Cup 2019/20: Rapid Wien mit Kantersieg in Allerheiligen

Fünf Tage nach dem 9:0 Kantersieg in Pinkafeld im letzten Vorbereitungsspiel ist der SK Rapid Wien erfolgreich in die Saison 2019/20 gestartet. Gegner USV Allerheiligen aus dem gleichnamigen Ort in der Steiermark hält sich bereits seit 14 Saisonen in der Regionalliga Mitte und hat sich dort etabliert. Beim letzten Aufeinandertreffen in der Cupsaison 2012/13 ging der Außenseiter sogar mit 1:0 in Führung und hielt bis in die Rapidviertelstunde ein 1:1.

Wer von den Zuschauern mit der Hoffnungen auf einen ähnlich harten Cupfight in das Spiel gegangen ist, wurde schon nach wenigen Minuten enttäuscht. Bereits in der dritten Minute musste Torhüter Florian Schögl das Runde aus seinem Eckigen holen und das in weiterer Folge noch achtmal wiederholen. Dabei lag es nicht an seinen Fang- und Fliegkünsten, im Privatduell mit Philipp Schobesberger blieb er sogar Sieger, aber insgesamt zu überlegen und konzentriert agierte der Rekordmeister an diesem Nachmittag.

Aufstellungen

Obwohl seine Leistungen im Frühjahr eher durchwachsen waren, scheint Torhüter Richard Strebinger auch in der neuen Saison gesetzt zu sein. Die Abwehrdreierkette bildeten zentral Christopher Dibon, links Mateo Barac und rechts erhielt Maximilian Hofmann den Vorzug gegenüber Mert Müldür und Leo Greiml. Die Flügel beackerten links Stephan Auer und rechts Neuzugang Thorsten Schick. Das Mittelfeldzentrum besetzten Srdjan Grahovac, Kapitän Stefan Schwab und offensiv Thomas Murg. Im Sturm durfte Taxiarchis Fountas sein Pflichtspieldebut gemeinsam mit Philipp Schobesberger feiern.

Nicht im Kader standen die verletzten Mario Sonnleitner und Tamás Szántó, der leicht angeschlagene Aliou Badji und Dejan Ljubicic.

Starker Beginn

Nicht weniger als acht unterschiedliche Torschützen durften ihre Visitenkarte im gegnerischen Gehäuse abgeben. Einzig der Steirer Thomas Murg schenkte seinen Landsleuten noch ein zweites Bummerl ein.

Mit einem schönen Weitschusstreffer eröffnete der Voitsberger in Minute 3 den Torreigen. Nach einigen vergebenen Topchancen war es dem rechten Innenverteidiger der Dreierkette Maximilian Hofmann in Minute 28 überlassen, eine Kopfballvorlage von Kapitän Stefan Schwab nach einer Ecke von Thomas Murg über die Linie zu drücken. Der Kapitän assistierte auch beim Treffer zum 0:3 des zentralen Innenverteidigers Christopher Dibon gekonnt. Die Pflicht war bereits zur Pause erledigt, die Kür sollte in den zweiten 45 Minuten folgen.

Torparade

Neuzugang Taxiarchis Fountas (54.) per Kopf nach einer Ecke von Thomas Murg, der für ihn eingewechselte Christoph Knasmüllner (63.) ebenfalls nach Vorarbeit des überragenden Thomas Murg und Stefan Schwab (67.) nach einer erneut perfekt getretenen Eckballflanke erhöhten auf 0:6, ehe der überragende Thomas Murg seine Leistung mit seinem zweiten Tor (73.) krönen durfte. Nach perfektem Zuspiel von Eigengewächs Nicholas Wunsch, der wenige Minuten zuvor den Kapitän duschen geschickt hatte.

In der Rapidviertelstunde durften auch die heimischen Fans jubeln. Eine Flanke von Alexander Kager brachte Daniel Bernsteiner (79.) zum Ehrentreffer im Tor unter. Für die Schlusspunkte waren aber dann wieder die Spieler des SK Rapid zuständig. Der aufgerückte linke Innenverteidiger Mateo Barac wollte seinen beiden Kollegen offenbar nicht nachstehen und vollendete eine Vorlage von Christoph Knasmüllner ins lange Eck (88.). In der zweiten Minute der Nachspielzeit durfte auch noch der eingewechselte Kelvin Arase nach perfektem Zuspiel von Philipp Sschobesberger zum Torjubel abdrehen.

Fazit

Der von vielen Fans kritisch bis erwartungsfroh beäugte Saisonstart ist mit dem Kantersieg in Allerheiligen geglückt. Die Mannschaft des SK Rapid hat den Regionalligisten standesgemäß verabschiedet. Das darf man anerkennen, mehr aber auch nicht. Die Mannschaft hat defensiv konsequent gearbeitet und außer dem Gegentreffer keine weiteren Möglichkeiten zugelassen und vorne Chance um Chance herausgespielt. Ein schnelles Tor ist in so einem Match Goldes wert und erleichtert die Aufgabe. Die Rapidler haben aber trotzdem bis in die Nachspielzeit nicht nachgelassen und Tor um Tor erzielt. Eine Konsequenz, welche die Mannschaft in der Vergangenheit zu oft vermissen ließ.

Rückschlüsse über das 3-5-2-System oder den Meisterschaftsauftakt zu ziehen, wäre töricht. Dafür war der USV Allerheiligen – bei allem nötigen Respekt – einfach kein Gradmesser. Es ist auch zu erwarten, dass die Aufstellung am Freitag gegen den FC Salzburg noch an einigen Positionen verändert wird.

Trotzdem darf man sich über den gelungenen Auftakt freuen. Die Mannschaft hat gut gespielt, in der Höhe verdient gewonnen, acht unterschiedliche Torschützen sind auch bemerkenswert und auf die starken Standards darf man gerne aufbauen.

Ob das für den Ligakrösus aus Salzburg reicht, lässt sich durch dieses Cupspiel nicht leichter einschätzen. Der Vorfreude auf eine hoffentlich erfolgreichere Saison sollte das Ergebnis jedenfalls keinen Abbruch tun und es bleibt zu hoffen, dass die zahlreichen, derzeit noch im Verkauf befindlichen Tickets bis Freitag an die Rapidfans gebracht werden.

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