Bundesliga Restart: Salzburg mit 3 Punkten, Rapid Wien mit 3 Verletzten

Fußball Fazit der 23. Runde Rapid Wien Salzburg

Die Vorfreude auf den Bundesliga Restart und das Meisterplayoff war bei vielen Rapidfans groß. Ja so insgeheim wird sich der ein oder andere Fan vielleicht sogar Hoffnungen auf einen spannenden Titelkampf gemacht haben. Dank des LASK Urteils, der Punkteteilung und der langen Zwangspause konnte zumindest darauf spekuliert werden, dass eine mutige Rapidmannschaft die Salzburger am falschen Fuß erwischen und somit Spannung in den Titelkampf bringen könnte.
 
Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Nach der 0:2 Pleite in Salzburg ist – wieder einmal – Ernüchterung eingekehrt. Der Rekordmeister steuert auf eine weitere titellose Saison zu. TSV Hartberg wusste hingegen gegen Trainingsschummler LASK zu überraschen. Shon Weissmann trifft auch nach der langen Pause und hat dem WAC zu drei Punkten bei Sturm Graz verholfen. GRÜN AUF WEISS – der Rapid Blog mit dem Fazit zur ersten Runde im Meisterplayoff.
 

Salzburg musste nicht, Rapid Wien konnte nicht

Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss lautet eine bekannte Redensart. Die trifft auch auf das Spitzenspiel FC SalzburgRapid Wien zu. Der Ballbesitz hatte sich zwar beinahe gleichmäßig verteilt (51,9% zu 48,1%), die Hütteldorfer gewannen sogar mehr Zweikämpfe (43,7% zu 56,3%) und verbuchten mehr Eckbälle (2 zu 3), allerdings wurde der sehr defensive Matchplan von Trainer Didi Kühbauer sehr bald über den Haufen geworfen. Mit nur dreieinhalb offensiven Spielern und ohne linken Flügel am Platz ließ sich bereits aus der Aufstellung herauslesen, dass die Rapidmannschaft kein Offensivfeuerwerk zünden würde.
 

Pech und Patzer

Nach zwei Minuten zog sich Christopher Dibon einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Mario Sonnleitner übernahm – unaufgewärmt – seinen Part in der Abwehr. Der Routinier konnte die frühe Führung der Salzburger nicht verhindern. Nach Fehlpass von Dejan Ljubicic fand ein Chipball von Andreas Ulmer den Hinterkopf von Stürmer Patson Daka und der vollkommen indisponiert herauskommende Richard Strebinger wurde überrumpelt. Energisch herauslaufen und den Ball sichern oder im Tor bleiben – alles wäre besser als diese Entscheidung des grün-weißen Schlussmannes gewesen.
 
Rapid Wien hätte nur drei Minuten später ins Spiel zurück kommen können. Bei der einzig schön herausgespielten Chance der Rapider blieb allerdings Torhüter Cican Stankovic nach Vorarbeit von Christoph Knasmüllner und Kelvin Arase gegen Taxi Fountas Sieger. Ein böser Schnitzer des Salzburgers zog kurz darauf keine Folgen nach sich. Für Mario Sonnleitner war der Arbeitstag nach 27 Minuten wegen einer (mutmaßlichen) Muskelverletzung beendet. Srdjan Grahovac übernahm im Mittelfeld den Platz des in die Verteidigung rückenden Dejan Ljubicic.
 

Rapid nach der Pause chancenlos

Der Pausentee der Salzburger dürfte bekömmlicher gewesen sein. Die Gastgeber suchten nun vermehrt den Abschluss, während den Rapidspielern sichtlich die Luft ausging. Ein Dreiertausch – Thorsten Schick, Koya Kitagawa und Thomas Murg rein, Kelvin Arase, Taxi Fountas und Christoph Knasmüllner raus – sollte für die letzten 18 Minuten noch einmal Offensivpower bringen. Nur eine Minute später war jedoch das Match für Thomas Murg beendet – der dritte Verletzte des Spiels. In Unterzahl war gegen die Salzburger kein Kraut gewachsen. Ein Treffer von Karim Adeyemi wurde noch fälschlicherweise annulliert. In der Nachspielzeit sorgte der ebenfalls eingewechselte Rekordeinkauf Noah Okafor für die Entscheidung.
 

Fazit: Salzburg enteilt, Rapid rutscht ab

Die Frage, ob ein Sieg des SK Rapid Wien in Salzburg möglich gewesen wäre, hat sich aufgrund des Spielverlaufs nicht gestellt. Einerseits Verletzungspech und andererseits eigene, kapitale Fehler haben den Ligakrösus nicht einmal ansatzweise ins Wanken gebracht. Rapid Wien durfte nach dem 0:1 brav mitspielen, der amtierende Meister musste während des gesamten Spiels keinen Gang höher schalten. Es hat gereicht darauf zu warten, bis die Rapidspieler physisch nicht mehr können. Das ist leider recht früh passiert. Somit konnten die Salzburger einen lockeren, ökonomischen Sieg feiern. Um in Salzburg gewinnen zu können, müssen viele Komponenten stimmen. Verletzungspech, nur eine echte Torchance im gesamten Spiel und ein gewaltiger Torwartpatzer gehören nicht dazu.
 
Zuvor hatte schon TSV Hartberg mit einem 2:1 Erfolg in Pasching für die Überraschung der Runde gesorgt. Und sich vorbei an Sturm Graz auf den fünften Platz geschoben. Der nächste Gegner des SK Rapid Wien hatte gegen den WAC das Nachsehen. Die Wolfsberger sind nun der erste Jäger des FC Salzburg. In der Tabelle sind die Hütteldorfer auf den vierten Rang abgerutscht und brauchen nun im Heimspiel am kommenden Wochenende gegen Sturm Graz dringend einen Sieg. Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Thomas Murg wünschen wir gute Besserung!