusiasmus ist schnell zu entfachen. 12.500 Abos sind mir zu wenig. Mit guten Spielen sollte sich das bessern. Hoffentlich schafft das die Mannschaft.

 

Spielerbewertung:

 

Richard Strebinger:

4 Schüsse sind auf sein Tor gekommen, alle 4 hat er gehalten. Was will man mehr?

Mateo Barac:

In der zweiten Halbzeit hat er nach einem langen Ball das Laufduell verloren und konnte somit den Schuss des Stürmers nicht blocken, ansonsten eine souveräne Leistung.

Maximilian Hofmann:

Hat mit 111 gespielten Pässen sehr aktiv am Spiel teilgenommen.

Marvin Potzmann:

Stand extrem hoch und hat sich ins Offensivspiel mit eingebracht. 4 erfolglose Flanken und eine unnötige gelbe Karte trüben seine Leistung etwas.

Boli Bolingoli:

1 Tor geschossen, ein weiterer Versuch wurde vom Torwart gehalten und ansonsten mehr Flügelstürmer als Außenverteidiger. Ein Fehlpass in der eigenen Hälfte hat jedoch zur größten Chance der Admira geführt.

Dejan Ljubicic:

Eine unauffällige Partie des Newcomers der letzten Saison. Alle 4 Zweikämpfe verloren.

Stefan Schwab:

Ein unfreiwilliger Assist zum 3:0. Ansonsten eine solide Leistung unseres Kapitäns.

Andrei Ivan:

1 Tor geschossen, 3 Torschüsse abgegeben und 2 Flanken geliefert. Zudem scheint er sich mit seinem Hintermann Bolingoli sehr gut zu verstehen. Aktuell ist ihm sein Stammplatz links außen sicher.

Christoph Knasmüllner:

Er hat zwar nur 46 Pässe gespielt, dabei allerdings eine Passqualität von sensationellen 97,83% erreicht. 2 Tore hat er vorbereitet und eine weitere Riesenchance von Murg ebenso. Bietet sich für Doppelpässe an und verarbeitet teilweise direkt und präzise weiter.

Thomas Murg:

1 Tor geschossen, 3 Schüsse abgegeben, davon 2 auf das Tor und mit 81 gespielten Pässen sehr umtriebig. Nur 3 von 14 Zweikämpfen gewonnen, mag als kleines Manko durchgehen.

Deni Alar:

Unser Rückkehrer hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und immer wieder Gegenspieler gebunden, wodurch Räume für seine Mitspieler frei geworden sind. Kein Torschuss ist für einen Stürmer dürftig, dennoch eine ordentliche Leistung.

Veton Berisha:

Hat zwar nur 23 Minuten gespielt, in diesen aber 3 Torschüsse abgegeben. Er rackert, kämpft und holt sich die Torchancen selbst heraus, vergibt sie leider aber wieder recht leichtfertig. Oder spielt nicht ab.

Aleksandar Kostic:

Versucht sein Glück zu erzwingen, hat aber alle in den 13 Minuten geführten 5 Zweikämpfe verloren. Auch unnötig Gelb kassiert.

Philipp Malicsek:

Aus seinen 11 Minuten Spielzeit lassen sich leider keine Rückschlüsse ziehen. Ich hoffe, dass er seine Chance nutzen kann.

 

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